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Doomscrolling: So schädlich ist der Dauerkonsum von negativen Nachrichten wirklich

Maria Gramsch
Adobe Stock / Syda Productions

Der dauerhafte Konsum von schlechten Nachrichten und Inhalten im Netz kann sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Wie negativ sich das sogenannte Doomscrolling tatsächlich auf die menschliche Psyche auswirkt, hat nun eine Studie untersucht.

Es kann durchaus negative Folgen haben, wenn Menschen zu viel Zeit in sozialen Netzwerken oder allgemein an ihrem Smartphone verbringen. Doch konsumieren sie dabei ausschließlich schlechte Nachrichten, können sich diese Faktoren noch verstärken.

Das sogenannte Doomscrolling, bei dem ausschließlich schlechte Inhalte bei Social Media und Co. konsumiert werden, kann sogar zu Existenzängsten führen, wie eine im Journal of Computers in Human Behavior Reports veröffentlichten Studie zeigt.

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Doomscrolling führt zu Existenzangst

Für ihre Untersuchung haben Forschende 800 Studierende aus den USA und dem Iran befragt. Dabei konnten sie ermitteln, dass Gefühle wie Existenzangst, Misstrauen, Argwohn gegenüber anderen sowie Verzweiflung auf Doomscrolling zurückzuführen sein können.

Reza Shabahang, der Hauptautor der Studie von der australischen Flinders University, vergleicht die permanente Konfrontation mit negativen Nachrichten im Guardian mit einer „Quelle von stellvertretendem Trauma“. Dabei seien Menschen negativ betroffen, obwohl sie dieses Trauma überhaupt nicht selbst erlebt haben.

Wenn wir ständig negativen Nachrichten und Informationen im Internet ausgesetzt sind, kann dies unseren Glauben an unsere eigene Sterblichkeit und die Kontrolle, die wir über unser eigenes Leben haben, bedrohen.

Bei ihrer Studie fanden die Forschenden um Reza Shabahang heraus, dass Doomscrolling schlechte Gedanken hervorrufen kann. Dazu zählen Gedanken wie:

  • das Leben ist zerbrechlich und begrenzt
  • die Menschen sind grundsätzlich allein
  • sie haben keine volle Kontrolle über ihr Leben

Studienergebnisse müssen weiter untersucht werden

Aufgrund der Stichprobengröße ist die Studie laut den Forschenden jedoch „nicht geeignet, um klare Schlussfolgerungen über die Art dieses Zusammenhangs zu ziehen“. Helen Christensen Professorin der University of New South Wales bezeichnete die Untersuchung deshalb als „interessante Vorstudie, deren Ergebnisse jedoch aufgrund der Stichprobengröße verzerrt sein könnten“.

Allerdings seien die Ergebnisse „nicht überraschend“, wie Dr. Joanne Orlando, Expertin für digitales Verhalten an der University of Western Sydney, gegenüber dem Guardian sagt. Doomscrolling sei wie der Aufenthalt in einem Raum, in dem man permanent angeschrien wird, und habe auch ähnliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Es hat wirklich Auswirkungen darauf, wie man die Welt und seinen Platz in ihr versteht.

Deshalb sei es wichtig, dass Menschen bewusst mit Nachrichten in den sozialen Medien umgehen. Auch die Gefühle, die sie dabei empfinden, sollten sie sich bewusst machen und daher auch nicht direkt nach dem Aufwachen Nachrichten konsumieren oder durch soziale Netzwerke scrollen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.