Auf einer Hauswand ist ein Graffiti.

Lügen im Social Web? Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen!

Christian Erxleben
Unsplash.com / Brian Wertheim

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Die Masse an Falschmeldungen und Desinformations-Versuchen in den sozialen Medien wächst minütlich. Dank Künstlicher Intelligenz werden Fake News noch realistischer. Wir müssen den Lügen entgegentreten und unsere Verantwortung endlich selbst übernehmen. Ein Kommentar.

Jeden Tag verbringen wir mehrere Stunden mit unserem Smartphone. Besonders viel Zeit sind wir dabei in sozialen Netzwerken und auf digitalen Plattformen unterwegs. Ob es nun Instagram, Threads oder TikTok ist: Die Social Feeds haben unsere Aufmerksamkeit sicher.

Dabei haben wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten gelernt, dass das, was wir in den sozialen Medien sehen, der Wahrheit entspricht. Auf Instagram beispielsweise sehen wir die Erlebnisse unserer Freunde, Verwandtschaft und all jene Inhalte, die Influencer, Medien und Unternehmen für uns produzieren.

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Die Naivität der Menschen

Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass unser Freund wirklich seinen Urlaub auf den Malediven verbringt. Ebenso trauen wir der Eilmeldung, die ein Nachrichtenportal gepostet hat und sogar dem Influencer vertrauen wir weitestgehend, wenn er oder sie uns ein bestimmtes Produkt empfiehlt.

Oder anders und einfach ausgedrückt: Wir Menschen im Allgemeinen und wir Nutzer im Internet sind sehr leichtgläubige Wesen. Im ersten Moment gehen wir davon aus, dass alle Inhalte wahr sind. Unsere Skepsis ist über die Jahre verloren gegangen.

Fake News und Lügen sind omnipräsent

Diese kindlich-naive Einstellung ist umso erstaunlicher, weil wir uns mit dem nötigen Abstand durchaus bewusst sind, dass wir sehr häufig mit Lügen und Falschinformationen konfrontiert werden.

So hat eine Untersuchung der Landesanstalt für Medien aus Nordrhein-Westfalen schon im Jahr 2020 ergeben, dass 80 Prozent der Deutschen schon im Internet mit Fake News in Berührung gekommen sind.

Eine Bertelsmann-Studie aus dem Sommer 2023 schlägt in eine ähnliche Richtung. Demnach sind über die Hälfte der befragten EU-Bürger (54 Prozent) häufig oder sogar sehr häufig unsicher, ob eine Information aus dem Internet wahr ist. Mehr als jeder Dritte gibt an, bereits Desinformation bewusst wahrgenommen zu haben.

Fact Checker und Community Notes lösen das Problem nicht

Bislang haben Regierungen und Social-Media-Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise versucht, den stetig zunehmenden Lügen und Unwahrheiten Einhalt zu gebieten. Dabei haben sich zwei Wege herauskristallisiert:

  • Unabhängige Fact Checker, die die Inhalte in den sozialen Medien überprüfen und Falschmeldungen gegebenenfalls melden oder entfernen lassen.
  • Community Notes, die mit Hilfe der Schwarmintelligenz fehlerhafte Meldungen identifizieren, markieren und berichtigen.

Beide Lösungsstrategien sind grundsätzlich lobenswert – ob das eine oder das andere Modell besser ist, lässt sich nie vollständig klären. Fest steht jedoch, dass beide Konzepte ein gemeinsames Problem haben: Sie greifen erst dann ein, wenn Hunderte, Tausende oder sogar Zehntausende Nutzer schon mit einem Inhalt interagiert haben.

Die eigene Komfort-Zone verlassen und auch (gute) Lügen entlarven

Es ist für jede dritte Instanz unmöglich, alle Falschinformationen vor der Veröffentlichung zu überprüfen und zu entfernen, bevor sie von Menschen gesehen worden sind. Deshalb müssen wir uns endlich selbst unserer Verantwortung bewusst werden und dafür eintreten, dass wir wieder kritischer allem Neuen begegnen.

Was bedeutet das konkret?

  1. Zunächst einmal müssen wir unseren gesunden Menschenverstand und unser Gehirn einschalten. Kann es wirklich sein, dass Kamala Harris in einer Uniform der Sowjetunion auftritt oder ist das nur Wahlkampf von Elon Musk? Ein kurzer Augenblick genügt und wir kennen die Antwort.
  2. Wir müssen unsere eigene politische Wohlfühloase verlassen und Kritik üben. Nur weil eine Meldung in unser politisches Weltbild passt, muss sie längst nicht stimmen. So kritisch wie wir bei politischen Gegnern sind, müssen wir auch bei den Themen sein, die wir normalerweise unterstützen würden.

Selbstverständlich tragen Meta, X, TikTok und Co. eine große Verantwortung. Sie müssen dafür sorgen, dass die Inhalte auf ihren Plattformen zu über 99 Prozent stimmen.

Doch an den Stellen, an denen Faktenchecker, Community Notes und Künstliche Intelligenz an ihre Grenzen kommen, müssen wir selbst in die Presche springen und mit unserem Gehirn das letzte Prozent übernehmen. Wir müssen aufhören, alles blind zu glauben – unabhängig davon, ob es wunderbar oder grauenvoll klingt.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Kommentar. Das ist eine journalistische Darstellungsform, die explizit die Meinung des Autors und nicht des gesamten Magazins widerspiegelt. Der Kommentar erhebt keinen Anspruch auf Sachlichkeit, sondern soll die Meinungsbildung anregen und ist als Meinungsbeitrag durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.