Strom aus Fahrtwind Elektromobilität Elektroautos

Strom aus Fahrtwind: Stellantis reicht kurioses Patent ein

Maria Gramsch
USPTO / Stellantis

Autokonzern Stellantis will mit einem Turbinensystem den Fahrtwind während der Fahrt nutzen, um Strom zu gewinnen. Die Technologie könnte die Effizienz künftiger Elektroautos enorm steigern.

Der Fahrtwind bei einem Auto wirkt normalerweise als Luftwiderstand und zwingt das Fahrzeug dazu, mehr Energie für den Vortrieb aufzuwenden. Mit steigender Geschwindigkeit wächst dieser Widerstand überproportional und zählt zu den größten Effizienzbremsen im Straßenverkehr.

Gerade bei Elektroautos wirkt sich der Fahrtwind besonders stark auf die Reichweite aus, weil der zunehmende Luftwiderstand bei höheren Geschwindigkeiten den Energieverbrauch der Batterie deutlich erhöht. Gleichzeitig unterstützt der Fahrtwind aber auch die Kühlung von Motor, Leistungselektronik und Batterie, was für die thermische Stabilität der Systeme wichtig ist.

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Der Autokonzern Stellantis will sich diesen Fahrtwind nun aber auch noch auf eine weitere Art zunutze machen. Denn der Autobauer hat in den USA ein Patent erhalten, das über ein windbetriebenes Turbinensystem den Fahrtwind für die Erzeugung von Strom nutzt, wie das Onlinemagazin MoparInsiders berichtet.

So will Stellantis Strom aus Fahrtwind gewinnen

Bereits am 12. Dezember 2023 hat Stellantis das Patent beim United States Patent and Trademark Office (USPTO) eingereicht. Am 12. Juni in diesem Jahr wurde dem Autobauer, der hinter Automarken wie Citroën, Jeep, Opel und Peugeot steht, dieses Patent nun bestätigt.

Das Patent beinhaltet ein neuartiges Windnutzungssystem, das den Fahrtwind von Fahrzeugen nutzen soll, um Strom direkt im Auto zu erzeugen. Dafür kommen mehrere gekrümmte Kanäle zum Einsatz. Diese sogenannten „Throughs“ – oder auch Mulden – sind im Kühlergrill des Fahrzeugs verbaut.

Am Boden dieser Kanäle befinden sich kleine Öffnungen, durch die dann wiederum bei der Fahrt automatisch Luft geleitet wird. Diese Luft erreicht auf diesem Weg Mini-Windturbinen, die durch ihre Drehbewegung Strom erzeugen können. Dieser Strom kann dann entweder im Fahrzeug gespeichert oder zu dessen Stromversorgung verwendet werden.

Technologie könnte E-Auto-Batterie während der Fahrt aufladen

Laut MoparInsiders sei die Technologie möglicherweise nicht dafür ausgelegt, ein gesamtes Fahrzeug anzutreiben. Dennoch könnten die Windturbinen mit Hilfe des Fahrtwindes Strom erzeugen und so beispielsweise die Batterie von E-Autos aufladen oder Zubehörteile mit Strom versorgen.

Auch die Entlastung des Generators eines herkömmlichen Verbrennungsmotors sei denkbar. Zudem könnten mehrere Windturbinen hintereinander geschaltet werden, um die Leistung noch weiter zu maximieren.

Im Patent wird zusätzlich deine große Flexibilität beim Design angeführt. Denn die Mulden können sowohl vertikal, horizontal als auch abgewinkelt am Fahrzeug angebracht werden.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.