Natrium-Ionen-Batterien CATL Akku

CATL stopft Natrium-Ionen-Batterien in Container-Speicher

Felix Baumann
Bild: PRNewsfoto / CATL

Stationäre Großspeicher werden durch die Energiewende und den Strombedarf von KI zu einer kritischen Infrastruktur. Doch Lithium-Lieferketten und Rohstoffpreise bleiben ein Risiko. CATL bringt mit dem TENER-System nun Natrium-Ionen-Batterien erstmals in eine kommerziell skalierte Speicherplattform. Der Energiespeicher verspricht eine hohe Effizienz, einen leisen Betrieb und kommt ohne seltene Rohstoffe aus. 

Die Energiewende und der enorme Strombedarf von Künstlicher Intelligenz machen stationäre Großspeicher zunehmend zu einer kritischen Infrastruktur. Bisher dominiert die Lithium-Ionen-Technologie den Markt, doch konzentrierte Lieferketten und volatile Rohstoffpreise bergen wachsende Risiken für Unternehmen. Eine strategische Alternative ist daher dringender gefragt denn je, um eine langfristige Versorgungssicherheit und planerische Gewissheit zu garantieren.

Der chinesische Batterie-Gigant CATL hat dieses Potenzial erkannt und seit dem Jahr 2016 rund 1,2 Milliarden Euro in die Forschung von Alternativen investiert. Das Ergebnis dieser Arbeit, an der über 300 Forschungs- und Entwicklungs-Spezialisten beteiligt waren, basiert auf Natrium. Das Element ist auf der Erde im Vergleich zu Lithium um einen Faktor von über 1.000-mal häufiger vorhanden, geografisch extrem breit verteilt und bietet immense Kostenvorteile.

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Das ist CATLs neue Natrium-Ionen-Batterie als Großspeicher

Das neu vorgestellte TENER-System verspricht eine Nennkapazität von mehr als 30 Megawattstunden auf einer voll modularen Architektur mit flexiblen Speicherdauern von einer, zwei, vier, sechs oder acht Stunden. Ein integriertes, bidirektionales Spannungsregelungssystem gleicht den weiten Spannungsbereich der Natrium-Batterien automatisch aus, wodurch die Gesamteffizienz um fast zwei Prozent steigen soll.

Zudem nutzt das neu entwickelte BMS-System laut Unternehmensangaben die kontinuierlich abfallende Spannungskurve der Natrium-Chemie, um eine präzisere SOC-Schätzung zu ermöglichen. Dank eines einzigartigen Luftstromdesigns mit Entladung nach oben soll die Systemwärmeentwicklung um fast 30 Prozent abnehmen. In Kombination mit einem hocheffizienten Flüssigkeitskühlsystem sorgt dies laut CATL dafür, dass der Hilfsstromverbrauch von zwei Prozent auf ein Prozent sinkt.

Neben einer um 20 Prozent höheren Überladungs-SOC-Toleranz im Vergleich zu Lithium soll das System im Betrieb lediglich 65 Dezibel laut werden. Da dies rund zehn Dezibel leiser ist als herkömmliche Systeme, können die Anlagen ohne hohe Übertragungsverluste direkt dort gebaut werden, wo Bedarf entsteht. Das würde Übertragungs- und Verteilungskosten einsparen. Für die Validierung des Speichers wurden separat bereits 300.000 Zellen bereitgestellt.

Kommerzielle Realität und nahtlose Plattformkompatibilität

Dass die Technologie die reine Laborphase längst hinter sich gelassen hat, beweisen die massiven Investitionen und Abnahmeverträge. So flossen laut CATL bereits 640 Millionen Euro in die neue Fuding-Basis für zusätzliche 40 Gigawattstunden jährliche Kapazität, während im April 2026 ein dreijähriger kommerzieller Großauftrag über 60 Gigawattstunden mit HyperStrong unterzeichnet wurde.

Bis Ende 2026 strebt das Unternehmen eine kumulierte Liefermarke von einer Gigawattstunde an. Ein 1-GWh-Standort soll dann lediglich 34 Module mit einem Gewicht von je circa 42 Tonnen benötigen. Die ersten Auslieferungen sollen  in China bereits im September 2026 starten, gefolgt vom internationalen Marktstart im Juni 2027.

Das System ist vollständig mit bestehenden Lithium-Eisenphosphat-Systemen (LFP) kompatibel, da sich beide Technologien dieselbe physische Grundfläche teilen und ein Wechsel ohne Gehäuseänderungen möglich ist. Damit bildet die Natrium-Technologie somit das zweite stabile Fundament der zukünftigen weltweiten Energieinfrastruktur.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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