DMA Google Suchmaschine EU

Nach Strafe: Google warnt in der EU vor Qualitätseinbußen

Maria Gramsch
Bild: Unsplash.com / Shutter Speed

Nach einer Millionenstrafe durch die EU-Kommission muss Google seine Suchmaschine in Europa umbauen. Der Konzern warnt davor, dass diese Änderungen die Qualität der Suche und das Nutzererlebnis deutlich verschlechtern wird.

Kaum ein Unternehmen hat die Nutzung des Internets so stark geprägt wie Google. Mit seiner Suchmaschine machte der Konzern die gezielte Suche nach Informationen im Netz für Milliarden Menschen zum zentralen Einstiegspunkt ins Internet.

Allein im Jahr 2025 betrug der Marktanteil von Google im Vergleich zu Suchmaschinen weltweit fast 95 Prozent auf mobilen Endgeräten und Tablets. Im Desktop-Suchmaschinenmarkt kam der Tech-Gigant auf einen Anteil von 82,2 Prozent, gefolgt von der bei Windows-Rechnern voreingestellten Suchmaschine Bing mit knapp elf Prozent.

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Gerade diese zentrale Stellung verschafft Google eine enorme Marktmacht, die seit Jahren Wettbewerbshüter auf den Plan ruft. Aufgrund dessen muss Google nun Änderungen an seiner Suchmaschine in der EU vornehmen und warnt vor enormen Qualitätseinbußen.

Nach Millionenstrafe: Google muss seine Suchmaschine in der EU umbauen

Mit dem Digital Markets Act (DMA) hat die EU ein Regelwerk geschaffen, das besonders mächtige Plattformen im Netz zu mehr Wettbewerb und faireren Bedingungen verpflichten soll. Google zählt im Rahmen des DMA zu den sogenannten „Gatekeepern“. Deshalb muss der US-Konzern mit seiner Suchmaschine Vorgaben erfüllen, die verhindern sollen, dass eigene Angebote systematisch bevorzugt oder konkurrierende Dienste benachteiligt werden.

Ende Juli hatte die EU-Kommission Google wegen DMA-Verstößen zu Strafen in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro verurteilt. Aufgrund des Vorwurfs, Google würde seine eigenen Dienste in den Suchergebnissen bevorzugen, musste der US-Konzern 460 Millionen Euro dieser Strafe tatsächlich bezahlen.

Teresa Ribera, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte dazu, Google habe die Bestimmungen des DMA „nicht ordnungsgemäß eingehalten“. Es müssten sich die besten Produkte durchsetzen, „weil sie besser sind – und nicht, weil sie dem Unternehmen gehören, das die Suchmaschine betreibt“.

Wie Reuters exklusiv berichtet, hat Google deshalb nun eingegriffen und den Umbau der eigenen Suchmaschine in der EU begonnen. Der Konzern weise darauf hin, dass diese Änderungen „die größte Beeinträchtigung der Servicequalität in der 29-jährigen Geschichte der weltweit beliebtesten Internetsuchmaschine“ mit sich bringen wird.

Google warnt vor schlechterem Nutzererlebnis und höheren Kosten

Nach Angaben des Unternehmens werden die Änderungen das Nutzererlebnis spürbar verschlechtern. Der US-Konzern habe die Änderungen bereits mit Millionen von Nutzern in Europa getestet. Dabei habe sich eine hohe Unzufriedenheit gezeigt, da die Nutzer ihre Suchanfragen erneut eingeben müssten, um das Gewünschte zu finden.

„Um die Anforderungen des DMA zu erfüllen, nehmen wir wesentliche Änderungen an der Suche in Europa vor“, erklärt Nick Fox, Senior Vice President für Knowledge & Information bei Google, gegenüber Reuters. „Diese Änderungen verschlechtern das Nutzererlebnis für Europäer: Sie stärken Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen und entfernen hilfreiche Funktionen, auf die sich die Menschen täglich verlassen.“

Auch die Kosten für europäische Unternehmen sollen demnach deutlich steigen. Frühere Änderungen zur Einhaltung des DMA hätten laut Google bei europäischen Unternehmen bereits zu einem Rückgang des kostenlosen, direkten Buchungsverkehrs um 30 Prozent geführt. Die neuen Änderungen könnten die Unternehmen laut Google erneut treffen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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