Wer persönliche Daten schützen will, braucht mehr als nur ein gutes Gefühl für Privatsphäre. Forscher der Universität Würzburg haben untersucht, wie sich Kompetenz in Sachen Datenschutz erfassen lässt. Mit diesen vier Fragen lässt sich testen, wie gut du beim Thema Datenschutz wirklich aufgestellt bist.
Wer sich im Netz bewegt, hinterlässt dabei digitale Spuren – ob beim Scrollen in sozialen Netzwerken, beim Online-Shopping oder beim Installieren neuer Apps. Bei all diesen Tätigkeiten geben wir oft mehr persönliche Informationen preis, als uns bewusst ist.
Denn die gesammelten persönlichen Daten werden verarbeitet und weitergegeben. Umso wichtiger ist es, zu wissen, welche Daten gesammelt werden, wer darauf zugreifen kann und welche Möglichkeiten es gibt, die eigene Privatsphäre zu schützen.
Besonders sichtbar wird das beim Thema Cookies. Denn kaum eine Website kommt heute ohne ein entsprechendes Banner aus – und genauso oft wird es aus Gewohnheit möglichst schnell weggeklickt.
Statt sich mit Einstellungen und Einwilligungen zu beschäftigen, wählen viele Nutzer den bequemsten Weg. Dabei entscheiden gerade diese wenigen Klicks darüber, welche Daten gesammelt und für welche Zwecke sie verwendet werden dürfen.
Doch wie gut wissen Nutzer tatsächlich über Datenschutz Bescheid und wie lässt sich diese Kompetenz überhaupt messen? Genau dieser Frage sind Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg nachgegangen. In ihrer Studie haben sie vier Fragen herausgestellt, mit denen sich Datenschutzkompetenz zuverlässig erfassen lässt.
Testverfahren für die Erfassung von Datenschutzkompetenz
Gemeinsam mit der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit haben die Forscher der Universität Würzburg ein Testverfahren entwickelt, das die Datenschutzkompetenz hinterfragt. Dabei kommen vier konkrete Testfragen zum Einsatz, bei denen die Befragten ihre Kompetenz hinsichtlich des Datenschutzes selbst einschätzen können.
Die Antworten auf diese Fragen werden in einer fünfstufigen Skala abgefragt. Diese reicht von „Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt“ bis hin zu „Ich kenne mich sehr gut damit aus und könnte es anderen erklären“.
„Um Datenschutzkompetenz in der Breite fördern zu können, benötigt die Wissenschaft Instrumente, die zugleich präzise und effizient sind“, erklärt Professorin Carolin Wienrich, Leiterin des Lehrstuhls für Psychologie Interaktiver Systeme an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Bisher habe die Messung von Datenschutzkompetenz als zu komplex für standardisierte Bevölkerungsbefragungen gegolten. Die neue Kurzskala schließe diese Lücke jedoch. Denn anhand von nur vier Fragen stelle diese eine wesentliche Neuerung gegenüber bisherigen, oft sehr umfangreichen Fragebögen dar.
Datenschutzkompetenz: Vier Fragen genügen
Die vier Fragen der von den Forschern entwickelten Kurzskala umfassen die vier Bereiche der Datenschutzkompetenz. Zunächst wird dabei das Wissen über institutionelle Praktiken mit der Frage „Wie gut kennen Sie sich damit aus, welche Daten Unternehmen über Sie speichern und wofür sie diese nutzen?“ erhoben.
Die zweite Frage betrifft das „Wissen über Datenschutzstrategien“. Hierfür nutzten die Forscher für ihren Fragebogen die Frage: „Wie gut kennen Sie sich mit Möglichkeiten aus, Ihre persönlichen Daten effektiv zu schützen?“
Auch das Wissen über Datenschutzrecht spielt eine wesentliche Rolle bei der Erfassung der Datenschutzkompetenz. Hierfür kam die Frage „Wie gut kennen Sie sich mit Ihren rechtlichen Ansprüchen und Datenschutzrechten gegenüber Unternehmen aus?“ zum Einsatz.
Als letzten Punkt haben die Forscher faktisches Datenschutzwissen abgefragt. Dieses wurde mit der Frage „Wie gut kennen Sie sich mit aktuellen Diskussionen, Begriffen und potenziellen Risiken rund um den Datenschutz aus?“ abgefragt.
Anhand dieser Fragen konnten die Forscher ihre neue Skala in einer großen, repräsentativen Umfrage zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) validieren. Insgesamt wurden 1.666 Personen befragt.
Dabei konnten die Forscher bei Probanden, die auf der Vier-Fragen-Skala hohe Selbsteinschätzungswerte erreichten, in einem anschließenden Test zu den technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der ePA auch tatsächlich größeres Wissen nachweisen.
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