Der japanische Technologiekonzern Toshiba hat mit Partnern kürzlich eine neue E-Autobatterie vorgestellt. Dank NTO-Anode bietet der Akku schnelle Ladezeiten und soll ohne Ablagerungen von metallischem Lithium bis zu 15.000 Zyklen standhalten.
Im derzeitigen Wandel zur E-Mobilität bleibt eine Sache essenziell: die Batterie. Neben der Kapazität und der Reichweite spielt auch die Haltbarkeit eine Rolle. Die Toshiba Corporation stellte kürzlich in Kooperation mit CBMM und der Sojitz Corporation eine neue Technologie vor, die genau an dieser Stelle ansetzt. Denn das neue Batteriemodell soll problemlos 15.000 Lade- und Entladezyklen standhalten.
Die Batteriezelle trägt den Namen SCiB Nb und nutzt die Lithium-Ionen-Technologie mit einer Niob-Titan-Oxid-Anode. Damit ist sie die erste Batterie mit einer solchen Anode. Die Nennkapazität liegt bei 50 Amperestunden und die Nennspannung bei 2,3 Volt. Über die 5C-Ladung (also das schnelle Laden) erreicht der Akku bereits innerhalb von 10 Minuten 80 Prozent seiner Ladung.
Toshiba-Batterie verhindert Ablagerungen von metallischem Lithium an der Anode
Der Vorteil der NTO-Anode ist, dass diese die Ablagerung von metallischem Lithium verhindern soll. Laut den Angaben bleibt diese Eigenschaft über wiederholte Schnellladezyklen erhalten und verhindert auf diesem Weg Kurzschlüsse in der Batterie. Die volumenbezogene Energiedichte liegt dabei bei 350 Wattstunden pro Liter und ist damit mit kohlenstoffbasierten Lithium-Eisenphosphat-Akkus vergleichbar.
Um die Technologie weltweit zu skalieren, tat sich Toshiba mit CBMM (dem weltgrößten Produzenten von Niob) und Sojitz (der exklusive Vertriebspartner von CBMM in Japan) zusammengetan. Die erste Praxisdemonstration gelang laut den Angaben mit einem E-Bus-Prototyp auf dem Werksgelände von CBMM in Araxá (Brasilien) und verlief erfolgreich. Das ist auch die primäre Zielgruppe der Technologie: gewerbliche Elektrofahrzeuge mit hohen Betriebszeiten (etwa Lkw oder Busse).
Geringerer Verschließ soll die Gesamtkosten senken
Durch den verringerten Akkuverschleiß versprechen sich die Firmen niedrigere Gesamtkosten. Das kommt unter anderem dadurch zustande, dass die Batterien seltener gewechselt werden müssen. Außerdem ermöglicht das schnelle Zwischenladen an festgelegten Haltepunkten eine Reduzierung der Anzahl installierter Batterien. Im Endeffekt soll auch die Umwelt profitieren, da so ein Umstieg der Branche auf die E-Mobilität vorangetrieben werden soll.
Langfristig muss sich aber noch zeigen, ob sich die hohe Zyklenfestigkeit auch im täglichen Dauereinsatz bestätigt. Zudem befindet sich der Akku nach wie vor in einer sogenannten Musterlieferphase. In dieser stehen die Batterien nur ausgewählten Kunden zur Verfügung. Es wird also noch etwas dauern, bis wir wirklich belastbare Daten vorliegen haben.
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