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KI statt echte Freunde: Studie zeigt, dass viele Kinder lieber mit Chatbots reden

Maria Gramsch
Bild: Mit KI erstellt (ChatGPT)

Immer mehr Kinder vertrauen sich lieber einem KI-Chatbot als echten Freunden an. Eine Studie aus den USA zeigt, welche Rolle Künstliche Intelligenz bereits im sozialen Leben von Schulkindern spielt und welche Auswirkungen das unter anderem auf das Gefühl von Einsamkeit hat.

KI-Chatbots wie ChatGPT sind inzwischen rund um die Uhr verfügbar und lassen sich mit nur wenigen Klicks auf Smartphone oder Computer nutzen. Auch für Kinder und Jugendliche ist der Zugang damit so einfach wie nie zuvor.

Wie selbstverständlich KI bereits zum Alltag junger Menschen gehört, zeigen die Ergebnisse der JIM-Studie aus dem Jahr 2025. Demnach nutzen 74 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen KI-Anwendungen für Schulaufgaben, neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

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Doch die digitalen Helfer werden längst nicht mehr nur zum Lernen und für Hausaufgaben genutzt. Zunehmend spielen sie auch bei persönlichen Fragen und emotionalen Themen eine Rolle und können sogar zum Ersatz für echte Freunde werden.

Wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung aus den USA. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kinder sich inzwischen lieber mit KI-Chatbots als mit echten Freunden unterhalten und ihnen auch persönliche Sorgen und Probleme anvertrauen.

Kinder vertrauen sich lieber KI als echten Freunden an

Für ihre Studie haben die Forscher der University of North Carolina Befragungen mit mehr als 2.300 Schülern der Klassenstufen sechs, sieben und acht an 22 Schulen durchgeführt. In zwei Phasen wurden die Kinder zu ihrem Verhalten in Bezug auf KI-Chatbots befragt.

Wie das Wall Street Journal berichtet, entscheiden sich die Schüler der Mittelstufe zunehmend dafür, soziale Interaktionen mit KI-Chatbots zu pflegen. Demnach gab jeder fünfte Schüler an, mit KI-Chatbots auch emotionale Themen zu besprechen. Auffällig dabei war, dass ausgerechnet diese Kinder zu einem späteren Zeitpunkt in der Befragung häufiger von einem stärkeren Gefühl der Einsamkeit berichteten.

Wenn Kinder menschliche Beziehungen durch Chatbots ersetzen, entgehen ihnen wichtige Lerngelegenheiten, um jene zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu entwickeln, die sie ihr ganzes Leben lang brauchen werden.

„Wir haben festgestellt, dass zwei bis vier Kinder in jeder Klasse angeben, die Interaktion mit einem Chatbot der mit einem menschlichen Gleichaltrigen vorzuziehen“, erklärt Studienautor Mitch Prinstein gegenüber dem Wall Street Journal. „Das ist ein ziemlich existenzielles Problem für diese Generation.“

KI-Chatbots gelten als „People Pleaser“

Die Forscher warnen davor, dass Kinder durch den engen Kontakt mit KI-Chatbots möglicherweise die Entwicklung wichtiger zwischenmenschlicher Fähigkeiten verpassen könnten. Der Kontakt zu KI-Chatbots könne auch den Umgang mit anderen Menschen gänzlich verdrängen, warnt die Psychologin Anne Maheux, die ebenfalls an der Untersuchung mitgearbeitet hat.

„Es gibt Forschungsergebnisse, die zeigen, dass die Erfahrungen, die wir in diesem Alter mit Gleichaltrigen machen, eine ganze Reihe von Auswirkungen haben, die bis weit in unser 40. oder 50. Lebensjahr hineinreichen“, so Prinstein. Dieses Verhalten in der Schulzeit könne unter anderem Auswirkungen auf den beruflichen Aufstieg oder auch die Gesundheit haben.

Problematisch ist dabei insbesondere, dass KI-Chatbots im Gegensatz zu echten Freunden rund um die Uhr erreichbar sind. Außerdem antworten sie meist verständnisvoll und stimmen ihren Nutzern häufig zu, statt ihnen zu widersprechen.

Gerade für Kinder und Jugendliche könnte dieses Verhalten als sogenannte „People Pleaser“ problematisch sein. Denn so haben sie weniger Gelegenheit, den Umgang mit Meinungsverschiedenheiten oder zwischenmenschlichen Konflikten zu lernen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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