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KI-Boom vor dem Kollaps? Prognose warnt vor Verlusten in Billionen-Höhe

Maria Gramsch
Bild: Pixabay.com / Yamu_Jay!

Der KI-Boom treibt Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur weltweit in astronomische Höhen. Doch mit den gewaltigen Ausgaben wachsen auch die wirtschaftlichen Risiken. Eine aktuelle Prognose zeigt, dass bis zum Jahr 2030 Investitionen in Höhe von mehr als 3,5 Billionen US-Dollar von massiven Wertberichtigungen betroffen sein könnten.

Die rasante Entwicklung rund um Künstliche Intelligenz hat weltweit für einen beispiellosen Investitionsschub gesorgt. Technologiekonzerne und spezialisierte Cloud-Anbieter stecken Milliarden in den Bau neuer Rechenzentren oder den Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Allein im Jahr 2025 lag das Volumen der privaten Investments im Bereich der Künstlichen Intelligenz weltweit bei rund 344,6 Milliarden US-Dollar. Noch im Jahr zuvor waren es nur rund 151,5 Milliarden US-Dollar.

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Hinter diesen Investments steht die Erwartung, dass der Bedarf an KI-Rechenleistung in den kommenden Jahren weiter rasant steigen wird. Doch während die Ausgaben immer neue Dimensionen erreichen, wächst auch die Unsicherheit darüber, ob sich die gewaltigen Investitionen langfristig auszahlen werden. Eine aktuelle Analyse des Marktforschungsunternehmens Gartner wirft genau diese Frage auf und zeigt, welche enormen finanziellen Risiken sich hinter dem KI-Boom verbergen könnten.

KI-Investitionen: Mehr als 3,5 Billionen US-Dollar bis 2030 von Wertverlust bedroht

Gartner prognostiziert für die kommenden Jahre einen weiteren enormen Anstieg bei den Investitionen in KI-Infrastruktur. Demnach könnten die Ausgaben bereits im kommenden Jahr auf nahezu eine Billion US-Dollar steigen, sollten die Anbieter ihre derzeitige Investitionsgeschwindigkeit beibehalten. Zwischen 2027 und 2030 könnten weitere sechs Billionen US-Dollar hinzukommen.

Problematisch ist dabei nach Einschätzung der Analysten, dass die erwarteten Einnahmen aus KI-Anwendungen für Unternehmen und Verbraucher nicht ausreichen werden, um sämtliche geplanten Investitionen rentabel zu machen. Insbesondere die hohen Kosten für Rechenzentren und die rasche technische Alterung der eingesetzten Hardware könnten deshalb erhebliche Abschreibungen erforderlich machen.

„Bis 2030 müssten Betreiber von KI-Rechenzentren kumulierte Umsätze in Höhe von 8,5 Billionen US-Dollar erwirtschaften“, erklärt Gartner-Analyst Will Sommer. Dieser Betrag sei nötig, um die angekündigten Investitionsausgaben und Finanzierungskosten sowie eine Rendite auf das investierte Kapital in Höhe von zwölf Prozent zu decken.

„Die gesamten Umsätze aus KI-Lösungen für Unternehmen und Endverbraucher, die in diesem Zeitraum auf KI-Rechenzentren entfallen, werden jedoch voraussichtlich lediglich 3,6 Billionen US-Dollar erreichen“, so Sommer. „Da die meisten KI-nativen Anbieter auf Geschäftsmodelle mit geringem Anlagevermögen setzen, gehen wir davon aus, dass weniger als die Hälfte der KI-Umsätze von Anbietern erzielt wird, die selbst über eine nennenswerte KI-Infrastruktur verfügen.“

Bleiben die Investitionen jedoch auf dem aktuellen Niveau, seien Abschreibungen nahezu unvermeidlich. Gartner prognostiziert bei einer Fortsetzung des aktuellen Investitionstrends in KI-Infrastruktur bis 2032 Abschreibungsrisiken für Vermögenswerte im Wert von mehr als vier Billionen US-Dollar.

Mehr als 80 Prozent der Neocloud-Anbieter könnten bis 2030 verschwinden

Besonders gefährdet sind laut dem Marktforscher Gartner sogenannte Neocloud-Anbieter. Dabei handelt es sich um spezialisierte Cloud-Unternehmen, die leistungsstarke Rechenzentren betreiben und ihre Rechenkapazitäten vor allem für KI-Anwendungen zur Verfügung stellen.

Anders als große Cloud-Konzerne wie Amazon oder Microsoft konzentrieren sie sich hauptsächlich auf den KI-Markt. Die hohen Investitionskosten und der schnelle technische Fortschritt könnten jedoch zum Problem werden.

Gartner erwartet deshalb, dass bis zum Jahr 2030 mehr als 80 Prozent dieser Anbieter ihre Eigenständigkeit verlieren könnten. Das liege insbesondere daran, dass diese Anbieter besonders stark von dem Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Investitionsausgaben betroffen sind.

Demnach könnten die Ausgaben für KI-optimierte IaaS (Infrastructure as a Service) der Neocloud-Anbieter von 66 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 auf 174 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 ansteigen. Allerdings werde das „Wachstum der Ausgaben für KI-optimierte IaaS für die meisten Anbieter von KI-Rechenkapazitäten nicht ausreichen, um ihre KI-Investitionen zu amortisieren, bevor die aktuelle Generation von KI-Halbleitern durch eine neue ersetzt wird“, so Sommer.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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