Raubkopierer sind unentdeckte Kunden
Welcher Gamer kennt diese Problematik nicht. Im Ausland ist das heiß erwartete Videospiel bereits seit ein paar Wochen nicht nur in aller Munde, sondern auch schon im Laden erhältlich. Hierzulande lässt die Veröffentlichung allerdings noch ein paar Monate auf sich warten. Also was tun, wenn der Hardcore-Zocker nicht länger warten und das Spiel unbedingt jetzt schon zocken will?
Alle Wege führen nach Rom, heißt es in einer bekannten Redewendung. Also wird er entweder bei der Suche auf den einschlägigen Internetseiten fündig und lädt es sich dort illegaler Weise auf seinen Rechner herunter, oder er findet einen Online-Shop, bei dem das Objekt der Begierde schon vor dem deutschen Verkaufsstart erworben werden kann. Alternativ kann der Hardcore-Zocker auch ins nächste Flugzeug steigen und vor Ort einen kostspieligen Einkaufsbummel machen.
Ganz klar, dass die beiden ersten Varianten in der Vergangenheit vor allem bei den Publishern auf wenig Gegenliebe gestoßen sind. Besonders die Verbreitung von Schwarzkopien vor der Veröffentlichung war und ist der Spielindustrie ein Dorn im Auge. Es geht aber auch anders. Auf dem Branchentreff “Game Business Law Summit” bezeichnete Jason Holtmann von Valve (“Half Life”, “Counter-Strike”) Raubkopierer als Kunden, die nicht rechtzeitig bedient wurden. So habe der Publisher beispielsweise den Zombi-Ego-Shooter “Left 4 Dead” zeitgleich zum US- und Europa-Start auch in Russland veröffentlicht. Mit Erfolg: “Wir haben herausgefunden, dass mit dieser Taktik die Raubkopie-Rate signifikant gesunken ist“, verriet der Valve-Manager den Konferenzteilnehmern. Demnach gäbe es dort draußen “Massen an unentdeckter Kunden, mit denen man Geld verdienen könne”.
Dieser Schritt ist meiner Meinung nach längst überfällig. Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Spiele-Publisher dem Beispiel Valve folgen werden. Einige Unternehmen tun dies mit ausgewählten Titeln ja schon. Auch in der Filmbranche setzen einige Studios – zumindest bei großen Kino-Produktionen – seit ein paar Jahren bereits auf einen weltweiten Starttermin.
(Michael Friedrichs)
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Die Kreativen werden immer die Opfer der Faulen, Geizigen und Armen sein (bei denen kann man es ja noch verstehen).
Ich bin altmodisch und habe noch immer gern das Musik-Album selbst in der Hand. So geht es sicher vielen, aber runterladen ist praktisch und günstiger. Raubkopieren ist ja immer noch Volkssport. In ein paar Jahren wird man vielleicht eine Lösung für faire Abrechnungssysteme gefunden haben oder aber aus Resignation mit allen Mitteln Verbote errichten.
Ein Schritt in die richtige Richtung…gepaart mit einer vernünftigen Preispolitik bin ich mir sicher das die Umsatzzahlen wieder steigen würden (und damit meine ich nicht Umsatz zu Lasten der Mage…)
Aber mal ein anderer Denkanstoss…der ja nicht neu ist und garantiert schon oft genug Stoff zu an(auf-)geregten Diskussionen gegeben hat:
Habe kürzlich beim ausmisten meines Dachbodens locker über 100 Kassetten weggeschmissen…ein Großteil von Platten meiner Freunde oder aus dem Radio aufgenommen, und meine Freunde haben sich Kassetten von meinen Platten aufgenommen, getauscht wurde auf dem Schulhof…gab es da noch kein Copyright ;-) oder ging es der Musik- und Filmindustrie noch so gut das kein Sündenbock benötigt wurde?
Gute Frage, genau so war das damals bei mir auch, habe auch jetzt noch meine Kassetten… Ach du Scheiße, dass sind Raubkopien ;))
Ich glaube damals ging es denen wirklich noch gut, dafür war es aber als Künstler ein Wahninns-Aufwand, seine Musik auf Kassette oder sogar auf Platte zu bekommen… Ich hab es noch erlebt, dass Demo meiner ersten band auf Kassette, laaange vor dem Einzug der CD, hahaa…. Das waren Zeiten..
Ich meine in Erinnerung zu haben, dass für Kasseten GEMA-Gebühren im Preis inbegriffen waren. Dies ist insofern auch logisch, als dass die Tonträger nur zu diesem Zweck geeignet gewesen sind. Daher sind ja auch Aufnahmen aus dem Radio grundsätzlich legal.
Ein weiterer Punkt ist mit Sicherheit die veränderte Qualität bei solchen Aufnahmen.
Bei der CD oder DVD können wohl keine GEMA Gebühren erhoben werden, da diese auch dem Zweck der Datensicherung dienen.
Weiß jemand mehr?
Zusaetzlich werden Filme bei uns zensiert veroeffentlicht, und manche Vertriebe setzen dann noch auf einen Kopierschutz, der ein Nutzen auf manchen DVD Playern erheblich einschraenkt. Auf der anderen Seite werden in Tauschboersen, illegalen Downloadportal Filme in guter Qualitaet angeboten, und das meist sehr frueh und ohne Kopierschutz.
Mann muss sich also fragen, kaufe ich ein Produkt mit Maengeln und unterstuetze damit die Filmindustie und Gameindustrie, oder lade ich es mir einfach runter.
Bei Spielen ist vor allem der verschärfte Kopierschutz manchen Leuten ein Dorn im Auge. Hier wird wie bei Valve oder auch bei Games wie Bioshock eine Online-Aktivierung vorausgesetzt. Dazu kommt, das Games wie Bioshock oder auch der MS Flighsimulator nicht beliebig oft aktiviert werden koennen. D.h. nach 3-4 Mal Neuinstallation ist dann Schluss und man darf sich das Game dann nochmal besorgen.
Gehoert man zu den ehrlichen Käufern, wird man von der Industrie durch solche Massnahmen in die Illegalität getrieben. Eigentlich sollte es doch anders sein, oder was meint Ihr dazu ?
Das Bild ist nicht wichtig allerdings ist es natürlich auch nicht schlecht, wenn eins da ist und die Schreibweise mit Einleitung in das Thema, ein Paar Links und vor allem die eigene Meinung ist sehr gut. Was ich damit sagen will ist, dass die eigene Meinung bei den Artikeln die ihr in Zukunft posten werden besonders wichtig ist, mal so als Tip :)
Aktuelles Beispiel ist z.B. “Taken”. Der Film ist am 28.02.08 in Frankreich angelaufen, deshalb dort schon seit dem 26.11.08 als DVD erhältlich. Die DVD hat die Sprachen Französisch und Englisch, deshalb gibt es den Film bereits als DVD Rip im Netz und in den USA läuft er erst am 30.01.09 an, bei uns sogar erst am 19.02.09 Wo ist da der Sinn? Durch die unterschiedlichen Releasedaten werden Raubkopien nur gefördert, denn sobald eine Version auf Englisch raus ist, die am besten noch viele unterschiedliche Untertitel hat, wird sie gerippt und verbreitet.
D.h. dass die Amis auf Taken warten, oder sich seit Mitte November den Rip der französischen Version laden, denn es ohne die 12 Monate Releaseunterschied nicht geben würde.
Ganz schlimm ist es uebrigens in Australien, dort duerfen 18er Game Titel nicht verkauft werden, und sind sozusagen illegal. Die meisten Spiele werden aber ab 15 freigegeben.
Bevor man sich den Raubkopierern zuwendet, sollte man meiner Meinung nach dafür sorgen, das die Kunden die ein Spiel gekauft haben, auch wirklich zufrieden sind mit dem Spiel. Vielleicht bin ich altmodisch aber in den Zeiten als Spiele noch in großen Boxen ausgeliefert wurden und sich in den Paketen noch ein richtiges Handbuch befand und zusätzliche Goodies (ich sage nur Ultima) da bekam man noch einen physikalischen Gegenwert für sein Geld. Ich galube, das würden die Kunden auch heute noch schätzen …
IMHO
Die Hauptursache ist mit Sicherheit nicht die Verzögerung. Raubkopierer kann man nur unter anderen Konditionen vom eigenen Produkt überzeugen, beispielsweise durch Bonusmaterial, einen Account zu speziellen Inhalten u.s.w. Dann kaufe ich mir sowas, weil ich es ansonsten nicht bekommen würde. Alles andere wie DRM und Co. animiert hingegen eher zur illegalen Beschaffung.
Jetzt müsste man noch eine Erhebung hinterherlegen, wer sich jetzt stattdessen die lokalisierte Version ziehen konnte. Wobei das netto vermutlich egal ist.
Insgesamt eine prima Entwicklung.
[...] Komment wir zum ersten Kandidaten in der neuen Rubrik Fehlerteufel. Den Anfang macht das neue alte Basic Thinking-Blog, und dort einer der männlichen Autoren, Michael Friedrichs: Ganz klar, dass die beiden ersten Varianten in der Vergangenheit vor allem bei den Publishern auf wenig Gegenliebe gestoßen ist. (Friedrichs) [...]
Aber wie gewohnt : Ich kann mich auch irren ;-)
Zusätzlich wäre da noch das Packaging. Originale zu besitzen hat deutlich an Reiz verloren, seit es keine gedruckten Handbücher und/oder Goodies wie gedruckte Karten, Poster o.ä. mehr gibt (jedenfalls sehr selten). Wenn mir der Publisher eine lieblose DVD und ein Zettelchen (“Das Handbuch liegt auf der DVD in folgendem Ordner…”) hinlegt, macht es kaum einen Unterschied, ob die DVD hübsch bunt bedruckt ist, oder ob ich einen Rohling vor mir liegen habe.
Da können die Publisher noch so schreien, das wäre zu teuer. Klar, weils so keiner mehr haben will, und wenig gekauft wird. Henne oder Ei?
Die letzte gedruckte Karte für ein Spiel war bei mir Far Cry 2, davor GTA San Andreas. Und NEIN, ich kaufe nicht für ein gedrucktes Handbuch eine 80 Euro teure Collector’s Edition!
Bisher war ich nicht so der große Fan von Steam, aber diese Aktion fand ich wirklich gelungen und günstig!
2. Preispolitik und hier hab ich bis dato noch keine gute Ausrede gehört.
Nehmen wir mal das Game GTA 4 das gibt es bei Amazon UK für ca. 25Pfund und bei Amazon DE kostet es immer noch rund 55€. Und mit Transferkosten aus UK komme ich immer noch um einiges billiger als, wenn ich die deutsche Version gekauft hätte die zudem oft noch zensiert ist :(.
Und das war nur ein Beispiel. Im Hardwarebereich lässt sich da noch so einiges mehr sparen. Wer also nen bissel clever ist, vergleicht bei Amazon UK und kauft gegebenenfalls dort und spart und lacht. :)
Sicher, veröffentlicht man ein Game oder etwas ein Musikalbum erst einmal in einem Land, kann man aus den Verkaufszahlen und sonstigem Feedback sicher Rückschlüsse auf die weiteren Chancen ziehen, das Produkt in anderen Ländern zu vermarkten.
Doch nachdem nicht nur die Medienkonzerne global aufgestellt sind, sondern sich die Konsumenten international informieren und untereinander austauschen und vernetzen, ist es an der Zeit, sich hier der heutigen Realität anzupassen. Aber dass sie damit ihre Schwierigkeiten haben, zeigen die Medienunternehmen nicht nur in diesem Fall…
Es geht doch da eher um die organisierten, professionellen Täter, die unrechtmäßig Geld verdienen wollen.
Zudem finde ich auch, wie schon einige von euch auch, das Spiele, CD’s, DVD’s und jetzt der neueste Quatsch die Blue-Ray viel zu teuer.
Da fällt es der Unterhaltungsindustrie immer schwerer immer mehr Geld zu verdienen.
Da fällt mir gerade ein was ich neulich im Radio hörte, als das Thema Finanzkrise auch in den Medien noch aktueller war, nämlich ” Die Pornoindustrie in der USA beklagt sich über die sinkende Nachfrage und bittet um eine staatliche Finanzspritze.” Im Endeffekt geht es denen die richtig Geld verdienen immer darum, den Gewinn zu maximieren.
Raubkopierer sind schlecht, weil man mit möglichen “Milliardenverlusten” (global gesehen) rechnet, ob das stimmt, bezweifle ich.
Ich stimme mit Chris #30 überein… hype, hype, hype. Alles nicht die Rede wert bzw. lerne es umzusetzen!
Was passiert wenn ein Titel dann in Land A zensiert und B nicht zensiert ist? Hypothese: Größere Auswirkung als die Zeitpräferenz.
Das ist doch die gleiche (falsche) Argumentation wie bei der Musikindustrie vor dem Distanzieren von DRM (Da wurden sogar die Brennerstudien immer so ausgelegt, das die Statistik ein signifikantes Ergebnis im Sinne der Musikindustrie ergab).
Das Problem ist doch, das die Zahlungsbereitschaft weit unterhalb der geforderten Preise liegt. Da es sich bei einem Computerspiel – wie auch Musik – um Luxusgüter (im weiteren Sinne) handelt, kann man eben nicht von unentdeckten Kunden bzw. verlorenem Umsatz reden. Diese Leute würden bei bestehenden Preisstrukturen gar nicht in den Markt kommen und die Spiele kaufen (falls keine – illegale – kostenlose Alternative bestehen würde).
Ferner wird das Problem der Zahlungsbereitschaft durch die global vorherrschenden Einkommensunterschiede verstärkt. Ich denke es wäre daher sinnvoll, die einzelnen Märkte auf “signifikante Unterschiede” zu analysieren und somit die unterschiedlichen Preiselastizitäten der einzelnen Märkte/Länder zu berücksichtigen. Aggregiert untersucht macht es aus meiner Sicht keinen Sinn!
Die Vertriebswege endlich anzupassen ist ein – längst überfälliger – Ansatz, aber nicht mehr als ein Flicken auf einem durchlöcherten Teppich!
Ich kaufe z.B. CD`s und Platten gebraucht bei eBay gebraucht weil ich dort genau diesen Effekt habe und ich vermute so geht es vielen. Es gibt definitiv Mittel und Wege die ganze Raubkopiererei zu verringern bzw. zu eliminieren.
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