Bin begeistert: Socialcam wird mit fantastischen neuen Filtern zum Instagram für Videos

Jürgen Vielmeier

Ich bin gerade ziemlich begeistert, und wer mich kennt, weiß, dass das selten vorkommt. Der Grund ist Socialcam. Die neue Version 3.0 der App des Videostream-Anbieters Justin.tv stattet Videos mit einem von acht Filtern aus. Socialcam wird damit zum Instagram für Videos. Anders als bei der beliebten Foto-App muss man bei Socialcam den Filter allerdings vor dem Dreh wählen. Damit lässt sich schon im Vorfeld bestimmen, ob es ein Film Noire wird oder ob euer Streifen mit dem 1970s-Filter auf alt gemacht sein soll. Es gibt einen Sepia- und einen Acid-Falschfarbenfilter.

Besonders angetan hat es mir der Electronica-Filter, der Bilder wie in dem Film „Tron“ aussehen lässt. Siehe das Beispielvideo in unserem ansonsten eher unspektakulären Büro. Socialcam liefert damit eine spannende neue Version für iOS- und Android-Geräte und einige Filter, die ich gerne auch für Instagram hätte.

Killerapp mit Nachteilen

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Die Nachteile will ich natürlich auch nicht verschweigen. Zum einen muss man zumindest extrovertiert sein, um Socialcam zu nutzen. Man kann einmal aufgenommene Videos löschen und sich noch einmal anschauen. Dann aber werden sie direkt bei Socialcam hochgeladen und nicht auf dem Telefon zwischengespeichert – keine Widerrede! Von einer Veröffentlichung kann man zumindest absehen, wenn man die Einstellungen auf privat umstellt.

Wenn man sich stur stellt, kann man die Integration mit Facebook umgehen, die Socialcam dem Nutzer – sagen wir’s mal so – schwer ans Herz legt. Dann allerdings muss man einen Namen und eine E-Mail-Adresse angeben. Einen Fake-Account zu erstellen, ist möglich, aber nicht gerade der direkte Weg. Wählt man ihn trotzdem, durchsucht die gierige App das private Telefonbuch und fordert, seine Kontakte hinzuzufügen. Verbindet man sich mit Facebook, dann soll man nach jedem erstellten Video die Freunde herauspicken, die das Video sehen sollen. Was soll diese Sozialpenetranz?

Die App selbst weigerte sich auf meinem iPhone 3GS zunächst tunlichst, die Kamera einzuschalten, so dass ich schon kurz davor war, den Test abzubrechen. Kurzum: Die Möglichkeiten sind top, der Weg dahin ist steinig. Der Weg zum Glück ist mit Marktschreiern gepflastert. Das ist unschön und schafft nicht gerade Vertrauen. Die Filter allerdings lassen mich nicht mehr los. Hier könnten die Justins eine echte Killer-App erfunden haben.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.