Blogkommentare: Hausrecht einfordern, Hausrecht zugestehen

Robert Basic

hm… mir kommt da gerade so ein Gedanke wegen der immer wiederkehrenden Thematik im Rahmen der Kommentarpolitik von Weblogs. In 100% aller Fälle stellt der Blogautor seine eigenen Regeln auf, wann er Kommentare löscht bzw. gar nicht erst zulässt. Das nennt sich dann Hausrecht. Man kann dazu stehen wie man will, der eine mag es Zensur nennen, der andere mag es als gutes Recht bezeichnen, der nächste als individuelle Kommentarkultur, es wird immer ein Streitpunkt bleiben, da es jeder doch anders sieht. Der eine Autor löscht erst dann, wenn die Kommentare wuchtige Beleidigungen enthalten, andere Autoren löschen bereits beim leisesten Off-Topic Kommentar (weil sie der Meinung sind, daß so die Gesprächskultur unter Interessierten gefördert wird und damit eine bessere Community zu Stande kommt, Joel Spolsky lässt grüßen). Jeder hat da also seine eigene Grenze.

Gedanklich gehts mir aber nicht um das Thema, ob gelöscht werden soll oder nicht. Mir fällt in Gesprächen und Blogbeiträgen auf, daß man bei Corporate Blogs eine sehr tolerante Kommunikationskultur einfordert. Kritiken sollen zugelassen werden, Beleidigungen nicht (ok, Konsens), Off-Topics möglicherweise auch, das Unternehmen sollte sich idealerweise gar zu jeglicher Kritik seitens der Kunden auf dem eigenen Blog oder in fremden Blog äussern. Wehe, man löscht, moderiert bzw. zensiert Beiträge. Das ist nicht Ausübung des Hausrechts, sondern es heisst dann sofort, das Unternehmen möchte doch eh nur positive Kommentare hören. Unabhängig der Schärfe der Kritik. Sprich, den Unternehmen wird eine höchst tolerante Haltung abverlangt, die man möglicherweise selbst so nie auf dem eigenen Weblog vertritt. Diesen Drahtseilakt aber kann ein Unternehmen kaum vollbringen. Ist ja schön, daß Leute wie Scoble meinen, man können in Microsoft Blogs meckern wie man will, es würde nicht gelöscht, aber sollte man wirklich so weit gehen – wenn das stimmt – alles akzeptieren zu müssen? Nur weil der Kunde ein Stänkerer ist, dem man es sowieso nicht recht machen kann und der – wie so häufig – seinen Lebensfrust am Unternehmen auslässt?

Ist das einfach nur das jahrtausend alte Gleichnis vom Balken im Auge oder wie lässt sich das erklären? Oder gibt es da keine Diskrepanzen zwischen eigener und fremder Erwartungshaltung?

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.