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Urban Legends: Technorati ein Traffic-Driver?

wir haben es ja wortwörtlich von Hirshberg, Chairman von Technorati im Edelman-Video vernommen (btw, der Mann hat wohl sein Fett als arroganter und selbstverliebter Manager mit Sicherheit auf Dauer abbekommen, wenn man sich die Blog-Reaktionen durchliest. Ich selbst war soweit, dass ich mich gefragt habe, ob ich tatsächlich noch Technorati wohlgesonnen sein möchte), dass die Blogger allesamt davon profitieren, dass Technorati den Blogs Traffic beschert. Öhm… wie Johnny am eigenen leib erfahren durfte, bringt es nicht mal was, wenn man auf der Startseite von Technorati als Hottest Topics gelistet wird. Ich selbst kann es nur bestätigen, dass mir Technorati im subatomaren Bereich alle Schaltjahre wieder einen Besucher beschert. Dagegen sind Anbieter wie Yahoo Monsterschen und Google ein Titan 🙂

Aber langsam mit den Pferden:
1. Ego-Surfing Technorati ist imho die Ego-Surfing Funktion der No. 1 Nutzen. sonst bräuchte niemand Technorati. Ohne das ist das System wertlos. Sprich: Wer verklinkt aktuell auf mich? Insofern kann hier nicht von einem direkten Trafficeffekt gesprochen werden, wenn das wichtigste Feature einen starken Selbstbezug hat und weniger eine unmittelbare Aussenwirkung auf andere Blogs.

2. Netzwerkeffekt: Unmittelbar also nicht? Aber mittelbar? Oder indirekt? Das ist des Pudels Kern: Wenn ich über Technorati auf Blogs stoße, die mich verlinken, bin ich schrecklich neugierig, was „der da schreibt“. Eventuell ist es eine spannende Sache? Wenn ja, dann greife ich direkt auf meinem Blog das auf und stoße damit einen gewissen Trafficeffekt an.

3. Blogs entdecken: Wer sich für bestimmte Blogs interessiert, kann über die verschiedensten Bog-Finder Funktionen durchaus auf interessante Blog stoßen. Das kann die Eingabe eines Keywords sein (und damit die Anzeige der Blogs), das kann das berühmte Tagging sein (ähnlich wie die stinknormalen Suchbegriffe, können Blogs mittels Tags ihre Artikel einsortieren, das wiederum bekommt Technorati mit), das kann über das Zuordnen von bis zu 20 Tags zum eigenen Blog – ähnlich Metakeywords – erfolgen, etcpp.. also es gibt bei Technorati gewiss einige Mechanismen, die zur Entdeckung von Blogs beitragen. Jedoch aufgrund der mangelnden Usability von Usern mE kaum genutzt werden. Hier fehlt noch eine Zentralstelle, um es dem User supereasy zu vermitteln, was man alles anstellen kann mit Technorati hinsichtlich der häufigen Frage „wo und wie finde ich Blogs zu einem Thema XYZ“. Auch diese Funktionen tragen jedoch mehr oder minder dazu bei, dass man aktiv Blogs findet und sich untereinander vernetzt. Ein mühsamer aber mE eines der interessantesten Wege, Gleichgesinnte/interessierte zu finden.

Aber das Featureset 1, 2 und 3 sind alles keine kurzfristigen Trafficdriver, vielmehr tragen sie dazu bei, organisch zu wachsen.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

12 Kommentare

  • Bei meinem alten Blog hat mir persönlich Technorati schon kaum was gebracht, und bei meinem (provisorischen) wordpress.com-Blog noch weniger. Wenn sich derzeit überhaupt mal jemand auf meinen Blog verirrt, dann über Kommentare, seltsame Google-Suchphrasen (z.b. intelligent design typen a9), Trackbacks oder auch vereinzelte Verlinkungen.

    Ok, zum suchen&finden ist Technorati ziemlich nützlich, und auch zur Linkanalyse ist’s super aber Traffic kann ich über Technorati nur selten verzeichnen.

  • Wer wie ich über ein Spezialthema schreibt, ist froh andere Blogger zu finden. Über die Tags bei Technorati habe ich schon den einen oder anderen Blogartikel gefunden. Allerdings ist die Technologie extrem unzuverlässig: Korrekturen der Blogbeschreibung nimmt Technorati nicht an. Ich habe meinen Blog dreimal neu anmelden müssen bevor es überhaupt funktionierte. Und für die Anmeldung musste ich auch noch in den Templates rumprogrammieren.

  • Nachdem ich seltsamerweise Anzeigen von chinesischen und anderen asiatischen seiten in den Rückmeldungen von Technorati bekommen habe, die dann auch gar nichts mit meiner Seite oder einer Verlinkung zu tun haben und bei den Ausfällen der Aufnahme von Ping-meldungen, fällt es mir zunnehmend schwerer den Dienst noch für ganz voll zu nehmen.
    ich selbst nutze ich lediglich als Suchmaschine für bestimmte Themen, wo mich Google mit viel Müll zuwerfen würde, aber sonst…

  • Hierbei kann ich Dir nur zustimmen. Ich erhalte mehr Traffic über Basicthinking als über Technorati. Aber dennoch gibt es wenigstens die Möglichkeit, darüber etwas über den jeweiligen Verlinkungsgrad eines Blogs zu erfahren. So schlecht ist das nun auch wieder nicht.

  • […] Letztendlich sind es aber nur statistische Spielereien, die bestenfalls marginal mit der “Qualität” eines Blogs zu tun haben – was immer das in diesem Zusammenhang sein mag. Und bei dem zu beobachtenden Lese- und Nutzungsverhalten macht es auch kaum einen Unterschied, ob ein Link vor 3 oder 6 Monaten gesetzt wurde. Einen dauerhaften Nutzen als “Besucherlieferant” haben solche Charts (und Technorati insgesamt) auch nicht, wie Robert heute nochmals unter http://www.basicthinking.de/blog festgestellt hat. […]

  • Ich stimme deiner Analyse vollkommen zu, Robert. Die Erfahrungen von Teddykrieger habe ich auch gemacht. Irgendwelche asiatischen Seiten, wo im gesamten Quelltext nicht der Hauch eines Links zu mir zu finden war, tauchten kurzzeitig bei meinen Verlinkern auf.

    Außerdem schwankt auch die angegebenen Zahl der verlinkenden Blogs immer wieder mal um 1 oder 2 (ja, auch nach unten; Reload: eins weniger; nochmal Reload: wieder einer mehr). Und das obwohl ich noch gar kein halbes Jahr blogge, das ist es also definitiv nicht.

    Aber ich habe auch die Erfahrung wie Matthias gemacht, dass Technorati bei Spezialthemen schon den einen oder anderen Besucher bringt. Waren bei mir z.B. die Stichworte Grundeinkommen und Hustle the Sluff (letzteres vor allem als nur noch die, die nach Berlin gefahren sind, drüber geschrieben haben; vorher war’s ja auch kein Spezialthema).

  • […]   42   Blackbox WWW         13:58 | Okt 18’06 Blogger sind wie Wein   … je älter, desto besser? Zumindest bei den diversen Ranglisten könnte man dies annehmen. Stefan Evertz hat sich die Top 30 der deutschen Weblogs vorgenommen und einmal deren Alter untersucht: Demnach liegt das Durchschnittsalter der Top-Blogs bei 34,2 Monaten. Muss ein Blog also alt sein, um in den Rankings gut dazustehen? Nicht unbedingt. Vor allem muss es gut sein. Wie einige doch recht junge Blogs in der Liste beweisen. Also: Nicht abschrecken lassen. Und so wichtig wie die Rankings immer tun, sind sie nun auch nicht … […]

  • Zustände ……

    … , wie bei David Sifry’s technorati finden sich heute auch bei Googles Blogsearch: Untätigkeit bei Suchanfragen. Burnout Syndrom, oder Schlimmeres…….

  • Vergleichsschwachsinn…

    Technorati ist laut Robert ein Tool zur Ego-Befriedigung. Ein harmloser Ego-Uplifter, bei dem man die Reaktionen anderer Persönlichkeitsgestörter auf sich selbst beobachten kann. Dàccord. Höhepunkt des schwachsinnigen Vergleichens ist die Website …

  • Ich denke was den Traffic bringt, das sind die Tags, und gluecklicherwiese muss man bei den Tags nicht auf Technorati verweisen, damit die funktionieren. 😉

    Durch das Tagging bekomm ich auch mehr Zugriffe von Google/Yahoo, bilde ich mir ein. Oder weiss da jemand genaueres? Denke besonders Google mag die Tags auch.

    Und sozusagen als Abfallprodukt sind die dann auch noch in Technorati mit drin.

    Als „Insitution“ fuer ein bestimmtes Tag bekommt man auch mehr Traffic von Technorati, aber das dauert halt. Bzw., man muss viel und oft schreiben. 😉

    Das „netteste“ was mir Technorati sagt ist, wieviele andere Blogs auf meins verweisen. Das sind nette Statistiken am Rande.

    Obwohl die auch nicht immer akurat sind – z.B., wenn mich jemand in seiner Navigation verlinkt (warum auch immer), bekomm ich „natuerlich“ weniger Klicks/Besucher ab, als wenn mich jemand in einem Artikel referenziert. Beide „Links“ sind aber bei Technorati gleich. Ist aber auch die Frage wie die das ueberhaupt auswerten sollten.