Sonstiges

Startups im Gespräch III

vorab…
1. Artikel: WiWo, Startups im Gespräch
2. Artikel: Was sich Startups wünschen

Nachdem wir uns angeschaut hatten, wo denn laut WiWo hierzulande über die deutsche Web-Startupszene gesprochen wird, kamen im Folgeartikel die Startups selbst zu Wort. Ich hatte gefragt, was ihnen fehlt bzw. was sie sich wünschen würden in Bezug auf die Netz-Gespräche. Dafür ein großes Dankeschön, das war sehr aufschlussreich! Im dritten Artikel drehe ich es erneut um, um betrachte das aus „unserer“ Sicht, wenn wir über Startups schreiben.

Was würde ich mir wünschen?

– Die Mails, die mich erreichen, kommen oftmals nicht zum Punkt. Einigen Startups fällt es schwer, so knapp und so präzise wie nur möglich, ihr Angebot zu beschreiben. Man liest und liest, ist aber am Ende nicht viel schlauer als zu Beginn. Würde ich eine Mail schreiben, dann täte ich an die berühmte Situation im Aufzug denken, Mr. Geldkoffer in kürzester Zeit zu informieren. Zu Beginn. Danach kann man in der Mail immer noch ausholen. Zum Beispiel? Gibts besondere Vorgehensweisen im Bereich Marketing, Vertrieb, Produktion, die so nicht üblich sind? Hat der Gründer ein turbulentes Leben hinter sich (Stehaufmännchen), etc…

– Ebenso vergessen die Macher auf ihren Hintergrund zu verweisen. Wo kommt Ihr her, wie kamt Ihr auf die Idee, seit wann besteht das Startup, in welcher Phase seid Ihr, wie läuft es gerade, was braucht Ihr als nächstes?

– Telefonnummer? Ne, ehrlich, manche schreiben mir ihre Telefonnummer nicht rein. Wie soll ich da persönlich Kontakt aufnehmen, wenn ich noch eine Frage klären möchte?

– In der Mail fragt man hin und wieder, ob ich denn in die closed beta reinschauen möchte. Wozu schickt Ihr mir eine Mail, wenn ich nicht reinschauen kann?

– Besuche ich das Angebot, fehlt mir oftmals ein knackiger Infobereich (auch „Presse“ genannt), der die Macher zeigt, die Historie des Startups, Bilder, Screens, das Aktuellste der letzten Wochen knackig zusammengefasst. Kann ja sein, dass ich nicht per Mail draufgekommen bin, sondern auf anderen Wegen neugierig wurde. Was ich schon mal sehr positiv finde, dass es ein Blog gibt. Dann nutzt das auch, um auf das Aktuellste zu verweisen;) Wozu habt Ihr ein Blog? Ach ja, haben schon andere Blogger über Euch berichtet? Oder die Presse? Kann man was auf YouTube, Sevenload, MyVideo, wo auch immer etwas von Euch sehen?

– Muss das auch immer und immer wieder betonen: Das eine ist die Sachebene, das Startup selbst. Wer aber ist das Startup? Ihr und niemand anders. Mit Euch steht und fällt das Startup. Je mehr man über Euch erfahren kann, hat man einerseits mehr Verbindungspunkte, andererseits kann man sich eher ein Bild von Euren Grundfähigkeiten machen. Nur die Sachebene abzubilden, halte ich für zu wenig!

– Wo brennt es gerade besonders? Braucht Ihr Feedback von Usern? Müßt Ihr etwas lösen, kommt aber nicht weiter? Dann fragt doch einfach per Mail oder per Blog, ganz direkt. Wo ist das Problem?

– Man schreibt etwas über Euch, aber Ihr kommt entweder erst Wochen und Monate später drauf, oder aber Ihr reagiert gar nicht? Das empfinde ich ehrlich gesagt als Panne:=] Denn, nicht selten haben Leser fragen und wenn die unbeantwortet bleiben, schließe ich persönlich auf Eure Offenheit wie auch auf die grundsätzliche Fähigkeit, sich im Netz zu bewegen.

– Einmal reicht? Ein Bericht und danach hört man nie wieder etwas von Euch. Ja, kein Problem damit. Ist ja nicht mein Baby. Pech gehabt. Wenn Ihr es nicht nötig habt, gerne:) Nicht, dass es mich nicht freuen würde, etwas Neues von Euch zu hören.

Wen kann ich lobend erwähnen, der mehr oder minder alles richtig gemacht hat? Auch wenn die Werbung hier schalten, Sevenload macht es mit Abstand am besten. Man informiert von sich aus, man reagiert zügig auf Fragen, etcpp. Chocri hat es ebenfalls soweit exzellent gemacht. Man hat persönlich Kontakt aufgenommen. Wenn es Fragen auf dem Blog oder sonst etwas Neues gab, wenn Probleme bestanden, hat man darauf schnell reagiert. Man nutzt das eigene Blog nicht nur, um alle acht Wochen ein Lebenszeichen von sich zu geben. Schaut Euch das ruhig an, vom ersten Artikel bis heute. Viel besser gehts nicht mehr. Auch MyMüsli muss ich nicht gesondert erwähnen, oder? Obwohl die Presse ohne Ende hatten, haben die immer wieder von sich aus hallo gesagt. So fett kann man gar nicht sein, um reichweitenstärkere Kontakte in den klassischen Medien gegen Kontakte mit Bloggern und anderen Seitenbetreibern aufzugeben.

Und ich zeige Euch extra zwei exzellente Abouts von zwei Privatmenschen, die um ein Vielfaches besser als nahezu jedes About eines professionell betriebenen Startups sind: Injeleas About und Paulines About. Das kann eigentlich nicht sein, dass sich zwei Amateure (nicht abwertend gemeint, im Gegenteil) knackiger und übersichtlicher als Webfirmen darstellen. Beschäftigt Euch hierzu bitte mit dem Social Media Presserelease! Gerade Frank Hamm zeigt darin so viele Ideen auf, es wäre schade, nur deswegen abzuwinken, weil es von einem Privaten stammt. Andere mögen drüber sinnieren, obs was nutzt, ich empfehle Euch, nicht auf das Ende der Diskussionen zu warten!

So gesehen kann ich immer wieder nur darauf hinweisen: Regelmäßig informieren, zeitnah reagieren! Auf der eigenen Seite, im eigenen Blog, auf fremden Blogs, in Kommentaren, via Mail. Wer nicht trommelt, stirbt.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

11 Kommentare

  • So präzise habe ich es noch nie zusammengefasst gesehen.

    Eigentlich betrifft dies das gesamte Marketing, egal ob damit der einzelne Nutzer/Kunde gemeint ist, die Medien oder eben ein Blog.

    Bringt mich zum denken, klasse, deine Info ist rübergekommen!

  • Schöner Artikel. Vielen Dank dafür. Für Start Ups fällt die korrekte Kommunikation manchmal unter den Teppich habe das auch beobachtet. Ich kann mir das gut vorstellen, es ist bestimmt eine Art der Unsicherheit und Unerfahrenheit.

    Markteintrittsplanung, Investoren, Zahlenschiebereien, Luftbuchungen, Gesellschafterversammlungen …

    Ist ja leicht eine große Summe für PR einzuplanen. Aber bringt das was, und kann ich das messen? Dabei wird bestimmt oft vergessen wie einfach alles sein kann. Vor lauter Marketingkanälen Persönliche Kontakte zu knüpfen …

  • Hi Robert, Amateur ist mehr als okay, heißt schließlich „Liebhaber“ 🙂

    Ich sehe es so: Warum soll ich es Besuchern der Website umständlich machen, was über mich herauszufinden. So geht es doch viel schneller 🙂 Wenn sich jemand (Leser, Blogger, Journalist) dann immer noch auf mich einläßt, weiß ich auch, dass er mit meiner Person keine Bauchschmerzen hat.

    Klar gibt es das eine oder andere, was jemandem nicht passen mag. Aber lieber ist das gleich geklärt, wie dass das irgendwann einmal hochkommt.

    Andererseits habe ich vor ein paar Tagen eine Email bekommen: Lieber Besitzer von INJELEA …. da wurde ich schon nachdenklich 🙂

    Auf jeden Fall sollte jeder für sich entscheiden, was er / sie von sich freiwillig offenlegen möchte. Wichtig ist die bewusste Entscheidung und nicht das gedankenlose Veröffentlichen von Bildern, Texten etc. die einem später einmal vorgehalten werden – z.B. vom Personaler, bei dem man sich bewirbt 😀

    Weiß nicht mehr, woher der Spruch kommt, finde ihn aber gut:

    Lieber schreibe ich über mich, als dass das andere machen 😉

    Grüße, Frank (INJELEA)

  • Das nenne ich mal einen tollen Artikel. Der Titel sollte eher lauten: HowTo Online Marketing & PR für Startups.

    Bei DS gabs vor kurzem einen Artikel zum o.g. Thema. Dort gabs nur unkonkretes Blabla, hier konkrete Lösungen. Deinen Artikel sollte jedes Unternehmen / Projekt mal lesen.

  • Verlinke Doch im Impressung Dein o.g. Contact Rules.

    Seitdem ich im Impressum meine Contact Rules aufgelistet habe, verbessert sich die Zahl und Qualität der Mitteilungen durch StartUps enorm.

    Gruss

    Burkhard

  • „rules of contact“ … danke für diese idee! die werd ich bei mir auch noch aufnehmen/überarbeiten. und zwar in fett und ganz oben!

    @robert merci 🙂 wo ist eigentlich dein about? also wie kommt man vom blog dorthin, außer dass man /blog aus der url entfernt? 😉

  • Hallo Robert,

    danke erstmal für diesen sehr aufschlussreichen Artikel. Ich denke, das Problem warum StartUps immer „rumdrucksen“ ist der Respekt vor erfolgreichen Bloggern. Klar würden Sie auf der einen Seite gerne von euch erwähnt werden (positiv), aber auf der anderen Seite auch keine Plagegeister sein und dann ggf. einen Artikel mit Frust und Ärger auslösen (negative Resonanz).
    Ich denke es ist schwer…diesen Spagat zu schaffen.

    @Burkard: zum diesem Thema finde ich die Vorstellung von neuen BusinessBlogs bei dir echt klasse. Da weiß man, was man dir schreiben muss und wird dadurch ein bisschen gepushed. *Daumen hoch*

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