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Kritiken in den Kommentaren?

bekomme hin und wieder Mails -aktuell ist gestern eine reingeflattert-, die sich mit der Frage befassen, warum manche Kommentare so ätzend sind und den Blogger direkt kritisieren. Und was man dagegen machen kann. Einmal für sich selbst, um sich nicht so zu ärgern und andererseits, wie man damit umgehen soll, im Sinne einer Antwort.

Zunächst einmal kann ich nur von mir ausgehen, denn jeder tickt auf seine Art. Sprich, ich habe kein Pauschalrezept. Ich kann nur aufzeigen und sharen, wie ich damit umgehe. So finde ich es nur menschlich, dass man sich über eine Kritik zunächst ärgert. Ärger gehört doch genauso zum Menschsein wie Trauer, Glück, Freude, Lustlosigkeit. Meistens lache ich nachher über mich selbst, wenn ich mich geärgert habe. Denn, am andere Ende sitzt ja kein Unmensch, der nur darauf wartet, jemanden eins auszuwischen. Er hats ja nicht grundlos geschrieben. Akzeptiert man seine eigene Menschlickeit, kann man mit den Gefühlen viel bewusster umgehen, statt sie reinzufressen;) Ok, wir reden jetzt nicht von den Kommentatoren, die soweit in den Schlamm runtergehen, dass sie ohne Beleidigungen nicht auskommen können. Sowas juckt mich wenig, da ich „den“ nicht kenne und außer der Beleidigung kein Grund geboten wird, sich mit dem Beitrag zu befassen. Also lösche ich das ohne großartige Gefühlsregung, bin eher verwundert, dass jemand an Beleidigungen Laune hat.

Gut, es gibt aber Kommentare, die zwar ohne Beleidigungen auskommen, doch mit scharfer Zunge in der tiefsten Grauzone argumentieren. Besonders spannend wirds dann, wenn man sich nicht nur inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzt, sondern den Verfasser des Artikels als Person kritisiert. Das fängt bei Vorwürfen wie Ahnungslosigkeit an, geht weiter zu Pauschalisierungen und endet nicht selten bei einer Ablehnung, die ans Absolute grenzt. Wo man den Eindruck gewinnt, dass der Kommentator kein Interesse an deiner Sicht der Dinge hat, sich demnach weigert, sich in andere Gedankenwelten hinzuversetzen. Da muss man schon selbst wissen, ob man sich drauf einlässt oder nicht.

Ich mache in der Regel genau da den Cut. Wenn ich das Gefühl habe, der Kommentator will mir im positiven Sinne trotz aller scharfen Kritiken etwas auf den Weg mitgeben, er aber auch zugleich aufzeigt, meine Position zu verstehen, dann kann man sich ganz wunderbar drauf einlassen. Das kann auch mal mehrere Tage dauern, bis das verletzte, persönliche Ehrgefühl abgeklungen ist („Mami, er hat gemeckert“:). Wie ich oben gesagt habe, wenn man Emotionen als solche akzeptiert, lebt es sich angenehmer. Man macht Fehler, man baut Mist, man war bodenlos dumm und dennoch eingeschnappt? Jo mei, Irren ist Menschlich, so heißt es:) Motze ich dumm zurück, tuts mir meistens nachher leid. Ebenso kann man dann auch zu stolz sein, seine Abwehrhaltung aufzugeben.

Letztlich frage ich mich bei einer berechtigten Kritik, ob ich was dran ändern kann oder nicht. Ganz einfaches Beispiel: Nicht selten wird kritisiert, ich schreibe zuviel oder ich schreibe grammatikalisch falsch. Das eine -zuviel- kann und will ich nicht ändern. Egal was die Leute sagen. Das andere hängt davon ab, um was es geht. Wenn mir danach ist, schreibe ich so, dass es am besten aus meiner Sicht meine Feelings rüberbringt. Ob das nun der deutschen Grammatikbibel entspricht oder nicht, juckt mich nicht. Sprache hat sich dem Menschen zu beugen, ganz einfach. Ich unterhalte mich nicht über die Verpackung, sondern den gefühlten Inhalt, immer. Je mehr einer lange schöngeschribselt herumlabert, werde ich misstrauisch und frage mich, ob derjenige mehr an der Sprache denn am Inhalt interessiert ist. Vorwiegend passiert mir das bei bloggenden Journalisten, gebe ich offen zu. Wie in der Schule: Der Lehrer bekommt glänzende Augen, wenn ein Schüler über den Sinn und Unsinn von Kriegen daherlabert, so dass man es 1:1 im Brockhaus abdrucken könnte. Ein anderer Schüler sagt einfach nur „Krieg ist scheiße“. In der normierten Welt bekommt der Laberfritze eine 1, während der, der es auf den Punkt bringt, nicht nur ein Stirnrunzeln ernten wird.

Anderes Beispiel für Kritiken? Dieser Kommentar (keine Bange, habe noch viele andere:). Das ist eine absolute Kritik, wo ich nicht den Eindruck habe, dass sich der Leser mental auf den Inhalt eingelassen hat. Und komme zum Schluss, dass eine Antwort keinen Sinn macht. Löschen? Jesus, nein, es ist eine Kritik wie auch eine Meinung. Warum sollte man sowas löschen? Gefühlsniveau? Erstaunlich niedrig, Flatline. Da fragt man sich manchmal, ob man nicht etwas zu sehr abgestumpft ist, um so eine Scheißegal-Haltung mental an den Tag zu legen. Denn, stumpft man ab, sollte man sich hinterfragen, ob man sich selbst noch auf Kritiken einlassen kann. Wie gesagt, man ist mehr als unvollkommen und Kritiken dienen idR dazu, das eigene Geschreibsel auf den Prüfstand zu stellen.

Noch ein Punkt: Wenn Kommmentatoren untereinader mit persönlichen Vorwürfen starten, regel ich das langsam aber sicher ab. Ein kleiner Hinweis folgt dem nächsten, gegenseitig Respekt zu zeigen und sich aufs Thema zu verbeißen. Und wenn das nicht klappt, werden die Streithähne „gelöscht“.

Soweit mein Senf dazu. Könnte noch viel mehr dazu sagen, aber das soll genügen.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

32 Kommentare

  • Ich persönlich behandele etwas rüde Kommentatoren in der Regel wie normale Kommentatoren, weise allerdings bei Bedarf darauf hin, dass die Einhaltung gewisser Umgangsformen dann doch wünschenswert wären. Wo ich keinen Spaß mehr verstehe ist, wenn dann das sogenannte „personal bashing“ los geht.
    Ich hatte beispielsweise mal einen Fall, in dem ich mir mit einem Kommentator einen recht hitzigen Meinungsaustausch in meinem Blog lieferte, der aber durchaus sachlich geführt wurde. Schließlich mischte sich ein weiterer Kommentator ein und beschimpfte mein Gegenüber (der ihm wohl auch persönlich bekannt war) mit Sätzen wie „Du blödes A…loch hast doch nur Hauptschulabschluss und kannst gar nicht mitreden“.
    Das war dann selbst mir zu viel und ich verpasste dem erstmal eine befristete Kommentarpause.
    Mit begründeter Kritik dagegen kann ich gut leben. So wie gestern, als ich bei mir von einem Chemiestudenten erstmal richtig (und verdient) abgewatscht wurde, weil ein Artikel etwas zu vorschnell und ohne ausreichende Recherche von mir online gestellt wurde.

  • Kritik in Kommentare? Klar, willkommen. Aber wie mein Vorredner schon schreibt, bitte im Rahmen der üblichen Umgangsformen.

    Was mir aber noch wichtiger ist: Kritik hat, besonders nicht wenn sie berechtigt ist, auf keinen Fall anonym zu erfolgen. Ich hatte bei mir einen Fall, dass ich anonym persönlich angegriffen wurde, mit gefakter Mailadresse und IP von irgend einem Proxy aus England. Als der Kommentator sich trotz Aufforderung nicht zu erkennen gab, sondern weiter draufhaute, habe ich die Kommentare gelöscht, und den Namen sowie die Mailadresse auf die Blacklist gesetzt.

    Ich hatte dann noch einen Kommentar der selben Person im Spamfilter, in welchem er/sie mir Zensur vorwarf…

  • Tja, ich bin da vielleicht etwas konservativer: Von meinen Kommentatoren erwarte ich ein Mindestmaß an Höflichkeit und auch Respekt – sowohl den anderen Kommentatoren gegenüber als auch mir. Wer offenbar zuviel Zeit hat und nur seine Profilneurosen bei mir therapieren will, der möge sich bitte ein anderes Blog dafür suchen. Sowas lösche ich, bzw. schalte es erst gar nicht frei. Ja, das kann man Zensur nennen, aber bei mir Zuhause dürfen Besucher auch nicht mal eben im Durchgang auf den Teppich urinieren. Und schon gar nicht anonym – das ist dann noch feige dazu. Ich finde, das sollte nicht belohnt werden.

    Und letztlich sehe das auch als Schutz meiner (ernsthaften) Leser, denen ich mich verpflichtet fühle: Warum sollen die sich durch Kommentarspam wühlen, um die wesentlichen Beiträge zur Sache zu finden? Das klaut ihnen nur die Zeit, trägt nicht zur Erhellung bei und überdies macht es schlechte Laune, wenn man geballten Miesmut lesen muss.

    Bevor das falsch verstanden wird: Kritik ist erlaubt, auch willkommen. Wer mir inhaltliche Fehler nachweist, Tippfehler bemängelt oder anderer Meinung ist – gerne, alles willkommen. Aber bitte auf Augenhöhe. Ich finde, das ist eine indiskutable Grundregel der Kommunikation.

  • Hallo Rob,

    vielen Dank für den Artikel, der ja vermutlich durch meine Mail forciert wurde *g*.

    Aus meiner Sicht finde ich es ok, konstruktive Kritik an der richtigen Stelle abzugeben, solange man einigermaßen sachlich dabei bleibt.

    Zensur finde ich an dieser Stelle auch alles andere als gut, aber Jochen hat mit seinem Beispiel des Hausrechts gar nicht einmal so unrecht. Jeder der Kommentare auf Seiten von anderen hinterläßt sollte wohl einige Regeln der Etikette befolgen und nicht versuchen den Verfasser des Artikels bloszustellen.

    Auch da gehe ich mit Jochens letztem Absatz konform.

  • @Jochen
    Wobei ich die Feststellung machen musste, dass Blogkommentatoren sich in der Regel in Sachen Umgangsformen bei weitem besser benehmen, als der Durchschnittsuser in Foren. Ich habe in der Vergangenheit zwei große Foren administriert und wurde von einem kommerziellen Forenbetreiber sogar mal als „eulenspiegeliger Deeskalator“ in seinem Supportforum befristet engagiert. Was ich zu der Zeit erlebt habe, dagegen sind Blogkommentatoren ein Ausbund an Höflichkeit.

  • Deine Ruhe will ich auch haben. Ich liefere mir täglich Schlachten in Social Networks und so Kommentare führen schon mal indirekt zu einem neuen Keyboard 🙂 Gibt es da autogenes Training dafür? Oder ist es tatsächlich eine Art von Abstumpfen?

  • @Robert
    Ich erinnere mich dunkel, dass Du Deine Finger ja auch in einem WoW-Blog hast/hattest. Wenn Du das selbst gespielt hast und Dich mal in den deutschen Foren dort belesen hast, dann hast Du Deine Kommentatoren hier doch eigentlich richtig schätzen gelernt, oder? 😉

  • Ach na ja, Gamer sind gerne mal hitzig, hatte in Foren selten probs damit. Mensch ärgere Dich nicht sollten Gamer wirklich mal häufiger spielen und sich an ihre Kinderzeit zurückerinnern, statt sich so ins Game festzuleben

  • Dass der Kritiker Bereitschaft zu einem Dialog der Argumente aufweist, ist für mich der absolut entscheidende Punkt. Sobald diese Bereitschaft da ist, ist Kritik wertvoll, egal wie scharf.
    Wir machen mit unserem Portal aber oft die Erfahrung, dass manche „Kritiker“ gar nicht an Dialog interessiert sind, sich gar nicht für Tatsachen interessieren, sondern nur eigene Vorurteile bestätigt sehen wollen. Wir haben beispielsweise immer wieder Leute, die aus irgendwelchen Gründen vermuten, bei uns würde „Abzocke“ stattfinden. Die dann teilweise stundenlang auf unserer Plattform rumgrasen, um dafür Indizien zu sammeln. Und dann enttäuscht weiterrennen, weil es hier nunmal nichts zu finden gibt.
    Oder die beliebte Frage, welchen „Sinn“ denn bitte ein virtuelles Grundstück haben soll. Wenn wir uns die Arbeit für eine individuelle Antwort machen, erhalten wir teilweise nur ein „wie schon gesagt, für mich sinnlos“ zurück. Mit der Kritik kann man dann nichts anfangen, da ja offenbar unsere Punkte in keiner Weise reflektiert wurden.
    Dialogfähigkeit, darum geht es einfach

  • @Tobias
    Die von Dir beschriebenen Personen rechne ich immer der Gruppe „Trolle“ zu, die es ja bereits gibt, seit es im Netz Gruppenkommunikation gibt. Die suchen einfach Ärger um des Ärger willens und werden auch zunehmend agressiver, je weniger Argumente sie finden. Was ich allerdings nie verstehen werde ist die Motivation hinter solchem Verhalten. Das wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

  • Also ich persoenlich hab nichts gegen Kritik, gegen konstruktive schon gar nicht. Wenn die dann auch noch sinnvoll ist [d.h. irgendwelche Argumente enthaelt], diskutiere ich auch gern drueber. Falls es aber keine Argumente gibt und nur Meinung/Geschmack ist, geht das natuerlich eher schlecht [was jetzt nichts negatives heissen soll oder muss – Meinung ist hochgradig OK, nur ist es eben Meinung/Geschmack und damit oft indiskutabel].

    Beleidigungen und persoenliche Angriffe sowie unsachliche Argumentation sind natuerlich ziemlich niveaulos [finde ich jedenfalls]. Da ich aber ungerne Kommentare loesche [zwar gilt auf Webseiten imho Hausrecht, aber ich habe trotzdem eine Abneigung gegenueber Zensur], koennte ich mir aber dennoch vorstellen, sowas einfach dazulassen. Der Autor macht sich letztendlich ja bloss selbst laecherlich.

    Problematisch wird es bei rechtlich relevanten Inhalten. Zwar hab ich da persoenlich nichts gegen, aber Abmahnungen muessen eigentlich auch nicht unbedingt sein [leider mach ich das Geld bisher noch nicht].

  • @Farlion: In der Tat geht es in manchen Foren unzivilisierter zu als in Blogs – das liegt vermutlich auch an der etwas anarcheren Struktur, da es dort eben nicht einen namentlichen Autor gibt.

    Ich blogge aber nunmehr seit, na, vielleicht 6-7 Jahren unter diversen Namen und zu diversen Themen. Und meine Erfahrung war am Ende: Es hat keinen Sinn, mit solchen Querschlägern zu diskutieren, sie höflich zu bitten, andere Manieren zu beweisen oder sie gar zu ermahnen. Du verschwendest dabei nur Zeit und lässt dich unnötig weiter provozieren – und obendrein verwirrt und nervt das deine Leser. Kurzum: Mein Leben wird durch solche wertlosen Konversationsversuche nicht komfortabler. Und da ich ohnehin schon wertvolles – nämlich Lebenszeit – in mein Blog investiere, was die meisten Leser zu schätzen wissen, muss ich meine Freizeit nicht auch noch an irgendwelche anonymen Würstchen verschwenden. Wer sich nicht benehmen kann, fliegt raus – real wie virtuell. Das ist auch keine Zensur, sondern Hygiene.

  • Das vielleicht noch als Ergänzung (und als moderat-provokante These):

    Ich glaube sogar, dass das ganze Gezetere um angebliche „Zensur“ in den Kommentaren allein aus einer missgeleiteten Suche nach Anerkennung und Gemochtwerden rührt. Ich glaube nicht, dass dich die Leute mehr respektieren, wenn du dich von Heckenschützen beleidigen lässt oder Leute, die deine Texte nicht mal richtig lesen, dadurch belohnst, indem du sie in ihrer niveaulosen Keilerei auch noch ernst nimmst. Das Gegenteil ist der Fall.

    Und selbst wenn du ein paar Leser verlierst, weil sie dir „Zensur“ vorwerfen… so what?! Das sind genau die Leute, die von dir Meinungsfreiheit einfordern, bei sich im Blog nebenan aber strengste Kommunikationsregeln aufstellen. Ich hatte da mal so einen Fall mit einem doch recht bekannten Motzblogger. Bei sich daheim spielt er den heiligen Gralshüter freier und unabhängiger Presse, aber kritische Kommentare löscht er sofort. Ganz ehrlich: Mit solchen Leuten muss ich nicht über die Moral der Zensur diskutieren. Die disqualifizieren sich schon selbst.

    Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden. Oder wie der Brite sagt: Let’s agree to disagree. Der Wert einer Diskussion oder Kommentar-Konversation kommt aus der sachlich-intellektuellen Auseinandersetzung über Argumente oder Thesen. Genau das schätze ich und mag ich – in all seinen Facetten. Deswegen sollte man auch in Blogs schaffen, dass selbst am Ende zwei Diskutanten zwar keinen Deut von ihrer Ursprungsmeinung abrücken, sich aber trotzdem noch in die Augen gucken oder miteinander reden können. Gute Güte, es gibt doch wirklich Wichtigeres im Leben als sich über ein paar Standpunkte zu irgendwelchen iPhone-Gimmicks oder Webseiten-Features derart in die Wolle zu kriegen!

  • @Jochen
    Wenn es der gleiche Motzblogger ist, an den ich gerade denke, so stehe dort schon länger auf der Blacklist mit Kommentierverbot.
    Allerdings ist das auch nichts, was ich in irgendeiner Weise bedauernswert finde. Wie Du schon sagst: letztendlich sind solche Aktionen klassische Eigentore.
    Ein Blog lebt doch von der Diskussion. Wenn ich nur jubelnde Kommentatoren hätte, die jeden Artikel von mir lobhudelnd einsaugen, dann wäre mir das Bloggen zu langweilig.

  • Ich glaube auch nicht, dass solche Leute es unneigennuetzig meinen, wenn sie einem bei sowas „Zensur“ vorwerfen [oder sie ueberhaupt ideologisch gesehen Interesse an dem Thema haben – vermutlich stoert es sie eher ganz einfach, dass ihnen der Mund verboten wird].

    Wie gesagt, prinzipiell finde ich das auch gar nicht per se ‚falsch‘, weil auf meiner Internetpraesenz darf ich erstmal machen, was mir gefaellt. Wem es nicht passt, der muss/kann dann ja gehen.

    Aber meine persoenliche Ansicht ist eben die, dass ‚Zensur‘ so viel wie moeglich vermieden werden sollte. Das ist meine eigene Ueberzeugung, also mien ‚Geschmack‘, koennte man sagen – nichts, von dem ich glaube, dass es fuer alle goelte.

    Und wie sich Leute, die sich bei mir ueber mein – ihrer Meinung nach – falsches Verhalten ebschweren, slebst verhalten, ist da imho erstmal egal. Bloss, weil sich jemand anderes nicht an etwas haelt, heisst das meines Erachtens nicht, dass die Regelungen dann automatisch auch nicht mehr fuer mich gelten. Denn nur, weil mich jemand beleidigt, flame ich ja beispielsweise auch nicht gleich zurueck.

    Ob andere mich dafuer respektieren oder nicht oder ob es mir im Zweifelsfall mehr oder weniger Leser beschert [ich bezweifle es doch, dass sowas positive Nebenaspekte hat], ist da fuer mich letztendlich irrelevant. Das, was ich tue, mache ich, weil ich es fuer richtig halte.

  • @Yuri: Was ist denn Zensur? Wenn ich alle Meinungen verbiete, die sich nicht mit meiner Meinung decken. Frei nach dem Motto: „Wir können ruhig geteilter Meinung sein. Ich hab eine Meinung, und Ihr könnt sie teilen.“

    Nein, das will wohl keiner wirklich. Ich höre mir gerne andere Meinungen an, sofern sich an gesittete Umgangsformen gehalten wird. Genau, wie es hier schon mehrfach zu lesen ist.

    Wenn aber jemand zu pöbeln beginnt, und sich dabei noch in der Anonymität versteckt, lösche ich das ohne mit der Wimper zu zucken. Das hat mit meinem Hausrecht zu tun, wie Jochen oben in Kommentar #4 schon beschrieben hat.

  • @Markus: Da habe ich doch auch gar nichts gegen gesagt, oder? Ich behaupte ja nicht, dass ich es fuer falsch halte, beleidigende Kommentare zu loeschen. Wie gesagt: Bei sich selbst macht man seine eigenen Regeln; die anderen muessen folgen oder gehen.

    Aber ich finde eben, dass auch das Kommentarloeschen eine [eventuell mildere] Form der Zensur darstellt, da jemandes Aeusserungen ja, nun ja, eben zurueckgehalten werden [in dem Fall, weil die Art der Aeusserung nicht gefaellt]. Wie gesagt – solange man es in einem Bereich macht, in dem man sozusagen die Herrschaftshoheit hat, ist das nicht unrechtens.

    Trotzdem bevorzuge ich es, auf sowas zu verzichten. Bei mir darf jeder sagen, was er will, auch [imho] beklopptes. Das einzige, was ich loesche, ist Spam.

  • Man sollte das alles einfach relaxt sehen und sich nicht immer reinsteigern …. gibt solche Menschen ja auch RL, das sind die die sich über den Cent beim Tanken aufregen ( Benzin tropft nach, Betrug, usw…. ).

  • Es geht doch gar nicht um dich ;), ach, ich habe hier letztens auf irgendeinem Block irgendeine Üble Diskussion wegen irgendeiner Verdienstaufstellung von Baynado gelesen, das war allgemein gehalten und keineswegs gegen dich ;), du bist doch allgemein ruhig und objektiv *blog mag :).
    Wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe, sry

  • Nun bin ich verwirrt.
    Ich habe die Nacht kaum geschlafen o.O.
    Ich werde mich dem morgen früh wenn ich fit bin noch einmal intensiv widmen.
    Bis dann :-P.

  • Also ich kann mir schon denken, warum Journalisten sich bemühen einen grammatikalisch richtigen Stil zu fahren. Würden sie das nicht tun, würden Auftraggeber vielleicht denken, die schreiben immer so.

    Mir geht es da ähnlich. Als Buchautor könnte sich ja mal ein Verleger oder potentielle Leser in mein Blog verirren. Der soll doch nicht gleich abgeschreckt werden. Wobei ich eine direktere Sprache arg vermisse. So wie früher zu Mailbox-Zeiten. Man hat einfach getippt, bestenfalls „…“ benutzt. Mehr Satzzeichen brauchte es nicht. Ich überlege schon eine Zeit lang, das mal als Blog-Stil zu benutzen. Aber so richtig traue ich mich nicht. Irgendwie blöd…

  • Kritik ist eine ganz besondere Sache. Im Rahmen von Rhetorik- und Argumentationsseminaren, denen ich im Studium nunmal begegne, ist das immer ein zentrales (und wichtiges Thema). Grundsätzlich gilt: Man sollte Kritik annehmen, über sie nachdenken, sich ggf. dafür bedanken – aber nicht darauf reagieren im Sinne von Ausdiskutieren o.ä.

    Wieso? Ganz einfach: Wenn jemand Kritik äußert, so beschreibt er sein eigenes persönliches Empfinden bei einer Situation. Sowas kann man nicht diskutieren.

    Sicherlich können 99 von 100 Lesern z.B. einen Blog-Schreibstil mögen… schreibt dann Nr. 100, der Stil gefalle ihm nicht, dann kann man daran nichts ändern. Egal ob man ihm erklärt, wieso es gut so ist, wie es ist, oder ob man ihm sogar direkt sagt: „Dann lies es nicht“… man kann den anderen dadurch nicht mal eben „umbiegen“.

    Natürlich gilt das nur für sachliche Kommentare – beleidigendes Gepöbel gehört (auf Blogs bezogen) einfach gelöscht, eine faktisch falsche Aussage kann richtiggestellt werden. (Wobei letzteres dann oft auch wieder auf eine eigene Interpretation zurückzuführen ist. Also nicht: „Du Blödhammel, da steht doch ganz klar XY.“ sondern lieber: „Kurz zur Klarstellung: Ich wollte nicht XY sondern UZ ausdrücken.“)

    Übrigens: Genauso wichtig wie das Thema „So gehe ich mit Kritik um“ ist auch das Thema „So äußere ich Kritik richtig“.

  • Ich erkenne konstruktive Kritik daran, dass sie einen Mehrwert bietet, einen Standpunkt vertritt und begründet ist. Man kann gerne ein paar Schimpfworte benutzen, so lange es nicht persönlich wird und keine Worte von fo.. bis a..loch verwendet werden. Kommentatoren, die dich nur beleidigen wollen, sind Zeitverschwendung. Hatte letztens einen, der mich irgendwie als totalen Vollidioten ohne jegliches Talent dargestellt hatte, was ich auch irgendwie absurd fand. Manchmal hat man auch Lust zu antworten, die meisten kommen dann eh nicht mehr zurück, von daher, kann man die vergessen.

    Generell bin ich gegen Zensur, auch wenn Kommentare noch so dumm sind. Ggf. Beleidigungen rausnehmen, aber ansonsten drinnen lassen.

  • Mit den Kommentaren und einem halbwegs interessanten Inhalt kann man die eigene Diskussion- und Kritikkultur fördern, die Grenze zwischen Einsicht und dem Durchsetzen seiner Ansicht ist fließend. Ich jedenfalls habe durch das aktive Kommentieren schon viel dazu gelernt, sei es positiv oder negativ.
    Deshalb bin ich der Meinung, das Kritik in den kommentaren mehr als erlaubt ist, wenn nicht sogar gewünscht. Schließlich hat sich der Verfasser des Kommentares im idealsten Fall mit dem Thema befasst und den Inhalt verstanden, was will ich mehr?
    Bloggende Journalisten sind mir persönlich zu rund und intensiv darauf bedacht nicht bei denen anzuecken, die das Futter reichen. Beiße nicht die Hand die dich füttert, klingt aber irgendwie ausgelutscht und nicht mehr zeitgemäß, schließlich zeugt das wieder nur von schlechte Kritikfähigkeit.

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