Ende des Netbook-Booms? HP plant nach Bericht Ausstieg aus dem Markt (Update)

André Vatter

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Die Ankunft des Apple iPad steht kurz bevor, erste Anwendungen sind bereits im App Store aufgetaucht. Der Hype um das Gerät, befeuert durch Tablet-Jünger und die ambitionierten Projekte der Verlage drängt sich deshalb praktisch als Erklärungsmodell für folgende Meldung auf: HP stellt angeblich die Produktion von Netbooks ein, Dell ist auf dem Weg, die Investitionen in diesem Sektor auf ein Minimum zu reduzieren (Update s.u.). Die Information stammt von Digitimes, der eine nicht näher beschriebene Quelle (!) aus Unternehmenskreisen weitere Details verraten hat.

Im Fokus der Abbaumaßnahmen stünden bei HP die 10-Zoll-Netbooks, die bislang auf Intels Pine Trail-Plattform (der zweiten Atom-Generation) liefen. Nach den Angaben sei der bislang erzielte Profit stark hinter den Erwartungen zurückgeblieben, weshalb der Gerätebauer nun verstärkt auf 11,6 Zoll große AMD-Notebooks setzen wird.

Es lässt sich nur darüber spekulieren, doch letztendlich gibt es zwei Faktoren, die diese Entwicklung beeinflusst haben könnten: Zum einen ist der Druck hoch; auf dem Markt tobt seit ein, zwei Jahren ein massiver Preiskampf. Viele Händler, die 2009 noch Whitebox-Lösungen (die eigene Marke wird einfach draufgestempelt) im Angebot hatten, hätten bereits den Verkauf eingestellt, da die Hersteller die Gerätepreise massiv nach unten korrigiert haben, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so Digitimes.

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Als zweiten Grund lässt sich zudem tatsächlich der Run auf die Tablets ausmachen. Laut einer Umfrage vom Januar benutzen 15 Prozent der amerikanischen Onliner privat ein Netbook, noch einmal fünf Prozent bekommen eines auf der Arbeit gestellt. 86 Prozent von ihnen besitzen zusätzlich ein Notebook. Die neue Tablet-Generation verspricht den gleichzeitigen Komfort beider Geräteklassen: sie sind mobil und leistungsfähig. HP und viele andere Hersteller versuchen sich deshalb bereits frühzeitig in diesem Segment zu positionieren.

Digitimes verrät jedoch auch, dass sowohl bei Acer als auch bei Asus und Samsung derzeit kein radikaler Strategiewechsel auszumachen sei. Die Quelle merkte aber an, dass künftige Netbooks durch mehr und mehr Smartbook-Features deutlich aufgewertet werden könnten. Offenbar ist damit also die Zeit vorbei, in der es reichte, mobile Billig-Technik dadurch zu verkaufen, indem man sie mit Swarovski-Steinen und Klavierlack verzierte.

Update, 3. April

Zurück, Marsch, Marsch! Einer der beiden oben genannten Hersteller, nämlich Dell, hat sich von der in der Digitimes-Meldung aufgestellten Behauptung distanziert: „Was Dell betrifft, gibt es in dem Report keine Faktenbasis“, heißt es im Blog des Unternehmens. Das Inspiron Mini 10-Netbook werde auch künftig ein „wichtiges Mitglied“ im Portfolio mobiler Plattformen sein. „Dell hat sich dazu verpflichtet, eine Auswahl an Produkten anzubieten, damit die Kunden sich die Geräte aussuchen können, die ihren Bedürfnissen entsprechen.“ Digitimes hat sich bislang nicht dazu geäußert. Bei HP – jenes Unternehmen, das sich laut Bericht ganz aus dem Geschäft zurückziehen möchte – läuft noch eine Anfrage von uns. Wenn wir Antwort haben, werden wir sie hier schnellstmöglich weitergeben.

Unterdessen hat sich auch Sascha Pallenberg von netbooknews.de des Themas angenommen (an dieser Stelle einmal ein herzliches Dank für die Lesertreue und die Backlinks – es ist uns eine aufrichtige Ehre). In seiner Meldung verweist er auf eine interessante Statistik des IT-Marktforschers IDC, aus der gerade einige Zahlen in der Businessweek veröffentlicht wurden. Demnach zeichnet sich im einstigen Boom der Netbooks tatsächlich derzeit eine Flaute ab. Der Absatz der Geräte konnte von Januar bis März verglichen mit dem Vorjahresquartal ein Wachstum von 33,6 Prozent hinlegen. Noch immer ein ordentliches Ergebnis, jedoch wirkt es ein wenig blass, wenn man es mit den Zahlen von vor einem Jahr vergleicht: Im ersten Quartal 2009 lag das Wachstum noch bei satten 872 Prozent. Ob der Markt langsam seine Sättigung erreicht hat oder die Käufer Anbetracht der erwarteten Tablet-Front zögerlicher werden? In ein paar Monaten wissen wir mehr…

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.