DRM is back: Von Wolken und Luftschlössern

Ehemalige BASIC thinking Autoren

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Ich habe gejubelt, ich gebe es zu. Als so nach und nach die ebenso lästigen wie unnützen DRM-Beschränkungen aufgehoben wurden, konnte man einen Augenblick lang das Gefühl haben, die Musikbranche habe dazugelernt: Streaming-Portale wie last.fm und steereo machen es uns schon lange möglich, Songs zu hören, die wir weder im CD-Regal noch auf der Festplatte haben, Downloads werden oftmals in ausreichend guter Qualität und ohne Restriktionen angeboten. Tape.tv, sevenload und Co. lassen uns an glückselige Zeiten mit richtigen Musikvideo-Sendern zurückdenken und die Klingelton-Schleudern von MTViva vergessen. Wir hören entweder den gewünschten Song, einen gewünschten Musik-Stil, lassen uns von stimmig zusammengestellten Kanälen neue Musik empfehlen, die oftmals bereits auf unseren Geschmack abgestimmt ist – schöne, neue Musikwelt. Könnte man zumindest meinen. Vermutlich hätte man ahnen müssen, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Eigentlich sollte doch auch die Branche zumindest vorsichtig optimistisch sein: Zwar kann man mit den Downloads die Einbrüche bei den CD-Verkäufen immer noch nicht kompensieren, aber der Download von MP3s ist schon lange mehr als nur ein Zubrot zum „Kerngeschäft“ und die Zahlen bei illegalen Downloads sind rückläufig.

Die Branche hat einen Plan

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Ich habe – vermutlich angeregt durch das geflügelte Wort „Wolke“ – meinen eigenen Luftschlössern nachgehangen und mir die nahe Zukunft so ausgemalt, das ich alle meine Songs auf allen Geräten, an jedem Ort und zu jeder Zeit abspielen kann. Wenn der Branchen-Insider, mit dem sich Michael Arrington ausgetauscht hat, Recht behalten sollte, haben die Label-Bosse aber noch einen richtig giftigen Pfeil im Köcher für die geschätzte Kundschaft.

Es ist ja bereits vielerorts üblich, die Sound-Dateien mit Wasserzeichen zu versehen. Ladet ihr einen so markierten Track herunter, hört ihr selbstverständlich keinen Unterschied, aber für denjenigen, der dieses Wasserzeichen erkennen kann, wird dadurch nachvollziehbar, woher der Song stammt.

Soll mich eigentlich nicht weiter jucken. So lange ich meine Songs legal kaufe, soll sich ruhig jeder anschauen, wo sie herstammen. Dem (auf eigenen Wunsch nicht namentlich genannten) Informanten bei TechCrunch zufolge haben die großen Labels aber die Köpfe zusammengesteckt, um irgendwie wieder die Kontrolle darüber zu erhalten, wo ein Song gehört wird. Behält er Recht, plant man demnach eine kleine Modifikation der gestreamten Songs. Diese werden nämlich ebenfalls mit Wasserzeichen versehen und so kann erkannt werden, ob ich berechtigt bin, einen Song online zu hören oder nicht:

  • Mit meinem Usernamen eingeloggt: Musik läuft
  • Mit einem anderen Nick eingeloggt: Nada

Welcome back, DRM

Vielleicht bin ich bei Restriktionen dieser Art immer etwas empfindlich, aber im Sinne des Erfinders sind diese virtuellen Brandzeichen sicher nicht. Richtig interessant wird es aber, wenn man weiß, dass Google, Amazon und Apple mit den großen Vier (EMI, Warner, Universal, Sony) bereits in Verhandlungen stehen, was einen neuen, cloud-basierten Musikdienst angeht. Während man das Lala-Modell durchdrücken möchte, welches den User in die Lage versetzen würde, seine bereits gekauften Songs mit seiner Cloud zu syncen, sträuben sich die Labels.

Sie bevorzugen ein Modell, welches lediglich die Songs abspielen lässt, die mit den auf den User abgestimmten Watermarks signiert sind. Ich kann demzufolge zwar meine Cloud-Musik überall und unbegrenzt hören, wo ich Zugriff auf das Portal habe, die Musik auf meinem Rechner jedoch erkennt die Plattform aufgrund fehlender Signatur nicht an – egal, ob der Song illegal heruntergeladen oder legal von einem nicht teilnehmendem Shop erworben wurde. Eure gerippten – und logischerweise vorher bezahlten – CDs werden somit natürlich ebenfalls nicht erkannt.

Bleibt zu hoffen, dass sich die drei Giganten Google, Amazon und Apple nicht von den vier anderen Giganten in die Knie zwingen lassen und die schleichende Rückkehr des Cloud-DRM verhindern. Es wäre wieder mal eine vergebene Chance und der letzte Beweis, dass auch 2010 nicht das Jahr sein wird, in dem die Musikindustrie umdenkt. Wie heißt es so schön bei Techdirt:

New decade. Same story.

(Carsten Drees / Foto: hebam3000)

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Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.