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Jetzt oder gar nicht mehr: Das Netz versucht es noch einmal mit dem Geldverdienen

Eine These: Wenn der Staat 80 Milliarden Euro bei seinen Bürgern einsparen will, dann werden sich noch weniger Menschen eine Zeitung oder Zeitschrift kaufen als ohnehin schon. Sie lesen dann ihre Nachrichten und Geschichten im Netz, wo sie nichts kosten. Die Werbeindustrie könnte also ihre Ausgaben für Print zurückfahren und das Geld ins Netz fließen lassen. Der finanzielle Kuchen, den es dort zu verteilen gibt, würde immer größer.

Gleichzeitig scharen sich immer mehr Mitesser um den Kuchen. Wenn weniger Menschen Zeitungen kaufen, verdienen die Verlage weniger Geld und bezahlen weniger Mitarbeiter. Viele der dadurch geschassten Journalisten könnten im Web eine Chance sehen und sich mit einem Blog selbständig machen. Was den Trend der Professionalisierung mit sich bringt.

Neue Goldgräberstimmung also? Ein wenig. Alper Iseri, früher an dieser Stelle für den Basic Sunday aktiv, hat in dieser Woche eine neue Initiative gestartet. Er will Blogger mit ähnlichem Inhalt wie sein Blog Meetinx vernetzen, um für Werbungtreibende eine größere Reichweite zu bieten.

Kontakte und Werbekunden sind alles

Vasco Sommer-Nunes vom Blogvermarkter Mokono spricht in einem gesponserten Post auf Rivva.de davon, dass die Zeit reif sei für Blogvermarktung. Blogs, die groß genug sind – und das ist der Knackpunkt – werden aufgerufen, sich Mokono anzuschließen, weil die Weichen nun gestellt seien:

Wir leisten seit gut 2 Jahren Aufklärungsarbeit bei Agenturen und großen Markenartiklern. Pioniere erkennt man bekanntlich an den Pfeilen im Rücken, die wir ohne Zweifel haben. (…) Jetzt zahlt sich die Mühe und die Erfahrung in diesem Bereich aus.

Seit kurzem sind orange-grüne Buttons auf vielen Blogs zu finden: Flattr, ein Social-Payment-Service von Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde macht derzeit die Runde – vor allem in Deutschland. Mit einem Klick kann man einen Teil seines festgelegten Monatsbudgets einem Autor spenden, dessen Beitrag einem gefällt. Im Mai, für viele der erste Monat, haben einige Blogs mit Flattr ein paar Euro eingenommen. Chris von Scatterd hat die veröffentlichten Einnahmen einiger Blogger und der Tageszeitung „taz“ zusammengetragen. Ich hab sie noch um einige Beispiele ergänzt. Zum Beispiel:

  • Perun: 3,22 Euro
  • Robert Basic: 4,91 Euro
  • Podpimp: 6,73 Euro
  • Admartinator: 10,37 Euro
  • YuccaTree Post: 17,54 Euro
  • Wirres.net: 19,86 Euro
  • Lawblog: 33,06 Euro
  • Netzpolitik: 39 Euro
  • Spreeblick: 110,94 Euro
  • Carta: 122,56 Euro
  • taz: 143,55 Euro
  • Tim Pritlov: 208,54 Euro

Einige hatten den Flattr-Button den ganzen Monat über geschaltet, andere nur für zwei Wochen oder wenige Tage. Derzeit ist noch sehr fraglich, ob die Masse der Leser dazu bereit ist, für Inhalte freiwillig zu zahlen. Martin Ott vom PayPal-Konkurrenten Moneybookers zum Beispiel erwartet das nicht.

So oder so: Geldverdienen mit Blogs, das ist in diesen Tagen wieder stark in der Diskussion. Angestoßen hatte es wohl Sascha Pallenberg von Netbooknews auf der diesjährigen Re:publica. Dort erklärte er auf seinem Vortrag und in zahlreichen Interviews, dass er von seinem Blog gut leben und praktisch jedes andere Blog das genauso gut könne – wenn man die richtigen Mittel ergreift.

Robert hat in dieser Woche eine ausführliche Anleitung darüber verfasst, wie man heute ein erfolgreiches Blog aufbauen kann. Der Tenor seines Beitrages gefällt mir: Sich gut mit anderen Bloggern vernetzen, modern, mit und für die Leser schreiben, ein Netzwerk zu Pressestellen und Unternehmen aufbauen.

Einen wirklichen Goldrausch gab es nie

Trotzdem muss ich aus eigener Erfahrung auf die Euphoriebremse treten: Noch immer wollen viele Unternehmen mit Bloggern und dem Web nichts zu tun haben. Das bedeutet: Mails werden gleich aussortiert und Anrufe nicht durchgestellt, wenn „nur“ ein Blogger am anderen Ende der Leitung etwas will. Und nein, solche Firmen werden dadurch auf absehbare Zeit nicht weniger Umsatz machen. Die Masse ihrer Kunden – so man nicht gerade über Unterhaltungselektronik schreibt – kauft nach wie vor offline.

Langfristig wird es allerdings wohl so kommen, wie von Robert prognostiziert. Was wir gerade erleben, dürfte eine Art Wendepunkt sein. Zur Zeit werden die Strukturen geschaffen, die es in den nächsten Jahren vereinfachen werden, ein Blog zu monetarisieren. Aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht. Und es bleibt dabei: Ein Blog aufzubauen und erfolgreich zu machen, kostet viel Zeit und damit auch Geld.

Um noch einmal auf den Goldrausch zurückzukommen, die vor Jahren schon einmal herrschte, als Blogs plötzlich der breiten Öffentlichkeit bekannt wurden: Goldgräberstimmung setzt eigentlich voraus, dass damit schon einmal jemand reich geworden wäre. Im Falle von Blogs in Deutschland sehe ich einige, die davon gut leben können und sehr viele, die sich irgendwie durchschlagen. Aber spontan fällt mir niemand ein, der mit einem Blog so erfolgreich geworden wäre, dass er sich danach zur Ruhe setzen konnte, ein beliebter Fernsehtalker wurde oder eine Kolumne bei einer renommierten Wochenzeitung bekommen hätte. Wenn ich da jemanden übersehen habe, klärt mich bitte auf!

Zuletzt die Frage an euch: Was macht eurer Meinung das Geldverdienen mit Blogs so schwierig – oder ist es das für euch gar nicht? Habt ihr einen guten Masterplan in der Hand? Wer von euch hat ganz einfach und ganz schnell gutes Geld mit seinem Blog verdient? Wohin geht eurer Meinung nach die Zukunft des Bloggens? Schreibt es uns in den Kommentaren!

(Jürgen Vielmeier)

Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

33 Kommentare

  • Der Eingangsthese kann ich nicht viel abgewinnen. Die Personaleinsparungen waren in den letzten Monaten schon so hart, das auch dem größten Sparfuchs in der Verlagsführung der Gedanke kommen muss, ein oder zwei Journalisten zum schreiben von Nachrichten sollte ich schon noch angestellt haben.

    Was den aktuellen Flattr-Boom angeht, vielleicht stimmt es ja und für den ein oder anderen A-Blogger springt dabei ein halbwegs passables Finanzierungsmodel heraus.

    Aber ob die breite Masse der Blogger ihre Blogs tatsächlich zu Geld machen kann, bezweifle ich stark. Dazu sind es einfach zu viele. Wenn kleine und mittlere Blogs jetzt z.B. Flattr einbinden ist das doch eher so etwas wie eine in ein paar Cent ausgedrückte Anerkennung. Finanziell kaum erwähnenswert, psychologisch etwa auf der Befriediungshöhe eines abgegebenen Kommentars. Die breite Masse von Bloggern wird wohl auch in Zukunft für (etwas) Ruhm und Ehre bloggen, statt für Geld. 😉

  • Reichweite ist auch bei Flattr alles. Wenn ein deutschsprachiges Blog zum Beispiel fünf Flattr-Punkte kassiert, müsste es mit dem selben Thema in englischer Sprache doch das Hundertfache einsammeln.
    Für mich bedeutet das: Ich habe in meinem Blog diesen Monat null Flattrs. Wenn ich jetzt auf Englisch schreibe, müsste ich … WOW! … auch null mal geflattrt werden!

  • Vielen lieben Dank für die Erwähnung meines Blogpostings und der Idee bei euch hier am Sonntag 🙂 Ich habe vor einigen Minuten ein aktuelles Posting dazu verfasst und die ersten Qualitätsblogs haben sich diesbezüglich auch schon zu Wort gemeldet. Eine tolle Sache wie ich finde und es scheint auch ganz gut voranzugehen. Ich werde regelmäßig Updates liefern…

  • Von der Logik kann es nicht funktionieren. Die Anzahl der möglichen Werbeplätze für die Werbekunden steigt auch. Ich vermute damit fällt auch der Preis für den jeweiligen Werbeplatz. Nun gibt es viele, welche von ihren Webprojekten leben müssen oder wollen und viele die es nur aus Spaß machen. Dort gibt es auch jede Menge Werbeplätze, fast umsonst.
    Internetnutzer gehen davon aus, das alles umsonst ist, sonst gehen sie zum Nächsten. Bei zu viel Werbung nimmt man Adblock. Aus meiner Sicht wird wird man auf Dauer nicht von Blogs leben können, welche sich nur durch den Verkauf von Werbung finanzieren. Vermittler von Werbung wie Adsense können gut davon leben.

  • Ich sehe in dem Spendenkonzept schon mal einen großen Vorteil:
    Es sorgt für mehr Qualität.
    Für einen Artikel voller geistigem Dünnpfiff oder Copy/paste von anderen Blogs wird niemand freiwillig zahlen, für einen gut recherchierten, informativen oder zumindest unterhaltsamen Artikel schon eher.

    Ob man davon Leben kann weiß ich nicht, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Zudem denke ich, dass sich (ähnlich wie in der Musikindustrie) erst einmal ein Preis für das Digitale bilden muss. Und das geht sicher auf freiwilliger Basis (Konsument und Produzent auf gleicher Augenhöhe) besser als ein Diktat von oben…

    „Die Masse ihrer Kunden – so man nicht gerade über Unterhaltungselektronik schreibt – kauft nach wie vor offline.“
    Aber wo informieren sie sich?
    In welchem Laden bekommt man noch „unabhängige Beratung“?

  • >>Jetzt oder gar nicht mehr: Das Netz versucht es noch einmal mit dem Geldverd…
    Hier hörte ich auf zu lesen.

  • Flattr mag zwar ein großes Potential haben, aber mal schauen was die Zeit bringt. Die Vergangenheit hat mir jedenfalls gezeigt, daas man als Blogger sein Geld eher mit der Klassischen Werbung wie Adsense oder Affiliate verdient.

  • Kommerziell erfolgverspechender erschiene mir für die meisten Blogger das Geschäftsmodell „Zeitungen austragen“.

  • Anhand der Zahlen erkennt man doch, dass wie bei allen anderen Werbesystemen auch, jene Blogs/Seiten viel verdienen, welche viele Besucherzahlen aufweisen.

    Ohne Reichweite nützen auch gute Artikel nichts. Egal ob gefaltter, Adsense, Bannerwerbzung usw.

  • Der Staat möchte 80 Milliarden sparen, (was er ganz sicher nicht schaffen wird), das führt meiner Ansicht nach aber nie und nimmer dazu, das weniger Zeitungen verkauft werden. Dies wird sich auch nicht wirklich bei der Werbeindustrie im Printbereich bemerkbar machen. Was den neuen Dienst für Blogs angeht, das sollte man auf jeden Fall beobachten, ich finde die Idee auf jeden Fall gut.

  • Lieber Achim,

    sowohl Contaxe als auch Google schalten kontextsensitive Werbung. Der Blogger hat also im Prinzip keinerlei Möglichkeit auszuwählen, welche Werbung da reinkommt und welche nicht. Es gibt die Möglichkeit, einzelne Firmen auszulisten aber das ist unglaublich viel Aufwand, weil es Millionen von Firmen gibt. Wer listet solche Firmen aus und macht das per Hand? Dementsprechend schalte nicht ich Werbung für ABZOCKERSEITEN wie du es sagst sondern eine Firma hat Werbung bei Contaxe geschaltet. Das ist ein gehöriger Unterschied.

    Gruß, Alper

  • Hey Achim,

    habe ich gerade tatsächlich mal getan. Allerdings werde ich weder bei Contaxe noch bei Google jetzt jeden Tag nachschauen, welche Werbung dort geschaltet wird. Natürlich bin ich wie du der Meinung das es Angebote gibt, die für mich nicht seriös klingen aber dafür ist in erster Linie das Unternehmen selbst und natürlich der Verbraucher verantwortlich, der diese Dienste dennoch in Anspruch nimmt. Das Problem betrifft übrigens alle Kunden von Contaxe und Google und wird wohl so nicht zu lösen sein. Außer, man nimmt beide Werbeformate raus, welches nicht in meinem Interesse ist.

    Gruß, Alper

  • Ein Problem ist der wahre Wert von ein Werbemöglichkeit in Bezug auf den jeweiligen Blog genau zu bestimmen. Hier kommen 2 Konflikte aufeinander.

    Der Blogger meint sein Blog wäre so Reichweitenstark oder relevant für die Zielgruppe so das bei Ihm die Werbeplätze schon eine höhere Summe wert wären. Ob dies aber wirklich der Fall ist entscheidet alleine der Markt. Hier haben auch manche Blogger eine falsche Meinung was zur Zeit die Werbeplätze wirklich wert sind. Vielleicht erhöhen sich in Zukunft die Preise wenn die Unternehmen mehr Verständnis für Blogs bekommen.

    Ein andere Gruppe versucht verzweifelt ihre Werbeplätze zu besetzen und macht die ganze Branche mit Dumpingpreise kaputt.

    Weiterhin machen nur wenig Blogger die Mühe ihre Werbeplätze aktiv zu vermarkten. Hierzu gehört aber mehr wie ein Hier Werben Seite zu erstellen. Im Gegenteil wer wirklich was in diesen Bereich bewegen will der wird wohl viel Zeit in die Akquise investieren müssen. Das machen aber noch zu weniger.

    Alpers Vorschlag ein Netzwerk zu gründen, ist vor allen für kleinere Blogs interessant. Es ist nämlich sicherlich verdammt schwer wirklich gute Werbepartner zu bekommen wenn man im Monat vielleicht nur ein paar tausend Besucher hat.

  • Geld verdienen, Finanzierungsmodell.
    Das sind große Worte.

    Finanzierung egal ob offline oder online kann immer nur funktionieren, wenn ich etwas oft billig oder zumindest oft genug teuer verkaufen kann, um laufende (auch Lebenshaltungs-)Kosten abzudecken. Hohe Preise haben (von speziellen Ausnahmen abgesehen) im Internet immernoch keine Akzeptanz gefunden, weswegen eine breite Nutzerbasis immernoch Vorraussetzung für ‚Geld verdienen im Internet‘ ist(1000 x 1 cent, statt 10 x 1€).

    Momentan befindet sich flattr immernoch in der ‚quasi‘ geschlossenen beta Phase, was in meinen Augen erstmal heißt, bisher sind nur jene dabei, die sich aktiv für das Thema flattr und social payment interessiert haben und denen das finanzielle Anerkennen von Blogs u.ä. so wichtig war, dass sie auch alle Hürden die mit einer beta Phase verbunden sind, in Kauf genommen haben.
    (höhere Gebühren, Einschränkungen im Payment, Scripte die haken, Seitenprobleme, etc. pp.)

    Ob man jetzt von dieser beta Phase schon Aussagen machen kann über die künftige Akzeptanz und vor allem die Breite der Nutzerbasis, ist garnicht so einfach zu beantworten.

    Ich denke hier spielt auch eine Rolle, wie groß die Anzahl derer ist, die nicht nur im Internet konsumieren, sondern vorallem auch aktiv mitgestalten/honorieren und sozial interagieren wollen.

    Ansonsten wäre flattr immerhin der erste Dienst, der es – zumindest meinem Gefühl nach – schafft so etwas wie online-payment ‚gesellschaftsfähig‘ zu machen.

    Allein der Ansatz.. ‚guck es dir an und überlege dann, was es dir wert ist‘ sticht schmeichelnd hervor aus den bisherigen paywallmodellen des ‚erst zahlen, dann gucken‘.

    Ich denke die Möglichkeit seine Ausgaben von vornherein festzusetzen und dann auch nur das zu honorieren, was man gut findet, spielen eine große Rolle für die Akzeptanz.
    Allerdings ist sowas natürlich auch Horror für Jene, die auf eine konstante finanzielle Basis für ihr Arbeiten und Planen angewiesen sind.

    Über flattr kann man Leistungen honorieren, aber als Finanzierungsgrundlage ist es meiner Meinung nach sehr gewagt. Wie gesagt… breite Nutzerbasis und konstante Bereitschaft zur finanziellen Vergütung kommen nicht über Nacht.

    Aber vllt. wird flattr ja ein Vorbild, wie einfaches Bezahlen im Internet funktionieren könnte.
    Bis dahin wird es hautpsächlich Jenen zu gute kommen, die schon jetzt eine breite Leserschaft haben, die aus Wertschätzung bereit ist freiwillig Geld zu spenden.

    PS: ich hab noch 3 flattr invites… falls wer möchte.

  • Ein sehr schöner Artikel wie ich finde. Ich bin zurzeit selbst daran meinen Blog so aufzubauen das man von Leben kann, allerdings fehlt mir hierzu noch die Erfahrung wie man einen Blog vermarkten kann. Ich habe ein Topic das wohl noch nicht so breit im Netz vorhanden ist, aber doch durchaus viel gelesen wird. Des Weiteren habe ich die Erfahrung gemacht das ein Shop allein nicht aussreichend um mit einen normalen Einkommen mitzuhalten. Welche Möglichkeiten stehen mir also da noch offen? Links wären auch inordnung. Vielen Dank.

  • „Aber spontan fällt mir niemand ein, der mit einem Blog so erfolgreich geworden wäre, dass er sich danach zur Ruhe setzen konnte, ein beliebter Fernsehtalker wurde oder eine Kolumne bei einer renommierten Wochenzeitung bekommen hätte. Wenn ich da jemanden übersehen habe, klärt mich bitte auf!“

    Ist nicht Katrin Bauerfeind eine ehemalige Bloggerin bzw. Podcasterin? Und die ist heute Moderatorin.

  • Also nochmal zurück zu der unerwünschten Werbung:

    Wer andere entscheiden lässt, welche Werbung auf seiner Seite erscheint, hat seine Seele schon verkauft. Ich würde mich nie, nie … niemals mit adsense & Co. einlassen.

    Dann lieber wieder richtig arbeiten gehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

  • Guten Tag erstmal! 🙂

    Aus meiner sich stellen sich die Blogger im Moment genauso ungeschickt an wie die normalen Zeitungsverlage.

    Wenn ich Sie kurz zu meinem Blickwinkel entführen darf:
    1.:
    Ich hatte z.B. ein Wochenzeitungsabo der „Zeit“. Dieses Papiergedöhns ist unheimlich unhandlich in Umfang, Format und vor allem Geräuschkulisse. Denn ich bin eher so der Typ, der vom Inhaltsverzeichnis von Artikel zu Artikel „springt“. Dass Zeitungen gerne mal „abhanden kommen“ ist auch so eine schöne Sache wenn knapp 90 Personen im selben Gebäude leben. (War damals ein Studentenwohnheim) Da bietet sich ein e-Paper-abo geradezu an! Drei Monate nach meiner Papier-Abokündigung erfuhr ich dasss „die Zeit“ nun das ganze als e-paperals pdf ohne DRM vergünstigt anbietet. Ich habe mich schnell daran gewöhnt und finde es super! Ich wäre sogar bereit mehr im Monat zu bezahlen für diesen Luxus! (<- keine Ironie) Da mich der unnötig große "Kulturanteil" bei dieser Zeitung aber etwas stört suche ich nun seit langem nach einem ordentlichen Ersatz. Pustekuchen! Das ist garnicht so einfach etwas vergleichbares zu finden! Ein extremes Unterangebot. Und bei Zeitschriften sowieso.

    2.:
    Ich lese viele Fachbücher, vor allem in Englisch da diese Sprache technische Sachverhalte deutlich kürzer und klarer darstellen kann, und es eine dementsprechend große Auswahl gibt. Ich lese Fachbücher unheimlich gerne als pdf. Ich will gar kein richtiges Buch mehr! Und ich ärgere mich tierisch wenn es das Buch meiner Begierde nur in Papierform gibt. Ja, ich besorge mir das Buch dann illegal über die entsprechenden Plattformen als pdf. Ich gebe sogar Geld für den Zugang zu diese Plattformen aus (!), wenn ich nur nicht mit dem Papier rumhantieren muss. Und bei der Buchpreisbindung kommt keine Freude auf… (Das sollte mir bei Gelegenheit ein Wirtschaftswissenschaftler mal erklären)

    3. (Um endlich zu den Bloggern zu kommen):
    Ich kenne gar nicht so viele Blogs. Es sind vier die ich fast täglich lese. Die Idee mit diesem Flattr finde ich garnicht übel. Aber warum stellen die Blogger nicht eiinfach als Kollektiv alle zwei-drei Tage oder bloß Wöchentlich eine Blogartikelsammlung MIT INDEX (!) als pdf-abo zusammen. Man könnnte es als pdf verschicken. Der Kram könnte sogar automatisiert erstellt werden. Ich müsste nicht online sein und nicht ständig die Blogs abklappern. Ich könnte den Kram wie die e-Zeitung auf dem USB-Stick für die Mittagspause mitnehmen oder auf meinem Handy auf dem Weg zur Arbeit lesen. Vor allem kenne ich ja garnicht so viele Blogs. Ich hätte nichts dagegen wenn on-the-fly mal neue Posts von für mich von völlig Unbekannten dazwischengeschoben würden. Und wenn ich doch eine Internetverbindung haben sollte, bin ich mit einem Klick direkt bei DEM Post, für dessen Kommentare oder Videos ich mich interessiere.
    Ja, ich würde dafür monatlich MINDESTENS den selben Preis wie für mein anderes Abo bezahlen.

    DAS! Ist meiner Meinung die Zukunft des Journalismus!

  • Flattr kann für Blogger eine gute Einnahmequelle werden, doch dafür ist es entscheidend, den Dienst außerhalb der Blogosphäre populär zu machen.

    Das ist nicht unmöglich, aber es braucht Anreize. Und es muss einfach sein.

    Alleine wird Flattr es kaum schaffen, aber wenn etwa Unternehmen wie Paypal oder Click & Buy mithelfen würden, es ihren Nutzern schmackhaft zu machen, also Firmen, denen die Nutzer sowieso schon beim Bezahlen im Netz vertrauen und wo sie ihre Daten schon hinterlegt haben, könnte das was werden.

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