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'VZmobile': VZ-Netzwerke wollen mit Prepaid-Tarif konkurrenzfähig bleiben

Fast so, als wollten die Verantwortlichen der VZ-Netzwerke mit einer positiven Nachricht schnell Gras über den Abgang von  Technikchef Jodok Batlogg wachsen lassen, kündigten sie am heutigen Dienstag für den 28. Juni den Launch von „VZmobil“ an. Dahinter verbirgt sich der erste hauseigene Prepaid-Tarif, mit dem das mobile Telefonieren günstiger sein soll und VZ-User kostenlos und unbegrenzt auf schülerVZ, studiVZ und meinVZ mobil surfen und chatten können. Schauen wir uns also mal die Konditionen näher an, da ja bekanntlich nicht alles kostenlos ist, wo kostenlos draufsteht.

Das Angebot, das das Netz von O2 nutzt, unterscheidet sich zunächst kaum von den Prepaid-Paketen der Konkurrenz, etwa Simyo oder Congstar: Es gibt keine Vertragsbindung oder Grundgebühr, und auch keinen Mindestumsatz, der pro Monat abtelefoniert werden müsste. Der Minutenpreis liegt bei 9 Cent, zum gleichen Preis ist es möglich, eine SMS in alle deutschen Netze zu verschicken. Für eine MMS werden 39 Cent fällig. Soweit also nichts Besonderes.  Um die VZler dennoch für „VZmobil“ zu begeistern, gibt es aber noch einige Zusatzfeature und ein „besonderes Aktions-Paket“.

Letzteres lässt die Neukunden von VZmobil drei Monate lang kostenlos von VZmobil-Handy zu VZmobil-Handy telefonieren und SMS versenden, und zwar offenbar ohne irgendwelche Zeit- oder Mengenbeschränkungen. Wer sich zudem bis zum 27. Juni auf der Website von VZmobil registriert, kann eines von drei Nokia  5230-Handys gewinnen. Beim Freischalten der SIM-Karte kann der User darüber hinaus eine deutsche Festnetznummer angeben, die er dann für eine Dauer von 15 Sekunden kostenfrei erreichen kann. Dies kann – auch ohne Guthaben auf dem Konto – zwei Mal innerhalb von zwei Minuten geschehen, bei Überschreitung dieses Zeitfensters wird das Gespräch automatisch unterbrochen.

Wie erwähnt, ist das Surfen auf den drei VZ-Portalen kostenfrei. Dies gilt auch fürs Chatten, das über eine spezielle App erfolgt. Diese ist für das iPhone sowie jene Mobiltelefone verfügbar ist, die das OS Android, Symbian oder Windows Mobile an Bord haben. Wer sich allerdings außerhalb der VZ-Welt mittels Handy oder Smartphone im Netz bewegt, wird mit 24 Cent pro Megabyte zu Kasse gebeten. VZmobile bietet aber einige Flatrate-Optionen, die das Surfen und Telefonieren etwas kostengünstiger gestalten. So besteht etwa die Möglichkeit, für zehn Euro pro Monat eine Internet-Flat zu buchen, die ein Datenvolumen von 200 Megabyte enthält, nach dessen Überschreitung die Geschwindigkeit von HSPA (7,2 Mbit/s) auf GPRS (56 kbit/s) gedrosselt wird. Für sechs Euro weniger gibt es außerdem die Flatrate für Anrufe und SMS, die allerdings nur für die Kommunikationen mit anderen VZmobil-Nutzern gilt.

Die SIM-Karte wird fünf Euro kosten (inklusive einem Euro Startguthaben) und zum Start am kommenden Montag zunächst nur über die oben verlinkte Seite, etwa zwei bis drei Tage später aber auch über Filialen der Kaiser’s Tengelmann GmbH zu haben sein. Über weitere Partnerschaften wird derzeit noch verhandelt. Das Guthaben wird entweder über die Voucher des Providers oder das eigene Bankkonto aufgeladen.

Was ist von dem Angebot nun zu halten? Grundsätzlich dürfte VZmobil gerade für die jüngeren VZler interessant sein – nicht zuletzt deswegen, weil sie sich dieses Angebot selbst gewünscht haben. Wie mir der Pressesprecher der VZ-Netzwerke, Dirk Hensen, in einem kurzen Telefoninterview verriet, wurde in Befragungen auf den Plattformen die Forderungen nach einem solchen Produkt am häufigsten laut. Dass es nicht schon früher realisiert werden konnte, läge dabei daran, dass man es „richtig“ machen und nicht mit einem halbfertigen Produkt auf dem Markt kommen wollte, so Hensen. Und auch wenn die Preise die Konkurrenzangebote nicht hinter sich lassen können, dürften die Features – allen voran die kostenfrei Webnutzung der Plattformen und die 15-Sekunden-Gratis-Anruf-Option, sicherlich viele User zum Kauf bewegen. Mit Erstgenanntem wolle man konkurrenzfähig bleiben und eine Art „Verlängerung des Internets“ erreichen, so dass die User auch von unterwegs und dann auch noch zum Nulltarif die VZ-Plattformen nutzen können, so Hensen.

Fakt ist, dass die VZ-Netzwerke mit VZmobil ein sicherlich nützlich Tool auf den deutschen Markt bringen. Dass der große Konkurrent Facebook hierbei aber wieder einmal die Nase weit vorne hat – Stichwort: „0.facebook.com“ – ist dabei fast schon müßig zu erwähnen.

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

24 Kommentare

  • …ach dessen Überschreitung die Geschwindigkeit von HSPA (7,2 Mbit/s) auf GPRS (56 kbit/s) gedrosselt wird…
    😉

  • @Richard und @Simon: Zusammen mit mir sind auch die Fehlerteufel heute aus dem Urlaub zurückgekehrt. 🙂 Danke für eure Hinweise!

  • wollte von Simyo eigentlich bald wechseln, brauche internetflat und 9center pro min und sms….

    schade, da Is das hier nix.
    was nutzt denn ihr so für Anbieter?

  • Nein, in Deutschland nicht. Falls das in dem Artikel so klingt, sorry. Ich wollte damit sagen, dass hier der Verdacht naheliegt, dass VZ sich mal wieder bei FB etwas abgeguckt hat. Damit ist man aber trotzdem das erste Social Network in Deutschland.

  • Eine Internetflat + 9ct pro Anruf/SMS kannst du ziemlich sicher nicht so direkt bekommen.
    Ich würde auf Sonderangebote achten, z.B. ein Vertrag mit hoher Auszahlung und dabei Internetflat sowie Freiminuten (sowas findet man oft bei mydealz.de bzw. yourdealz.de). Ggf. brauchst du nur noch nen SMS-Paket dazunehmen und bist trotzdem so günstig.
    Kommt immer auf deinen Bedarf an. Guck einfach was es bisher schon an Angeboten gab.

  • Das Telefonieren innerhalb VZmobil sollte immer kostenfrei sein. So wäre es für die Nutzer sicherlich noch interessanter. Fehlt nur noch ein VZphone. Vielleicht hat HTC ja Lust?!

  • @Marek: Deutlich länger (soweit ich es gesehen habe seit Oktober 2009) gibt es zum Beispiel das Lokalisten Fon. StudiVZ ist also auch in Deutschland nicht das erste Netzwerk mit einem eigenen Tarif…

    Wobei die natürlich deutlich mehr Mitglieder haben.

  • @Leo: Das stimmt natürlich. Damit kannst du aber nicht auf den Seiten der Lokalisten kostenfrei surfen. Das geht meines Wissens hierzulande nur mit dem VZmobil und eben dem Angebot von Facebook – allerdings nicht in Deutschland.

  • Netzclub bietet 200MB für lau und 11 Cent pro Minute und SMS. Dafür bekommt man aber Werbung. Wieviel das sein wird, lässt sich bisher nicht sagen, da der Dienst gerade erst gestartet ist.
    Er gehört zu O2.
    Chaten ist erlaubt, nur am PC nutzen ist nicht gestattet.
    Vielleicht nützt das ja dem ein oder anderen, der es noch nicht gehört hat 😉

  • @christoph 9 Cent für SMS und Telefonie plus Internetflat gibt es bei Fonic und im neuen VZ-Tarif. beide im netz von o2.
    oder du schaust dir mal das neue angebot der o2 freikarte an. o2-freikarte.de da gibt es bis zu 150 freiminuten plus bis zu 150 frei sms (je nach aufladung) die karte gibt es kostenfrei – keine portierung – und man kann für 15 eur eine internetflat buchen bis 1 gb in hdspa geschwindigkeit, dann gedrosselt
    @carsten bei netzclub gibt es bis zu dreißig werbekontakte im monat entweder per sms oder e-mail

  • Für mich sind das die Ed Hardys unter den „Sozialen“. Der Markenaufbau ist längst vorbei und beim Markenabbau möchte man noch möglichst viel mitnehmen.

    Der Tarif ist völlig ideenlos, das eintausenddreihundertfünfundvierzigste me too. Wer hat denn bei dem Deal wen getäuscht? O2 Vz oder anders herum?

    Wirklich gewinnen könnten Netzbetreiber und Brands, wenn sie sich zu wahren Innovationen durchringen würden. Ich finde es erschreckend, wie ideenlos eine Branche ist, die alles Potenzial hat, jeden Tag die Welt mit wirklich Neuem überraschen zu können. Und das in einer extrem Nähe zum Kunden.

    Der VZ-Tarif hat weniger Sex als der Tchibo-Tarif, weil er Jahre zu spät kommt. In der Hochzeit der VZs war man zu hochnäsig, einen Tarif aufzusetzen und jetzt müssen sie froh sein, dass sie so ein schwaches Tarifpaket umgesetzt bekommen.

    Schade. Jetzt haben sie die letzte Chance auch noch vertan, sich neu zu erfinden.

  • Ich muss ganz ehrlich sein, dass dieser Anbieter wirklich nichts Neues auf dem Prepaid Markt ist.

    Klar ist es interessant, dass man für Gespräche zu einer Festnetznummer, die unter 15 Sekunden dauern, nichts bezahlen muss.
    Jedoch ist der Minutenpreis von 9 Cent schon wieder relativ „teuer“.
    Klar ist das viel billiger als manch ein Handyvertrag, aber es gibt auch schon Prepaid Anbieter, bei denen man 7,5 Cent pro Minute und pro SMS bezahlt.

  • mir kommt es immer mehr so vor, als ob jeder nun seine eigenen Prepaidtarife anbieten möchte siehe auch wetter.com die nun seit neustem auch einen Prepaid Tarif zur Verfügung stellen. Den Nutzern kann dies eig. Recht sein, da Konkurrenz ja bekanntlich die Preise sinken lässt: Momentan ist Discotel mit 7,5 Cent je Min der billigste Anbieter.

  • Ich finde das Angebot super. Gerade denke ich auch daran mich vom Vertragshandy zu verabschieden. Immerwieder fallen mir tolle Prepaid-Tarife auf, da bereue ich es dann schon das ich noch an einen Vertrag gebunden bin.
    @Marcell: Das mit Discotel ist ja der Hammer, 7,5 Cent je Min. Glaube das hätten wir vor ein paar Jahren noch nicht glauben können;)

  • Bin eigentlich nicht so der Fan von Prepaid Karten (das ewige aufladen nervt und die Preise sind eigentlich nicht immer so gut). Habe nen guten Vodafone Tarif mit Telefon und Daten Flat.

    Für den Urlaub hol ich mir aber auf jeden Fall, wie Markus eine Prepaid Daten Sim. Allerdings bei http://www.simlystore.com . Habe dies bis jetzt 2x gemacht und klappte wunderbar (Italien und Schweden).

  • Bin über Google auf den Beitrag aufmerksam geworden. Scheint zwar schon zwei / drei Tage alt zu sein, aber ich möchte auch noch was dazu beitragen 😉

    Im Internet gibt es viele Händler für Simkarten. Hab über Sylvester eine USA-Reise gemacht und mir die Karte bei http://www.tourisim.de gekauft. Die haben eine ziemlich große Auswahl 😉

    Preis war auch gut! Support steht sogar in Amerika zur Verfügung. Hab dort einmal angerufen um mir was erklären zu lassen.

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