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'Welt Kompakt', Scroll-Edition: Misslungener Versuch zeigt Belanglosigkeit des Webs

Es fällt mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben. Zum einen bin ich niemand, der gerne etwas verreißt, wofür sich andere viel Mühe gegeben haben. Weniger nörgeln, mehr machen, ist eigentlich meine Devise. Zum anderen diskreditiere ich damit meinen eigenen Berufsstand. Aber Wahrheit bleibt Wahrheit, und die muss gesagt werden. Die Zeitung „Welt kompakt“ ist heute in einer Scroll-Edition erschienen. Blogger und Twitterer durften einen Tag lang die Redaktion übernehmen und Zeitung machen. Das Experiment, so viel sei vorweg genommen, ist in der Form grandios gescheitert. Und mehr noch: Die Expedition hat der deutschen Webszene eher geschadet als genutzt.

Nichts gegen die Autoren der Ausgabe: Mehrere Czyslansky-Blogger sind dabei, Twitter-Geschichtenerzähler Florian Meimberg, Robert Basic mit einem langen Text, Sachar Kriwoj prominent vertreten. Ein Sascha Lobo fehlt hingegen. Der hatte wahrscheinlich noch von seinem Ausflug als Chef-Redakteur bei der „Rhein-Zeitung“ genug.

Warum dieses Querformat?

Es fängt mit dem Layout an. Auf Twitter daran erinnert, dass es die „Welt kompakt“ heute zu kaufen gibt, mache ich mich auf zum Pressekiosk im Hauptbahnhof und suche und suche und suche. Ein Mann etwa gleichen Alters neben mir hat offenbar die gleiche Idee, sucht mit Augen und Händen und geht schließlich ergebnislos davon. Da endlich, mehr auf den dritten als auf den zweiten Blick finde ich die horizontal designte Zeitung, die mehr wie ein überladenes Werbeblättchen wirkt.

Die wichtigste Frage dürfte sein: Warum dieses Querformat? Soll ausgerechnet das darauf hinweisen, dass es diesmal eine Internet-gerechte Zeitung ist? Aber wer bitte liest Texte auf diese Weise? Welches Blog hat ein solches Format?

Das Layout bleibt mir die ganze Ausgabe über ein Rätsel. Hat man etwa die Setzer auch nach Hause geschickt und die Blogger ein bisschen mit dem Redaktionssystem spielen lassen? Es wirkt in der Tat so. Wie ein blauer Faden zieht sich eine Seitenspalte mit 0,0 Millimeter Seitenabstand durch alle Seiten. Die Texte darin kleben an den Fotos daneben und werden optisch nahezu davon überlagert. Auf Seite 2 unten ein Text von Sebastian von Bomhard zur Präsidentenwahl, der vom Satz her an das frühe 20. Jahrhundert erinnert: Bleiwüste, keine Spalten, kein einziger Absatz. Was soll das? Mit einem solchen Format arbeitet heute keine Tageszeitung mehr, und Blogs erst recht nicht.


Präsidentschaftskandidat vom Bomhard.

A propos: Sebastian von Bomhard – wer war das noch? Es steht nicht drunter, es steht nicht drüber… ach hier: In der Seitenspalte direkt neben einem Bild von Joachim Gauck. Der geschulte Zeitungsleser erwartet an dieser Stelle eine Bildunterschrift. Um Gauck geht es darin allerdings nicht. Dass er es ist, muss der Leser sich irgendwie so erschließen.

Bleiwüste und Orientierungslosigkeit

Auf Seite 3 ganz oben eine weitere Bleiwüste aus einem Text von Sachar Kriwoj, verdeutlicht mit einem Foto einer jungen Frau, die an einem Laptop hantiert. Das Bild ist irgendwie unter den Schmutztitel geraten. Die Frau auf dem Bild, das könnte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sein, und das neben ihr vielleicht Roland Koch? Aber sind sie es? Schröders Name taucht kurz im Text auf, aber eine Bildunterschrift gibt es auch hier nicht. Heiteres Politikerraten.


Sind das Schröder und Koch? Heiteres Politikerraten.

Welches Ressort ich gerade lese, erfahre ich nicht. Im Titel steht immer nur „Scroll-Edition“. Seite 4 könnte Kultur sein oder eine Themen-Seite. Wieder eine Bleiwüste ohne Spalten und Absätze; in einem längeren Text wie dem von Rose Jakobs liest sich das sehr träge. Unten passt noch die Hälfte einer Geschichte von Florian Meimberg hinein. Sie handelt zu Beginn von Bangkok, Thailand. Das nebenstehende Foto zeigt passend dazu die berühmte Kreuzung in Shibuya, Tokyo, der Hauptstadt von Japan. Wird schon keiner merken?

Es folgen – dem Inhalt nach – Seiten über Kultur, Internet, Sport. Auf Seite 9 dann plötzlich Screenshots von YouTube-Videos. Warum? In welchem Zusammenhang? Was soll ich da jetzt mit? Mir die URL mühsam abtippen und mir das Video zuhause anschauen?


Videotipps, überraschende. Ein Hinweis fehlt.

Gedruckte Tweets sind eine Zumutung

Auf Seite 13 auf dem ersten Blick schön: eine Weltkarte des Internets. Da wo Frankreich und Deutschland liegen, steht „Nasza-klasa“ drüber, über Skandinavien „Draugiem“. Hat da jemand Ländernamen kreativ umgedichtet und ein Fantasy-Spiel draus gemacht? In der Legende dazu steht: „Netzwerke“. „Facebook“ oder „andere Netzwerke“. Soll wohl heißen, welche Netzwerke in einem Land die beliebtesten sind. „Nasza-klasa“ könnte für Polen stehen. Muss man aber nicht erklären. Kann sich der Leser ja selbst zusammenreimen.

Inhaltlich? Auf Seite 2 gibt es eine Collage von Tweets, die chronolisch die Präsidentenwahl aufarbeiten. Schon nach ein paar Zeilen wird klar, dass der Versuch, Alltagstweets auf Papier zu drucken ein- für allemal gescheitert ist und bitte, bitte, bitte niemals wiederholt wird. Ein Auszug:

Rose Jakobs, 18:02 Uhr: Also, wer wird denn jetzt der nächste Gurkenkönig? Ich möchte jetzt sofort einen Bundespräsidenten. Sonst trete ich von allen Ämtern zurück Alex probefahrer Kahl 18:03: Außer dass ich mich in der U-Bahn am Theodor Heuß Platz orientiert habe, interessiert mich die Präsidentenwahl eher semi. RT @Jens Best, 18:03: Der Anteil der Nichtwähler bei der Bundes-Präsidenten-Wahl liegt bei 99,998 Prozent. Deshalb ist keiner der Kandidaten meiner gewesen.

Was soll ich mit diesen Nicht-Infos anfangen, die nicht einmal lustig sind? Auf Twitter ist das hin und wieder ganz amüsant – aber in einer gedruckten Zeitung will ich das einfach nicht lesen. Da will ich Fakten oder gute Geschichten, aber kein amateurhaftes Geschnatter. Bitte tut das nie wieder!

Vollkommen belanglose Zeitung

Beim wohl längsten Text der Ausgabe von Rose Jakobs auf Seite 4 „Rettet unsere Dörfer“ verhält es sich ähnlich. Kann man vielleicht mal in einem privaten Blog posten; in einer Tageszeitung wirkt es aber unglaublich fad. Dass die Redaktionscrew es in einer Kurzmeldung ganz unten auf Seite 7 (Vogel muss von Feuerwehr gerettet werden) auch noch geschafft hat, den sprichwörtlichen Sack Reis platzen zu lassen, setzt dem ganzen die Krone auf. Ein paar Leute, die in der Online-Welt durchaus anerkannt sind, haben eine vollkommen belanglose Zeitung produziert und damit gezeigt, dass das Bloggen im ursprünglichen Sinne tot ist.

Was ist nun das Problem? Passen Blogbeiträge und Tweets einfach nicht in eine Tageszeitung? Oder ist das, was im Netz steht, einfach zu belanglos? Vielleicht überrasche ich euch, indem ich sage: beides, vor allem aber letzteres. Die Zeiten, in denen sich Blogger mit Laptop und Latte Macchiato ins Café setzen und aufschreiben, was sie gerade so denken und machen, waren für ein paar Jahre ganz lustig. Dass die Zeit nun endgültig vorbei ist, das hat die heutige Ausgabe der „Welt kompakt“ gezeigt. Sie ist langweilig, dröge und in weiten Teilen ganz einfach Zeitverschwendung.

Wer sich die „Welt kompakt“ heute gekauft hat, um einmal zu sehen, was denn nun so toll ist an der Online-Welt, an Blogs und Social Media, der wird nun ehrlichen Herzens antworten: „Nichts. Da hab ich wohl nichts verpasst, und im Übrigen will ich meine Tageszeitung zurück.“

Sitze ich hier gerade im Glashaus und werfe mit Steinen? Ja, wahrscheinlich. Aber es ist Zeit für ein Umdenken, und das schließt mich selbst mit ein. Leser nur mit ein paar Gedanken und Alltagsgeschichten bei Laune zu halten – das funktioniert nicht mehr. Das Web muss seine Teenagerzeit endlich hinter sich lassen.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

113 Kommentare

  • „Wer sich die “Welt kompakt” heute gekauft hat, um einmal zu sehen, was denn nun so toll ist an der Online-Welt, an Blogs und Social Media, der wird nun ehrlichen Herzens antworten: “Nichts. Da hab ich wohl nichts verpasst, und im Übrigen will ich meine Tageszeitung zurück.”“

    Könnte das der Sinn des ganzen Experimentes sein? 😉

  • Ja, genau meine Meinung. Habe mir die Welt Kompakt, die ich regelmäßig lese, heute gekauft und, ich glaube, nicht einen Text gefunden, den ich lesenswert fand. Absoluter Nonsens.

  • Spannend wäre es gewesen, die Blogger einmal dem Diktat von Druckunterlagenschluss und „Schreiben auf Anschlag“ zu unterwerfen. Ich wünsche diesem Projekt einen zweiten Anlauf, in dem Print-Redakteure GEMEINSAM mit Bloggern eine wirklich aktuelle Ausgabe realisieren; in dem sich der Stil von Bloggern tatsächlich mit dem klassischen Stil der Print-Redakteure mischt. Aber ein Abdruck von Postings als „Stehsatz“ wie in dieser Ausgabe der WELT KOMPAKT muss scheitern – egal, ob das Ganze hochkant, quer oder meinethalben auch schräg aufs Papier kommt. Wobei ein bisschen Rücksicht auf etablierte Regeln der Lese-Ergonomie sicherlich nicht schaden würden. Aber vielleicht ist das Web schon längst der Teenagerzeit entfleucht, und nur bei Springer hat man das noch nicht erkannt und deshalb bekommen Blogger einen Sandkastenumbruch serviert.

  • Hö, die Schwierigkeiten der Weblogger und Twitterer mit dem Journalismus ändern leider auch nichts an den Schwierigkeiten des Journalismus mit dem Internet. Insofern muß man fragen, was mit einer solchen hir°^Wsinnlosen Aktion bewiesen werden sollte. Internet doof? Nein. Sondern eine Zeitung, die solchen Zirkus aufführt, um von eigenen Problemen abzulenken.

  • Ohne die Ausgabe gelesen zu haben, würde ich Dir davon abraten, das so zu pauschalisieren. Jemand, der heute einen schlechten oder meinetwegen schlecht gesetzten Text schreibt, muss nicht zwangsläufig ein schlechter Autor sein und schon gar nicht ist er der Beleg dafür, dass alle Autoren schlecht sind.
    Mit den von Dir kritisierten Punkten hast Du zumeist auch meine Meinung getroffen, aber die pauschale Keule würde ich da vermutlich nicht so schnell rausholen, schon gar nicht – wiederholt – die Bloggerei totreden.
    Vielleicht renne ich gleich mal zum Bahnhof und besorge mir die Ausgabe auch 🙂

  • Den typischen Blogger-Stil wird es auf Print nie geben. Es wird immer eine Annäherung sein, aber nie vergleichbar. Denn DAS Merkmal des Webs ist die Verlinkung. Die lässt sich in Print nie realisieren (höchstens mit „Mehr auf Seite 3“, aber die Kapazitäten eine Zeitung sind sind endlich, die Möglickeiten, zu verlinken, schier unendlich).
    Höchstens ein Schreibstil eines Bloggers kann so sichtbar werden, aber deswegen muss man keine Scrollausgabe machen.

  • Wenn DIESE Ausgabe mit DIESEN Autoren belanglos oder schlecht ist – was ist damit über die Blogger generell gesagt? Nichts. Das ist so, als würde man „Bild“ repräsentativ für Print-Journalismus nehmen. Macht auch keiner. „Das Web“ ist natürlich nicht belanglos – welch‘ ein abstruser Unsinn. Zu kritisieren wäre die Auswahl der Autoren. Und notwendig ein neuer Versuch mit anderen Leuten. Bloggern, die was zu sagen haben. Statt Billigschwätzern. Die gibt es übrigens überall.

  • Deutsche Blogger produzieren belanglosen Müll…

    Die Welt hat heute ihre Printausgabe von den Ober-Bloggern und Twitterern Deutschlands gestalten lassen. Glaubt man dem Artikel auf Basic Thinking ( https://www.basicthinking.de… ) und den ersten Kommentaren dort, dann ist dabei nichts weiter rausgeko…

  • Das die Welt-kompakt für diese Ausgabe nichts bezahlt hat* und bewiesen hat das „diese Blogs“ doch ohnehin nur belanglos sind, würde ich einen Doppelsieg nennen.
    Übrigens: Die Kritik dieser Welt-Kompakt ausgabe lässt sich – bis auf das, aus welchen Gründen auch immer, nicht vorhandene Layout – problemlos auf jede regionale Tageszeitung übertragen.

    *) Klar: die Maschinen&laufenden Kosten stellen eine ganze Menge Geld dar. Weiß ich. Aber da für Redaktion oder Layout offenbar nichts ausgegeben wurde, mussten die Werbeeeinnahmen diesmal nur die Papier&Druckerschwärze ausgleichen

  • Hinzu kommt, wer ein bestimmtes Medium gut machen will, muß mit ihm vertraut sein. Wenigstens einige Wochen Übung in den Gepflogenheiten, Anforderungen und Eigenheiten eines Blattes haben. Hier ging es um nichts weiter, als Web 2.0 vorzuführen, also um schändliche Konfrontation, pfui. Was an eigenen Problemen mit dem Netz wie gesagt nicht die Bohne ändert. WELT Kompakt hat mit solchem Vorführen journalistisch ungeübter Blogger nichts weiter als seine eigenen rückwärtsgewandten Ressentiments gegenüber dem neuen Medium Internet vorgeführt. Damit kann man die eigene digitale Zukunft leider überhaupt nicht bewältigen.

  • es ist doch mit dem bloggen wie mit allem. anfangs trendy, später mainstream weil es jeder machen will, machen kann und vor allem auch macht. ich mache es ja auch. aber da ich leider keinen job habe, der bloggenswert wäre, geschweige denn, interessante themen bloggen zu können, bleibt mir persönlich halt nicht viel, als immer noch meine gedanken und erlebtes/gesehenes zu bloggen. einzig mein schreibstil und meine denkweise in verbindung mit meiner kreativität sind da vielleicht eine, sagen wir mal abwechslung, im vergleich zu anderen privaten blogs auf denen der tagesablauf der flöhe des hundes der nachbarin der besten freundin von der schwägerin beschrieben steht. wobei ich grade beim tippen überlege, spaßeshalber mal so was zu bloggen. in eine zeitung würde ich sowas allerdings nie setzen. es sei denn, ich würde darum gebeten.

    ansonsten kann ich jedoch zustimmen. private blogs interessieren mich immer weniger, da die meisten meiner bekannten das bloggen eingestellt haben. würde eine zeitung dann also irgendwann leer bleiben, wenn die blogger einfach keine motivation mehr haben?
    eine zeitung ist ja schließlich immer noch als informationsquelle gedacht. für relevante infos.
    ich denke, ich werd mir die zeitung trotzdem mal kaufen und gut aufheben. so als kuriosität. in 10 jahren poste ich dann mal einen beitrag dazu. bis dahin ist der hund der nachbarin der besten freundin der schwägerin sicher schon von der flohkolonie befreit…

  • Kleines Gedankenspiel: Die Scroll-Edition soll aufzeigen wie schlecht es um den Informationsgehalt dieser Online-Schreiberlinge steht (übernimmt dafür auch deren laienhafte Aufmachung) um in Wirklichkeit die Unverzichtbarkeit und Übersichtlichkeit klassischer Medien zu untermauern.

  • Naha roastbeef, das ist etwas das mich irritiert: die meisten Blogs sehen zumindest nach einem gewissen standartgerüst auch – so etwas gibt es bei der Zeitung auch, diese völlige Unterlassung jeglicher Formatierung ist einfach jenseits jeglichen Verstandes – Blogs sehen nicht so aus, Twitter sieht nicht so aus, und Bildunterschriften kennen die eigentlich auch alle 😉

  • hi,
    die Welt Kompakt find ich super.
    Bei den normalen Zeitungen stört mich die Größe ungemein. Gerade wenn man in Bus oder Bahn lesen möchte, geht das kaum ohne sein Nachbarn mit der Zeitung auf die Pelle zu rücken.

    Die Kompakte zum Scrollen ist hingegen ein riesen Flop! Ich hab sie mir heute mal gekauft und werde es nie nie nie wieder machen. Eine Zumutung!

  • kontroverse frage: hätte das projekt bei einem anderen verlag mit anderen bloggern evtl. funktioniert?

    schade, die grundidee ist eigentlich gut. ohne es gelesen zu haben denke ich mir gerade „so etwas geht besser, laß es uns machen“ …

  • @Carsten @Gregor: Was ich für tot erklärt habe, sind „Blogs im ursprünglichen Sinne“, also verfasste Gedanken ohne viel Stil und Recherche. Zum Glück geht inzwischen der Trend zur Professionalisierung, und da gibt es viele Positivbeispiele. Umso erstaunlicher, dass die meisten Beiträge in der heutigen „Welt kompakt“ noch Texte von alten Stil sind. War für die Autoren sicher nicht ganz leicht, da den richtigen Ton zu treffen, wenn man „irgendwie im Blog-Stil“ schreiben wollte, gute Blogs sich heute aber nicht mehr wirklich von Online-Magazinen unterscheiden.

  • @Jürgen Vielmeier
    Nein, Sie haben von der Belanglosigkeit des Web generell geschrieben – sogar in der Überschrift. Das ist sensationalistischer Müll und unzulässige Pauschalisierung.

  • @Gregor: Ein Ausdruck wie „Belanglosigkeit des Webs“ bedeutet nicht zwingend, dass das ganze Web belanglos ist, es können auch Teile gemeint sein. Das nur am Rande, ganz zu schweigen davon, dass Pauschalisierungen zwar nicht schön, aber sehr wohl zulässig sind. „Sensationalistisch“ ist mein Text vielleicht ein wenig. „Müll“ hingegen – ich bitte Sie, das kann man treffender umschreiben.

    Beim Lesen der „Welt kompakt“ bin ich heute ins Grübeln gekommen, ob das wirklich nur der gescheiterte Versuch war, „das Internet auszudrucken“. Oder ob die Inhalte des Webs nicht generell überbewertet werden und viele sich da einfach zu wichtig nehmen. Ich finde, da lohnt es sich einmal drüber nachzudenken.

  • Oder könnte es vielleicht auch sein, dass diese „A-Blogger“ trotz ständiger Selbstbeweihräucherung und einen unverhältnismäßig wirkenden Heldenstatus, der ihnen im Internet aufgedrückt wird, jeglichen Sinn für Relevanz vermissen lassen und nur in ihrer Nische aufblitzen können?!

    #5 und #13 kann ich auch nur zustimmen.

  • Das Layout ist tatsächlich eine Katastrophe. Was aber wohl kaum an den Bloggern liegt. Und ja, es ist tatsächlich keine Tageszeitung. Aber als Magazin hat es teilweise sehr wohl seinen Charme und Qualität. Es ist nur unglaublich schlecht zu entziffern. Es ist zu anstrengend.

  • @19/Jürgen Vielmeier
    Sie wollen mir erklären, dass mit „belanglosigkeit des Web“ Teile des Web „gemeint sein“ könnten? Sorry, aber diese intellektuell dürftige Postkutsche grenzt an Beleidigung.

    Fakt ist: Sie wollten mit einer griffigen Überschrift ins Gerede kommen. Das ist Ihnen gelungen. Das schafft aber „Bild“ seit -zig Jahren auch. Weiter bringt einen das nicht.

    Ihr Grübeln in allen Ehren – aber ich bezweifle schlichtweg, dass mit den üblichen Verdächtigen, die bei jeder Gelegenheit als repräsentativ für Blogger genannt und auch in der Öffentlichkeit vorgestellt werden, auf Dauer Staat zu machen ist. Da haben Sie recht. Aber das ist nicht „das Web“. Die meisten, die vom „Web“ reden, haben schlichtweg zu wenig Überblick. Das ist – wie man sieht – nicht nur ein Problem der sogenannten Print-Journalisten. Das ist auch ein Problem einer autistisch agierenden Szene sogenannter „Alpha-Blogger“. Im übrigen teile ich die in den Kommentaren genannten Vorbehalte hinsichtlich des Projektes an sich. Zeitung macht mal nicht eben so zwischen Tür und Angel.

  • Ich lese die Welt Kompakt zwar regelmäßig und als web2.0-Zeitung find ich sie dufte. Aber die Scroll Edition war echt belanglos! Bitte belasst es beim einmaligen Experiment.
    Einzig Basics Beitrag war ein wenig lesenswert!

  • Ein von Bloggern gestaltetes E-Mag wäre vielleicht eine vom Konzept zwar andere, aber insgesamt wohl sinnvollere Variante gewesen. So hätten die Blogger mit bekannten Mitteln arbeiten können, wie Links und eingebettete Videos, etc.

  • #17 kann ich übrigens nur entschieden widersprechen. Es mag Ihre persönliche Empfindung sein, dass Blogs „gott sei dank“ professionalisiert werden und in Richtung Online-Magazin gehen (und damit auch endlich Werbung schalten dürfen, ohne verschmäht zu werden. Wenn das kein Zufall ist!). Richtig ist es deshalb noch lange nicht.
    Der Gedankengang, mit carta und gizmodo die Blogger-Landschaft erschlagen zu haben ist genauso faszinierend wie falsch.

    Auch im Zeitalter der „Internet-Journalisten“, SEMs, Corporate Blogs, blinkenden Flash-Bannern, paid posts und full page ads soll es noch Leser geben, die ungezwungene, „echte“ Gedankengänge von echten Menschen ohne viel drum herum zu würdigen wissen.
    Der Erfolg von fefe zeigt das.

    Der Sinn von Blogs lag nie in der Professionalisierung, bis Consultants kamen und den Firmen Blogs für die Unternehmenskommunikation ans Herz legten, aber das ist ein anderes Thema.

  • #11 donjermas

    „es ist doch mit dem bloggen wie mit allem. anfangs trendy, später mainstream weil es jeder machen will, machen kann und vor allem auch macht.“

    Das Bloggen ging „Unter“ als es Kommerziell wurde , wenn damit Geld verdient werden soll greifen schließlich die gleichen Mechanismen wie in einem beliebigen Printmedium.
    Man benötigt zwar keine Auflage, wohl aber Quote für Einnahmen.
    Also setzt sich nicht das priv. Bloggen als Hobby im ursprünglich Sinne durch sondern eher alles was Quote und Einnahmen bringt wie in Boulevard Journalismus.
    Der ein zigste Unterschied ist das das Web schneller ist als ein Printmedium ,noch, denn dank elektronischer Lesemedien könnte auch dieses sich bald ändern.
    Warum man diese eher kommerziellen Webseiten noch Blogs nennt und nicht gleich News – ect. Magazine mag nostalgische Gründe haben und weil Bloggen eher noch ein positives Image hat.

    Jürgen Vielmeier schrieb
    ….Was ich für tot erklärt habe, sind “Blogs im ursprünglichen Sinne”….

    Ob diese Art Bloggen tot ist wird sich noch herausstellen, wenn die Kommerzseiten mehr und mehr in den Pay- Content Abwandern …. könnten Hobby Blogger wieder mehr und die Aufmerksamkeit die ihnen gebührt bekommen.
    Denen ja egal ist ob 10 oder 1000 Leute ihre Seite lesen und sie daher eher Frei ihre Gedanken äußern können.
    Aber dann gibt es sicher wieder neue Gegensätze zwischen Kommerz – und Hobby Blogger.

  • dafür gibt es hier immer schöne doofe Kommentare die es im Printbereich nie geben würde…. ist doch herrlich schön doff….darauf einen Kaffee!

  • Ich brauche eine kompakte Zeitung um Nachrichten zu lesen.
    In der Scrollediton war die Bundespräsidentenwahl auf der
    Titelseite (Querformat!) 10 Zeilen wert.
    Das ist kein Journalismus – die Inhalte waren Beiträge aus einem
    Lifestyle-Magazin, das ich nicht abonniert habe.

  • Das Blogs nicht mal eben auch woanders funktionieren, hat jeder schon bemerkt, der seine (z. B. bildunterstützten) Blogtexte einmal lesen musste.

    Insofern verstehe ich alleine die Grundidee zur heutigen Ausgabe nicht. Wollte man beweisen, dass Blogger keine Layouter, Setzer, Typographen sind? Dolle Sache. Wäre ich vorher nie drauf gekommen.

  • Also, für mich klingt das, was da oben im Artikel steht, wie ein verbitterter Rentner, der das Netz nur aus dem Fernsehen und einem der reißerischen Berichte, in dem es um „Die Gefahren der ‚Sozialen Netzwerke‘ für die Jugend“ geht und in dem nur eine kryptische Zeichensprache genutzt wird, kennt. Und ein bisschen wie er hier: http://www.innovativ-in.de/blog/2010/05/04/auf-den-punkt-trigema-chef-wolfgang-grupp-zum-web/ . Wie jemand, der Kopernikus, Kolumbus oder Galilei am liebsten verbannt hätte.
    Bitte versteh das nicht falsch, das soll nicht beleidigen, nur meine Meinung, meinen Eindruck zeigen.

    Blogs sind ja auch nicht gemacht, um als Zeitung zu erscheinen. Dafür leben sie viel zu sehr von Kommentaren. Sie leben von der Kommunikation mit den Lesern. Leserbriefe werden selektiert, Kommentare nicht..

    Wenn ein Journalist schreibt, sagt man: „In der Zeitung steht…“. Wenn einer bloggt, sagt man: „derundder hat geschrieben,…“. Der Journalist ist Zeitungsmacher, Der Blogger ist Mensch. Eine Zeitung ist ein Gesamtwerk, geschrieben für einen Tag oder eine Woche. Ein Abbild einer kurzen Zeitspanne. Ein Blog dagegen ist ein Gesamtwerk eines Menschen oder einer Gruppe, geschrieben über Jahre kontinuierlich.

    Eine Zeitung versucht neutral zu klingen, kann es aber nicht sein, denn sie wird von Menschen geschrieben. Der Blogger schreibt was er denkt und lässt dabei seine Meinung klar erkennen.

    Ich kenne mehrere Künstler. Meine Lieblingskünstlerin malt wunderschön und fotografiert, schert sich aber nicht darum, Was andere über ihre Bilder denken. Sie verkauft sie nicht und hat Ausstellungen abgelehnt. Sie hat die Fotos bei Picasa hochgeladen.
    Ich denke, zumindest manche Blogger halten das genauso: Die machen das für sich, und nicht für den Rest. Lasst mich irren, aber ja, das glaube ich.

    Aber das wichtigste ist: Der Blogger kann schreiben, worüber er will, wann er will. Er muss nicht abliefern, kann über Themen schreiben, die ihn interessieren, die er für wichtig hält. Er ist authentisch.

    Ich habe hier keine Meinung zur Welt kompakt gegeben, nur zum Artikel, denn die Zeitung hab ich nicht gelesen.

    Ende der Durchsage

  • Ich weiß ja nicht, vielleicht müssen wir das auch ein bisschen entspannter sehen. Ein Versuch ist ein Versuch ist ein Versuch. So richtig gelungen war das Blättchen am Kiosk tatsächlich nicht.

    Über das Layout mag man sich noch rein geschmacksmäßig streiten, aber vor allem hat das Ergebnis inhaltlich versagt. Die Texte waren eher dünn, eine Diskussion wie sie hier geführt werden kann, fand schlichtweg nicht statt. Das ist natürlich schade.

    Auf der anderen Seite: Das ganze ist ein Prozess. Wenn man weiß, was man nicht will – ist auch schon viel gewonnen. Ein neuer Versuch könnte also ganz anders aussehen. Und darauf darf man durchaus gespannt sein.

    Interessant auch, wie das Thema woanders aufgenommen wird. Hier mal ein Beitrag, den ich wirklich ganz gern gelesen habe:
    http://www.flexstrom-blog.de/2010/07/01/flexstrom-blog-zur-scroll-edition-der-welt/

  • Ohne dem Verlag etwas zu unterstellen, aber ich finde, dass diese Aktion so dilettantisch wirkt, als ob der Verlag mit Absicht das Projekt schlecht darstellen wollte.
    Nach dem Motto: „Vergesst Blogs, kauft weiterhin eine gute Zeitung. Diese hier spiegelt nur das Netz wieder.“

    Der nicht internet-afine Zeitungsleser wird also bei der „richtigen“ Zeitung bleiben und sich weiterhin nicht um das Netz oder Blogger bemühen. Für den Verlag also ein voller Erfolg.

  • Auf deinen Artikel hin hab ich mir dann heute noch die Zeitung „gekauft“ (hatte noch so nen Gutschein vom Start der Kompakt-Version), und beim Layout muss ich dir absolut recht geben. Sieht aus, als hätte die Welt-Redaktion mal Urlaub gemacht und die Praktikanten hingelassen. Teilweise ragen Überschriften mit in Bilder hinein, sodass sie nur schwer zu lesen sind, … grauenhaft. Die Artikel werd ich noch anlesen, und die Zeitung mal archivieren. Wer weiß, ob man die später mal noch braucht 😉

  • was bist du eigentlich für ein penner? go fuck yourself. nicht dagewesen sein, aber jetzt so dermaßen abgehen.

  • Na Rose, schlechten Tag gehabt bei der Hitze?

    Ansonsten… sind/waren hier nicht viele der Ansicht, Rechtschreibung und Interpunktion wären nur zweitrangig wichtig?
    War nicht die Mehrheit hier der Ansicht, Twitter reicht als neues Informationsmedium??

  • schlechten tag gehabt? der text da oben ist schlichtweg eine ganz große frechheit. so einfach ist das. so ein technikfritze ist also der meinung, er sitzt so weit oben auf dem thron, dass er entscheiden vermag, was eine gute oder eine schlechte LESEGESCHICHTE IST? ich grab dem den vorgarten um. aber sowas von.

  • Im Vorgarten arbeiten würde ich auf die Abendstunden verlegen, ist sonst zu heiß.

    Dann erleuchte uns doch bitte mal mit den Dingen, die Du anders siehst.

  • @rose: Ich sag ja gar nicht, dass dein Text schlecht ist. Nur, dass es irgendwie wenig Spaß gemacht hat, ihn in einer Zeitung zu lesen. Wäre mit meinem Text da oben wahrscheinlich auch nicht viel anders. Typsiche Blog-Texte passen einfach nicht gut in Zeitungen.

    Das mit dem Vorgarten finde ich jetzt aber schon bisschen hart. Den haben die Nachbarn gerade so schön hergerichtet.

  • @Hendrik
    Mit dem gewissen Standardgerüst hast du recht, da gibt es eigentlich nicht viel zu diskuttieren (höchstens vielleicht, dass die professionelleren Blogs sich auch meist entsprechend im Layout präsentieren).

    Aber weiß das die breite Masse an Printmedien-Leser, die vielleicht mit dem Gedanken spielt sich näher mit dem Thema Internet-Blogs auseinandersetzen will und sich deshalb auch diese Ausgabe gekauft hat? Für die sieht das Bild überspitzt folgendermaßen aus: „Das ist also das Beste aus dem Internet. Zu viel unsinniger Müll und unübersichtlich auch noch dazu. Da bleib ich lieber bei meiner Zeitung.“

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das verkorkste Layout niemandem aufgefallen/aufgestoßen sein soll, selbst wenn man die neuartige Layoutgestaltung als Hommage an die frühen Blogs verstanden haben will. Wir reden hier doch schließlich von Profis 😉

  • Das man Blogeinträgen nicht einfach so zu einer Zeitung zusammensetzen kann , dürfte spätestens jetzt jedem klar sein.

    Wieso aber wurde das Layout so amateurhaft zusammengesetzt? Fast, wie wenn man die Blogger absichtlich schlecht darstellen wollte.

    Erinnert mich irgendwie einen Kommentar von gestern … Jeder will in jede Nische um möglichst viel Geld zu verdienen …

  • @Marek 🙂 „ist doch herrlich schön doff….darauf einen Kaffee!“ — Und nach dem Kaffee schnell den Duden kaufen. Ich glaube die Kommentare von Anna kann hier jeder gut einschätzen 🙂

  • Morgen Fisch, Papier zum einwickeln ist jedenfalls da…

    »Aber nicht, dass sie die gleich wieder zurück bringen!«, beschreibt mir die Zeitungsverkäuferin am Münchner Hauptbahnhof ihren Tag. Ihren Tag mit den Zeitungslesern, die heute nicht glücklich mit einem Experiment waren. Der Blogger-Ausgabe…

  • […] Scheiße. Ich würde so gerne einfach fröhlich dahertippen, aber bekomme gleich sicher einfach einen schlichten Infarkt. Vielleicht überlege ich mir jetzt einfach, wo ich ein neues Planschbecken herbekomme. Weil meine kleine Stinkekatze Cleopätra meines zersört hatte, während ich im Schnittchenrausch einen tollen Tag mit großartigen Bloggern und Redakteuren beim Axel Springer Verlag hatte. Es war absolut richtig dort mitzumachen. Vorurteile widerlegen zu lassen, durch echtes Erleben ist einfach das Beste. Punkt. Das hier ist rein emotional gesteuert. Sachlich kann ich nur hinzufügen: Natürlich könnten wir Schmiechen und seinem Team eine RICHTIGE Zeitung stricken. Aber vielleicht bräuchten wir dann zwei, drei Tage. Wir haben darüber am Tag danach gesprochen, Tim Cole (von http://www.czyslansky.net/), und ich. Vielleicht noch mit ein paar guten Bloggern mehr, in Form eines Projektes über drei Tage. Einen Tag als Schreibakademie. Und dann zwei Tage hart durch ziehen. Eine richtige Zeitung machen. Würden wir schaffen. Also, ruft uns an. Wir Bloggerblagen sind bereit. Und auch wenn das Format allen das Lesen vielleicht wirklich schwer gemacht hat: Nicht vergessen, da hat immer einer in eine Geschichte etwas investiert. Zeit, Liebe, Gedanken. Respektiert das. Ihr Neidblogger da draußen. […]

  • Kann es sein, das manche Blogger zarte Mimosen sind, die nicht mit Kritik umgehen können? Ja, ich schaue in deine Richtung, rose. Natürlich war keiner bei eurer Arbeit dabei. Nur: wer ist das schon bei irgendeinem Medienprodukt? Bei einer Kritik mit einem „go f**k yourself zu Antworten zeugt nicht gerade davon, es vielleicht besser machen zu wollen.

    Das Layout ist auch in meinen Augen eine absolute Katastrophe. Wer auf die schwachsinnige Idee kam, ne Zeitung im Querformat ohne jegliche Spalten zu gestalten (siehe Bild oben mit der Laptop-Frau), hat die goldene Himberre verdient. Jede Zeile hat gefühlte hundert Worte, was bedeutet, dass der Leser extreme Probleme haben dürfte, in die nächste Zeile zu springen. Die Tatsache, dass jegliche Absätze fehlen hilft auch nicht gerade weiter. Ergebnis: Frust beim Lesen.

    Wie gut die Texte inhaltlich aufgestellt sind, kann ich nicht beurteilen. Insofern lasst es mich mal so formulieren: einem guten Text ist es egal, wo er erscheint.

  • Dass die Scrolledition blöd zu lesen ist, war uns allen nach dem ersten Blick auf das vorgegebene Layout klar. Aber nachdem unser Gastgeber so stolz verkündet hat, dass sie es in unzähligen Nachtschichten extra so hingefrickelt hatten, da wollten wir einfach keine spiessigen Spielverderber sein.

  • Ich kann mit Kritik umgehen, dass da oben ist aber keine Kritik. Das ist ein Verriss. Schon mal darüber nachgedacht, dass man viel Arbeit in so eine Geschichte investiert? Hallo? Ich habe eine dreiwöchige Reise für diese Geschichte gemacht. Etc. PP.

    Es besser machen zu wollen? Hä? Hier zeigt sich erneut was mich an Bloggern am meißten ankotzt: Die Kommentarschlacht. Ja, go an fuck yourself. Ich habe an jenem Text in der Originalform wochenlang gefeilt, dann für die Scroll Edition stark überarbeitet etc. pp.

    Ja, es war echte Arbeit.

    Anmaßend finde ich auch immer, dass so getan wird, als seien diese „Blogger“ total fachfremd. Ich habe festgestellt, das ein Großteil der Leute dort alle eigentlich als Texter, Schreiberlinge, Journalisten und PR Berater arbeiten. Komisch, oder?

    Und ja, das Layout. Das wurde uns so vorgegeben. Aber dieser Hinweis wird überall einfach schlicht ignoriert.

    Es zeigt sich einfach folgendes:

    Blogger sind stets auf Kriegspfad mit anderen Bloggern und gönnen manch einem die Butter auf dem Brot nicht.

    Es ist immer so lächerlich zu lesen „Hach, Du kannst aber mit Kritik gar nicht gut umgehen“. Blah blah blah. Es wäre ja auch zu einfach, einfach mal jemanden zu loben. Geht ja gar nicht. Immer nur draufhauen.

    Dann aber irgendwann in der Kommentarfunktion zurückrudern. „Ich habe ja gar nicht gesagt das Dein Text schlecht ist“.

    Doch, er wurde einfach verissen. Da stehen noch zig andere Texte in dem Blatt, aber meiner, der angeblich so beschissene Text, den man vielleicht mal auf einem „privaten Blog“ posten kann. Ach ja, waren Blogs nicht sowieso grundsätzlich mal eine „private“ Sache?

    Absurde Debatte hier.

    Und man darf nicht mal angekotzt sein, wenn hier einer auf großen Kritiker macht und eine Kurzgeschichte zerschlägt, an der man lange gearbeitet hat.

    Ja, go and fuckyourself.

  • „Heute erscheint die WELT KOMPAKT wieder in bewährter Form. Die meisten von Ihnen werden erleichtert sein. Wir sind es auch.“ Klingt für mich irgendwie *doff*.

  • Kann ein Print-Journalist Radio? Kann ein Radio-Journalist Fernsehen? Kann ein Fernseh-Journalist Spiel- oder Kinofilm? Nein, sofern er sich nicht den Regeln des jeweiligen Mediums unterwirft. Da jedes Medium eigene Regeln hat, haben Nutzer von Print, Radio, Fernsehen, Kino und Blogs jeweils eigene Rezeptionserfahrungen/-erwartungen, die bedient werden wollen. Die „Tagesschau“lässt sich zwar im Studio und mit den Figuren der Sesamstr. produzieren, erfolgreich wäre dieses Experiment mitnichten. Würde dies aber etwas über die Sesamstr. aussagen oder eher über die Macher der Nachrichtensendung?
    Mit Verlaub, der Beitrag ist Bullshit! Zeigt er nun „die Belanglosigkeit des Webs“ oder doch eher die geistige Untiefe des Verfassers? Tendenziell neige ich zu Letzterem.

  • #55
    Klasse, besser kann man nicht zeigen, dass man „den Bloggern“ mal erfolgreich eine richtig reingewürgt hat.

  • Also, ich finde, das Projekt war die mühe wert – und wenn es nur diese – jedenfalls für mich – sehr spannende und aufschlußreiche Diskussion ausgelöst hat. Vom Unterhaltungswert ganz zu schweigen 😉

  • Ich liebe diesen Stil:
    „Es fällt mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben. Zum einen bin ich niemand, der gerne etwas verreißt, wofür sich andere viel Mühe gegeben haben. Weniger nörgeln, mehr machen, ist eigentlich meine Devise. Zum anderen diskreditiere ich damit meinen eigenen Berufsstand. Aber Wahrheit bleibt Wahrheit, und die muss gesagt werden.“
    Mehr Scheinheiligkeit geht wohl nicht! Und wenn sich einer in einem Meinungsbeitrag auf die Wahrheit beruft, die auch noch gesagt werden müsse, krieg ich das kalte Grausen. Wenn er diesen Appell auch noch los wird, bevor er überhaupt über den Gegenstand seiner Kritik eine Aussage macht, dann hat das nur ganz wenig mit Stil und Schreibgeschick zu tun, wohl aber mit billigsten rethorischen Tricks.

    Den Ärger von Rose über so viel selbstgerechte Häme kann ich gut nachvollziehen – nicht weil ich mir in Berlin oder in der Vorbereitung so viel Arbeit gemacht hätte wie sie – aber vor der geballten Engstirnigkeit der Diskussion im Vorfeld (darf man für Springer schreiben? Darf man auch noch Geld nehmen?) und jetzt der vielen dummen Kritik im Umhängemäntelchen der „Wahrheit“ schrecke ich dann doch zurück.
    Richtig an der Kritik finde ich übrigens:
    Layout – die Zeilen sind sehr viel zu breit, das ist schlecht zu lesen. Die ebenfalls kritisierte Bildsprache ist Geschmacksache, mir hat sie gefallen.
    Der fehlende Aktualitätsbezug: Ja der war nicht gegeben, aber das wollte die Scroll Edition ja nun auch bewusst anders machen. Trotzdem hätte ich mir mehr Texte gewünscht, die am gleichen Tag entstanden wären.

    Ich betrachte die Scroll Edition übrigens nicht als Versuch, Bloggingen und Berlin zu vereinen, oder verschwörungstheoretisch aufgezogen, Bloggingen als irrelevant zu diskreditieren. Für mich war es auf der einen Seite eine ziemlich coole Marketing-Aktion von Springer (viral im allerbesten Sinne) und zum anderen vielleicht ein Art Verbeugung vor dem Web, das so richtig noch niemand versteht – auch die hiesigen Kritikaster nicht.

  • Absicht?
    Ich verstehe es als Absicht der Holzmedien-Verantwortlichen. Frei nach dem Motto: Jetzt zeigen wir euch mal, wie sehr es in die Hose geht, wenn die Blogger und Netz-Größen eine Zeitung machen sollen.

  • Kann jemand aufschlüsseln, wer dieser „rose“ ist, und vielleicht auch kurz mitteilen, wie alt er ist? Vielleicht erklärt und entschuldigt das den kindischen Ton, den er anschlägt?

  • ach ja, die rose! pack doch deine sachen und zieh aus (kann man deine kommentare eigentlich irgendwo gesammelt finden, um sie zu löschen?)!

  • Ach, ja, das Internet! Wo sonst kann man so einfach über Leute herziehen? Ich glaube, das fehlte mir wirklich an der Zeitung. Grabenkämpfe, Beleidigungen und Pseudointellektuelle.

  • Zitat:
    „Ein paar Leute, die in der Online-Welt durchaus anerkannt sind, haben eine vollkommen belanglose Zeitung produziert und damit gezeigt, dass das Bloggen im ursprünglichen Sinne tot ist.“

    Meint ihr das ursprüngliche Bloggen, was Robert hier getan hat, bevor er diesen Blog versteigert hat? Ist dieses Bloggen tot?
    Ihr erklärt es für tot, weil ihr es in einer Zeitung langweilig fandet?

  • @rose: Wenn jemand nicht weiß wer du bist, darf er doch fragen, oder? Ok, es geht vielleicht auch ein wenig freundlicher. 😉 Aber die Frage an sich hat doch ihr Berechtigung.

  • Herrlicher Kurzschluss: Weil eine Ausgabe der WELT kompakt, von Bloggern gemacht, nicht gefällt, ist das Bloggen tot und das Web belanglos. Mit dieser Argumentationslinie sollte die Kommentarfunktion hier direkt geschlossen werden.
    Zur Scroll-Ausgabe selbst erlaube ich mir keine Meinung, da ich sie selbst nicht gelesen habe. Aber ich erlaube mir einmal einen Blick in meinen RSS-Reader, in dem sich zum größten Teil private Blogs wiederfinden. Für andere vielleicht belanglos, für mich nicht.
    Und die hier geäußerten Verschwörungstheorien sind schon sehr putzig…

  • Naja, ob es gescheitert ist, sei dahingestellt. Denn dafür wäre die Voraussetzung ja, dass es eine ernstgemeinte Alternative für Bloggen und/oder Zeitung wäre. Aber genau das kann es ja nicht sein. Denn, was macht denn ein Blog aus? Dass er im Internet ist. Und eben nicht auf einer Zeitung. Unabhängig vom Format, definiert das ja schon, wo es hingehört. Eben nicht an den Kiosk.
    Da halte ich es mit Dieter Nuhr, der mal sinngemäß meinte: „Zeitungen sind Informationsmedien für Leute ohne Strom. Da steht das drin, was gestern im Internet stand“.
    Und so lange man Zeitung so versteht, ist sie zum Aussterben verurteilt. Dabei ist es völlig egal, ob sie von Bloggern oder Zeitungsmenschen gemacht wird. Eine Zeitung muss mehr leisten, als ein Blog. Und ein Blog ist auch nichts anderes, als ein Meinungsmedium und eine Spielwiese für den Autor. Wems gefällt, findet dort, was er sucht. Wem nicht, der sucht sich halt was anderes, ist ja nur einen Mausklick entfernt. Die Stärken des Internets lassen sich nicht auf ein paar Seiten Zeitung reduzieren.

    Und mehr muss man da nicht „hineingeheimnissen“.

  • Hallo Rose,

    es steht mir nicht zu, über Dich und Deinen Schreibstil zu urteilen. Aber schau Dir bitte mal die Kommentare hier an.
    Klar, ausgerechnet Dein Artikel wird rausgesucht und nicht wirklich nett behandelt. OK, da bist Du völlig zu recht sauer!
    Aber die einzige Person die aus der Rolle fällt bist Du! Und genau damit gibst Du wieder Wasser auf die Mühlen aller selbsternannten Literaturkritiker.

    Mein Problem ist einfach nur, dass ich Dich schlichtweg nicht verstehe. „Nicht verstehen“ im ursprünglichen Sinn.

  • „Auf einem Blog zu schreiben, Blogs sind belanglos und tot ist ziemlich eatyourself.“
    Zu schnell geklickt.. deinen letzten Beitrag.. ich vestehe kein Wort von dem was Du sagen willst.

  • #72:
    das würde ich nicht komplett unterschreiben – natürlich regt sich Rose über Gebühr auf (allerdings nicht ohne Grund). Und eine Horde von Trollen stürzt sich auf sie. Das Schöne am Internet ist das Interaktive, der Dialog. Gleichzeitig zeigen die Nutzer aber auch immer wieder schön auf, warum anonyme Kommentare die häßliche Fratze bilden. Man äußert sich schnell so dumm und flach, wie ich nicht hoffe, dass man es im „wirklichen Leben“ täte.

  • Leute, lasst mal bitte die Rose in Ruhe! Ich hab ihren Text kritisiert, und da ist es ihr gutes Recht, sauer zu sein und sich zu wehren. Ist jetzt ne Sache zwischen uns.

  • @Ralf Koenig/71: Was ein Blog von einer Zeitung unterscheidet? Sicher nicht nur die Art der Distribution: Zeitungen sind Institutionen, wenn sie zitiert werden, heißt es in der Regel „Welt/Bild/Spiegel berichtet“, der Journalist, der den Bericht geschrieben hat, tritt eher in den Hintergrund. Bei Blogs sind die Personen wichtiger, der Autor hat mehr Gewicht als die URL. In dieser Hinsicht können/sollten sich Zeitungen meiner Meinung nach tatsächlich von Blogs etwas abgucken.

  • […] Auch das Blog Basic Thinking hält nicht hinter dem Berg mit Kritik, wenn auch zunächst nur unter Bauchschmerzen: “Es fällt mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben. Zum einen bin ich niemand, der gerne etwas verreißt, wofür sich andere viel Mühe gegeben haben. Weniger nörgeln, mehr machen, ist eigentlich meine Devise”, schreibt der Autor. Und weiter: “Zum anderen diskreditiere ich damit meinen eigenen Berufsstand. Aber Wahrheit bleibt Wahrheit, und die muss gesagt werden.” Und die lautet: Experiment grandios gescheitert. “Die Expedition hat der deutschen Webszene eher geschadet als genutzt.” […]

  • @#77

    Da stimme ich Dir zu. Aber ich meinte ja auch: „Was macht ein Blog aus?“. Es ist eben einfach in der Natur der Sache, dass es ein anderes Medium ist. Das hat auch mit Layout oder sonst was nichts zu tun, ein Blogbeitrag passt nicht in die Zeitung. Die „Qualität“ eines solchen bemisst sich an ganz anderen Kriterien wie die Qualität eines Zeitungsartikels.
    Ich bin schon lange der Meinung, dass Zeitungen heute eigentlich ganz anders denken müssen. Aktualität ist nur noch bedingt ein Argument. Persönlicher Bezug ist in einem Blog viel eher gegeben. Viel mehr interessiert mich an einer Zeitung doch genau die Art von Qualität, die ein Blog einfach nicht bieten kann. Das sind z.B. sorgfältig recherchierte Hintergrundartikel, die einfach Zeit benötigen, die sich ein Online-Medium nicht nehmen sollte, und die sprachliche Eleganz, die man aus diese Medien auch erwarten kann.
    Wenn ich aber persönlich gefärbte Kommentare lesen will, da haben die Blogs eindeutig ihre Stärke.

    Und natürlich gibt es selbst da heute Unterschiede, denn es gibt sehr gute Blog-Magazine, die mir wesentlich mehr bieten, als die Zeitung. Aber die besetzen halt oft auch Nischen.

  • Bleiben wir bei der Sache? Rose ist empört und sie sagt das in diesen Kommentaren hier. Nicht gerade politically correct, aber das muss sie nicht. Kommentar ist Kommentar.

    Ich könnte auch beleidigt sein, denn über mich schreibt Vielmeier „Sebastian von Bomhard – wer war das noch?“ Dann bemängelt er, dass es nicht drunter stünde. Oh my god. In der Zeitung steht sonst immer unter jedem Artikel der Werdegang des Autors und warum er so relevant ist, richtig?

    Ansonsten: Trennt Text von Bildern und Layout. Was wir abgeliefert haben, war größtenteils Courier 12pt, 30 Anschläge pro Zeile. Dafür, wie es AUSSIEHT, können wir nichts.

    Aber ich habe jetzt einen Tag für SPRINGER gearbeitet, ich bin gegen jede Kritik immunisiert – HARHARHAR

  • Diese Ausgabe der „Welt kompakt“ sollte anscheinend bezwecken, dass die Leser Äpfel mit Birnen vergleichen. Gut, das konnten sie nun. Daraus folgt aber nüscht. Ganz & gar nüscht!

  • süss, die Blogosphere…

    erst jubeln die einen, dass WELT ein spannendes Experiment macht, während die anderen motzen, dass man sich nicht mit Springer abgeben darf (schon gar nicht ohne Bezahlung, die fiesen Ausbeuter).

    Dann kommt ein merkwürdiges Blättchen raus, man bewirft es mit Schmutz von allen Seiten…. und die Beteiligten können mit der teilweise harten Kritik nciht umgehen (siehe oben)…

    So scharf schiessen die Blogger sonst nur gegen Print-Journalisten…

    Vielleicht dient das Experiment dazu, dass die Blogger mal sehen, wie man sich fühlt, wenn man kritisiert wird, nur weil man (auch) auf Papier publiziert?

    Ich finds interessant und lustig!

  • Wenn mein Elektriker die Klempnerarbeiten verpfuscht, ist er dann ein schlechter Elektriker?

    Oder hat man nur unsinnige Anforderungen gestellt?

  • Guten Tag!

    Das missglückte Experiment verhält sich diametral zu den missglückten Blogs vieler Zeitungen.

    Ich biete Herrn Schmiechen, den ich sehr schätze, an, eine Redaktion aus journalistischen Bloggern zusammenzustellen und das Experiment zu wiederholen.

    Gleichzeitig dürfen die Welt kompakt – Journalisten die teilnehmenden Blogs für einen Tag übernehmen.

    Das wäre doch mal was – erstens ein Contest auf Augenhöhe und zweitens einer, der beide Seiten zeigt.

    Herr Schmiechen – wie schauts aus? Klingt das nicht nach einem viel spannenderen Experiment?

    Alle journalistischen Blogger, die mitmachen wollen, bitte per mail bei: redaktion@heddesheimblog.de melden.

    Beste Grüße
    Hardy Prothmann

  • Besonders witzig finde ich die Aussage, dass die Meisterblogger nach einem Tag Schreibtraining und ZWEI Tagen Arbeit eine ordentliche Tages(!)-Zeitung hinbekommen hätten.

    Für den Text von Rose wäre mit Sicherheit keine dreiwöchige Reise nötig gewesen. Das hätte man auch an einem Tag geschafft, denn die Geschichte ist völlig recherchefrei. Offenbar hat die Autorin mit niemandem gesprochen, sie hat keine Fakten recherchiert – sondern sich einfach mal so ihre ihre Gedanken vor sich hin gemacht. Der Leser fragt sich am Ende (auch der Langversion): Was will mir die Autorin eigentlich sagen?

    Ich habe ja für „Dumm 3.0“ heftige Kritik einstrecken müssen. Aber niemals, niemals hätte ich mich mit dem Argument gerechtfertigt: „Ich habe ja ein Jahr an dem Buch gearbeitet. Und so viel Liebe und Zeit reingesteckt! Deshalb verschont mich mit Kritik.“ Das ist nämlich kein professionelles Argument.

    Und deshalb zeigt dieses Welt kompakt-Experiment vor allem eines: Entweder die Blogger professionalisieren sich – oder sie werden bedeutungslos.

    Hier die extended Version meiner Kritik http://klardeutsch.blogger.de/

  • Was wollte die Welt Kompakt mit der Ausgabe denn bezwecken?

    Doch sicherlich nicht, den Lesern zu demonstrieren, wie toll Blogs sind und dass sie interessantere Texte als Journalisten schreiben können.

    Die Ausgabe war eine Promotion-Aktion, sollte einmal das Geld von denen Abgreifen die sich die Ausgabe allein wegen dem Neuigkeitsfaktor gekauft haben und ansonsten sollte sie den Stammlesern doch sicherlich demonstrieren, wie schlecht eine Ausgabe von Bloggern gegenüber der regulären Ausgabe ist, quasi den Stammleser noch einmal darin bestätigen, dass er mit dem Kauf von toten Bäumen etwas sinnvolles tut.

    Ich weiss nicht wie viel Hilfestellung die Redaktion für die Ausgabe gab, aber in der Regel hat ein Blog ein akzeptables Layout, allein schon durch die Blogsoftware vorgegeben.
    Dass ein Blogger der hingegen noch nie auf einem Bogen weißen Papiers selbst ein Layout erstellt hat (sicherlich von der Redaktion eingeladen „Macht mal ein eigenes Layout“) damit bei den ersten Malen unprofessionell rüberkommt ist doch völlig klar und kann niemandem angekreidet werden.

    Auch die These, dass das Web oder Blogs belanglos sind ist imho völlig am Ziel eines Blogs vorbei und ignoriert alle Blogs außerhalb der Top-100.
    Blogs sind nicht da um andere Medien komplett zu ergänzen, niemand wünscht sich, dass Udo Vetter mit dem Lawblog den gesamten Bedarf der deutschen Bevölkerung an Strafrechtsartikeln und dem Polizeiticker übernimmt, dass Florian Meimberg den Kulturteil für alle Deutschen anbietet und dass eines der Sportblogs den Regionalsport für das ganze Land bedient.

    Blogs bedienen Sparten, die Relevanz entsteht erst da durch, dass bei 80 Millionen angesprochenen potentiellen Lesern, mit einer Option auf insgesamt fast 7 Milliarden Menschen, am Ende genug Menschen existieren, die sich für exakt dieses Thema interessieren.

    Für die meisten Menschen in Deutschland ist Bildblog völlig belanglos, irrelevant und auch nur Blogger-Geplapper – aber im Web finden sich genug Leute die sich dafür interessieren.
    Bei den anderen großen Blogs ist es genau so, wer interessiert sich schon für das Geschreibsel eines unbedeutenden Medienjournalisten namens Stefan Niggemeier?
    Im Internet genug!
    Wer interessiert sich schon für Leistungsschutzrecht und so? Die Leute tippen in Google das ein was sie suchen und finden es, alles andere ist ihnen egal, die meisten anderen Angebote von Google kennen alle außer den Digital-Natives sicherlich nicht mal.
    Deshalb wäre ein Niggemeierscher Artikel im Spiegel oder einer überregionalen Tageszeitung wohl deplatziert, zum einen weil es die wenigsten Leser interessieren würde, zum anderen, weil er damit das Medium in dem er publiziert direkt angreifen würden.

    Und auch die kleinen „unbedeutenden“ Blogs, die „Rückseite der Reeperbahn“, wofür sich kaum jemand in Bayern und überhaupt niemand in Indien interessieren würde – im Web haben sie Relevanz, ebenso wie die Blogs in denen jemand über seine Neigungen als Furry oder seine Erfolge als Dackelzüchter schreibt.
    Das Web ist als Plattform groß genug um allen einen Platz zu bieten, irgendwer interessiert sich für jedes Angebot, wie „unrelevant“ es auch sein mag.

    Von Basicthinking hatte ich übrigens erst gehört als es verkauft werden sollte und fragte mich – „Wie, verkauft? Ich kenn die Seite nicht mal und die sollen eines der meistgelesenen Blogs sein?“ – Das zum Thema Relevanz – die bewertet nämlich jeder für sich alleine.

  • Ach ja, nun darf man sich nicht mal mehr einfach so Gedanken machen und diese aufschreiben. Nochmal, liebe Leute:

    Wir sollten für die Scroll Edition keine journalistischen Texte abliefern.

    Das war nicht die Aufgabe.

    Die Kommentare hier werden immer absurder. Jeder hält sich hier für den Kritiker schlechthin und meint also, sagen zu können, was genau das richtige ist.

    Am Ende stellt sich mir übrigens die Frage, warum man immer alles über sich ergehen lassen soll.

    Alles niedermachen ist keine Kritik. Egal wie man es verpackt.

  • @Artikel: „Was ist nun das Problem? Passen Blogbeiträge und Tweets einfach nicht in eine Tageszeitung? Oder ist das, was im Netz steht, einfach zu belanglos?“

    Herr Vielmeier, ich bin exakt der gleichen Meinung. Die Dinge die in Blogs usw. stehen, sind zwar schön anzusehen und auch ein schöner Zeitvertreib, aber richtig wichtig für das reale Leben sind sie nicht!

    Weiterhin sehr sehr sehr treffend ist: #19 „Oder ob die Inhalte des Webs nicht generell überbewertet werden und viele sich da einfach zu wichtig nehmen. Ich finde, da lohnt es sich einmal drüber nachzudenken.“

    Den Nagel auf den Kopf getroffen. Nur weil man 1000000 RSS Leser hat und 10000 Pageviews, heißt das noch lange nicht, dass man der Nabel der Welt ist. Ich hatte ein ähnliches Kommentar schonmal zur Debatte des bezahlten Bloggers gepostet, welcher hier auch ganz gut passt:
    http://www.zweipunktnull.org/blog/2010/03/15/schoenes-kostenloses-internet/

    Man muss sich immer vor Augen führen, dass der Mensch real ist und im realen Leben lebt. Wenn man als Tech-Blogger nur mit anderen Tech-Bloggern im Netz kommuniziert ist klar, dass alle die gleiche Sprache sprechen und man total anerkannt und schultergeklopft wird.
    Wenn man aber dann bei der Oma am Geburtstagstisch mit gesamter Familie sitzt, merkt man erstmal, dass man garnichts zu erzählen hat bzw. dass einen alle für einen Internetfreak halten.

    Also schön die Bälle flach halten, für Kurzweiligkeit sorgen und abwarten bis sich etwas tut in Richtung Paid Content. Deswegen unterstreiche ich auch die 3. Aussage von Herrn Vielmeier: „Aber es ist Zeit für ein Umdenken, und das schließt mich selbst mit ein. Leser nur mit ein paar Gedanken und Alltagsgeschichten bei Laune zu halten – das funktioniert nicht mehr.“ – zumindest nicht, wenn man damit Geld verdienen möchte.
    Wenngleich ich der Meinung bin, dass die Welt Kompakt damit einen genialen Schachzug in Richtung pro Printmedien getätigt hat!

    Nur am Rande: Ich habe ohne völlig journalistische Fähigkeiten einen Blog aufgesetzt (siehe www), welcher eine totale Randgruppe bedient: Technische Ingenieure. Trotzdem kann ich mir damit nicht anmaßen _jemand_ zu sein. Schon garnicht dafür Geld zu verlangen.

  • @rose/92: Mal etwas weniger konfrontativ: Ich hab im Zuge der ganzen Diskussion einige Rückblicke von Bloggern, die teilgenommen haben, gelesen. Fazit: Alle waren nett, schön, dass man sich mal gesehen hat, der ASV hat sich toll um Euch gekümmert, und ne Tageszeitung machen ist doch was anderes als ein Blog. Ich hab auch einige Texte von Leuten gelesen, die nicht dabei waren. Fazit: Mit der reißerischen „Das Internet ist tot“-Überschrift steht Basic Thinking (zu recht) alleine, aber generell schneidet die Scroll Edition nicht gut ab. Als allgemeiner Tenor hängen geblieben: Als Experiment ok, aber im Wiederholungsfall bitte anders aufziehen.
    Mich würde mal Deine Meinung als Teilnehmerin interessieren: Was hältst Du vom Ergebnis? Was würdest Du bei einer Wiederholung eventuell anders machen? Ist Euch neben dem Layout auch die Blatt-Struktur vorgegeben worden, inwiefern konntet Ihr den Auftritt der Zeitung (unabhängig von den Texten) beeinflussen? Und wenn nicht die Aufgabe war, journalistische Texte abzuliefern: Was war die Aufgabe?

  • Ich habe die ‚Welt kompakt‘ abbestellt, als sie ihr Konzept auf das jetzige Format geändert haben. Nur noch Selbstbeweihräucherung, Jubelparolen wie toll doch das Internet sei und wie modern eine Zeitung, die das als Schwerpunkt hat und unter jedem Vierzeiler ein „twittern Sie mit unserem Redakteur darüber“.
    Dazu hirnlose „Tweets des Tages“ und ähnliches. Und für die Innenpolitik ist eine einzige Seite übrig geblieben.
    „Zeitung to go“? Nein – Zeitung zum weglaufen. Die heutige Ausgabe habe ich mir nur am Kiosk angesehen, angeregt durch diesen Text hier. Kaufen lohnt noch weniger als die ’normalen‘ Ausgaben.
    War mal ne tolle Zeitung, kompakt udn informativ. Aber wer mit einem Tag Verspätung wiederkäut, was das Netz so von sich gibt, hat einfach verloren …

  • @ daniel

    wir wurden dazu eingeladen, texte in unserem stil für eine sonderausgabe von welt kompakt zu schreiben. wir sind davon ausgegangen, dass wir auch am tag vor ort klassisch tagesgeschäft machen würden. als wir aber dort ankamen, stand das blatt schon – mit den geschichten, die wir alle vorher bereits in enger abstimmung mit dem verlag geschrieben und den redakteuren geschickt hatten.

    ebenfalls das layout stand schon. uns wurde gegen 12 uhr eine fertige zeitung gezeigt – mit den texten von uns, aus der vorphase. wir hätten die zeitung komplett tagesaktuell neu machen können, aber die von der welt haben durchblicken lassen, dass es ihnen lieber sei, wenn es so bleibt, wie es vorbereitet war.

    tim cole sowie einige andere und ich haben sogar versucht eine seite in der mitte zu kippen, um dort tagesaktuelle geschichten unterzubringen. wir hatten einige vorschläge. MWST debatte, fahrverbot für lkw am samstag, schulsystemdebatte, ölpest, hurrikansaison vs. ölpest und viel mehr.

    dann wurde uns aber gesagt: für jede neue story fliegt eine andere raus. nun hatte aber jeder schon eine geschichte abgeliefert (auch leute, die nicht anwesend waren und wir wollten fair bleiben) und somit haben wir dann einfach gesagt: okay, dann machen wir das tagesaktuelle halt als meldungen. kein problem. das diese unter der unglücklichen überschrift „bloggernews“ ist eine sache, aber sie sind da, die aktuellen news. leider sehr kurz.

    die twitterähnlichelösung in sachen bundespräsident war eine notlösung. die wahl zog sich endlos in die länge und wir haben mehrmals darüber gesprochen, ob wir nicht einfach drei texte vorschreiben – für drei mögliche ausgangsszenarien der wahl. die zeit lag uns im nacken. wir haben bis kurz vor acht dort gesessen und dann verschob sich das ergebnis auf neun uhr. da hatte uns aber der ASV schon längst mit einem bus in ein restaurant an der spree verfrachtet. daher wurde die twitterähnliche lösung als haupttext genommen, diese sollten eigentlich in eine spalte daneben kommen.

    das layout war bereits gemachte sache. als man es uns vorführte, sagten wir alle, das wird nicht funktionieren. aber die welt kompakt crew war fest von ihrem baby überzeugt. man habe da wochenlang dran gearbeitet, es bleibe so.

    was dann also tun?

    wie gesagt: jeder der 23 anwesenden hatte bereits einen text verfasst. jeder wollte, dass diese vor publikum laufen. dass diese zeitung eher ein magazincharacter hat, ist uns alles sofort klar gewesen. aber es hat uns nicht ganz so gestört. natürlich waren einige sehr entsetzt, als klar wurde: wir machen hier gar nicht live zeitung. alle waren aber grundsätzlich bereit dazu. das stand nie ausser frage.

    daher erklärt es sich auch, warum fast alle großen themen nicht einen tagesaktuellen bezug haben. und es ist im übrigen im vorlauf so gelaufen, dass wir themenlisten abgegeben haben (zumindest war es bei uns – mir und meinem co autor). von dieser themenliste wurden drei themen vom asv ausgesucht. dann wurden die texte in enger abstimmung umgeschrieben. gekürzt. passend gemacht. von drei texten aus zehn themen sind von uns zwei in das heft gekommen.

    mein fazit ist für mich:

    ich hatte einen schönen tag mit netten leuten beim asv. mein vorurteil gegenüber mitarbeitern beim asv wurde widerlegt. und das an sich ist eine gute sache. ich hatte es geahnt, dass das heft in weiten teilen fertig sein würde, als es dann so war, ein kurzer versuchter aufstand – ohne ergebnis. also habe ich mich mit den anderen beschäftigt. wir haben sogar noch das news team gebildet, damit überhaupt was zu machen war. somit haben wir etwas ticker ausgelesen und die meldungen geschrieben. zusammen mit den volontären der axel springer akademie. zwischendurch haben wir alle viel gequatscht und gelacht und waren einfach fröhlich beieinander – wir haben einfach das beste daraus gemacht. sollten wir alle heulend aus dem raum rennen, als klar war: die zeitung ist keine tageszeitung und auch noch in einem gefährlichen format?

    bei der wiederholung würde ich anders machen: die leute, die noch nie tagesaktuell gearbeitet haben und daher nicht so schnell in recherche und schreiben sind, sollten einen tag einen kurs machen. schreiben. journalistisch. wenn es journalistische texte sein sollen – was ich noch einmal betonen möchte: dies war nie von uns eingefordert worden. wir sind da als „blogger“ hin und haben all das, was uns aus der journalistischen arbeit bekannt war, vor der tür gelassen.

    ich würde einfach einen tag mit den leuten etwas arbeiten üben und dann ganz simpel einen tag lang mit allen eine tageszeitung machen. wie sich das gehört. redaktionskonferenz, themenwahl, alle schwärmen aus, dann fällt gegen 19 uhr der erste hammer. so wie es halt sein muss.

    das wäre nicht das problem.

  • @rose
    Erstmal danke für Deine ausführliche Antwort, obwohl Du hier ja einiges an Kritik einstecken musstest…
    Ich hab allerdings den Eindruck, dass Ihr teilnehmenden Blogger Euch diesen Kritik-Schuh nicht anziehen müsst. Ihr habt Texte geliefert, die Ausgabe ist in Sachen Layout und Inhalt scheinbar schon vor Eurem Eintreffen zu gemacht worden. (Ganz ehrlich: wenn ich vorhabe, mit Leuten den Tag über noch zu arbeiten, gibt’s zur Begrüßung keinen Sekt.)
    Wie schon geschrieben: beide Seiten könnten sich aus meiner einiges voneinander lernen. So wie es abgelaufen zu sein scheint frage ich mich allerdings, was den der eine vom anderen lernen konnte. Und ich weiß auch nicht, was für einen Sinn es für solch ein Projekt macht, Bloggern einen Tag eine journalistische „Grundausbildung“ zu verpassen und die dann Zeitung machen zu lassen. Bringt den Beteiligten bestimmt ne Menge, aber was hat die WELT davon? Welchen Erkenntnisgewinn haben die sich überhaupt von diesem Experiment versprochen?
    Ich persönlich gönne jedem von Euch einen schönen Tag in Berlin. Und als ehemaliger Tageszeitungsjournalist freue ich mich auch, in Blogs mal etwas Anerkennendes über Journalisten und ihren Job zu lesen. Sollte DAS das Ziel gewesen sein kann man nur sagen: voller Erfolg.
    Und heulend aus dem Raum rennen sollte nie eine Option sein. 😉

  • Tja, es scheint doch hier mittlerweile ein Streit auszubrechen …. wer denn nun der wirklich wahre Blogger ist oder sich so Nennen darf oder wo er seine Texte veröffentlichen darf oder auch nicht, ist diese Szene schon so weit heruntergekommen?
    Sie verstanden sich doch einmal als die Netzaktivisten, die alles Neu, Besser und völlig Anders machen wollten, gegenüber den etablierten Medien denen ein schneller Tod vorhergesagt.
    Nun selbst Etablissement und langsam in die Jahre gekommen hüpfen sie nur noch mit roten Irokesen Schnitt durch das Öffentlich Rechtliche oder diversen Talkshow, klopfen weiterhin die alten lockeren Sprüche, feiern sich auf Konferenzen selbst, um ihre wiederkehrende Botschaft des Web 2.0 zu Verbreiten.
    Erinnert teilweise schon ein wenig an die Alt 68er ,
    denn ihr Publikum ist längst weiter gezogen zu Facebook , Hulu , iTunes, YouTube ect.
    Die Medienmoguls legen ihnen mittels dubiosen Leistungsschutzrecht und anderen Vorhaben langsam die Schlinge um den Hals, nur die Blogger streiten noch …….. wer denn nun der einzig Wahre sei…..

  • das experiment ist doch geglückt, ich weiß gar nicht, was sie alle haben. ein paar handvoll befindlichkeitsblogger möchten gerne wieder im kinderparadies abgeholt werden, und sie zuhause an den lesegeräten kommen jetzt bitte alle wieder nach hause zu mutter holzpresse.

    dass aber auch wirklich auf allen ebenen ein besonders unangenehmes druckwerk gebaut wurde, imponiert mir irgendwie. die gruselige typographie ist doch wirklich sehr pastöser farbauftrag in einem schwierigen gesamtbild.

    sind eigentlich die fremdinhalte alle urheberrechtlich ordentlich übernommen?

    .~.

  • „Was ich für tot erklärt habe, sind “Blogs im ursprünglichen Sinne”, also verfasste Gedanken ohne viel Stil und Recherche. Zum Glück geht inzwischen der Trend zur Professionalisierung, “

    so einen Käse hab ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Das ist ja, als würde Günther Grass fordern, dass Urlaubspostkarten nur noch von Bestsellerautoren geschrieben werden sollen.
    Ein Blog IST per Default unprofessionell.
    Ihr solltest eher mal merken, das ihr kein Blog sein wollt.
    Wenn ja, dann steht auch dazu

  • ich habe die videos und unterlinks in der printausgabe vermisst.

    print is print und web is web!

    es sollte um respektvolle koexistenz nicht um niedertraechtige konkurrenz gehen. lasst die vergleiche und vermischungen der medien

    oder auf gut deutsch:
    À chaque fou sa marotte.

  • […] Jürgen Vielmeier пишет: es ist doch mit dem bloggen wie mit allem. anfangs trendy, später mainstream weil es jeder machen will, machen kann und vor allem auch macht. ich mache es ja auch. aber da ich leider keinen job habe, der bloggenswert wäre, geschweige denn, ….. Es wäre ja auch zu einfach, einfach mal jemanden zu loben. Geht ja gar nicht. Immer nur draufhauen. Dann aber irgendwann in der Kommentarfunktion zurückrudern. “Ich habe ja gar nicht gesagt das Dein Text schlecht ist”. … […]

  • Hat jemand das Ziel des Projektes “Scroll Edition” von der Welt Kompakt verstanden?…

    Ich habe vor einiger Zeit bei Matthias über eine Scroll Edition der Welt Kompakt gelesen. Es hat mich damals etwas interessiert, aber ehrlich gesagt in der Vielzahl der Themen, ist es einfach untergangen. Jetzt vor ein paar Tagen, bin ich bei Alpe…

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