Noch ein iPad-Killer: Motorola und Verizon planen TV-Tablet

Nils Baer
von Nils Baer

Nach Apples großem Erfolg mit dem iPad kündigen nun nacheinander alle größeren und kleineren Mitbewerber ebenfalls einen Tablet PC für die nahe Zukunft an. Nach Angaben der Financial Times steigt nun auch Motorola zusammen mit der Telekommunikationsfirma Verizon in den Ring, um Apple mit einem eigenen Gerät Marktanteile abzujagen.

Um sich vom iPad abzuheben, integriert Motorola in sein im Herbst erwartetes Produkt natürlich gerade die Features, die bei Apples Tablet allgemein vermisst werden. Das Android-Gerät soll daher nicht nur dünner und leichter sein als der Konkurrent aus Cupertino, sondern auch mit zwei Kameras für Photos und Videochat ausgestattet sein. Außerdem soll es als mobiler Hotspot eingesetzt werden können und natürlich Flash unterstützen. Als ultimativer Wettbewerbsvorteil allerdings gilt die Möglichkeit, mit dem Tablet auf das TV-Angebot von Verizon zugreifen zu können.

Verizon bietet seinen Kunden unter dem Namen FiOS ein Paket aus Fernsehen, Telefon und Internet über Glasfaserleitungen an. Ob das Tablet dann nur den Zugriff auf die digital aufgezeichneten Sendungen erlauben wird oder sogar Fernsehsendungen in Echtzeit zeigen wird, ist noch unklar. Die Technik für beides ist jedenfalls vorhanden, denn Motorola stellt bereits die Set-Top-Boxen für Verizons stationäres Wohnzimmerangebot her.

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Zielgruppe des gemeinsamen Produkts sind damit vermutlich in erster Linie die Kunden von Verizon. Die Dienste des Telekommunikationsanbieters sind zwar nicht in den gesamten USA verfügbar, aber in seinem Operationsgebieten hält er einen Marktanteil von 25 Prozent am Fernsehmarkt. Für Motorola verspricht der Hardwareverkauf lukrativ zu werden und Verizon kann auf eine verstärkte Kundenbindung hoffen, wenn das gemeinsame Gerät das eigene TV-Angebot unterstützt.

Bei Erfolg des Konzepts könnten andere Anbieter allerdings bald nachziehen. GoogleTV basiert ebenfalls auf Android und soll im nächsten Jahr Open Source werden. Damit eröffnet sich für weitere Firmen auch ohne Partner im Fernsehgeschäft die Möglichkeit, mit einem eigenen Gerät auf digital gespeicherte Fernsehprogramme zuzugreifen. Aber warten wir erst einmal ab, ob das Gerät von Motorola wirklich ein Erfolg wird.

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(Nils Baer)

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