Sonstiges

'Augmented Reality'-Apps für Kaufhäuser: Super Idee – die hierzulande niemand umsetzt

Die Entwickler von Augmented Reality(AR)-Apps haben sehr schnell begriffen, welchen Nutzen diese kleinen Programme den Besitzern von Smartphones im Alltag erfüllen könnten. Und so gab es denn auch in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von brauchbaren Entwicklungen. Allerdings haben sie alle einen Schönheitsfehler gemeinsam: sie nutzen das sogenannte Global Positioning System (GPS) zur Bestimmung des Standortes. Die GPS-Sensoren der Phones sind aber noch nicht komplett ausgereift und lassen sich durch Störquellen mal mehr mal weniger stark beeinflussen, was in einer ungenauen Bestimmung des Standortes resultiert. Hinzu kommt, dass sie innerhalb von Gebäuden in aller Regel nicht funktionieren. Skyhook hat dieses Problem schon früh erkannt und auf die Entwicklung des Wi-Fi Positioning System (WPS) gesetzt, und es gibt Entwickler wie acrossair, deren AR-Apps auch „drinnen“ gute Ergebnisse erzielen.

Nun scheint sich in den USA aber ein Trend zu echten „Indoor Mapping Services“ zu entwickeln. AR-Anwendungen also, die speziell auf Kaufhäuser, Messen oder Flughäfen zugeschnitten sind – und ohne GPS oder WLAN arbeiten. Anhand eines Bauplans (der beispielsweise vom Betreiber einer Mall zur Verfügung gestellt wird oder frei zugänglich ist) und mittels Turn-by-Turn-Navigation sollen die User schnell das finden können, was sie suchen. Das kann im banalsten Fall die Toilette, Rolltreppe oder der Fahrstuhl, sich dann aber auch auf ein bestimmtes Produkt, einen speziellen Anbieter oder die Notausgängen erstrecken. Zu den Start-Ups, die solche Lösungen bereits für iPhones und Android-Smartphones anbieten, gehören PointInside, FastMall and Micello.

Hierzulande gibt es aber noch keinen Anbieter, was mich sehr erstaunt. Zwar behauptet beispielsweise FastMall über die USA hinaus in 21 weiteren Ländern – darunter Deutschland – seinen Service anbieten zu können und erweitert stetig sein Portfolio.

Schaut man sich aber die Ergebnisse für „Germany“ an – ganze zwei! – kehrt schnell Ernüchterung ein. Erst recht, wenn man sich zusätzlich dazu die Bewertungen in Apples App-Store zu Gemüte führt. Nun frage ich mich allen Ernstes, warum bisher kein deutsches Unternehmen, oder besser noch: Einkaufszentrum auf die Idee gekommen ist, solch eine App anzubieten. Die Idee ist doch so verdammt einfach und genial – vor allem für die Ladenbesitzer.

Nehmen wir einfach mal an, ich betrete ein Kaufhaus mit sagen wir mal drei Stockwerken, und ich suche Taucherbrillen für Kinder. Dann zeigt mir die App nicht nur den schnellsten Weg zu dem Produkt an, sie könnte mir gegebenenfalls sogar ein Sonderangebot oder zusätzliche Wassersport-Ausrüstung präsentieren, zudem auf das Fisch-Menü auf der Tageskarte des hauseigenen Restaurants hinweisen und und und. Und ganz nebenbei hätte das Kaufhaus in seinem Computer auch noch die Info, dass ich unter Umständen ein Kind habe, mit dem ich Urlaub am Meer machen möchte.

Nur damit kein Missverständnis auftritt: Ich finde nicht alle skizzierten Möglichkeiten, die eine solche App bieten würde, erstrebenswert. Darum geht es hier aber auch nicht. Vielmehr wollte ich auf technische Entwicklung hinweisen, die in den USA bereits vermehrt zum Einsatz kommt, hier aber scheinbar niemanden interessiert. Obwohl ein Mehrwert – sowohl für Kunden als auch die Werbe- oder Handeltreibenden – klar erkennbar ist. Und schwierig umzusetzen dürfte eine solche Lösung auch nicht sein. Heutzutage arbeitet doch jeder Händler mit einem elektronischen Warenwirtschaftssystem. Stellt euch das doch einfach mal vor: Ihr macht euer Smartphone an und es zeigt euch sofort alle Sonderangebote im Laden an, nach Kategorien sortiert, wenn ihr es wünscht. Und zudem den kürzesten Weg dorthin. Wäre das nicht cool?

(Marek Hoffmann)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

33 Kommentare

  • Eigentlich völlig witzlos. Ich meine, brauchen wir wirklich eine App um in einem Kaufhaus ein Produkt oder die Toilette zu finden. Bis auf IKEA sind Läden für gewöhnlich kein Labyrinth und auch gut ausgeschildert. Fragen ist meist auch kein Problem.
    Letztlich sehe ich kein Geschäftsmodell in dieser Art Apps. Praktisch würde sie vermutlich niemand nutzen. Und das ist auch der Grund warum es kaum Apps dieser Art in DE gibt. Aber die kommen schon noch.

    Nehmt z.B. eine App wie barcoo. Eine echt coole App um sich eine Lebensmittelampel und Bewertungen zu jedem Produkt anzeigen zu lassen. Eigentlich ein hoher Nutzwert. Nur den Barcode eines Produktes mit Handykamera abfotografieren und los gehts. Jeder der es ausprobiert ist begeistert. Nur… kein Schwein nutzt es letztendlich. Zu umständlich. Die Entscheidung kaufen oder nicht kaufen fällen wir dann doch entweder sofort oder in Ruhe daheim, aber nicht indem wir vor dem Regal im Handy Produktbewertungen lesen oder Lebensmittelampeln studieren.

  • Ich denke, dass eine derartige App eher ein Umsatz-Killer wäre. Die Warenhäuser machen doch vermutlich ihre größten Profite mit Leuten, die nach bestimmten Sachen suchen und dabei ganz andere Sachen finden und kaufen.

  • Also einen Mehrwert sehe ich durchaus.
    Jedoch verstehe ich auch, dass das Kostennutzenverhältnis noch nicht ausreichend groß ist. Für den alltäglichen Einkauf würde wohl kaum jemand sein iPhone rausholen. Darum ist es für die Discounter vom Grundansatz her nicht so attraktiv. Zudem denke ich, dass es auch für die Geschäfte eine gewisse technische und finanzielle Herausforderung ist. Zwar haben heutzutage vermutlich tatsächlich alle Geschäfte ein Warenwirtschaftssystem, dieses müsste jedoch ausgebaut werden, um alle Produkte mehr oder weniger manuel innerhalb des Geschäfts zu ‚kartografieren‘. Zudem müssten entsprechende Apps entwickelt und ein Wi-Fi Positioning System aufgestellt werden.
    Für die USA könnte so ein Einkaufsnavisystem interessanter und bedeutender sein, da es dort mehr größere Einkaufsmalls gibt als hierzulande.

  • Das braucht doch keine Sau

    Soweit ich die Malls in USA kenne ist da wie in .de alle paar Meter ein directory und/oder Flyer/Karten und sowieso an einem endy macys und am anderen irgend ein anderer megastore und in der Mitte der foodcourt
    eben wie in .de – vorne Kaufhof hinten Saturn / c&a und in der Mitte mcd

    Für was sollte ich mit denn da ne App. laden?

    Ich finde das (und die allermeisten anderen apps) sinnlos.
    Ja, ich hab ein iPhone und android und entwickle dafür

  • Und zu barcoo

    Scan mal was im mediamarkt was günstig ist..
    Gibt’s nicht. Wieso: das Produkt s hd- 3374 gibt’s nicht.
    Sucht man bei verschiedenen Anbietern nach den mm Produkten findet man zB bei Toshiba das dass blaBlubb 3731 anders ist wie das 3730 und exklusiv für Metro hergestellt wird

    Kurz: viele Ketten lassen abweichend herstellen damit man nicht vergleichen kann

  • Das wird schon deswegen nichts, weil Unternehmen in Konkurrenz stehen. Und die wollen halt nicht auf einer Karte mit dem Mitbewerber stehen, die wollen alleine dort stehen. Vor allem wollen sie nicht den Link auf den Laden des Mitbewerbers, nur weil sie selbst gerade keine Taucherbrillen anbieten.

  • Habt ihr schon mal die Shopgate App probiert? Der Scanner findet zwar wenig Alltags-Haushaltsmittelprodukte, aber sehr viele Bücher, Elektronik etc. Da sind schon 100 Shops drin… und man kann auch gleich einkaufen mit der App, nicht nur scannen…

  • Die wirklich praktische Iphone und Andriod Nutzung in den USA siedle ich auch um einiges höher an, als bei uns. So wie ich hier die junge Generation an der Uni erlebe, nutzen die ihre Handys für jeden Mist, den man viel schneller ohne erledigen könnte. In D würde man das mal als Spielerrei probieren, aber ein dauerhaften Nutzen sehe ich nicht.
    Was ich allerdings interessanter fänd wäre eine Kombination mit sozialer Komponente wie zB User-Generated-Content: Bewertungen, Tipps, Erfahrungen etc. zu den jeweiligen Läden. Denn ne Indoor-Map brauchen nur die lazy Ami’s.

  • Also ich finde auch, dass es keinen wirklichen Nutzen hat. Wenn ich einen bestimmten Shop suche dann finde ich diesen auf den Displays innerhalb der Mall.
    Ansonsten ist Shopping doch eher eine Freizeitaktivität. Man durchstöbert alle Läden und findet dabei Sachen, von denen man nicht wusste das es sie gibt und das man sie gebrauchen könnte.
    Durch solche Apps würden Spontankäufe stark zurückgehen und genau auf diese müssen die meisten Einzelhändler setzen.

    Das einzige Potential solcher Apps wäre, wenn es mir anzeigen würde, wo genau ich etwas billiger finde, jedoch nur bei Elektronikartikeln.
    Denn Elektrogeräte sind homogene Güter.

    Ich persönlich würde es nicht nutzen.

  • Gibts z.B. von einer dänischen Firma für Kuhställe: Der Bauer hat ein Smartphone und kann in einem großen Stall den Standort einer bestimmten Kuh anzeigen lassen. Das System analysiert auch die Laufwege der Tiere und kann daraus Hinweise auf Gesundheitsprobleme ermitteln bevor man es dem Tier ansieht. Bei Kontrollgängen wird ein für den Bauern/Tierarzt „optimierter“ Laufweg gewiesen. –> http://www.cowdetect.dk/index.php?page=41

  • Also ich weiss nicht so recht…
    Wie schon gesagt, ist es doch keine Schwierigkeit ein Produkt in einem Kaufhaus zu finden. Und zur Not fragt man halt einen Mitarbeiter. Ausserdem kommt hinzu, dass ich mir bestimmte Wege einfach nicht mehr merke. Dieses Phänomen habe ich schon bei den Navis festgestellt. Würde ich den Weg anhand Karten selbst suchen und ihn „bewusst“ fahren, bleibt er mir viel schneller im Gedächtnis, als wenn ich mich einfach leiten lassen würde. So weiss ich nach dreimaliger Fahrt immer noch nicht wo es eigentlich lang geht.
    Ich seh schon, dass kommende Generationen ohne ein Smartphone vollkommen überfordert sind. So wie heutige Kids teilweise ohne Handy nicht mehr zurechtkommen. Das muss doch nicht sein.

  • Warum sortieren wohl Kaufhäuser öffters mal um? Damit nicht jeder Kunde „nur“ zum gewünschten Artikel läuft. So wie ich das sehe wünschen die Kaufhäuser einen möglichst langen Weg, an vielen Artikeln vorbei um den Kaufreitz zu erhöhen. Dennoch ist die Idee mit den Werbemöglichkeiten ein netter Ausgleich und wenn die Sonderangebote hinten im Laden angeboten werden, dann laufen die Kunden ja auch so vorbei… nur schauen sie halt die ganze Zeit aufs IPhone…

  • Hierzulande wird oftmals ein ganz anderes Konzept verfolgt und zwar den Kunden so lange wie möglich im Kaufhaus zu Halten.
    Auch das „Suchen“ gehört zu diesem Konzept er soll dadurch zu Spontankäufe animiert werden.
    Diese Apps wären „schädlich“ für dieses Konzept, der Kunde würde sich dadurch mehr auf die App und sein Produkt konzentrieren als auf die weiterführenden Auslagen und Werbung des Kaufhauses.

  • Mehrwert für Kunden? Das man noch mehr mit nervender Werbung zugeballert wird?

    Wenn ich Taucherbrillen für die Kids suche, gehe ich am Eingang zur Info oder spreche einen Mitarbeiter an – fertig.

  • Ich bin fürchterlich orientierungslos und wäre sehr dankbar für solche Anwendungen. So oft bin ich schon in grossen Bahnhof-Shoppingzentren oder anderen grossen Einkaufszentren herumgeirrt und habe zB den richtigen Ausgang gesucht, vor dem mein Fahrrad steht. Und in welchem Stockwerk in welchem Flügel war noch der der gesuchte Laden? – Doch, bitte her mit diesen Funktionen!

  • Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Ich presönlich kann aber auf sowas verzichten. Toiletten sind ausgeschildert, Rolltreppen meist offensichtlich und Sonderangebote im Laden auch gut ersichtlich und nicht versteckt.

    Wer solch eine App braucht, soll sie sich holen und weiterhin schön auf die Anonymität pfeifen 😉

  • Tolle Idee – hatten wir auch. Ich beschäftige mich beruflich mit diesem Thema und tatsächlich gibt es auch in Deutschland Firmen, die a) ein wirtschaftliches Interesse an Indoor-Navigation haben und b) auch schon Lösungen dafür konzipieren.
    Ich habe mir mit Interesse die oben verlinkten Lösungen angeschaut, speziell FastMall. Das ganze hört sich in den Beschreibungen sehr spannend an, aber ich vermute, dass das im Endeffekt sehr enttäuschend sein muss. (auf Youtube gibt es ein Interview bei ABC, wo der Hersteller die Navigation in Worten erklärt – das hört sich sehr improvisiert an)
    Fakt ist: Ich kenne keinen Anbieter, der auf dem iPhone bislang eine vernünftige Indoor-Navigation hinbekommen hat. Wir haben Skyhook ausprobiert und es ist enttäuschend. Es ist viel zu ungenau, und gerade wenn man über Indoor nachdenkt, ist Metergenauigkeit entscheidend.
    Keiner der drei Anbieter hat, von dem was ich gesehen habe, folgende Leistungen im Angebot:
    – genaue Positionsbestimmung des Startpunktes
    – Berechnung des optimalen Weges zum Ziel, abhängig von diesem Startpunkt
    – Angebot von Alternativrouten
    – kontinuierliche Positionsbestimmung während des Laufens
    – echte „turn-by-turn“-Anweisungen wie ein Straßen-Navi.

    Vielleicht noch etwas zum Hintergrund: Auf dem iPhone sind private APIs 2009 verboten worden, die, mit entsprechendem Aufwand, dafür hätten sorgen können, dass man sein eigenes Terrain entsprechend navigationsfähig macht. Bei Android sieht das etwas anders aus. Auf dem iPhone ist allerdings ausschließlich die geräteeigene Ortsbestimmung über GSM/GPS und WiFi möglich. Leider!

    Es wird also noch eine Weile dauern, bis so etwas in Supermärkten möglich sein wird. Sorry!

  • Großartig – solch eine App hätte mir letzten Samstag jede Menge Zeit gespart, die ich zu weiterem Shopping-Vergnügen hätte nutzen können. Stattdessen bin ich geschlagene 30 Minuten einem absolut verwirrenden Wegleit-Schilder-System gefolgt. Gesucht habe ich den EC-Automaten MEINER Bank und dann das WC …

  • Die Idee ist zwar gut, doch in Deutschland sieht man neue Techniken und Ideen erst Mal skeptisch an und glaubt nicht an den Erfolg. Aus diesem Grund sind die Amis uns immer 2 bis 3 Jahre voraus. Denn die Amis setzen die Ideen einfach um und schauen anschließend was passiert.

  • Guter Artikel Marek. Dieses Thema ist aber das Gleiche wie das vor sich hindümpelnde mobile Payment. Es ist eigentlich ein Henne-Ei-Problem. Es gibt einige wenige (gute) Ansätze, die von Freaks getestet werden, für die breite Masse fehlt aber der bisherige Nutzwert, weshalb weitere Entwicklungen nicht vorankommen.

    Das Problem hier ist, wie auch schon in anderen Kommentaren bemerkt, die fehlende Bereitschaft diverser Marktakteure, miteinander Partnerschaften einzugehen. Weil Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ein Media-Markt in einer App gleichzeitig mit den Angeboten des Mini-Computerhändlers am Eingang der Mall erscheinen möchte.

    Das Gleiche hatten wir doch bis vor drei Jahren mit Anwendungen für das mobile Internet. Auch hier kochte jeder sein eigenes Süppchen mit Mini-Anwendungen und mobilen Seiten (kennt einer noch i-mode von E-Plus?), bis Apple dann kam und dem Markt ein System aufzwang bei dem es dem Nutzer egal sein kann, von wem die App nun kommt.

  • „Eigentlich völlig witzlos. Ich meine, brauchen wir wirklich eine App um in einem Kaufhaus ein Produkt oder die Toilette zu finden. Bis auf IKEA sind Läden für gewöhnlich kein Labyrinth und auch gut ausgeschildert. Fragen ist meist auch kein Problem.“
    Das sehe ich anders. Ich war gestern im AEZ was leider nicht im Oval oder Ähnlichem aufgebaut ist, verschiedene Abschneidungen hat und 3 Stockwerke, da habe ich mich schon öfters gefragt „Wo bin ich, war ich hier schon?“.
    Fände das also eine gute Idee.

  • Für viele Menschen ist das Shopping ein Lustgewinn bzw. ein Zeitvertreib.
    Sollten diese Apps in die Tat umgesetzt werden, wird es für die stets Eiligen einen Vorteil bringen. Die anderen werden weiterhin gemütlich ihrem Shopping nachgehen, ohne Eile und Hetze. Jede „Zeitersparnis“ zieht jedoch Bewegungsmangel nach sich – und die Menschen werden noch träger und fauler. Wie sieht das grausame Ende dieser Erleichterungen aus? Auf einem Rollstuhl sitzt ein menschliches Wesen. Völlig inaktiv und im Prinzip lebensunfähig. Alle Wege werden ihm abgenommen, alle Wünsche werden auf Knopfdruck ins Haus geliefert.

    Zum Essen muss er nur noch seinen Mund öffnen, die vollautomatische Küche liefert das perfekte Essen. Sex hat der moderne Cybermensch nicht mehr, der hält ja nur vom Informationskonsum ab. Warum auch, Sex, die künstliche Befruchtung ist ja im Rollstuhl bereits automatisiert. Vibratoren etc. sind im Rollstul der Zukunft fester Bestandteil.

    Derweil zahlt das arme Wesen brav seine von der Wiege über den Rollstuhl bis zu Bahre in den unersättliche Steuerschlund und freut sich schon auf die neueste Entwicklung zur Zeit und Bwegegungsersparnis: Die vollautomatische Fäkalienabsaugung, die jeden Toilettenbesuch überflüssig macht. Der Dauerkatheder zur Urinableitung liegt ja schon seit der neuesten Rollstuhlgeneration.

    Ob spätere Generationen überhaupt noch wissen werden, welchem Zweck früher mal Arme und Beine gedient haben? Vermutlich wird sich derartiges Wissen nur noch sehr wenigen Menschen offenbaren. Denjenigen, deren selbständige Gehirnrestfunktion noch so weit reicht, um die Fernbedienung des Fernsehers zu handhaben…

  • Die Entwicklungskosten für ein solches System, zahlt man in Kaufhausketten doch lieber den erfolglosen Managern als Prämie aus! 🙂

  • Interessanter Artikel, würde mich mit meiner persönlich Meinung dazu jedoch eher „Trenz“ anschließen.

    Mal ehrlich: Wie viele Kaufhäuser kennt ihr hier in Deutschland, wo ihr nicht im Stand seid eine Rolltreppe zu finden / sehen? Da würden mir vielleicht nur das KdW in Berlin einfallen von seinen Ausmaßen und ggf. Centro in Oberhausen.

  • Ich finde die Idee Klasse, vor allem für Messen und ähnliches wäre das eine gute Überlegung. Prinzipiell ist es ja nur ein Navigationsgerät für Indoorbereiche. Ich hoffe die Idee wird auch in Deutschland umgesetzt.

  • Ich denke auch ihr solltet euch nicht so auf die Kaufhäuser fixieren, es gibt viele öffentlich Orte, die so eine App Wert wären. Bei Feuer findet man in der massenpanik so vielleicht auch schneller einen Fluchtweg 😀

  • Danke an alle für diese Diskussion!
    mobile breadCRUMBS, mein Unternehmen, ist tatsächlich in der Lage, Indoor-Navigation in Deutschland zu entwickeln. Die technischen Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung, vor allem, da uns hier in Deutschland die beste Software zur Verfügung steht (kleiner Gruß nach München).
    Aber eins muss dabei klar sein, eine solche Indoor-Navigation ist mit Aufwand verbunden. Und wie diese Diskussion zeigt, ist der Markt gespalten. Auch bei den Einkaufszentren ist eine Entscheidungsfindung nicht von heute auf morgen zu erreichen.
    Mobile Augmented Reality ist so jung, dass die beteiligten Entwickler erst jetzt anfangen, Geld damit zu verdienen. Und irgendwie müssen ja auch wir zu unserem Butterbrot kommen.
    Wir werden Indoornavigation basierend auf Augmented Reality noch dieses Jahr beginnen. Wir werden bessere und genauere Ergebnisse erzielen, als die amerikanischen Beispiele. Unsere Technik ist die am weitesten entwickelte, es fehlt ihr nur an der Anwendung.
    Ich würde mich freuen, wenn diese Diskussion weiter geführt wird.
    Wir brauchen das Feedback, um zu wissen, was dort draußen wirklich benötigt wird.
    Nochmals vielen Dank für die bisherige Diskussion.

  • Es gibt einen einfachen Grund, warum das in Deutschland noch eine Weile braucht. In keinem anderen Land ist die mobile Nutzung so sehr auf iPhones beschränkt. Und auf dem iPhone ist nach dem Absprung von Skyhook eine WiFi-Positionierung (legal) nicht möglich.

Kommentieren