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Kommentare: Kollektive Intelligenz und Zerstörung

Diskussionen unter Blog-Beiträgen können konstruktiv oder destruktiv sein. Gleich an meinem ersten Arbeitstag hier bei Basic Thinking erlebte ich Ersteres. Ich war gerade dabei, von Mac auf Windows 7 umzusteigen und suchte ein Screenshot-Tool nach dem Vorbild von Skitch. Ich erwähnte im letzten Absatz eher nebenbei, dass ich mich über Alternativen zu dem Tool freuen würde. Und tatsächlich erhielt ich eine ganze Menge sehr guter Vorschläge, die ich hier kurz mit ihrem Verfasser zusammen aufzählen möchte:

Und auch wenn’s zu spät ist, ein paar gute Vorschläge für den Mac waren noch dabei:

Was soll jetzt dieser Beitrag? Ein gutes Screenshot-Tool habt ihr ja sicher schon oder braucht ihr nicht. Nun, die ganze Geschichte zeigt sehr gut, was mit Blogs theoretisch möglich ist. Der Autor kann nicht alles wissen oder in der Kürze der Zeit, die ihm zur Verfügung steht, nicht unendlich in die Tiefe recherchieren. Die Masse der Leser weiß insgesamt mehr: Der genannte Beitrag wurde aktuell mehr als 5.700 Mal gelesen. Bei derartigen Zahlen ist garantiert jemand dabei, der sich in einem Detail noch etwas besser auskennt. Oder die Masse kann ihr gesammeltes Wissen zusammentragen. Kollektive Intelligenz, einer der Faktoren, die als Basis von Web 2.0 immer wieder genannt wird. Dem stehen Beleidigungen, Trolle und unkonstruktive Kritik gegenüber. Wo etwas erschaffen wird, muss es eben auch wieder zerstört werden. Informelle Dekonstruktion.

Wie holt man nun das Beste aus Kommentaren raus? Lange Zeit galt: Kommentare über alles, egal welchen Tonfall und Inhalt sie hatten. Ich halte das für überholt. Wer Beleidigungen und unsachgemäße Arten von Kritik und Lob nicht abperlen lässt, investiert zu viel Energie. Kommentare gänzlich zu ignorieren, kann natürlich auch nicht der richtige Weg sein. Es hilft nur ein Aussieben: Konstrutives von Destruktivem trennen, dann lässt sich mit Lesern durchaus etwas zusammen erarbeiten. Ich werde das hier künftig von Zeit zu Zeit versuchen.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

19 Kommentare

  • Hallo,

    warum nicht einfach das Bordeigene „Snipping Tool“ von Windows 7 nutzen. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Auch wenn ich zusätzlich FastStone Capture nutze.

    Schöne Grüße
    Georg

  • Wahrscheinlich hast du dich jetzt schon für eins der Programme entschieden, trotzdem empfehle ich an dieser Stelle einfach mal „GreenShot“, das auch bei chip.de mit 5 Sternen bewertet wurde.

    Gruß.
    Nico

  • Wenn sich nur alle beteiligen würden…
    5.700 Aufrufe stehen 54 Kommentaren gegenüber. Ein bisschen mehr Beteiligung wäre wünschenswert.

  • 😀 Wow. Mir gefällt, dass BasicThinking wieder etwas runter kommt und sich auch mit „den kleinen vernetzt“ :O kenne ich von hier garnicht. Freut mich sehr! Back to Basics 😛

  • Hey Jürgen,

    die Thematik Kollektive Intelligenz etc. wurde ja schon zich mal schon von allen Seiten beleuchtet – und auch dort gilt, die Masse weiß dann doch am Schluss die effektivste Lösung.

    Es ist der permanente Dialog und dabei sicher nicht die resultierende Destruktion! Wenn dies nämlich der Fall wäre, so hätten wir keinen Wissengewinn, alles würde immer durch seinen „negativen“ Gegenpart überstrahlt – und auch Ihr hier bei BT hättet keinen Spaß mehr am schreiben.

    Es liegt dabei allein an der menschlichen Natur (explizit von uns Deutschen ;)), dass uns negative Dinge nun einmal leichter auffallen und wir uns diese auch besser Merken. Dabei geht ganz klar aus den Zahlen hervor, dass durch die Gemeinschaft mehr erschaffen wird als durch Trolle etc. jemals durch Destruktion untergraben werden könnte 🙂

    Auch bin ich aber auch der Auffassung, dass wir eben auch durch die versuchte Destruktion ganz klar lernen – „Sei deinen Freunden nahe, aber deinen Feinden noch näher“ – ohne sich dabei dem Spruch zu nähern, sich auf das Niveau seiner Trolle etc. herab zu lassen, da sie einen „dort unten“ mit den eigenen „Waffen“ schlagen.

    Machen wir es kurz:
    Die Diskussion lebt von beiden Seiten, man sollte NIE! eine davon ignorieren.

  • Als ein weiteres nützliches Tool kann ich Screengrab! als Add-On für den Firefox empfehlen – damit lassen sich ganze Webseiten „abfotographieren“. Ist für mich als Webentwickler sehr praktisch – Freunde können bei Anzeigefehlern einfach ein Screenshot machen, anstatt es umständlich zu beschreiben.

  • Destruktion kann aber auch hilfreich sein. Nur durch Kritik wird auf die Dinge gezeigt, die die gegenwärtigen Lage ins Negative zieht. Ein Verbesserungsvorschlag ist dabei nicht notwendig – verlangt man nur „konstruktive Kritik“, immunisiert man sich gegen destruktive Kritik, die aber genau da ansetzen kann, wo der große Fehler steckt. Kritik ist von Natur aus negativ, allerdings wichtiger Bestandteil unserer Vernunft. An die „Kritik der reinen Vernunft“ sei erinnert. 😀

    Wie auch immer, ich hab jedenfalls gemerkt, dass ich das Snipping Tool ebenfalls nie verwendet hab, stattdessen habe ich für Screenshots immer Bildbearbeitungsprogramme gestartet, weil ich keine extra Programme installieren wollte. Aber da Snipping Tool ja schon auf der HD ist, kann man’s ja benutzen. Sehr guter Tipp 😀

  • Sorry aber jeder Blogger müsste doch Wissen das Blogs mit diesem Inhalt

    ….. Ich war gerade dabei, von Mac auf Windows 7 umzusteigen ……

    ein wahrer Honigtopf für Trolle ist!

    Zudem man als Leser nie genau Weiss ob das nicht von vornherein Beabsichtigt war und die Suche nach dem Screenshot-Tool nur ein Vorwand um wieder mal eine zünfige OS Dikussion mit guten Quoten zu führen ?

    …Der genannte Beitrag wurde aktuell mehr als 5.700 Mal gelesen….

    Ja ist klar dieser sicher auch 🙂 , nach dem „Heise-Freitag“ nun der „Basic Thinking – Samstag“ ?

  • @Georg

    Windows 7 hat ein eigenes Snipping Tool? Nach dem Lesen Deines Kommentars habe ich mich gleich auf die Suche gemacht und siehe da… Danke für den Hinweis. Nun nutze ich Windows 7 schon fast ein Jahr und lerne immer noch dazu. Ich finde die Funktionalität absolut ausreichend für meine Zwecke.

  • Auch von mir danke an Georg, ab in die Taskleiste damit und mit TheBat lässt es sich auch noch verbinden.. mehr hätte ich nie gewollt. 🙂

  • Kommentare sind schon eine Waffe bei einem Blog, vor allem wenn es um Themen geht, welche gerne und umfangreich diskutiert werden. Dazu gehört natürlich auch der Umstieg von Windows auf Mac, Themen wie Linux, Internet Explorer und co. Manchmal verstehen auch einige Leser einfach die tolle Ironie oder den Sarkasmus eines Beitrags nicht! 😉

  • Bei mir ist generell FAST jede Art von Kommentar erwünscht. Der Sinn des Bloggens ist es schließlich, seine Gedanken (im weitesten Sinne) mit anderen zu teilen. Man schreibt ja, damit es jemand liest, sonst könnte man auch auf traditionelle Art Tagebuch schreiben und es unterm Bett verstecken. Kommentare sind für mich ein Zeichen, dass jemand meine Gedanken gelesen und sich mit ihnen auseinandergesetzt hat. Natürlich bekommt man auch destruktive Kommentare, aber das ist halt das Risiko das man eingehen muss. Es passiert ja auch, dass man in einem Gespräch in der „realen Welt“ mal eine dumme oder unpassende Antwort bekommt. Wenn man sich also für das Bloggen als Mitteilungsform entschieden hat, sollte es das Ziel sein Kommentare zu bekommen.

    LG,
    Dominik

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