44 Prozent bloggen mit WordPress – haben Tumblelogs noch eine Chance?

Jürgen Vielmeier

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Ich persönlich war ein kleines bisschen überrascht. Aber nachdem mich meine Kollegen gerade fragten, was daran denn nun so besonders sei, gehe ich mal davon aus, dass ihr das ähnlich seht: Die Ergebnis unserer Twtpoll-Umfrage zum Thema-Blogsysteme sind da. Angesichts eines angekündigten neuen Designs von Blogger.com vergangenen Woche hatten wir euch gefragt, womit ihr denn eigentlich bloggt. Insgesamt gab es 216 Stimmen. 44 Prozent davon verwenden den Klassiker: ein selbst gehostetes WordPress. 19 Prozent sind bei Googles Blogger.com, 11 Prozent bei WordPress.com.

Überraschend deswegen, weil ich vermutet hatte, dass Tumblelogs inzwischen deutlich weiter verbreitet wären. 15 Millionen monatliche Besucher sollte im vergangenen November allein Tumblr haben, die Nutzerzahlen hatten sich innerhalb eines Jahres verfünfzehnfacht. Aber nur 7 Prozent unserer Umfrageteilnehmer bloggen mit Tumblr, 6 Prozent mit Posterous. Auf Tumblelogs veröffentlichen die Benutzer nur selten längere Beiträge. Es werden eher Bilder, Videos, Zitate oder Links verschlagwortet, die den Nutzern auf ihren Streifzügen durchs Web aufgefallen sind. So etwas, was Facebook inzwischen auch kann? Genau. Deswegen wirft unsere Umfrage nun die Frage auf, ob Tumblelogs überhaupt noch eine Chance haben.

Tumblelogs hierzulande kaum benutzt

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Tumblr-Konkurrent Posterous nimmt inzwischen keine neuen Blog-Accounts mehr an, sondern hat sich als Groupware neu erfunden. Tumblr hingegen ist in den USA weit verbreitet und wäre zumindest bis zu einem gewissen Grad eine Alternative zu Facebook. Ob es sich hierzulande aber noch eine Chance gegen Facebook hat, wenn die Verbreitung bislang nicht höher ist, wage ich aber langsam zu bezweifeln. Seit Facebook seinen Gefällt-mir-Button auch für Webseiten anbietet, ist Tumblr eine wichtige Existenzgrundlage abhanden gekommen. Nur als Alternative zu WordPress.com sehe ich Tumblr noch gut gerüstet. Für längere Texte bietet Facebook noch keine Alternative zu Blogs, da das Freundenetz Nachrichten auf 420 Zeichen begrenzt. Große Frage ist, ob Facebook das noch einmal ändern wird.

7 Prozent der Teilnehmer unserer Umfrage gaben übrigens an, gar nicht mehr zu bloggen, sondern nur noch bei Facebook oder Twitter Dinge zum Besten zu geben. 6 Prozent benutzen etwas anderes als die Systeme, die zur Auswahl standen. Darunter sind Blogger.de, ein selbst gehostetes Joomla, ein selbst gehostetes Drupal oder Eigenentwicklungen.


(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.