Musik, Games und Video: Facebook will zur Unterhaltungsplattform werden

Jürgen Vielmeier

Warner
Zaghafter Anfang: Warner bot im März den Spielfilm „The Dark Knight“ auf Facebook an.

Hin und wieder passiert es auch uns, dass uns in den Wirren um ein interessantes Thema ein nicht unerhebliches Detail durchrutscht. Das sei hiermit nachgeholt: Eine mögliche Kooperation mit dem Musikstreaming-Anbieter Spotify könnte für Facebook erst der Anfang gewesen sein. Das soziale Netzwerk plant laut einem Bericht der „New York Times“ Kooperationen mit weiteren Unternehmen der Unterhaltungsbranche. Ziel soll es sein, zu einer allumfassenden Unterhaltungsplattform zu werden.

Michael Wolf von GigaOm nennt es gar das „soziale Unterhaltungsbetriebssystem für das Web“. Facebook bietet schon jetzt die Möglichkeit, sich über Texte, Bilder und Amateurvideos (YouTube) auszutauschen, indem man die jeweiligen Webseiten einbindet. Die Möglichkeiten gerade für Musik greifen noch viel weiter.

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Hören, was die Freunde hören

Zu hören, was die Freunde hören, Songs zu kommentieren, neue Musik auf diese Weise zu entdecken, könnte zu einer neuen Killeranwendung für Facebook werden. Gerade, weil man das Netzwerk auch unterwegs nutzen kann. Neben Spotify kämen weitere Musikdienste wie (hierzulande) Simfy und (in den USA) Pandora in Frage. Nur auf einen Dienst zu setzen, kommt für Facebook laut dem NYT-Bericht jedenfalls nicht in Frage. Facebook spart sich damit zähe Verhandlungen mit Rechteinhabern in allen Ländern rund um den Globus. Dafür soll der geplante Entertainment-Hub auch eine Plattform für Games und Premium-Videoinhalte werden, wie etwa für das Film- und Serienportal Netflix.

Fraglich ist jetzt, ob Facebook es gelingen wird, diese Dienste hübsch zu integrieren, und vor allem: für die meisten seiner Nutzer zugänglich zu machen. Spotify ist in Facebooks Mutterland und wichtigstem Markt USA noch nicht verfügbar. Insidern zufolge muss das britisch-schwedische Unternehmen sich noch mit zwei Labels einigen, bevor man in den USA starten darf. Apple ist da schon ein Label weiter, wenn es – voraussichtlich – kommende Woche seinen Cloud-Musik-Dienst vorstellen will.

Klappt das so, wie Facebook sich das vorstellt, gäb es nur einen echten Konkurrenten. Aber ihr werdet mich auslachen, wenn ich das schreibe: Apples sogenanntes Social Network Ping. Das ist derzeit so unattraktiv in iTunes eingebunden, dass man sich fast schämen muss, darüber zu schreiben. Aber zumindest hätte Apple hier die Möglichkeit, eine vergleichbare Unterhaltungsplattform zu eröffnen. Auch wenn man dafür noch einiges an Programmierarbeit dort hineinstecken müsste.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.