Shazam will Fernsehsendungen erkennen, wird aufgekauft oder ausgebootet werden

Jürgen Vielmeier

ShazamShazam ist so eine App, die mich auch nach mehreren Jahren mit meinem Smartphone immer wieder ein wenig in ungläubliges Staunen versetzt. Wie machen die das bloß, dass die fast jedes noch so deppertes Lied erkennen, das mir gefällt? Technisch gesehen hat sich bei Shazam seit Jahren kaum etwas getan. Warum auch? Das Ding funktioniert – und gut. Es gab nur einige Erweiterung wie kürzlich eine Songtext-Karaoke-Erweiterung oder leider vor einigen Monaten die Beschränkung, in der kostenlosen App nur noch bis zu 5 Tracks pro Monat zu erkennen. Ging für mich aber in Ordnung.

Jetzt hat Shazam laut Techcrunch 32 Millionen US-Dollar Kapital eingesammelt, unter anderem, um eine interessante Erweiterung zu starten: Shazam soll künftig auch Fernsehsendungen und Werbespots erkennen können. Dabei soll es nicht nur darum gehen, die Folge einer Serie zu erkennen, sondern sogar noch die Szene. Das ist das, was die App Intonow bereits seit längerem anbietet. Da aber fast jedes Kind Shazam kennt, dürfte sich der Marktführer mit der Maßnahme durchsetzen – und dann auf eine Übernahme hoffen.

Wenn Übernahmen zu teuer werden, kommen Eigenentwicklungen

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Der Konkurrent Intonow wurde bereits wenige Wochen nach dem Start von Yahoo übernommen. Nicht umsonst. Die Zukunft des Fernsehens könnte so aussehen, dass ihr euch eure Sendung auf einem Gerät eurer Wahl anschaut, eure Lieblingsszenen liked und mit anderen teilt, Sendungen kauft oder abonniert. Der Anbieter, der es schafft, eine Community darauf aufzubauen, die auch das Kaufen von Serien und das Einblendung von Werbung ermöglicht, dürfte ein hübsches Sümmchen damit verdienen. Es ist noch ein weiter Weg in diese Zukunft, aber der Wettlauf dorthin hat begonnen. Neben Shazam und Intonow buhlen soziale Film- und Seriencommunitys wie GetGlue und Miso um die Gunst der Zuschauer. Zum Gewinner dürfte der werden, der all diese sozialen Funktionen – inklusive dem Erkennen von Serien auf einer Seite vereint.


Und hier wollen natürlich die großen Anbieter am Ende das Rennen machen, sprich: Apple, Amazon, Microsoft. Mir fielen kürzlich die Augen aus, als Microsoft für das kommende Mango-Update für Windows Phone 7 eine eigene Musikerkennung vorstellte. Kein Shazam, sondern eine Erweiterung der mobilen Bing-Suche. Ich gehe davon aus, dass Apple und Google sich das nicht lange tatenlos ansehen werden. Und dann wird Shazam von einem der Großen entweder gekauft – oder einfach ersetzt. Ab einem gewissen Punkt werden auf dem Schlachtfeld keine Gefangenen mehr gemacht. Die Unterlegenen werden nicht erschossen – sie werden einfach wegignoriert. Die Shazamer müssen aufpassen, dass ihnen nicht das gleiche Schicksal blüht.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.