Wikileaks-Video parodiert MasterCard-Werbung: "Was kostet es, die Welt zu verändern?"

Jürgen Vielmeier

Erinnert ihr euch noch an Wikileaks, diese Whistleblower-Seite, die einst durch brisante Enthüllungen Regierungen weltweit ins Schwitzen brachte? Nun, um sie ist es etwas ruhiger geworden, seit ihr Gründer Julian Assange in England unter Hausarrest steht. Letzter Leak war die Veröffentlichung von Gefangenenprotokollen aus dem berüchtigten US-Internierungslager Guantanamo Ende April. Zeit für ein neues Lebenszeichen: Wikileaks hat jetzt ein Video veröffentlicht, in dem man das bekannte Konzept der MasterCard-Werbespots parodiert.

Protagonist der Videos ist Assange, und thematisiert wird die Blockade von Wikileaks-Spendenkonten durch fünf US-Finanzinstitutionen. Diese Sperrung ist laut Wikileaks nun seit einem halben Jahr in Kraft und es hat die Organisation sehr geschwächt. Das Video enthält Hinweise darauf, wie viel Geld Wikileaks durch die Sperrung entgangen ist (15 Millionen US-Dollar) und schließt doch mit einer für sie hoffnungsvollen Botschaft.

Video ist ein Hilferuf

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Habt ihr noch Lust auf eine Verschwörungstheorie? Wenige Tage nach dem letzten auf der eigenen Website veröffentlichten Wiki-Leak trat die Crackertruppe LulzSec auf den Plan. Und kurz vor der neuen Botschaft hat die Truppe bereits wieder ihr Ende verkündet. War das womöglich ein koordiniertes Vorgehen, eine Art Outsourcing von Wikileaks-Aufgaben und ein Hinweis darauf, dass sich Hacks als effektivere Waffe als Leaks herausgestellt haben? LulzSec hat unter anderem den US-Sender PBS gehackt wegen einer ihrer Meinung nach unverhältnismäßig kritischen Reportage über Julian Assange.

Unterdessen serviert Wikileaks weitere Dokumente wie die Ireland Cables an neue Partner wie die irische „Independent“. Das neue Video soll auf die Problematik der Whistleblower aufmerksam machen und zu neuen Spenden aufrufen. Und es klingt auch ein wenig wie ein Hilferuf mit der Botschaft: Helft uns, die Machenschaften eurer Regierungen zu enttarnen, sonst gibt es uns nicht mehr lange.

(Jürgen Vielmeier, Bilder: Wikileaks, MasterCard)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.