Google Plus und die Marketing-Profis: Ich hasse dieses Spiel

Jürgen Vielmeier

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Heute Vormittag bekam ich eine E-Mail, die es in sich hatte. Im Grunde war es klar, dass so etwas früher oder später kommen würde. Jemand bat mich auf recht offensive Art, ihn in einen meiner Circles auf Google Plus aufzunehmen. Ich hab inzwischen genug „Marketingexperten“ auf Twitter und Facebook erlebt, als dass mich das noch wundern würde. Als in Alaska der Goldrausch ausgebrochen war, war vielen armen Seelen selbst die arktische Kälte nicht zu viel. Allein die vage Verheißung, in der Taiga groß rauszukommen, trieb sie zu allerhand Peinlichkeiten, für die sie sich bis dahin zu schade gewesen wären. Reich jedenfalls wurden nur wenige.

Social-Media-Marketer sind irgendwie mit diesen Glücksrittern von damals verwandt. Sie haben von anderen gehört, die mit dem Internet reich geworden sind und versuchen das nun ebenfalls. Gute Ideen haben sie zwar nicht, aber sie sind vorne mit dabei und gaukeln unbedarften Menschen vor, sie könnten ihnen zu Reichtum verhelfen. Und alle paar Jahre, wenn wieder jemand Gold findet, kommen sie angelaufen in der Hoffnung, diesmal zu den ersten zu gehören. Die neue Goldgrube nach Facebook und Twitter ist jetzt Googles kürzlich gestartes Netzwerk Google Plus.

Neue Goldgrube, alte Mitspieler

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Die Zahl von 10 Millionen Nutzern hat Google Plus wohl schon jetzt überschritten. 20 Millionen könnten es bereits am Wochenende sein. Ein bemerkenswertes Wachstum. Wer, der mit dem Internet Geld verdient, wollte nicht von Anfang dabei sein, wenn sich neue Chancen ergeben? Aber ergeben die sich wirklich so zahlreich? Es scheint mir eher, als ginge es mal wieder darum, die besten Claims möglichst großzügig für sich abzustecken, bevor irgendwann das Gold verteilt wird und die breite Masse kommt.

Zurück zur E-Mail, die mich heute erreichte. Der Verfasser schrieb mir Folgendes:

Hallo Jürgen

Ich bin noch namentlich ziemlich unbekannt in der Web 2.0 Szene. Trotzdem waren die meisten (deutschsprachigen Facebook User) schon mehr oder weniger unwissentlich, mit hoher Wahrscheinlichkeit, in einer meiner viralen Facebook Projekte involviert 🙂

Um mir langsam einen Namen und ein Netzwerk innerhalb relevanter Internetmenschen zu erschaffen, kann ich auch deine Hilfe brauchen. Damit meine Worte von wichtigen Webpersönlichkeiten (wie dir) gehört werden, habe ich es mir zum Ziel gesetzt, in möglichst viele G+ Kreise gesetzt zu werden. Du kannst diese Bitte laecherlich finden oder auch nicht. Mich ignorieren oder auch deinen Teil dazu beitragen, mir auf meinem Weg zu helfen. Aber ich würde mich freuen, wenn du die zweite Option waehlst 🙂

(…)

Weiterhin wünsche ich dir viel Erfolg bei allem und danke dir schon mal im Voraus.

(Kein Absender)

Es geht also wieder darum: Bekanntwerden möglichst schnell und um jeden Preis. Möglichst viele Kontakte gewinnen. Ich bin nicht darauf eingegangen. Der Name des Verfassers tut nichts zur Sache. Er hat ein eigenes Blog, von dem ich schon einmal etwas gehört hatte, und er bat mich, auf einen seiner Artikel von dort hinzuweisen, in dem er über deutsche Blogger auf Google Plus berichtet.

Ich habe nichts gegen ihn, ich habe nicht einmal etwas gegen Internet- und Social-Media-Marketer. Was ich verachte, ist das Spiel. Ob es einst das Web war, dann Facebook oder jetzt Google Plus: Wer dort groß rauskommen will, kann eine geniale Idee haben. Wer keine Ideen hat, wendet billige Tricks an, die zwar niemandem direkt schaden, große Ecken des Webs aber zu einem digitalen Müllplatz machen. Habt ihr denn eigentlich gar keinen Stolz?

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.