Exklusiv: Lufthansa pimpt das FlyNet – Turbo-Internet auf mehr Strecken

Hayo Lücke

Mensch Leute, Journalismus und Bloggen kann so richtig Spaß machen. Gerade dann, wenn man Themen findet, die ihr in noch keinem anderen Medium in Deutschland finden könnt – Exklusiv-Stories sozusagen. Was ist passiert? In der vergangenen Woche flatterte mir eine Pressemitteilung von Panasonic Avionics auf den Tisch, in der in einem Nebensatz etwas erwähnt wurde, was ich so noch nicht auf dem Schirm hatte. Satellitengestütztes Breitband-Internet in 10.000 Metern Höhe mit einer fast weltweiten Abdeckung. Weltweit? Moooooooment mal…

Auch Lufthansa nutzt das System von Panasonic Avionics in Form des so genannten FlyNet, um den eigenen Passagieren Internet mit bis zu 6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream anbieten zu können. Bisher war aber nur davon die Rede, dass das System auf Transatlantikflügen in Richtung der USA nutzbar ist. Jetzt also weltweit? Ich habe bei Lufthansa nachgefragt, heute Morgen ausführlich mit einem Konzernsprecher telefoniert und kann euch interessante Neuigkeiten vorstellen.

Von dieser Woche an wird das FlyNet auch auf Verbindungen in den Mittleren Osten nutzbar sein. Doch das ist noch nicht alles. Zeitgleich wird Lufthansa damit beginnen, die Technik auf Strecken gen Südamerika sowie über Russland auf Verbindungen nach Asien in den Probebetrieb zu schicken. Läuft alles so geschmiert wie bisher wird das FlyNet auch bei Reisen in diese Regionen nutzbar sein – und das noch in diesem Jahr!

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Allerdings: noch ist nicht die komplette Lufthansa-Langstrecken-Flotte mit der notwendigen Technik ausgestattet. So schauen zum Beispiel ausgerechnet all jene Kunden in die Röhre, die mit dem modernsten Passagierflugzeug der Gegenwart um den Erdball jetten. In der A380 von Airbus steht das FlyNet aufgrund noch ausstehender Zertifizierungen bis auf Weiteres nicht zur Verfügung. Zwar steht Lufthansa nach eigenen Angaben mit Airbus in Gesprächen, es ist aber derzeit nicht absehbar, wann die FlyNet-Technik an Bord der A380-Maschinen einsatzbereit sein wird.

Ähnlich wird es übrigens auch mit der nagelneuen Boeing 747-8 sein, die Lufthansa im kommenden Jahr als Erstkunde in Dienst stellen wird. Der „neue Jumbo“ wird zwar für die notwendigen FlyNet-Installationen vorbereitet sein, auch hier muss Lufthansa aber zunächst noch wichtige und relevante Freigaben von Boeing abwarten. Unter anderem, weil auf eine nicht gerade kleine Außenantenne installiert werden muss. Wie die aussieht könnt ihr übrigens auf den beiden Fotos sehen. Dafür sind inzwischen aber schon sieben Maschinen vom Typ Boeing 747-400 darauf ausgelegt, den Passagieren das Surfen im Internet zu ermöglichen. Insgesamt sind Stand heute 43 Lufthansa-Jets FlyNet-kompatibel.

Und wenn ihr in Zukunft an Bord nicht nur online gehen, sondern auch SMS verschicken wollt, so wird auch das von Lufthansa ermöglicht. Denn vor einigen Tagen wurde die erste Airbus-Maschine vom Typ A330 mit einer EMS-Antenne ausgestattet, die GSM-Datenverbindungen und die SMS-Kommunikation ermöglicht. Derzeit laufen erste Testflüge, auf denen das Mobilfunk-System ausführlich unter die Lupe genommen wird. Ihr wollt auch telefonieren? Technisch wäre das möglich, Lufthansa ist aber die Ruhe in der Kabine wichtiger und unterbindet aus diesem Grund Sprachverbindungen. Find‘ ich gut und richtig so.

Wenn ihr sehen wollt, was mit dem WLAN-Netz in Lufthansa-Maschinen alles möglich ist, werft doch mal einen Blick auf unseren Live-Blog zum FlyNet von vor einem Jahr. Wir waren nämlich mit dabei, als Lufthansa den satellitengestützten Internetzugang in Betrieb genommen hat.

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(Hayo Lücke)

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Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.