Google Street View: Ein Jahr nach dem Start rollt die Entpixelungswelle

Jürgen Vielmeier

Als Google Street View vor einem Jahr startete, habe ich mich ehrlich gefreut. Zumindest so lange, bis sich herausstellte, dass mein eigenes Wohnhaus verpixelt wurde. Wer dafür verantwortlich ist, sollte nie geklärt werden. Die Nachbarin, die ich zuerst im Verdacht hatte, war es nicht und der Vermieter angeblich ebenso wenig wie der Hausbesitzer. Wir werden es wohl nie erfahren, und niemand wird unsere – vor nicht all zu langer Zeit erst neu bemalte – Fassade online zu sehen bekommen.

Schade eigentlich, denn ein Jahr nach dem Streit, der dieses Land entzweite, hat sich vieles als Hysterie herausgestellt. Und von dem Protest ist nicht mehr viel geblieben. 245.000 Widersprüche gab es noch gegen Street View, gegen Microsofts Nachfolgedienst Bing Maps Streetside im April dieses Jahres gerade einmal noch ein Drittel davon: 80.000. Bereits im März erklärte das Kammergericht Berlin Kamerafahrten für zulässig. Als ich weitere zwei Wochen später in Hoffnung auf einen Knüller schrieb, dass Nokias 3D-Projekt für Ovi Maps nicht einmal Gesichter von Passanten auf der Straße ordentlich verpixelt, schien das niemanden auch nur die Bohne zu interessieren. Die Stimmung ist umgeschlagen, und laut Google gab es Nachfragen von Bürgern, die ihr Haus gerne wieder kenntlich machen würden.

Vorerst keine aktualisierte Version in Deutschland

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Damit wird es aber nichts: Es soll erst einmal keine neue Streetview-Version in Deutschland geben. Auch, weil Google die Wünsche der berühmt-berüchtigten Datenschützer aus Deutschlands hohem Norden mittlerweile ernst nimmt. War diese ganze Hysterie um Streetview also übertrieben, als Bürger in Deutschland Streetview-Autos mit Mistgabeln und Fackeln zum Dorfe hinausgejagt haben? Jetzt, ein Jahr später, zeigt sich, dass es zu keinen Einbruchserien gekommen ist, dass es keine spontanen Belagerungen gab, dass eigentlich nichts passiert ist. Wenn es überhaupt zu Ärger mit unerwünschten Besuchern kam, dann muss man Facebook dafür verantwortlich machen. Oder vielleicht einfach nur den Zeitgeist.

Street View gibt es in Deutschland nach wie vor nur in den 20 größten Städten. Da die meisten Bilder aus dem Jahr 2008 stammen, sind dort sogar viele Geschäfte und Häuser zu sehen, die es längst nicht mehr gibt. An eine Erweiterung denkt Google hierzulande momentan nicht. Es klingt, als habe man die Schnauze voll. Weitere Experimente wie virtuelle Rundgänge in Parks oder die Präsentation von Inneneinrichtungen in Geschäften wird es deswegen wohl nur in anderen Ländern geben.

(Jürgen Vielmeier)

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Marketing Manager (w/m/d) Schwerpunkt Online ...
Horváth in Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart
Kaufmännischer Mitarbeiter für den Bereich E-...
tetris Unternehmensberater GbR in Bielefeld
Werkstudent*in Teilnehmermanagement und Veran...
VDI Wissensforum GmbH in Düsseldorf
Marketing-Mitarbeiter / Social Media Manager ...
IBP International Building Products GmbH in Linden
(Junior) Social Media Manager (w/m/d) für die...
ASB Sozialeinrichtungen (Hamburg) GmbH in Hamburg
(Senior) Online Marketing Manager – (m/...
andsafe AG in Münster
Volontariat Digital Marketing (m/w/x) – 2 Jah...
ZEISS in Jena, Oberkochen (Baden-Württemberg), München
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.