Klagen aller Major Labels: Musikindustrie will Grooveshark auseinander nehmen

Jürgen Vielmeier

Jetzt könnt es ganz schnell gehen: Die Musikindustrie knöpft sich Grooveshark vor. Nachdem Ende November bereits Universal angekündigt hatte, den Streaming-Dienst vor den Kadi zu zerren, stellen sich jetzt auch Sony und Warner auf die Seite Universals. Grooveshark befindet sich in einer legalen Grauzone, war lange Zeit nur von EMI geduldet. Aber seit Universal kürzlich den Katalog von EMI übernommen hatte, ist es mit der Toleranz vorbei.

Zumal Universal Ende November angeblich internen E-Mail-Verkehr der Grooveshark-Bosse zugespielt bekommen und dadurch herausgefunden hat, dass Grooveshark offenbar niemals vorhatte, Lizenzgebühren zu zahlen. Schlimmer noch: Die Führungsetage des Musikangebots soll demnach selbst tausende Songs hochgeladen haben, für die ihnen die Rechte fehlten. Mitarbeiter sollen dazu veranlasst worden sein, mehr als 100.000 Songs illegal bei Grooveshark einzustellen. Zu viel des Guten für ein Major Label. Tropfen, Fass, überlaufen – ihr kennt das Sprichwort.

Wozu noch illegal?

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Drücken wir es mal neutral aus: Alle Jahre wieder trifft es einen Dienst, auf dem Nutzer Musik finden, die dort auf einem Weg gelandet ist, der der Musikindustrie nicht gefällt. MP3.com, Napster, Morpheus, KaZaA, LimeWire. Die Liste ist lang und wird jetzt um Grooveshark erweitert. Im Vergleich zu den früheren Fällen dürfte sich diesmal aber etwas geändert haben. Früher konnte man getrost sagen: Die Musikindustrie hat es ja nicht besser verdient, wenn sie sich so vehement gegen den Medienwandel sperrt. Aber heute? Es gibt legale Downloads, es gibt Musikabos für 10 Euro im Monat, es gibt Cloud-Musik und sogar eine Art Generalamnestie für Raubkopierer. Es ist noch längst nicht alles Gold, was glänzt. Aber 2011 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die Musikindustrie endlich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Wozu also noch illegal, wenn es faire Modelle gibt?

Noch ist natürlich nicht aller Tage Abend für Grooveshark. Vielleicht geschieht ja ein Wunder und die Gerichte entscheiden für den Beschuldigten. Wie die Vergangenheit zeigt, bleibt am Ende aber meist nicht viel übrig von den Gegnern der Musikindustrie. Ich weiß, dass viele von euch Grooveshark gerne benutzen. Was würdet ihr ohne den Dienst tun? Wie würdet ihr künftig Musik hören?

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.