Rdio kündigt baldigen Start in Deutschland an. Musikabo, die 7.

Jürgen Vielmeier

Kurz vor Weihnachten geht es jetzt plötzlich Schlag auf Schlag. Nachdem die Gema in den vergangenen Wochen eingelenkt und Musikabos begrüßt hat, als hätte es nie etwas anderes gegeben, schießen die Dienste wie Pilze aus dem Boden. Rdio hat mich gerade per Mail zum Start des neuen Dienstes nach Berlin eingeladen. Die Party steigt am 12. Januar um 20 Uhr, der Dienst am gleichen Tag. Rdio wird sich zumindest nicht fundamental von bereits gestarteten Musikabos unterscheiden. 12 Millionen Songs werden sich auf Desktops oder mobile Geräte streamen lassen. Preise hat Rdio noch nicht bekannt gegeben.

Der Dienst hat seinen Hauptsitz in San Francisco und war bislang nur in den USA, Kanada und Brasilien verfügbar. Die Gründer Niklas Zennström and Janus Friis dürften der halben Welt unter ihren anderen Produkten Skype und KaZaA bekannt sein. Sie haben das Geschäft aber inzwischen einem anderem Team um den Musikveteranen Drew Larner übergeben und wollen in Bälde auch den Videostreaming-Service Vdio starten.

Kostenlos bald passé?

Erst in dieser Woche hatte Mitbewerber Deezer sein Content-Angebot nach Deutschland gebracht. Eine Woche davor gesellte sich Rara zu den bereits bestehenden Angeboten von Napster, Sony Qriocity, Simfy und Juke. Rdio dürfte nun die Nummer 7 unter den Musikabos sein – und damit noch lange nicht die letzte. Ein Start von Spotify wird in Deutschland in Kürze erwartet. Auch weitere Player wie Pandora könnten es hier versuchen.

Unterdessen hat Simfy-CEO Gerrit Schumann die neuen Tarife der GEMA für werbefinanzierte Angebote als immer noch zu hoch kritisiert:

Wir glauben nicht, dass sich auf dieser Grundlage werbefinanziertes Streaming (legal) langfristig realisieren lässt. Auch wir stehen somit vor der Entscheidung, ob und wie es mit unserem werbefinanziertem Angebot in Deutschland weitergeht.

In anderen Ländern seien die Tarife deutlich niedriger und damit wettbewerbsfähiger. Allerdings sagte Schumann leider bisher nicht, welche Preise er für angemessen hält. Simfy war vor allem durch sein Freemium-Modell bekannt geworden, das Nutzern werbefinanzierten Zugang zu nahezu allen Titeln des Katalogs gewährte. Diesen hat Simfy aber im Laufe der zweiten Jahreshälfte zweimal eingeschränkt, zuletzt auf nur noch 5 Stunden. Die Kostenloskultur neigt sich hier inzwischen dem Ende entgegen. Die meisten der Musikabo-Dienste bieten daher nach einer Testphase nur noch kostenpflichtige Services an.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.