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MyTaxi-Investition: Taxiverband "schäumt vor Enttäuschung und Wut"


Der Vorstandschef des Autobauers Daimler hat vergangene Woche einen bösen Brief bekommen:

Sehr geehrter Herr Dr. Zetsche,

gleich vorweg, um evtl. Ausfälle in den nachfolgenden Passagen erklären zu können: Wir schäumen vor Enttäuschung und Wut!

Schreibt der Deutsche Taxi- und Mietwagenverbands e.V. (PDF), der sich BZP abkürzt. Durchaus denkbar, dass Zetsche nicht selten solche Briefe bekommt. In diesem Falle aber gibt es einen konkreten Aufhänger: Daimler ist mit seiner Mietwagentochter Car2Go an einer Investitionsrunde beteiligt, die vergangene Woche 10 Millionen Euro in das Startup MyTaxi investiert hat. MyTaxi ist ein Taxiruf via Smartphone, der die Taxizentralen umgeht und direkt eine Fahrt zwischen Fahrer und Fahrgast vereinbart. Weil Car2gos Mietwagen künftig ebenfalls über die MyTaxi-App angeboten werden, brachte Daimler auch die Mietwagenindustrie gegen sich auf. MyTaxi wolle die Verbände zerstören, lautet der Vorwurf. Die Hamburger weisen die Vorwürfe weit von sich.

„Wir sehen uns als Konkurrenz gegen die Monopolstellung der Taxizentralen“, sagte mir eine Sprecherin des MyTaxi-Anbieters Intelligent Apps gerade am Telefon. Den Vorwurf der geplanten Zerstörung will sie nicht gelten lassen: „Die Taxizentralen konnten den Taxiunternehmern bislang ihre Forderungen diktieren und haben nun Angst, weil sie durch uns Konkurrenz bekommen.“ Noch heute sei in Wien und Berlin eine Gängelung der Taxifahrer durch die Zentralen gang und gäbe. Am Geschäftsprinzip von MyTaxi, die Taxizentralen zu umgehen und dadurch mit ihnen zu konkurrieren, wolle man aber nichts ändern. Der BZP formuliert es in seinem Brandbrief schärfer:

MyTaxi ist ein Unternehmen, welches sich seit ca. zwei Jahren intensiv bemüht (und das auch keineswegs verheimlicht), die Taxizentralen mittels dieser App überflüssig zu machen.

Relativieren müsste man das dadurch, dass MyTaxi inzwischen Konkurrenz bekommen hat, die Zentralen sich also bereits zur Wehr setzen. So bezieht etwa der MyTaxi-Konkurrent Taxi.eu die Zentralen mit ein. Der BZP allerdings beklagt auch die Informationspolitik des Hauses Daimler:

Uns geht es darum, dass Car2go nunmehr erneut trotz zigfacher gegenteiliger Beteuerungen eine Zusammenarbeit unterminiert und Informationen uns gegenüber unterlässt.

Ein wenig könnte aber auch gekränkter Stolz eine Rolle spielen:

Entscheidend ist für die Branche (…), dass nun erneut ohne Absprache, ohne Information und mit eindeutig das Taxi- und Mietwagengewerbe und seinen Verband schädigenden Methoden vorgegangen wird und der BZP als erklärter Freund Ihres Hauses vor der Branche als Depp dasteht!

Junge, Junge, da ist dicke Luft! Pikant wird die Tatsache in der Tat dadurch, dass Daimler einer der wichtigsten Partner des BZP ist. Viele Taxis und auch Mietwagen sind Daimler-Fahrzeuge. Böseste Konsequenz für den Fahrzeughersteller wäre es wohl, wenn einige Landesverbände des BZP künftig auf Flotten anderer Hersteller setzten. So birgt jede Investition in die Zukunft irgendwo auch die Gefahr, alte Weggefährten zu verlieren. Bei Car2go allerdings sieht man die Taxizentralen nicht als Konkurrenz, sondern als Mitspieler. In einer Pressemeldung zur Investition in MyTaxi schreibt das Unternehmen:

Car2go und Taxigeschäft ergänzen sich besonders gut. Spontane Selbstfahrer wählen gern die weiß-blauen Stadtflitzer. Wer sich chauffieren lassen möchte, mit mehr als zwei Personen unterwegs ist oder schweres Gepäck hat, wählt dagegen eher das Taxi.

Gut möglich also, dass Daimler gar nicht damit gerechnet hat, dass der BZP nun Feuer spuckt. Vielleicht war es ihnen aber auch schlichtweg egal.

(Jürgen Vielmeier, Bild: MyTaxi)

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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

60 Kommentare

  • Tja, sind wie die Musikindustrie. Ein Jahrzehnte-altes System mit Biegen und Brechen behalten wollen… Pech BZP. myTaxi funktioniert in Frankfurt super.

  • Bei den Preisen die man für Taxen zahlen muss, ist das sicherlich gar nicht verkehrt wenn der Markt mal ein wenig aufgewirbelt wird. Gerade in Hamburg, Frankfurt, München und anderen großen Städten sind Taxifahrten bald teurer als ein Leihwagen.

  • So ist das halt – Menschen wehren sich immer gegen den Fortschritt, weil es ihr „altes“ Geschäft unnütz machen kann – das ist hier ja eindeutig so.
    Durch Online Handel sind auch viele lokale Händler verschwunden und die Kunden provitieren davon …

    Selber keine Idee, aber andere schlecht machen … tsss

  • Tja BZP,
    da gibt es sowas das einige Leute ‚Internet‘ nennen. Ist aber noch Geheim, da braucht ihr euch erstmal nicht drum kümmern….
    Wird auch mal Zeit. Die Taxi Monopolisten hatte ich ja gar nicht mehr auf meiner Rechnung….

  • An den Fahr Preisen wird sich deshalb kaum etwas ändern, das hat andere Ursachen.
    Der Taxiunternehmer könnte sich zukünftig die Mitgliedschaft in einer Taxizentrale sparen und deren Gebühren.
    Er begibt sich aber auch wieder in neue Abhängigkeiten, zZ scheint es ein Vorteil nur wie lange das ist die Frage , MyTaxi und andere wollen schließlich auch Gewinn machen mit der Vermittlung wie die bisherigen Taxizentralen.
    Zudem das Aufbrechen des „Vermittlungsmonopols“ nicht nur Vorteile bringt, denn der Taxiunternehmer muss dann Vermutlich mehere Vermittlungsformen, Syteme und Abrechnungen gleichzeitig beherschen.

  • „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“. Selbst schuld!

    (Und wenn man sich die aktuelle Gebührendiskussion für die Taxen am zukünftigen Flughafen BER anschaut, dann braucht es wohl noch einiges mehr an Wandel in diesem Bereich.)

  • Sehr interessant folgender Artikel in diesem Zusammenhang:

    Zitat: „In vielen Segmenten der Wirtschaft sorgt die Digitalisierung für eine bisher nicht gekannte Disruption und den rasanten Bedeutungsverlust von Mittlern. Diese reagieren auf unterschiedliche, jedoch selten auf für sie langfristig sinnvolle Weise. Die Taxibranche scheint dabei zu den Sektoren zu gehören, in denen disruptive Unternehmen ein besonders dickes Fell benötigen.“

    http://netzwertig.com/2012/01/06/funkzentralen-im-kampf-gegen-mytaxi-der-ungeliebte-eindringling/

  • so ist richtig, ich will schließlich mehr Komfort haben wenn ich ein Taxi bestelle, dazu gehört auch heutzutage das man direkt weiß wo das Teil denn nun steht, können sowas die anderen anbieten ?! Nein also warum noch was veraltetes benutzen wenn man die Möglichkeit hat neue Wege zu gehen ?!

  • Also ich finde das nicht fortschrittsfeindlich sondern lächerlich.
    Seit wann beschwert man sich denn bei den Investoren der Konkurrenz und heult, dass die Konkurrenz einen vom Markt drängen will. So funktionieren freie Märkte eben unabhängig davon, wer modernere Methoden nutzt. Wer damit nicht zurecht kommt, soll sich doch lieber nach einem Behördenjob umschauen…

  • sollen die Alten den Daimler als Taxe abschaffen. Wenn ich mit MyTaxi einen Daimler bekomme werde ich natürlich über MyTaxi bestellen.

  • Ich finde, wir sollten die Handwerksgilden wiedereinführen. Und natürlich das Stapelrecht. Unliebsame Glaubensgemeinschaften müssen komische Hüte tragen. Und wer ein nicht angeschlossenes, aber betriebsbereites Rundfunkempfangsgerät zuhause hat, sollte dafür Gebühren bezahlen müssen. Ach, und wir sollten unbedingt die Kindertagesstätten verknacken, die es wagen, Noten für Martinslieder zu verteilen, ohne vorher einen Kniefall vor Tante GEMA gemacht zu haben.

    Es gibt noch so viel Unreglementiertes in diesem Land, so viel nichtasphaltierten Grund und Boden, so viel Rechtsunsicherheit … Kann ja nicht sein, daß jemand einfach mir nichts, dir nichts unproduktive Zwischenhändler überflüssig macht! Das würde den Weltuntergang schon morgen herbeiführen, nichts erst im Dezember …

  • Ich muss sagen, dass ich das Konzept leider nicht verstehen kann. Wenn ich nen Taxi suche, dann geb ich „Taxi Stadt“ bei Google ein und schon kann ich mir ein Taxi rufen. Easy Sache.

  • …naja Revolutionen sehen anders aus eine APP Aufrufen oder Rufnummer mit dem Smartphone wählen zur Glaubensfrage des Fortschritts dieser Welt zu machen. Der Kunde hat vielleicht einige kleine „sichtbare“ Vorteile nur wie sieht es für die Taxen aus, noch ist ja wohl zb. das Telefonieren mit dem Smartphone wärend der Fahrt verboten gegenüber dem bisherigen Funkruf?
    Zudem was sollte ein zersplittererer Vermittlungsmarkt den für riesen Vorteile haben bzw. für wem?.
    Dies soll sicher eher in Richtung verschiedener Taxiunternehmen gehen, so das bald dann Rote , Grüne , Blaue Taxen je nach App durch unsere Straßen fahren von zugehörigen Auto oder Telefonfirmen?
    Wenn dann der Preiskampf zwischen ihnen ausbricht gibt es nur noch mehr Dumpinglöhne und kleine bisher Selbsständige Fahrer haben es noch schwerer.
    Das ganze erscheint mir wie der Schaukampf von Springer der vor ein paar Jahren um die Briefbeförderung und dem Postmonopol Angestrengt würde, wohl mit dem gleichen Ende.

  • Hier wird von vielen vergessen, dass die Taxiunternehmer jeden Monat pro Taxi Gebühren an die Zentrale zahlen damit der Kunde sein Taxi bestellen kann! Jetzt kommt MyTaxi und nimmt sich ein „Stück vom Kuchen“ denn die Anzahl der Fahrgäste bleibt ziemlich gleich nur der Vermittlungsweg ändert sich! Das bedeutet für den Taxiunternehmer, wieder neu in Technik zu investieren um das gleiche Geschäft zu machen! Wie viele Funkgeräte und PDA’s soll man sich denn ins Auto bauen? Und wer bezahlt die alle?
    Außer dem Geld für die Technik kommen ja auch noch jeden Monat Gebühren für den Internetprovider und die Fahrten dazu. Die Taxiunternehmer sind durch die hohen monatlichen Kosten für die Fahrzeuge und Personal schon am Limit und können sich mehr Ausgaben gar nicht leisten! In Berlin hat man mit dem „TaxiBerlin“ App Zugriff auf 4500 Taxen und nicht nur auf vielleicht 100 von „MyTaxi“. Dreimal darf jeder raten, welche Taxivermittlung schneller ein Taxi rund um die Uhr zur Verfügung hat…

  • verlangt mal bei den taxizentralen einen deutschen fahrer! 🙂

    kriegen die nicht auf die reihe…

    ps: ja ich weiß euch gutmenschen ist es allen natürlich wurscht ob am steuer ein inder oder ein deutscher sitzt 🙂

  • @Moritz: Das dürfen die Zentralen ja auch nicht! Was meinst Du wie schnell man dann irgendwelche Behörden und Anzeigen am Hals hat…
    Wenn Du mit einem Taxifahrer zufrieden bist dann frage ihn nach seiner V-Karte und rufe ihn das nächste Mal persönlich an. Der fährt aber nicht rund um die Uhr und ist auch nicht immer frei und in Deiner Nähe… Also, viele V-Karten sammeln… 😉

  • @berlincab:

    Wieso „dürfen“ die Zentralen das nicht? Wegen „Diskriminierung“? Es ist schließlich der Wunsch des Kunden!

    Ich habe dank MyTaxi keine Zentralen mehr nötig und kann aus einem Pool von 5 festen Stammfahrern auswählen (davon ist immer einer auf Achse).

  • @Moritz: Ja richtig, wegen Diskriminierung und anderer Sachen wie Gleichberechtigung usw…. Eine Taxifahrerin kann man auch nicht bestellen…

    Na dann ist doch alles bestens wenn Du Deine Stammfahrer hast….

  • Das böse Internet hat mal wieder zugeschlagen. Schon mal einer von den Taxiszentralen auf die Idee gekommen seine eigene App zu entwickeln?

  • @bon_voyage: Die Zentralen in Deutschland haben schon oftmals ein eigenes App, wenn sie die Vermittlungstechnik der Firma „FMS“ aus Österreich einsetzen! In Berlin heißen sie z.b. „TaxiBerlin“ von Taxi Berlin oder man findet auch von Funk Taxi Berlin die App. Man hat dann Zugriff auf insgesamt ca. 6000 Taxen und jedes dieser App funktioniert auch in anderen Städten bundesweit bzw. weltweit sofern dort die gleiche Zentralentechnik eingesetzt wird!

  • Ein Taxifahrer hat nun die Wahl, was er vorher nicht hatte: entweder Mitglied bei den Taxizentralen für 180-250 Euro pro Monat (egal ob er viele oder wenige Fahrten hat) oder 79 Cent pro vermittelte Fahrt bei myTaxi. Bei der Taxizentrale ist der Taxi-Fahrer auf die Vermittlung durch die Zentrale angewiesen, bei myTaxi ist er auf den Zuspruch durch die Community und seine Bekanntheit bzw. Beliebtheit angewiesen.
    Der myTaxi Fahrer erfährt mehr über seinen Kunden, vor der Fahrt. Der myTaxi Kunde kann sich bevorzugte Fahrer anlegen, hat bereits vor der Fahrt Informationen über die Freudlichkeit des Fahrers und den Komforts im Taxi. Das myTaxi System fördert die Vertrauenssituation _vor_ der Fahrt.
    Als Taxifahrer und Taxikunde wüßte ich, was ich wähle – und Ihr?
    Vergleich Musikindustrie: Trotz der Möglichkeit per Song Downloads, kaufen Menschen weiterhin CDs. Mit der gekauften CD erhalte ich u.U. auch viele unschöne Songs.

  • @ Moritz
    Dann kannst Du dann auch gleich angeben, dass der Fahrer eine T-Steinar-Jacke tragen soll. Du bist mir ja ein feiner Zeitgenosse!

  • @Moritz #17
    kannst du deinen fremdenfeindlichen Unsinn bitte wo anders ablassen?
    Das will hier keiner lesen.
    Und ja es ist mir egal, welcher Landsmann (oder Frau) hinter dem Steuer sitzt.

  • Was juckts den Baum wenn sich das Schwein an ihm kratzt.
    Daimler hätte das Schreiben sicher nicht durchgestochen, wenn es irgendjemanden ernstlich interessieren würde, was der BZP von sich gibt – vor allem wenn es eine glatte Bankrotterklärung beinhaltet.

  • Also bei uns sind die meisten Taxen VWs, Renaults und manchmal sogar Dacia Logans – Daimler hat doch schon lange nicht mehr die Vorherrschaft am Taxistand, deswegen wagen sie es wohl auch, mal was neues zu probieren.

  • „Die Zentralen in Deutschland haben schon oftmals ein eigenes App, wenn sie die Vermittlungstechnik der Firma “FMS” aus Österreich einsetzen! In Berlin heißen sie z.b. “TaxiBerlin” von Taxi Berlin oder man findet auch von Funk Taxi Berlin die App. Man hat dann Zugriff auf insgesamt ca. 6000 Taxen und jedes dieser App funktioniert auch in anderen Städten bundesweit bzw. weltweit sofern dort die gleiche Zentralentechnik eingesetzt wird!“ -berlincab
    Ja wozu dann die ganze Aufregung?

  • @bon_voyage: -berlincab
    Ja wozu dann die ganze Aufregung? Das war ne Antwort auf Deine Frage die Du Dir bei entsprechender Aufmerksamkeit (Info stand weiter oben schon drin) schon hättest selber beantworten können!

    @Harold: Ich bezahle in Berlin z.Z. durchschnittlich nur 90,- Euro Funkgebühr pro Monat, habe aber 1600,- Euro in neue Funktechnik investiert damit die auch per App bestellten Fahrten sicherer bei mir ankommen und ich alle EC-, Kreditkarten und Kundenkarten akzeptieren kann!

    Die Kommentare sind von den Nutzern der neuen Vermittlung und das es auf dem Markt etwas Neues gibt, ist völlig OK!
    Hier wird aber komplett vergessen, das Daimler einfach mal 10 Mio. in eine andere Firma investiert was sie vorher SO noch nicht gemacht haben. Keine Zentrale in Deutschland hat jemals so viel Geld bekommen! Wie würde es Euch gefallen, wenn Ihr jahrelang in eine Firma investiert und dann kommt ein Unternehmen, die genau das Gleiche machen, und die kriegen das Geld hinterher geschmissen…?
    Daimler hätte sich hier neutral verhalten sollen und es mit dem BZP absprechen sollen. Immerhin bemüht sich der BZP seit Jahrzenten darum, das Mercedes-Taxigeschäft zu unterstützen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand freut wenn er von einem engen Geschäftspartner einen Tritt in den A…. bekommt…
    Car2go ist eine Konkurrenz für Taxiunternehmen und keine Ergänzung!
    Daimler verkauft ca. 5000 Taxen pro Jahr und finanziert dann Projekte die den Taxiunternehmen schaden indem man Projekte unterstützt die nur vermeintlich neu sind (die App) aber in der Realität bei fast allen Zentralen schon vorhanden sind…

    Nutzt ruhig alle MyTaxi! In den Zentralen wird dann Personal überflüssig und es müssen sich eben ein paar Leute einen neuen Job suchen..egal!
    Servicepersonal für Taxen bei Großveranstaltungen? Gib es nicht mehr weil sich Taxivermittlungen wegen geringerer Einnahmen diesen Service nicht mehr leisten können. Und Eure Omas und Opas und alle ohne Smartphone können dann vielleicht gar kein Taxi mehr bestellen weil die Vermittlung pleite ist…
    Mit Kundenkarte bezahlen und nur eine Abrechnung pro Monat bekommen? Unwichtig!

  • Die Geschäftskonzepte die für viel Wirbel, böse Worte und Aufregung sorgen sind mir persönlich immer die Liebsten. Monopole durchbrechen und für Wettbewerb sorgen – das ist sinnvoll für die Kunden und das ist das Entscheidende.

  • @Daniela: Wo siehst Du hier Wettbewerb?

    Wenn jemand als dritte Taxivermittlung auf den (Berliner) Markt kommt weil er Millionen Euro gesponsort bekommt, aber die Kunden nicht mehr werden?

    Wenn Du als Kunde überall gratis ein Taxi rufen kannst oder eben über eine
    App bestellen kannst?

    Weil alle Taxen in Berlin die gleichen Preise haben?

  • Ich finde MyTaxi super. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass man die Taxibestellung so gut via Smartphone regeln kann. Und der Brief von den Taxizentralen ist ja schonmal ziemlich dreist, oder? Wenn ein Brief an mich mit „Wir schäumen vor Wut“ und der Warnung vor „Ausfällen in den nächsten Passagen“ beginnen würde, würde das meine Kooperationsbereitschaft sicherlich nicht erhöhen. Wer mir so dumm kommt, der hat meine Unterstützung sicherlich nicht verdient. Wo sind denn hier die Regeln des normalen geschäftlichen Umgangs?

    Vor allem reden die Taxizentralen im Namen der treuen Kunden. Hat mal jemand dran gedacht, dass die „treuen Kunden“ nicht die Taxizentralen sind, sondern die an die zentralen angeschlossenen Fahrer bzw. Unternehmen, die einen Mercedes kaufen? Und denen ist es egal, ob die Taxizentrale weniger verdient, solange der gleiche Umsatz auf anderem (evtl. kostengünstigerem Wege) reinkommt.

  • @ Kempfert: Der Spruch kann nur allgemein gelten aber nicht für Taxiunternehmen da diese in ihrer „Kampfzone“ alle die gleichen Preise haben!

  • Hier geht es sicher nicht um Monopole zu durchbrechen, dafür ist der Markt viel zu klein und kaum Wachstum vorhanden, es geht wohl eher darum das Geschäft dort wo es lohnend und gewinnbringend zu Übernehmen.
    Ungefähr die gleiche Masche wie bei den Private Post-Konkurrenten welche mit Millionen Summen und politischer Unterstützung in den Markt eingestiegen sind, wo dann die Leute im Großstädten 10 cent Poro sparen und die Angestellten zum Dumping Tarif arbeiten dürfen.
    Auch damals waren die Schlagworte „Monopole durchbrechen“, mehr „Wettbewerb“ und „feier Markt“ , gebracht hat es weder dem Kunden große Vorteile noch für den Angestellten.
    Wie die Preise noch weiter sinken können und dabei den Taxi-Fahrer und seine Familie noch Ernähren sollen fragt hier keiner?
    Weil es die gleichen Leute sind welche ihre Tablet – PC oder Smartphones zwar als ihren technischen Fortschritt betrachten sie aber ohne Reue von Firmen kaufen welche sie durch Sklavenarbeit herstellen lassen.

  • @berlincap
    Wenn es von euch bereits eine App gibt. Dann macht diese doch einfach besser, intuitiver, Rabatte oder was weiß ich damit um sich von mytaxi abzuheben. Und wenn Daimler lieber in mytaxi investiert und ihr euch dadurch hintergangen fühlt, dann wechselt einfach den Automobilhersteller.

    Deswegen nochmal: Wozu die Aufregung?

  • …ich verstehe die Aufregung schon. Es ist halt wieder so, dass alte Traditionen aufgebrochen werden, und man sich versucht dagegen zu wehren.

    Dann steigt halt auf BMW oder sonstwas um, und zeigt MB den Finger, wenn euch das so ankeckst!
    Ich rufe meine Taxifahrten über die App, weil ich schlicht und ergreifend damit zufrieden bin. Und es hat sich durchgesetzt. Aber wie oft wird lamentiert oder maximal reagiert, aber nicht agiert. Also nicht wundern, und weiter fleissig an den Zentralen festhalten, so lange es noch geht. Lange wird das nicht mehr sein. Oder ihr bietet mir als Kunden Alternativen, wie das z.B. Isarfunk in München macht.

  • @bon voyage: Die Zentrale ist Inhaber der App und meine Kollegen und ich bezahlen jeden Monat die Gebühren an diese damit die Kunden auch kostenlos anrufen können, eine App installiert wird und die Kunden ein Taxi bekommen! Rabatte und Festpreise sind innerhalb eines Pflichtfahrgebietes, in meinem Fall Berlin, nicht erlaubt!
    Und nun gibt Daimler 10 Mio. für ne Konkurrenz aus und erhöhen gleichzeitig die Preise für ihre Fahrzeuge! Das kann einen schon aufregen…

    Nur Daimler, VW und eventuell Ford bauen richtige Taxen. Andere Modelle wie Toyota Prius, KIA und französische Modelle werden von externen Anbietern umgerüstet (kostet natürlich extra bis zu 1500,- Euro), es gibt sie nicht als Taxi ab Werk!

    @Ralf: Welche Alternativen bietet Dir der Isarfunk?

  • Da sich Taxipreise innerhalb ihrer Gemeinde nicht unterscheiden, kann man sich als Taxiunternehmer/ -fahrer nur mit anderen Dingen von der Konkurrenz absetzen, z. B. mit Internetzugang im Taxi oder alternativen Bezahlmethoden wie mobiles PayPal ;-).

  • @TaxiBerlin24.de
    Das finde ich zbsp. eine gute Idee. Bezahlen per Kreditkarte(in anderen Länder (Bspw. Dänemark, Gang und Gebe) oder noch einen Schritt weiter gedacht per PayPal oder gar NFC.

  • Bin selber seit über 35 Jahren Taxiunternehmen in einer Großstadt in NRW. Muß feststellen, daß unsere Zentrale den Schlaf der Gerechten schläft. Ein neues Funksystem ist ..Müll..
    Ausfälle sind an der Tagesordnung.Der Fahrer der eigendlich zum Geldverdienen auf der Straße ist steht rum.Die Zentrale ist über weite Strecken schwer oder nicht zu erreichen.Der Kunde telephoniert ins Leere -Warteschleife-
    Endlich gibt es eine betriebsfähige Alternative -vielleicht wird der Schlaf abrupt beendet.
    Ob ich mich my Taxi selber mit meinem Unternehmen anschließe ist eine Frage der Zeit.
    Wenn viele Unternehmer den gleichen Gedankengang verfolgen,werden die Zentralen bald Personal entlassen müssen.
    Die Taxipreise könnten dann wieder Kundenfreunlicher werden.

  • Ich fahre selber in einer Stadt mit über 1000 Taxen,die Masse der Fahrer ist kein Deutscher,und lockt sich nachts in der Innenstadt garnicht ein,ohne Navi sind die eh wie die blinden Hühner,von den Sprachkenntnissen ganz abgesehen,können also nicht mit Mytaxi umgehen.Zudem wer nimmt eine Anfahrt von 6-7 km in Kauf für eine 5-6 Eurofahrt.Oder der Unternehmer drückt seinen Leuten sowas aufs Auge,und der Fahrer trägt die Gebühren.Zudem gibt es Gegenden,wo viele Leute Hartz 4 beziehen,und hat keiner Geld für sowas.Ich lade lieber von der Strasse,ich kann mich schneller entscheiden ob ich den Gast nehme,oder ob er mir zu voll ist oder zu prollig ist.

  • Natürlich schäumt ein Taxiverband vor Wut, wenn plötzlich ein ernstzunehmender Konkurrent in großen Städten auftaucht. Man kann sich halt als Taxiverband nicht auf seinem alten System ausruhen und glauben, man muß nichts mehr tun ! Ich finde auf jeden Fall das MyTaxi-Konzept interessant und werde die Entwicklung weiterverfolgen.

  • endlich kommt ehrlichkeit im taxi gewerbe kein aus beutung mehr kein zentralen mehr kein bechtechung im hotels oder anderen gewerbe kein unfair aufträge mehr my taxi hätte vor 2o jahren geben aber nie sospät .auch ich wenn ich geld hätte investiert ich hoffe nur mehr taxifahrer fahrgäste das my taxi nutzen .bitte my taxi im hotels und a gewerbe sich vorstellen mach weiter so voll resbeckt vor euch mit feundlich grüße mufid fayumi

  • Als student, welcher teilzeit taxifährt sehe ich das größte problem darin, dass kunden von außen das taxigeschäft einfach nicht durchleuchten können.

    Mytaxi ist meiner meinung nach so wie es gerade ist keine alternative zur normalen „monopolistischen“ taxi zentrale.

    es werdn die kosten der fahrtvermittlung auf den fahrer abgewälzt. nur mal ein bsp: wenn ein fahrer eine fahrt aufnimmt, kriegt er im schnitt etwas mehr als ein drittel des preises auf der uhr für sich raus. das macht bei einer fahrt von 6 € ganze 2 €. und dann muss er an mytaxi noch 79cent bezahlen. das ist wucher! bei 10-15 fahrten am tag verdient my taxi an jeder schicht ca 300 euro im monat, wenn alle fahrten darüber laufen würden.

    desweitern vergessen außenstehende, dass die taxizentrale für einhaltung der ordnung auf den straßen sorgt (natürlich im rahmen des möglichen, aber ohne die zentrale und die möglichkeit verstöße zu melden, gäbe es auf den straßen das reine chaos!).
    Außerdm setzt sie sich im namen der unternehmer und fahrer mit der stadt auseinander. sie sorgt dafür, dass die halteplätze so bestehen, oder falls nötig neue errichtet werden. Bei großveranstaltungen, oder am wochenende dafür sorgt, dass taxen am vorstellungsende bereitstehen und weiteres. (ich meine: stellt euch mal vor, ihr müsstet nach einem konzert erst ein taxi bestellen und vor der halle EUREN bestellten fahrer suchen.)

    Die idee einer app, welche überall in deutschland funktioniert ist ansich gut. der weg, welcher eingeschlagen wurde, ist allerdings rein auf kurzzeitigen profit ausgelegt und geht mal wieder zulasten der fahrer. Mit noch mehr kosten ist das taxigeschäft nicht nur nicht mehr profitabel, man macht sogar bald noch verluste. wenn man sich mit den zentralen zusammengesetzt und eingeklinkt hätte, wäre ein für die branche wesentlich vertretbarer und auf lange sicht für die kunden günstigerer weg entstanden.

    Am ende sind wir natürlich vom kunden abhängig und müssen damit klarkommen. Jeder selbst muss wissen, was er für die langfristig bessere lösung hält.

    Puh, das war jetzt ziemlich viel. grüße!

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