Deutsche Telekom: Zu spät auf der falschen Rennbahn

Jürgen Vielmeier

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In dieser Woche ließ uns die Telekom einen Blick auf RCS-e werfen, einen eigenen Instant Messenger nach dem Vorbild von WhatsApp oder iMessage. Die Abkürzung steht für „Rich Communication Suite enhanced“. Bitte alle mal aufzeigen, die das für einen einprägsamen, gut vermarktbaren Namen halten. Einmal abgesehen davon, dass ich den Kollegen von der Öffentlichkeitsarbeit der Telekom gerne einmal ein Stativ spendieren würde, finde ich das Video zum Chat-Client aber gar nicht schlecht: RCS-e sieht gut aus; auch Vodafone, O2 und ein ganzer Reigen anderer europäischer Mobilfunknetzanbieter soll den Chat-Telefon-Hybriden plattformübergreifend unterstützen. Die Frage ist nur: Wer soll ihn benutzen, wenn er schon WhatsApp, Skype, iMessage oder Facebook auf dem Smartphone hat?

Zumal der neue Chat-Dienst erst im Sommer auf den Markt kommen soll und nicht direkt in die Nachrichtenfunktion eines Smartphones eingebaut ist, wie das bei iMessage unter iOS der Fall ist. Außerdem könnte RCS-e unter Umständen Geld kosten, wie Telekom-Blogger Andreas Kadelke in einer Antwort auf kritische Kommentatoren impliziert. Es riecht ein wenig danach, als sei die Telekom etwas spät dran und würde mit den falschen Voraussetzungen starten.

Ebenfalls ehrenwert nämlich ist im Grunde der Versuch, mit Firefox-Anbieter Mozilla bei einem mobilen Betriebssystem zu koopierieren. Das erfuhr die „FTD“ aus „informierten Kreisen“. Arbeitstitel des Systems ist „Boot to Gecko“. Bitte alle mal aufzeigen, die das für einen einprägsamen, gut vermarktbaren Namen… na gut, lassen wir das. Boot to Gecko soll ein cloudbasiertes System mit Linux-Kern werden. Die Bonner könnten das prima mit ihrer Telekom Cloud kombinieren. Allerdings könnte man hier die Rechnung ohne die Smartphone-Hersteller gemacht haben, die in der Systemfrage bereits die Auswahl zwischen Android, Windows Phone, Tizen und Open WebOS haben.

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Es klingt einfach so, als würde die Telekom viel zu spät auf halbwegs richtige Strategien setzen. Man hat erkannt, dass Messenger-Apps die umsatzträchtige SMS auffressen. Man hat erkannt, dass Apple und Google erst über ihre mobilen Betriebssysteme Kunden auf ihre App-Plattformen locken, mit denen sie gutes Geld verdienen. Aber heute mit großem Tamtam zu einem Rennen anzutreten, das gestern schon gelaufen ist, kann nicht die Lösung sein. In den heute präsentierten Quartalsergebnissen spiegelt sich das teilweise wider: 6 Prozent weniger Umsatz, ein Verlust von 1,3 Milliarden Euro – im Weihnachtsgeschäft. Schuld sollen allen Ernstes die Griechen sein, die momentan offenbar als Sündenbock für alles herhalten müssen.

Geld wird im Mobilfunk heute nur noch über Geräte und App Stores verdient? Wenn ihr es wirklich so weit habt kommen lassen, dann ändert das! Führt LTE ein, verdient euer Geld mit Geschwindigkeit, mehr Hotspots und dem besten Netz. Bei allem anderen, hat man die Befürchtung, könnt ihr nur verlieren. Wäre schade um das hübsche Café in eurer Konzernzentrale!

(Jürgen Vielmeier, Bild: Telekom)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.