Telekom stellt De-Mail-Angebot vor: Preismodell von gestern, trotzdem ein wichtiger Schritt

Jürgen Vielmeier

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Ja sicher, ich kann die Häme verstehen, die der Telekom und ihrer De-Mail-Lösung heute Morgen entgegen schlägt: „Staatlich garantierte Sicherheit“, „nur 39 Cent pro De-Mail“, „für nur 320 Euro im Monat bekommen Unternehmenskunden 1.000 De-Mails inklusive“, „kein Postident-Verfahren möglich“. Ich musste husten. Willkommen in den 90ern.

Eine gute Nachricht ist das aber trotzdem, wenn es im 2. Quartal 2012 damit losgehen soll: Wenn der ehemals staatliche Konzern nun in seinen Augen den Brief endlich digitalisiert und „sicher“ macht, dann könnten sich auch der öffentliche Sektor endlich bewegen. Es ist dabei nicht entscheidend, was technisch schon lange möglich ist, sondern was nun endlich passieren wird: Unternehmen und Behörden werden etwas unternehmen, um uns künftig ihre Korrespondenz digital zur Verfügung zu stellen. Es wird leichter werden, Schreiben digital zu archivieren und dem Papier ade zu sagen.

Digitale Korrespondenz kommt in Bewegung

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Der E-Postbrief, den die Deutsche Post im Juli 2010 einführte, wird nun von einem Konkurrenten preislich unterboten. Eine De-Mail bei der Telekom kostet 39 Cent statt der 55 Cent für einen E-Postbrief bei der Post. Drei De-Mails pro Monat sind kostenlos. Die Chancen haben sich jetzt erhöht, dass die Preise ins Rutschen kommen. Papierne Rechnungen oder Bescheide von Finanzamt und Co. dürften im Laufe der kommenden zehn Jahre verschwinden. Auf die fragwürdige Forderung mancher Online-Anbieter, Premium-Accounts nur schriftlich kündigen zu lassen, dürfte man künftig deutlich leichter reagieren können. Online-Archivare wie Doo, Doctape und Smarchive dürften aufblühen, der Kampf gegen den Papierkrieg sollte in Bewegung kommen.

Die Preismodelle werden natürlich kaum jemandem einleuchten, der jahrelang kostenlos E-Mails empfangen hat. Rechnungen wie von TK-Anbietern werden seit Jahren per E-Mail verschickt. Zwar durften Kontoauszüge bislang nicht per E-Mail übermittelt werden, sie lassen sich aber bei vielen Banken inzwischen online abrufen. Als so sensibel, dass sie per Einschreiben hätten verschickt werden müssen, galten sie aber bisher ebenso wenig. Dass die Preise eines Postbriefs bei der Telekom De-Mail unterboten werden, dürfte bei Privatkunden trotzdem nicht gerade einen Run auf die Produkte auslösen. Aber bei Großkunden und Behörden? Durchaus denkbar.

Einschreiben kostet extra

Dennoch rätselhaft: Wenn diese De-Mail so sicher und zuverlässig ist, warum kostet bei der Telekom dann ein Einschreiben noch einmal 39 Cent extra, also insgesamt 78 Cent? Inwiefern kann ein Einschreiben digital einen Mehraufwand bedeuten? Wer eine Empfangsbestätigung möchte, legt außerdem noch einmal 12 Cent drauf, zahlt also 90 Cent pro Einschreiben. Immerhin ist das noch billiger als ein elektronisches Einschreiben bei der Post (1,60 Euro), aber seltsam ist diese Preisgestaltung allemal.

Auch 1&1 will über seine Mail-Töchter Web.de und GMX einen De-Mail-Service anbieten. Zur Zeit sind da noch keine genauen Preise bekannt; das Unternehmen spricht von „kleinen, zweistelligen Centbeträgen„. Interessenten können sich registrieren. Als Privatnutzer würde ich kühl kalkulieren: In den raren Momenten, in denen ich wirklich einmal ein Einschreiben verschicken muss, sind 78 oder 90 Cent bei der Telekom De-Mail natürlich billiger als anderswo. Im Jahr verschicke ich davon etwa drei oder vier.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Telekom)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.