Social Networks: Bittere Nachrichten aus dem Jenseits

Jürgen Vielmeier


Heute Mittag staunte ich nicht schlecht, von wem ich da eine Facebook-Mitteilung erhielt. Ein alter Bekannter, der angeblich via Instagram das gleiche Bild gepostet hatte, wie ich am Sonntag. Offenbar ein technischer Fehler, kann mal passieren, normal nicht weiter wild. Wenn dieser jemand nicht schon längst tot wäre.

Er nahm sich vor einigen Jahren das Leben. Ein junger Kerl, ein angenehmer Zeitgenosse eigentlich, keine 30 Jahre alt. Über die Gründe rätseln wir bis heute. Ob jemals versucht wurde, sein Facebook-Profil zu löschen oder ob seine engsten Freunde und seine Witwe den Account bestehen lassen wollten, das weiß ich nicht genau. Was aber ganz sicher niemand gewollt hat: Dass Jahre später noch Benachrichtigungen rausgehen, die angeblich er verfasst hat. Nur weil an der Nahtstelle zwischen zwei geldgierigen Social Networks ein Fehler auftritt. Weil es nur noch um möglichst viel Aufmerksamkeit geht. Weil man so viele Benachrichtigungen bekommen soll, dass man am besten noch im Schlaf an das Unternehmen denkt.

Normal rege ich mich über so etwas nicht lange auf. Und eigentlich würde ich diese Zeilen auch gar nicht schreiben, hätte ich nicht im Laufe desselben Tages noch die Nachricht eines anderen Social Networks bekommen. Darin die Bitte, mit einer ebenfalls toten Person in Kontakt zu treten.

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Das darf doch bitte nicht wahr sein! Diesmal kam die Mail von einem berüchtigten US-Karrierenetzwerk, dessen Namen mit L anfängt und mit inkedIn aufhört. Die Bitte per Mail, dem beruflichen Netzwerk einer Bekannten beizutreten. Problem nur: Auch sie verstarb vor einigen Jahren, viel zu jung, an Krebs. Ihr Profil auf LinkedIn wurde offenbar nie gelöscht – sofern der Anbieter dafür überhaupt eine Möglichkeit vorsieht.

Ja, ich weiß, dass die Social Networks nur bedingt etwas dafür können. Woher sollen sie schon wissen, wenn jemand stirbt? Und die Angehörigen haben andere Sorgen, als sich bei Dutzenden Unternehmen zu melden und den Account ihrer Verwandten löschen zu lassen. Noch dazu weiß kein Mensch, bei wie vielen Social Networks jemand Bekanntes eigentlich angemeldet ist. Hier müsste man vielleicht auch einmal eine Lösung finden, was nach dem Tode einer Person mit dessen Accounts passiert.

Dass man zweimal an einem Tag durch die „Hilfe“ dreier Social Networks an verstorbene Bekannte erinnert wird, mag man als Zufall betrachten. Aber es ist ganz eindeutig ein Fehler im System, im System dieses Erhaschens von Aufmerksamkeit. „Sieh jetzt nach, wer noch alles bei Netzwerk X ist“, „Dein Y-Account vermisst dich“, „Z gefällt ein Foto, das du vor vier Monaten gepostet hast, und wenn du dir nicht 10 Minuten Zeit nimmst, dich mit unseren verschachtelten Einstellungen zu befassen, wirst du solche Meldungen immer wieder bekommen.“

Und wenn man nicht aufpasst, kann das mit einem Mal pietätlos werden. Höchste Zeit, dass dieser Benachrichtigungs-Wahn ein Ende nimmt!

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.