Schluss mit Spekulationen: die VZ-Netzwerke sind nicht tot, sie bekommen sogar ein neues Design

Hayo Lücke

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„Was ist eigentlich falsch gelaufen bei studiVZ?“ Diese (durchaus berechtigte) Frage ist heute in der „Welt“ zu lesen. In meinen Augen deswegen berechtigt, weil man das Potenzial des einst führenden Netzwerks in Deutschland so sträflich vernachlässigt hat. Ich könnte nun tief in der Wühlkiste nach Argumenten graben, aber das haben wir ja im Grunde schon oft genug durchgekaut. Fest steht: die bis heute eher starren Interaktionsmöglichkeiten und vor allem die kostenpflichtigen Profile für Vereine und Firmen haben dem Portal alles andere als gut getan.

Gekostet das nicht nur viele aktive Mitglieder und in diesem Zusammenhang noch mehr Geld, sondern vor allem auch namhafte Manager ihren Job. Marcus Riecke wurde gefeuert, Markus Berger-de Léon ging, Clemens Riedl ebenso. Aktuell am Steuer der Kommandobrücke: Stefanie Waehlert. Es mag an mir vorübergegangen sein, aber viel habe ich von ihr in den zurückliegenden Wochen nicht gehört. Stattdessen meldet sich der Chef des Betreibers der VZ-Netzwerke in der „Welt“ zu Wort. Und Markus Schunk von Holtzbrinck Digital sagt: wir sind noch lange nicht tot! Wir investieren und schenken allen Usern ein neues Design. Aha!?!?? 

Vertraut man den (mal wieder neuen) Berechnungen der Website wannstirbtstudivz.com, ist in rund einem Monat Schluss mit lustig. Schunk behauptet nun aber das Gegenteil. Ja, man habe Fehler gemacht, man hätte sich auf die eigenen Stärken besinnen, statt Inhalte von Facebook kopieren sollen. „Statt so früh in die Breite zu gehen, hätten wir uns zudem stärker darauf konzentrieren sollen, den speziellen Bedürfnissen unserer Zielgruppe gerecht zu werden – deutschen Schülern und Studenten.“ Eine interessante Aussage, die allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass die VZ-Netzwerke viel zu lange zögerten, den Nutzern mehr Interaktionsmöglichkeiten zu gestatten.

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Das hatte Konsequenzen: die Zugriffszahlen haben sich dramatisch nach unten entwickelt und zuletzt war die offizielle Marschrichtung nur noch, all jene zu halten, die überhaupt noch da sind. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mein Profil ist eigentlich nur noch aktiv, weil ich beruflich immer mal wieder im Netzwerk vorbeischauen muss. Ansonsten hat sich eigentlich mein kompletter Freundeskreis bei Facebook angemeldet – Datenschutz-Debatte hin oder her. Holtzbrinck-Mann Schunk gibt sich trotzdem kämpferisch.

„Die VZ-Netzwerke werden weiter fester Bestandteil von Holtzbrinck sein, aber wir werden uns stärker spezialisieren und unseren Nutzern mehr Angebote machen, die direkt auf sie zugeschnitten sind – etwa stärker in Richtung schulischem Umfeld.

Schunk betont auch, wieder mehr aktive Nutzer gewinnen zu wollen. Bis zum Sommer müsse man allerdings weiter mit rückläufigen Zahlen rechnen. Dann – und das ist für mich ziemlich überraschend – soll es einen Relaunch geben. Heißt konkret: Holtzbrinck steckt noch einmal richtig viel Geld in die VZ-Netzwerke, um sie doch noch vor dem Zusammenbruch zu retten. „Wir setzen darauf, dass VZ mit der Neuausrichtung wieder wachsen wird. Nicht mehr in der Breite, aber in der Nische.“ Das neue Ziel: auf einem niedrigeren Niveau trotzdem eine der trafficstärksten Plattformen in Deutschland bleiben. Und das soll auch in fünf Jahren noch so sein. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir bei der Entwicklung von Social Networks erst noch am Anfang stehen, und wir wollen daran unseren Anteil haben.“

Straft mich gerne Lügen, aber ich habe momentan nicht wirklich ein gutes Gefühl bei der Sache. Wer einmal weg ist, kommt nicht zurück und wenn der Freundeskreis doch schon bei Facebook ist, warum sollte ich… Ach, liebe VZ-Netzwerke, zeigt mir doch einfach mal eure Strategie oder ein paar Skizzen wie ihr euch in Zukunft aufstellen wollt. Vielleicht gebe ich euch dann ja doch noch eine Chance. Die Macher von wannstirbtstudivz.com vielleicht auch. Den Todeszeitpunkt haben sie schließlich schon mehrfach nach hinten verschoben. Der 1. April sollte es sein, dann der 12. April, jetzt irgendwann Mitte Mai. So ein Unsinn…

(Hayo Lücke)

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Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.