Sonstiges

Sportlerin Ariane Friedrich stellt Unschuldige an den Pranger


Die Sportlerin Ariane Friedrich hat auf ihrer Facebook-Seite den Namen und Wohnort eines Mannes veröffentlicht, der ihr eine obszöne Facebook-Nachricht geschickt hatte. Wortlaut der Botschaft, die mit einem Anhang versehen war:

„Willst du mal einen schönen Schw*** sehen, Gerade geduscht und frisch rasiert.“

Wollte sie nicht. Nun allerdings sind Vorname, Nachname und Wohnort des Mannes auf Facebook veröffentlicht und bereits von Abertausenden gelesen worden. Und genau das ist das Problem: Es gibt mehrere Personen des gleichen Namens in Ortschaften mit diesem Namen. Und wenn ich Friedrichs Reaktion auch zutiefst menschlich finde: Das schoss über das Ziel hinaus. Denn damit veröffentlicht sie nicht nur den Namen des mutmaßlichen Absenders, sondern auch die Namen von Unschuldigen.

Der wütende Mob könnte sich jetzt auf den Falschen stürzen, wie beim Massaker von Winnenden oder beim Kindsmord von Emden geschehen. Auch die Veröffentlichung der Namen mutmaßlicher Rechtsradikaler Anfang Januar durch die Webguerilla Anonymous („Operation Blitzkrieg„) halte ich für falsch. Sicher müssen die Opfer geschützt werden, aber nicht, indem Unschuldige ebenfalls zu Opfern werden. Friedrich ist zu weit gegangen.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

34 Kommentare

  • Jürgen, Du kannst noch ergänzen, dass die Frau Polizeikommissarin ist und sich eigentlich mit diesen Dingen auskennen sollte. Der Udo Vetter hatte dazu schon was geschrieben.

    Das soll natürlich nicht davon ablenken, dass viele Menschen von Stalkern gequält werden und die Verfolgten meist wenig Hilfe vom Staat erhalten.

  • Moin Jürgen, auch von mir gestern:
    http://www.konsumer.info/?p=22016
    Was unsere Spitzensportlerin und Hauptkommisarin da bei Facebook gemacht hatte, geht natürlich gar nicht.

    Sie müsste das eigentlich wissen. Es gibt den Datenschutz, das Persönlichkeitsrecht und all diese Dinge, die natürlich auch für etwaige Täter gelten und diese, auch wenn es uns stört schützen.

    Die „sueddeutsche“ schreibt dazu in dem sie mich zitiert:
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/diskussion-um-internet-pranger-sportlerin-outet-verfasser-obszoener-e-mail-auf-facebook-1.1339320

    „Es gibt laut amtlichem Telefonbuch mindestens 6 Personen gleichen Namens in der gleichen Gegend“, schreibt etwa der User „konsumer“…

  • Tja ich sagte schon immer die beste Anonymität in Deutschland ist „Meier,
    Müller, Schmitt“ zu heißen, ich frage mich eigentlich schon länger was diese
    ewigen „Klarnamen“ Verfechter dagegen Unternehmen wollen?
    Vermutlich sich zukünftig auf jeder Seite mit dem iPerso Anmelden zu müssen, dann
    allmählich „Gute Nacht Internet“ …….
    Aber die Leute müssen schon selten „Dämlich“ sein Stalken auf Facebook zu betreiben?
    unter Echten Namen und Anschrift oder war die gar nur aus dem Telefonbuch geklaut?

  • Nein meine Herren!
    Natürlich ist es grundverkehrt, auf unschuldige Menschen einzudreschen und sei es auch „nur“ virtuell und jeder, der zum Lynchmob aufruft ist hart zu bestrafen. Aber diese Auswürfe und Ausschreitungen einiger Dämlicher als Schild zu nutzen, um einer Frau zu verwehren, sich öffentlich zu wehren und somit dem Täter ein behagliches Nest zu schaffen, das ist zynisch!
    Ich wünsche Ihnen allen, dass so etwas nicht Ihrer Mutter, nicht Ihrer geliebten Frau und oder Freundin passieren möge. Wenn doch, sprechen wir uns gerne wieder!

  • Und genau das ist das Problem: Es gibt mehrere Personen des gleichen Namens in Ortschaften mit diesem Namen.

    Und gerade deshalb ist KEIN Problem.

  • @6 jo
    genau deshalb ist es ein Problem, vor nicht alzu langer zeit, hat der wütende Mob einen Falschen fast gelüncht, nur weil er es hätte scheinbar sein können. Verwechsungen oder Falschbeschuldigungen sind schnell geschehen.

  • Ausserdem hat jeder als unschuldig zu gelten, bis nicht ein Gericht Gegenteiliges feststellt. Ich kann zwar Ariane Friedrich durchaus verstehen. Der gewählte Weg jedoch kann nicht hingenommen werden.

  • Man kann das doch einfach bei Facebook melden und den Typen sperren lassen. So hab ich das mal geahndet.
    Mir wäre es nur peinlich gewesen, diesen plumpen Versuch auch noch zu veröffentlichen. Dann würde man wohl eher an eine Anzeige denken, gerade für Polizisten müsste das doch der nächste Weg sein?

  • Die Dame ist Polizistin – keine Richterin. Sie hat an der Verwaltungsfachhochschule Hessen studiert. Dort hat man ihr sicher auch etwas von der Unschuldsvermutung erzählt. Ihr Verhalten ist deshalb nicht nur unprofessionell – es ist IMHO Grund für ein Disziplinarverfahren. Wenn jede Polizistin, die sich provoziert fühlt, blindwütig zurückschlagen darf, dann gnade uns allen Gott! Benützt sie vielleicht das nächste Mal die Dienstwaffe? Hab was dazu geschrieben: http://bit.ly/I5GJro

  • Ich denke, es war falsch, was sie gemacht hat. Eben weil damit auch Unschuldige getroffen werden. Allerdings kann ich ihre Reaktion gut verstehen. Ich würde nicht so weit gehen, und verlangen, dass sie gefeuert wird. Die öffentliche Kritik sollte genügen. Und vielleicht führt diese Diskussion ja dazu, dass solche Schweine wirklich bestraft werden. Eine derartige Sauerei ist kein Kavaliersdelikt. Und das könnte vielleicht dazu führen, dass man gegen diese Stalker mit rechtsstaatlichen Mitteln vorgeht anstatt zu zwar sehr wirksamen aber eben leider wenig selektiven Mitteln selbst zu greifen.

  • Zitat: “Willst du mal einen schönen Schw*** sehen, Gerade geduscht und frisch rasiert.”

    Hmmm, ich stell mir gerade vor, wenn sie geantwortet hätte: „Ja, gerne!“

  • 1. Scheinbar war ein entsprechendes Bild im Anhang
    2. Ich sehe es fast wie #15
    3. Er ist aber kein „Stalker“ sondern es ist eine sexuelle Belästigung. Wenn ich jemanden eine Nachricht schreibe, ist es ja noch kein „stalken“
    4. Durch die Öffentlichkeit hat sie auch Ihre Strafe schon bekommen, evtl. sollte noch eine Entschuldigung kommen, für alle gleichnamigen, die dadurch Schaden nehmen könnten.
    5. Der Täter sollte bei Facebook gemeldet werden. Inwieweit rechtlich was geht, kA, da sollte Sie sich aber die nötigen Informationen einholen können

  • Ich mag die klare Aussage im Artikel!

    Endlich mal eine Meinung hier, und nicht immer dieses verwässerte „evenuellundwasmeintihr“… mehr davon!

  • Ich lese Basicthinking eigentlich recht gerne, aber es ist schon ziemlich armselig hier das Opfer (um es noch mal klar zu sagen: es ist die Frau) an den Pranger zu stellen. Allerdings scheint Jürgen damit den Geschmack seiner Leserschaft zu treffen und das ist in einem Blog wohl letztlich alles was zählt.

    Leider hat Udo Vetter ja schon die Marschrichtung vorgegeben: Die ‚Polizistin‘ darf sich so etwas nicht ‚erlauben‘. Offenbar muss eine Frau alles ertragen, erst recht wenn sie eine öffentliche Person ist oder sogar im öffentlichen Dienst.

    Vielleicht sollte man einmal dieser Überlegung anstellen: Möglicherweise weis Frau Friedrich eben weil sie Polizistin ist, wie sinnlos das Einschalten eines Anwalt und/oder der Polizei in solchen Fällen ist….

  • @22 Henning

    Das Problem ist aber ein Anderes, das sie durch ihr unüberlegtes Handeln einen Unschuldigen Vorverurteilt und öffentlich an den Pranger gestellt hat! Diese Aktion ist dann leider auch nicht Besser als die Belästigung und ebenfals Strafbar, dies sollte eine Polizistin schon wissen?

  • Tut mir leid, doch ich versteh den ganzen Rummel nicht.

    Wenn der Typ ihr das auf ’ner Party ins Ohr geflüstert hätte, gäbe es als Reaktion auf die Frage eine Bandbreite von „Ohrfeige“ bis „Ja gerne doch“.

    Was hat sich eigentlich am Sachverhalt geändert? Es steht im Netz wo es jeder lesen kann. Ja und? Ihr Antwort mit „Nein Danke!“ hätte doch gereicht, oder? Wenn er sie das immer wieder gefragt hätte und man von einer Belästigung sprechen könnte, aber so … Jetzt haben wir „Opfer“und „Täter“. Zufälligerweise ist das „Opfer“ eine Frau und der „Täter“ ein Mann. Oh Gott, Steilvorlage für alle Feministinnen. Ich könnt kotzen. Aus absolut NICHTS! einen derartigen Affen zu machen.

    Stellt Euch das mal andersrum vor. Also ich hätte mir erst ein Bild schicken lassen und dann die Frage beantwortet … 🙂

  • #22 Henning
    Was würdest Du sagen, wenn Dein Name als Beschuldigter im Web auftauchst und Du unschuldig bist? Nur, weil eine andere Person einen ähnlichen Namen hat oder unter Deinem Namen eine Drohung / Belästigung verschickt hat?

    Wenn Du etwa in Beruf und Freizeit plötzlich geschnitten wirst, Dein neuer Arbeitgeber Dir (deshalb) in der Probezeit kündigt und man Dich überall rauswirft?

    Du wirst dann sicherlich sagen „Die arme Frau….was soll´s…mit den Folgen der falschen Beschuldigung (als Täter) muss ich halt leben“

  • Was eine behinderte Reaktion. Wenn mir jemand ein Bild von seinem Schwanz oder der Muschi schickt dann juckt mich das nicht die Bohne. Löschen oder Behalten – Mein Gott sind manche Leute behindert drauf das die sowas gleich aus der Fassung bringt.

    Kindergarten!

  • Diese Mail mit genau diesem Text und Trojaner verseuchtem Anhang gibt es schon lange! Sie wird, wie viele andere solcher Mails, durch die vielen tausend verseuchten Rechner versendet die Online sind.
    Keiner der genutzen Absender weiß wirklich was da in seinem Namen verschickt wird.

    Na ja, „schuldig“ sind diese „Absender“, weil sie nicht in der Lage sind ihre Rechner zu schützen…

  • Wenn ein Maximalpigmentierter zu einer Frau sagt „Hey Baby, hättest du gerne was heißes Schwarzes in Dir?“ kann er sie auch nur zu einem Kaffee einladen wollen.

  • @#29: Da sprichst Du einen wichtigen Punkt an. Habe ich auch erst mal glatt übersehen. Dabei ist es doch schon lange klar, dass Spam nur in Ausnahmefällen von den angeblichen Absendern auch tatsächlich verschickt wurde. Vielleicht hätte Frau Friedrich das wissen können oder sollen. Problem dabei: Das scheint nicht die erste derartige Spam-Mail zu sein, die sie bekommen hat. Und irgendwann ist sie eben ausgerastet. Kann man verstehen, ändert aber Nix daran, dass die Reaktion falsch war.

    Abhilfe: Ein ordentlicher Spamfilter. Gibt’s bei e-mail schon lange (mit mäßigem Erfolg). Gibt’s bei Blogs auch. Könnte für Facebook auch nicht schaden. Vielleicht regt da ja mal Jemand was an…

    Noch besser: Facebook meiden. Auch aus anderen Gründen 🙂

    Merke: Auch Polizisten sind nur Menschen.

  • Ich finde es schon bemerkenswert, wie manche Jubelperser hier immer noch Frau Friedich als Opfer sehen, solange die Tatumstände und die Täterindentität noch unklar sind. Inzwischen wurde ja schon vermeldet, dass der Account des vermeitnlichen Absenders schon mehrfach gehackt wurde und wohl mehrere Leute aus seiner Freundesliste oder seinem Adressbuch eine solche Mail bekommen haben, wo dann aber nur ein Pudel auf dem Bild zu sehen war. Halten wir also fest, dass Frau Friedrich in diesem Fall *kein* Stalking-Opfer ist, da es sich nur um eine Mail gehandelt haben soll. Weiter ist festzuhalten, dass der Text zwar durchaus anzüglich interpretiert werden könnte, aber der Inhalt des Bildes darüber entscheidet, ob ein Delikt einer sexuellen Belästigung / Beleidigung vorliegt Ist es der Unterleib eines Mannes, so trifft das zu, ist es ein Pudel, trifft es nicht zu. Gerade im letzteren Fall wäre eine Strafbarkeit des T.D. doch fragwürdig und es gäbe in diesem Teil des Vorfalls weder Täter noch Opfer, sondern nur eine dumme Spam-Mails und eine hysterisch und peinlich überreagierende Polizeibeamte, die sich vermutlich schon sexuell belästigt fühlt, wenn der Trainer ihr sagt, sie soll die verdammte Latte (auf Höhe X,YZ m) endlich nehmen.

    Kommen wir zum anderen Teil. Hier wird es dann giftig für Frau Friedrich, denn als zumindest in einem gewissen Rahmen rechtskundige Person wird sie härter beurteilt als wenn Lieschen Müller von der Kasse im Supermarkt sowas gemacht hätte. In Frage kommt hier sicher etwas in Richtung üble Nachrede / Verleumdung in einem besonders schweren Fall, da a. öffentlich, b. mit einigen Tausend nachgewiesenen Lesern (Kommentare und Likes) und c. mit international einigen Hundert Millionen potentiellen Lesern.

    Daneben wird es dann noch zivilrechtlich weitergehen, auch abhängig davon, ob der jeweilige T.D. Nachteile oder Angriffe zu erleiden hatte. Das alles ist peinlich und dämlich genug für Frau Friedrich, ich denke aber auch, dass es an der Zeit wäre, ihre Olypmpia-Teilnahme abzusagen und sie zusätzlich in Deutschland für eine gewisse Zeit von Wettkämpfen zu sperren. Jemand mit solch offensichtlichen Defiziten an Rechtsverständnis, Professionalität und Charakter ist als Teilnehmer internationaler Wettbewerbe im Namen unseres Landes nicht zu dulden.

  • Besser hätte man es nicht formulieren können. Frau Friedrich führt sich wie ein „Sheriff“ aus, dessen Revolver sehr „locker“ sitzt. Sie nimmt für sich in Anspruch, Opfer, Richter und Henker in einer Person zu sein.

  • Bin ich nicht so ganz dieser Meinung. Dass Frau Friedrich Mist gebaut hat, ist, denke ich, weitgehend Consens (wenn man von ein paar Emanzen absieht, die das Alles für einen Macho-generierten Angfriff auf die Weiblichkeit schlechthin sehen). Dass man daraus auf ein Defizit an Rechtsverständnis und vermutlich Professionalität schließen kann, dürfte auch logisch sein. Ein Defizit an Charakter ist daraus nicht zu erkennen.

    Die Penlichkeit, dass sie sich als „doofe Internetausdruckerin“ geoutet hat, reicht eigentlich. Sie sollte sich öffentlich entschuldigen, und dann Schwamm drüber.

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