Kooperation: Telekom rechnet mobiles Datenvolumen von Spotify nicht an

Jürgen Vielmeier


Updates im Text und unten: Die Kooperation hat einen fahlen Beigeschmack.

Gute Idee: Die Telekom hat heute auf der IFA unter anderem eine Kooperation mit Spotify vorgestellt. Bucht man den neuen Tarif „Complete Special Music„, dann fällt das verbrauchte Datenvolumen unterwegs für die Nutzung von Spotify nicht an. Das ist toll, denn heute gängige Volumenpakete von 200 oder 500 MByte werden gerade durch Services wie Musikflatrates schnell aufgebraucht. Eigentlich alle Dienste von Rdio bis Simfy bieten die Möglichkeit an, die Songs auf dem Smartphone zu speichern und sie offline zu hören. Manchmal möchte man aber doch unterwegs neue Songs laden und sie mit Freunden teilen.

Der Telekom-Musiktarif kostet 30 Euro im Monat und enthält ein Spotify-Premium-Paket (18 Millionen Songs werbefrei). Was sonst noch darin enthalten ist, will die Telekom ab November bekannt geben. Darüber hinaus soll Spotify als Zusatzoption für andere mobile Datentarife für 10 Euro im Monat buchbar sein. Das wäre ein guter Deal, weil das ungefähr dem Preis entspricht, den Spotify ohnehin im Monat kostet.

Warum sich die Telekom ausgerechnet den schwedisch-britischen Dienst als Partner genommen hat und nicht etwa die deutschen Anbieter Simfy oder Juke, oder die ausländischen Anbieter Deezer und Rdio, entspricht wohl dem eigenen Geschmack. Schöner hätte ich es gefunden, wenn man sich einen Dienst hätte aussuchen können, aber vielleicht kommt das ja noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Kopplung eines datenintensiven Dienstes mit einer Monatspauschale ist indes etwas, was mir sehr gut gefällt.

Update: So gut im Nachhinein doch nicht. Denn es ist der erste Schritt hin zu einer Einschränkung der Netzneutralität. Ich habe hierzu einige Leute befragt und mal ein bisschen nachgeforscht. Hier werden Daten eines Dienstes bevorzugt behandelt. Es klingt offenkundig nach einer guten Idee, aber der richtigere Weg wäre gewesen, Datenvolumen für alle zu erhöhen oder komplett im Sinne einer unbegrenzten Nutzung abzuschaffen. Danke für die Hinweise in den Kommentaren! /Update

Ich musste hier spontan an den Berliner Dienst WahWah.fm denken, der es bislang aus eben jenem Grund nicht ganz aus der Nische geschafft hat: Man kann unterwegs die Musik von Freunden live abonnieren, was natürlich bedeutet, dass man sie sich herunterladen muss. Für WahWah.fm wäre deswegen eine solche Zusammenarbeit mit einem Mobilfunkanbieter Gold wert. Ich würde mir wünschen, dass wir in Bälde mehrerer solcher Kooperationen sehen.

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(Jürgen Vielmeier, Bild: Telekom)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.