Xing stellt Visitenkartenscanner vor

Jürgen Vielmeier

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Ach, Xing… Das deutsche Business-Netzwerk ist ein wenig in die Jahre gekommen und steht dennoch hierzulande hoch im Kurs. Sehr geschätzt unter anderem die Jobbörse, die Stammtische und die Foren. Das große Manko für viele aber weiterhin, dass man ausländische Kontakte nur in den seltensten Fällen hinzufügen kann und – für mich ganz persönlich – dass ich mich auf meinem Rechner jedes Mal neu anmelden muss, wenn ich den Service wieder nutzen will. Und wenn ich noch so oft das Kästchen mit „Eingeloggt bleiben“ anwähle.

Heute hat Xing aber eine neue Funktion für die eigene Android-App vorgestellt, die ein echter Killer werden könnte: einen Visitenkarten-Scanner. Per OCR soll der Text auf der Karte erkannt und der passende Xing-Kontakt dazu herausgesucht werden. In unserem Kurztest hat das, mit einigen Einschränkungen, auch tatsächlich funktioniert.

Die Visitenkarte eines deutschen Pressesprechers scannte die Xing-App nahezu klaglos ein. Was in der Adresse später fehlte, war lediglich der Name. Man hat ihn recht schnell ergänzt und kann anschließend suchen, ob für die Person ein Xing-Profil vorliegt. Die App erkennt sogar zusätzliche Informationen wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und kann diese zusätzlich speichern, selbst wenn sie im Xing-Profil des Kontaktes nicht vorkommen.

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Ende der Visitenkarten absehbar

Xings großes Manko zeigte sich in unserem zweiten Versuch. Eine Pressevertreterin aus U.K. nämlich erkannte Xing zwar namentlich. Hier taucht der Kontakt allerdings natürlich nicht in der Xing-Datenbank auf, weil der Dienst in den meisten Ländern der Welt kaum oder gar nicht genutzt wird. Die App erlaubt es aber, die Daten zu speichern. Schön auch: der Scanner erkannte Ländervorwahl, Trennstriche und Punkte in der Telefonnummer. Dafür rutschte die E-Mail-Adresse mit in die Postanschrift. Ganz fehlerlos arbeitet die App also nicht.

Aber sonst? Eine tolle Weiterentwicklung und eine der besten Übergangslösungen auf dem Weg zum papierlosen Büro und dem möglichen Ende der Visitenkarte, die ich seit langem gesehen habe. Xing profitiert hier von dem eigenen Netzwerk im Rücken – zumindest, was das Inland angeht. Schon vor zwei Jahren haben die Hamburger den mobilen Handshake vorgestellt, mit dem sich zwei Kontakte mit Mobiltelefonen papierlos vernetzen können. Der Visitenkartenscanner ist nun eine tolle Weiterentwicklung. Ich würde mir auch hier noch eine reine Offline-Version wünschen, weil man gerade auf Messen oft kein mobiles Netz zur Verfügung hat. Die Funktion steht ab sofort in der allgemeinen Xing-App für Android zur Verfügung. Eine Version für das iPhone soll in Kürze folgen. Windows Phone? Blackberry? Vielleicht irgendwann später.

Und ganz generell würde ich mir eine ähnliche Funktion auch für mein eigenes Adressbuch wünschen. Denn ein Business Netzwerk, das all meine Ansprüche erfüllt, finde ich derzeit weder in Xing noch in LinkedIn.

(Jürgen Vielmeier, Screenshot: Xing)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.