Das neue HTC One – Gekommen um zu retten

Christian Wolf

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Und da beginnt sie also, die nächste Runde des immerwährenden „Höher-Schneller-Weiter“ auf dem Smartphone-Markt: HTC hat sein neues Android-Flaggschiff HTC One vorgestellt. Nun gackern wir alle wieder kurz aufgeregt und freuen uns erst einmal über die Ausstattung: Schickes Aluminium-Gehäuse, 1,7-GHz-CPU der neuesten Qualcomm-Generation (Snapdragon 600) mit vier Kernen, 2 GB RAM, bis zu 64 GB Speicher und 4,7 Zoll großes Full-HD-Display mit 468 ppi. Dazu kommt eine mit dem schönen Buzzword „UltraPixel“ titulierte Kamera, die andere Smartphone-Objektive locker in den Schatten stellen können soll sowie duale Frontlautsprecher mit integriertem Verstärker. Preis: 679 Euro UVP. Eine Auflistung weiterer Specs ist auf der HTC-Homepage zu finden – ein detailliertes Wiederkäuen kann ich mir also sparen.

HTC braucht größtmögliche Aufmerksamkeit

Viel interessanter ist die Frage nach der Bedeutung des „One“ für HTC selbst. Warum betreibt der vergleichsweise kleine Hersteller einen solchen Aufwand, um sein neuestes Highend-Modell zeitgleich in London und New York vorzustellen – und das noch so kurz vor dem Mobile World Congress. Die Antwort ist einfach: Um nicht unterzugehen – sowohl in der Masse der übrigen Neuankündigungen als auch am Markt. Fast alle großen Smartphone-Unternehmen kopieren dafür mittlerweile die Apple-Strategie des exklusiven Spezial-Events. Schließlich garantiert das größtmögliche Aufmerksamkeit.

Und diese hat HTC bitter nötig. Denn den Taiwanern steht das Wasser bis zum Hals. Man braucht unbedingt einen lang anhaltenden Top-Seller, der dank guter Marge frisches Kapital in die klammen Kassen spült – hier geht es HTC nicht anders, als etwa Nokia oder BlackBerry. Während BlackBerry im Rahmen seines Comeback-Versuchs aber auf seine traditionell guten Business-Kontakte hoffen kann und Nokia nicht nur – wenn auch auf bescheidenem Niveau – Quasi-Monopolist bei Windows Phone ist, sondern mit seiner Asha-Serie über zusätzliche Wurzeln im Billigsegment verfügt, ist es HTC jedoch nie so recht gelungen, aus dem zwar hoch profitablen, dafür allerdings hart umkämpften Android-basierten Premium-Sektor auszubrechen. Mit sichtbaren Folgen.

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Denn dort wird die Luft kontinuierlich dünner. Um einen Platz an der Sonne balgen sich nicht nur Samsung und Sony, sondern neuerdings auch die chinesischen Riesen Huawei und ZTE. Für einen Zwerg im Konzert der Großen bleibt da nur noch wenig Raum. Vermutlich sind wir bereits mittendrin in einer Konsolidierungsphase, an deren Ende nur eine Handvoll Hersteller übrig bleiben wird.

Zu finden unter „Sonstige“

Laut jüngsten IDC-Zahlen rangiert das einstige Top-5-Unternehmen HTC unter den weltgrößten Smartphone-Herstellern dabei längst unter „Sonstige“. Hinzu kommen anhaltende Absatzprobleme, ein nahezu apokalyptischer Umsatzeinbruch von 40 Prozent innerhalb eines Jahres zum vierten Quartal sowie ein stetig schmalerer Gewinn. Trotz boomendem Weihnachtsgeschäft betrug dieser Ende Dezember nur noch 1 Milliarde Taiwan-Dollar – umgerechnet gerade einmal 26 Millionen Euro.

Sicher: Es ist noch ein Gewinn und nicht wie bei Nokia über weite Strecken ein Milliardenverlust. Allerdings hat HTC längst nicht so viel Speck auf den Rippen wie einst der ehemalige Weltmarktführer. Schon kurze Hungerphasen sind daher existenzbedrohend. Das „One“ allein ist dabei kaum mehr als ein Fettauge auf der unverändert dünnen Suppe. Zu gering fällt – trotz zweifelsohne netter Details wie BlinkFeed – bereits jetzt der Unterschied zum Rest der Klasse aus – kommende Flaggschiffe wie das Samsung Galaxy SIV noch nicht einmal eingerechnet.

Daher stellt sich vor allem eine Frage: Sehen wir hier ein letztes verzweifeltes Aufbäumen oder doch den Anfang einer Wende? Die Antwort darauf überlasse ich euch.

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.