Kickstarter-Projekt PrioVR: Der nächste Schritt in Richtung Virtual Reality?

Jürgen Kroder

Seit den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts wird ein Begriff dank Hollywood-Filmen wie „Der Rasenmäher-Mann“ und „Tron“ immer mit dem Leben in der Zukunft assoziiert: Virtual Reality. Der Mensch von morgen lebe nicht mehr in der echten, sondern nur noch in einer virtuellen Welt – so die Visionen von damals. Auch wenn in diese Richtung schon viel geforscht und umgesetzt wurde, so konnte sich Virtual Reality bislang in der breiten Masse nicht durchsetzen. Das soll sich unter anderem mit PrioVR ändern.

PrioVR

Durch 3D-Welten laufen und tanzen

Auf Kickstarter sammelt der VR-Spezialist YEI Technologies für ein Projekt namens PrioVR. Dahinter steckt eine Technologie, die eine Mischung aus Motion Capturing und Virtual Reality darstellt, wie sie bislang aufgrund ihrer hohen Kosten nur in der Medizin, in der Luftfahrt oder im Militär zum Einsatz kam. YEI Technologies will mit dem PrioVR-System diese voll körperliche VR-Erfahrung der Games-Industrie zu einem bezahlbaren Preis verfügbar machen.

Die Idee von PrioVR klingt gut: Auch wenn 3D-Brillen wie die Oculus Rift den Spieler optisch in die virtuellen Welten eintauchen lassen, so wird zur Steuerung weiterhin ein Gamepad oder eine Mischung aus Maus und Tastaur benötigt. Dieses Problem versuchte Virtuix Omni zu lösen, indem es mit einem hüfthohen Gestell in der Art eines Laufstalls die Bewegungen erfasst. PrioVR geht einen Schritt weiter, indem es freie Bewegungen ermöglicht. Hierzu muss der User Bänder mit Bewegungssensoren an die Arme, Beine, Brust und am Kopf anziehen. Ähnlich wie beim Motion Capturing werden damit die Bewegungen in Echtzeit an den Computer übermittelt und umgesetzt, wie es dieses Video zeigt:

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Die Marktreife benötigt Zeit und Geld

In Verbindung mit Oculus Rift – oder anderen VR-Brillen – soll so echtes Virtual Reality-Feeling entstehen. Unschön, aber wohl noch nötig, finde ich die Arm-, Kopf- und Bauch-Bänder von PrioVR. Die sehen unbequem aus, bestimmt müssen sie auch kalibriert werden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Für den Mainstream-Kunden, der es bislang gewohnt ist, dass er sich ohne besonderes Equipment vor seiner Kinect- oder EyeToy-Kamera frei bewegen kann, könnte das eine große Hürde darstellen.

Aber bevor PrioVR den Massenmarkt anpeilt, dauert es noch ein paar Jahre. Laut den aktuellen Planungen möchte YEI im September 2014 mit dem Betatest starten, eine Produktion in größeren Stückzahlen könnte somit frühestens 2015 anlaufen. Bis dahin sind noch einige Hindernisse zu nehmen – zum Beispiel das Kickstarter-Ziel. Dafür werden bis zum 18. Oktober mindestens 225.000 US-Dollar an „Pledges“ benötigt. Eine recht überschaubare Summe, wie ich finde.

Ein Schritt zum Holo-Deck?!

Seit vielen Jahrzehnten taucht das Thema Virtual Reality immer wieder mal auf und verschwindet kurz danach sang- und klanglos. Bereits im Jahr 1994 dachte ich, als der VFX-1 Helm erschien, dass die Zukunft endlich begonnen hätte. Leider war der Helm zu schwer und teuer, er entpuppte sich als Flop. Schade, dass es fast 20 Jahre gedauert hat, dass mit Oculus Rift und PrioVR endlich wieder an Massenmarkt-tauglichen VR-Hardware gearbeitet wird.

Ich hoffe, dieses Mal gelingt ein Durchbruch! Denn ich möchte nicht bis ins Greisenalter warten müssen, bis mein heiß ersehntes Holodeck – die einzig wahre Virtual-Reality-Erfahrung – in greifbare Nähe rückt!

Bild: PrioVR

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.