D-Central: John McAfee plant Anti-Schnüffel-Gadget für lokale Netze

Thorsten Nötges

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John McAfee ist ja immer für eine Überraschung gut – Flucht vor der Polizei, und sein schräges Video „How to Uninstall McAfee Antivirus“ Die Bezeichnung „exzentrischer Millionär“ trifft auf McAfee zu wie auf kaum jemand sonst. Aber was man bei den Eskapaden der letzten Jahre durchaus vergessen konnte: Er ist noch immer eine Ikone der IT-Szene. Und so verkauft er auch sein neues Projekt auf dem C2SV Technology Conference + Music Festival. D-Central soll das Kommunikationsmedium der Zukunft werden: Ein Gerät, das ein privates Netzwerk aufbaut, auf das Regierungen oder Geheimdienste keinen Zugriff haben sollen.

d-central - http://www.futuretensecentral.com/

Kein Internet, sondern ein privates Netz

Die Arbeit an D-Central laufe schon seit ein paar Jahren, so McAfee. Allerdings hätten die Snowden-Enthüllungen ihm gezeigt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für sein neues Projekt sei. Und deshalb habe man in den letzten Monaten die Bemühungen noch weiter intensiviert. In etwa sechs Monaten soll ein Prototyp vorliegen. Wie der aussehen soll, ist McAfee zufolge im Großen und Ganzen schon klar. Gleiches gilt für den Preis, der bei etwa 100 Dollar liegen soll. Lediglich die Details der Technik sind noch in Arbeit.

Bisher hat das Gerät eine Reichweite von etwa drei Blocks in der Stadt und etwa einer Viertelmeile (also etwa 400 Meter) auf dem Land. In diesem Bereich können Nutzer über dieses Netzwerk privat kommunizieren und Daten tauschen. Und das über eine Vielzahl von Geräten – beispielsweise Smartphones und Tablets mit Android beziehungsweise iOS. Allerdings haben die D-Central-Netze keinen Zugriff auf das Internet. Damit von außen keiner in die Netze eindringen kann, soll eine einzigartige Verschlüsselungstechnik zum Einsatz kommen, an der laut McAfee sogar die NSA verzweifeln würde.

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Ob das eine neue Technik ist oder eine der erprobten Techniken zum Einsatz kommt, lässt der Gründer des gleichnamigen Antiviren-Spezialisten aber offen. Nur so viel ist klar: Weil die dezentralen Netzwerke zwar lokal begrenzt, aber mobil sind, soll ein Eindringen von außen nicht so einfach sein. McAfee sieht dabei eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten, vom Uni-Campus bis hin zur Nachbarschaft mit eigenem internen Netz. Etwas überspitzt fragte ein Zuhörer des Vortrags, ob D-Central im Kern ein kleines Darkweb aufbauen würde – McAfee bejahte. Mehr Infos gibt es laut Countdown auf der offiziellen Website in knapp 174 Tagen. Dann ist Weihnachten jedenfalls schon vorbei.

Und wie neu ist die Idee?

Die Kollegen von TechCrunch erinnerten die blumigen Ausführungen derweil stark an das bereits im April präsentierte Open-Source-Projekt Occupy.here: ein Netzwerk, mit dem man lokal begrenzt kommunizieren und Dateien austauschen kann.

Occupy.here ist – wie man sich beim Namen schon denken kann – vor dem Hintergrund der Occupy-Proteste 2011 entstanden und schon wesentlich weiter als McAfees D-Central. Hier wird kein eigenes Gerät verkauft, sondern bestehende Router von TP-Link werden neu aufgesetzt; anschließend können die eigenen Netzwerke eingerichtet werden. Seit heute morgen ist die neue Version über Githup verfügbar.

Bild: Screenshot

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Thorsten Noetges ist Nerd, Gamer,und seit 1995 im Internet zu Hause. Er hat von 2013 bis 2014 über 100 Artikel auf BASIC thinking veröffentlicht.