Wetter in iOS 8: Apple schmeißt Mittelsmann Yahoo raus

Tobias Gillen

Iphone 5 Apple

Yahoo als Mittelsmann

Schon mal gefragt, woher eigentlich die Wetterdaten in der iOS-Wetter-App kommen? Klar, das Yahoo-Logo ist zu sehen, aber woher bekommen die die Daten? Das hat sich jetzt wohl auch Apple gefragt und festgestellt, dass man die Daten auch gut ohne Yahoo bekommen kann. Damit verliert Yahoo einen wichtigen Partner.

Die Wetterdaten in der entsprechenden iOS-App stammen von „The Weather Channel“. Die liefern sie Yahoo und Yahoo liefert sie durch die Kooperation mit Apple an die iOS-Nutzer weiter. Eigentlich ist Yahoos Position mit der eines simplen Mittelsmanns zu vergleichen: Sie stehen zwischen den Stühlen und leiten Daten an Apple und Geld an „The Weather Channel“ weiter. Alles, was von Letzterem hängen bleibt, kann sich das Unternehmen in die eigene Tasche stecken.

Daten direkt von „The Weather Channel“

Ähnlich verhält es sich bei der Aktien-App in iOS: Die Daten kommen augenscheinlich von Yahoo Finance. Ein Blick in deren Footer aber verrät: „Fundamentale Firmendaten werden von Capital IQ bereitgestellt. Historische Chart-Daten und tägliche Aktualisierungen werden von Commodity Systems Inc. (CSI) bereitgestellt. Internationale historische Chart-Daten und tägliche Aktualisierungen werden von Morningstar, Inc. bereitgestellt.“

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Genau aus diesem Grund scheint sich Apple nun gefragt zu haben, warum genau man Yahoo, einem Konkurrenzunternehmen, auch noch extra Geld zusteckt. Wie „Re/Code“ berichtet, soll Yahoo den Deal mit Apple nun – zunächst bei den Wetterdaten – verloren haben. Die Daten kommen in iOS 8 künftig direkt von „The Weather Channel“.

Zweiter Deal geplatzt

Das ist der zweite große Rückschlag für Yahoo bezüglich Apple in kürzester Zeit. Erst jüngst ist bekannt geworden, dass Apple bei der Suche in iOS 8 und dem neuen OS X Yosemite nicht mehr Google als voreingestellte Suche nutzen wird, sondern Bing. Auch hier wird Yahoo auf einen Deal mit Apple gehofft haben, der in dem Fall sogar noch entscheidender hätte werden können. Ironisch: Bing und Yahoo kooperieren seit Jahren bei der Suche.

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Warum Apple die Yahoo-Kooperation so lange aufrecht erhalten hat, ist unklar. Jedenfalls ist der Schritt, auf den Mittelsmann zu verzichten, alles andere als unverständlich. Für Yahoo bedeutet der verlorene Partner massive Verluste – nicht zwingend nur finanzieller Natur. Auch werden künftig weniger Besucher über die Wetter-App zu Yahoo rüberkommen, von den Downloads der hauseigenen Wetter-App mal ganz zu schweigen.

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.