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Novartis kauft Rechte an smarten Google-Kontaktlinsen

MI4
geschrieben von Tobias Gillen

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Smarte Kontaktlinsen

Viele Unternehmen machen seit einiger Zeit Anstalten, mit Kontaktlinsen zu experimentieren. So schraubt Google schon länger an einer „Mission: Impossible“-Kontaktlinse, die per Wimpernschlag Fotos aufnehmen kann – wie einst Tom Cruise in „Phantom Protokoll“. Oder an einer Linse für Diabetiker, die anhand der Tränenflüssigkeit den Blutzuckerspiegel untersucht. Geplant sind aber auch Head-Up-Displays und andere Späße.

Was Google angeht, so forscht an den smarten Kontaktlinsen das Team um Google X – sozusagen die Abteilung für die speziellen Projekte. Laut Sergey Brin arbeitet Google X derzeit an acht Projekten. Sechs davon können zumindest in Teilen benannt werden: Google Glass, fahrerloses Auto, Googles Windenergie-Bemühungen (Makani Power), „Project Loon“ (Internet-Ballons, um weitere Teile der Welt online zu bringen), ein neuronales Netzwerk und die smarten Kontaktlinsen.

Chef verloren…

Google Glass und die Kontaktlinsen hat bis dato Babak Parviz geleitet, der immer als das „Mastermind“ hinter Google Glass bezeichnet wird. Am Montag wurde bekannt, dass Parviz die Seiten wechselt und bei Amazon angeheuert hat. Damit verliert Google in dem Bereich natürlich wahnsinnige Kompetenzen, die Amazon nun in seinen Reihen hat und in diesem Markt weiter forschen kann.

Es tut sich aber noch weitaus mehr. So wurde nämlich heute bekannt, dass Google die Rechte an den smarten Kontaktlinsen an den Schweizer Pharmakonzern Novartis verkauft hat. „Das ist ein wichtiger Schritt für uns, die Grenzen der traditionellen Krankheitsbehandlung zu sprengen“, wird Novartis-Chef Joseph Jimenez von „Reuters“ zitiert.

… und Rechte verkauft

In der Tat: So geht es bei der Kooperation der beiden Unternehmen nämlich ganz konkret um die Linse für Diabetiker und eine, die die natürliche Fokussierung der Augen bei Altersweitsicht wiederherstellen soll. Auf Seiten von Norvatis soll Alcon, die Augenheilkunde-Sparte der Schweizer, die restliche Expertise in diesem Bereich beisteuern.

Wearables, also am Körper tragbare Technik, muss also nicht immer eine iWatch oder eine Datenbrille sein. Auch die medizinische Komponente in diesem Markt wird zukünftig massiv wachsen. Ob Tom Cruise das geahnt hätte?


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

1 Kommentar

  • Hi,

    irgendwie cool – als auch beängstigend, die Idee. Wenn ich mir vorstelle, dass ich in 10 Jahren einfach mal so über die Straße laufe und jeder der mich anblinzelt eventuell ein Foto macht? Oder mir bei einem Blind-Date die neue Bekanntschaft tief in die Augen sieht und – klick – ein Foto macht und wenn man das Ganze noch weiterspinnt dann postet er das Foto gleich automatisch auf Facebook und hinterlässt per Gedankenübertragen ein Kommentar… 🙂 Ich weiß, dass ist schon sehr weit hergeholt. Aber wer weiß, was in 20 Jahren alles möglich ist…

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