Forecastwear App: Interessante Idee mit einem „Coitus Interruptus“ im Konzept

Jürgen Kroder

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Vom fahrenden Fischglas über ein „Half-Life 3″-Remake bis hin zum Comeback der ZX-Spectrum-Tastatur: Auf Kickstarter erscheinen die verrücktesten Ideen. Doch es müssen nicht immer Mega-Projekte oder revolutionär neue Dinge sein, die das Interesse wecken. Ich bin beim Herumsurfen zum Beispiel bei der „Forecastwear App“ gelandet.

Fashion-Tipps bei Grenztemperaturen

Noch eine Wetter-App? Das braucht doch kein Mensch. Stimmt! Deswegen soll die Forecastwear App – wie es der Name bereits impliziert – mehr bieten. Sie wird entsprechend zum Wetter die passenden Kleidung vorschlagen. Klingt banal. Ist es aber in meinen Augen nicht.

18 Grad Celsius – ist das jetzt warm oder kalt? Kann man bei dieser Temperatur noch ein T-Shirt anziehen oder wäre ein dünner Pulli die bessere Wahl? Diese und ähnliche Fragen kennt jeder. Hier könnte die App von Laert Pasko helfen. Zudem will der New Yorker Fashion-Tipps bekannter Marken geben – das klingt nach einem möglichen Monetarisierungsmodell.

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Guter Anfang … dann kommt das abrupte Ende

Kurz: Die „Forecastweather App“ hat Potential, auch wenn sie eigentlich nur eine simple Idee bietet. Kann dieses Kickstarter-Projekt also rocken und sammelt nun Unsummen ein? Nein, definitiv nicht! Und das wird sie wahrscheinlich auch nie. Denn eine derartig grottig umgesetztes Crowdfunding-Projekt habe ich schon lange nicht mehr gesehen!

Das fängt bei der Gestaltung der Seite an: Statt dem mittlerweile üblichen Trailer als Aufmacher, der mit viel Emotionen und warmen Worten des Entwicklers um Aufmerksamkeit wirbt, sieht man hier nur ein paar Wetter-Icons. Darunter gibt es einen Absatz mit viel Text, inklusive Schreibfehlern. Und dann … kommt gar nichts mehr. Zumindest nichts Informatives.

Ab 10.000 US-Dollar gibt es die App?

Wo andere Kreativköpfe mit viel Infos, ersten Mock-Ups und Screenshot sowie schicken Artworks punkten, folgt bei Pasko nur der übliche „Risks and challenges“-Absatz. Hier musste ich spontan auflachen, denn da steht:

There’s no risk. Challenges i don’t know, they vary.

Keine Risiken – ha ha. Auch bei der erforderlichen Summe musste ich Schmunzeln: 50.000 US-Dollar will der selbstbewusste Initiator haben. Mit einem Dollar ist man dabei, aber Rewards gibt es keine. Erst ab 10.000 US-Dollar erhält man die App. Ein guter Witz. Und ein schlechter dazu.

Dass es bislang nullkommanull Unterstützer gibt, dürfte also keinen verwundern. Das wird sicherlich so bis zum Ende am 25. September bleiben. Schade um die gute Idee. Vielleicht wird sie ja von einem anderen App-Entwickler aufgenommen?

Update, 27. August 2014: Wir haben uns getäuscht. Es gibt doch Untersützer. Nun gut, einen zumindest. 10 US-Dollar hat Forecastwear damit schon gesammelt. /tgi

Bild: Kickstarter / Screenshot

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.