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Ein Tag ist schon zu lang: Amazon will mit „Prime Now“ nun innerhalb einer Stunde liefern

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Was ist einer der größten Vorteile von Online-Shops? Das große Sortiment, das theoretisch unendlich groß sein kann. Und womit punkten unter anderem Ladengeschäfte? Mit der schnellen Verfügbarkeit. Diesen Punkt versucht Amazon schon seit vielen Jahren mit teils innovativen Ideen auszugleichen. Nun hat der Gigant ein neues Konzept gestartet.

Mit Schnelligkeit auftrumpfen

Amazon ist nicht umsonst so schnell so groß geworden. Die Amerikaner versuchen seit jeher die Vorreiter für neue Ideen zu sein. Nachdem man zuerst weltweit Bücher verschickte, erfolgt die Erweiterung des Sortiments um neue Sparten, später öffnete man sich mit dem Marketplace für andere Händler. Heutzutage tanzt der Konzern auf allen Hochzeiten gleichzeitig: Von Cloudspeicher über Apps und Video-Streaming bis hin zur eigenen Hardware – es gibt fast nichts, was Amazon nicht anbietet.

Doch um gegen den immer noch stärksten Konkurrenten, den klassischen Handel anzukommen, gibt es ein Schlagwort: Schnelligkeit. „Amazon Prime“ ist ein großer Vorstoß in diese Richtung – doch er reicht nicht. Von der Sonntags-Lieferung und dem Versand mittels Drohnen namens „Prime Air“: Ständig denkt man sich neue Wege aus, wie man den Kunden flotter erreichen kann. Nun testet Amazon „Prime Now“.

Mit der Kraft der Beine

Bei „Amazon Prime Now“ handelt es sich im einen Dienst, der derzeit in New York getestet wird. Mit Fahrradkurieren sollen im Stadtteil Manhattan innerhalb einer Stunde die Bestellungen ausgeliefert werden. Extrakosten für den Express-Versand: fünf US-Dollar.

„Was Pizzalieferdienste können, können wir auch“ – müssen sich die Strategen gedacht haben. Kein schlechter Gedanke. Aber einer, der nicht auf ganze Länder übertragbar ist. Jede Lieferung außerhalb einer Großstadt ist zu langsam. Und in kleineren Städten, wo es nicht genügend Kunden gibt, um die Fahrradkuriere dauerhaft im Einsatz halten, dürfte das Business zu unrentabel sein.

Zudem können nur kleine Produkte auf dem Bike transportiert werden. Alles, was zum Beispiel so groß oder größer wie eine Mikrowelle ausfällt, kann sicherlich nicht von den strampelnden Boten geliefert werden. Hier muss Amazon noch auf konventionellem Weg liefern.

Kreativer Kampf um Kunden

Auch wenn „Amazon Prime Now“ kein Konzept ist, das wirklich punkten kann, so finde ich die Idee sehr interessant. Noch mehr gefällt mir, welche kreativen Energien der ständige Kampf zwischen Online- und Offline-Handel hervorbringt. So hat beispielsweise kürzlich Media Markt eine neue Strategie ausgerufen, bei der unter anderem Drive-In-Schalter ein wichtiges Standbein spielen sollen, auch Lieferungen am selben Tag (Same Day Delivery) sind bei immer mehr Onlineshops möglich.

Egal, ob nun Amazon, Media Markt oder wer auch immer – bei allen Bemühungen steht der Kunde als König im Fokus. Wir sollen Tag und Nacht schneller und einfacher shoppen können. Lang lebe die moderne Konsumgesellschaft! Oder doch nicht?

Was denkt ihr? Sind die Bemühungen von Amazon & Co. übertrieben? Muss man alles immer sofort haben? Oder geht damit auch die teils schöne Vorfreude auf eine Bestellung verloren?

Bild: Amazon


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

3 Kommentare

  • inb4 „Amazon soll erstmal die Angestellten ordentlich bezahlen“ blabla.

    Ich finde die Idee sehr gut, bin aber sicher, dass es hier in DE noch mindestens 12 oder mehr Monate dauert, bis so etwas angeboten wird, und dann natürlich auch nur für ein paar Großstädte.

  • Wenn ich als Käufer im Onlinehandel meine Ware sofort, d.h. in dem gleichen bzw. kürzeren Zeitaufwand, der ein Einkauf im stationären Einzelhandel mit sich bringen würde, erhalten will, dann sollte ich das auch bezahlen wollen!

    Von 5$ Lieferungspauschale kann kein Fahrradkurier leben! Wenn er denn die 5$ bekommt, denn in der Lieferkette sind ja noch die Auslieferung zum innerstädtischen Verteilzentrum und die Provision des Kuriervermittlers enthalten.

  • Die Idee ist schon gut. Auch wenn es nicht überall sinn macht, ist es als Option sehr gut.

    Wobei ich finde, das ist heute kein Vorteil vom Laden mehr. Immer wieder passiert es mir das ich in einen Laden gehe. Was Bestimmtes haben will und ich bekomme den Satz „Haben wir nicht da, können wir aber bestellen“.

    Und ich sage. „Bestellen kann ich selber“

    Oft dackelt man wie blöde durch die Stadt, um dann sauer nach Hause zu kommen und sich den Kram zu bestellen.

    Ich kenne sehr viele die gehen eben nicht mehr in den Laden, weil sehr oft da nix lagernd ist. Und einen stationären Zwischenhändler braucht der Kunde heute nicht mehr. Früher hat man den laden dann bestellen lassen. Heute macht man es lieber gleich selber.

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