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Google Nexus 9 im Test: Das sagen die ersten Reviews

Mit einem 8,9 Zoll großen IPS-Display mit 2048×1536 Pixeln, dem ersten mit einer entsprechenden Android-Variante kombinierten 64-Bit ARM SoC Nvidia Tegra K1 mit seinen beiden bis zu 2,3 Gigahertz schnellen Kernen und 192-kerniger Kepler-GPU und einer 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite sowie dem teilweise aus Metall gefertigten Gehäuse soll das Nexus 9 den Wiedereinstieg von HTC in den Tablet-Markt markieren und gleichzeitig das neue Android 5.0 “Lollipop” zur Schau stellen. Wie gut dies gelingt, verraten die Eindrücke der US-Presse schon jetzt, denn hierzulande gab es mal wieder nix an Testgeräten vorab 😉 Das Fazit fällt durchaus unterschiedlich und manchmal ziemlich durchwachsen aus.

The Verge: Das weltweit wohl erfolgreichste Tech-Blog bleibt seiner Apple-Affinität gewissermaßen treu und vergleicht das Android-Flaggschiff in vielen Punkten mit dem iPad Air 2, was aber auch seine Berechtigung hat, schließlich treten HTC und Google wie die breite Masse der Konkurrenten gegen den Platzhirsch unter den Tablets an.

Positiv:

  • Das 4:3-Format des Display kommt gut an
  • Gute Akkulaufzeit
  • Großartige Lautsprecher

Negativ:

  • Probleme mit der Qualität
  • Performance manchmal rucklig
  • Mangel an Tablet-optimierten Apps

Fazit: Mit einer Wertung von 7,8 von 10 möglichen Punkten bleibt das Nexus 9 bei The Verge weit hinter den Werten des aktuellen iPad Air 2 zurück. Gerade die Kameras und die enttäuschende Performance des K1 fallen hier negativ auf. Ansonsten werden Dinge wie das nicht im Glass-on-Glass-Design (also mit Luftlücke) umgesetzte Display mit durchscheinender Hintergrundbeleuchtung und teilweise verwaschenden Farben kritisiert. Gelobt wird hingegen, dass das Google-Tablet mindestens einen, manchmal auch zwei Tage mit normaler Nutzung übersteht. Insgesamt sei das Gerät aber nicht so gut, wie es sein müsste, heißt es, um gegen Apples jetzt auch nicht unbedingt überwältigende neue iPad-Generation anzukommen. Für 300 Dollar wäre das Gerät wohl ein Killer-Angebot, doch mit einem Startpreis von 399 Dollar wären manche Nutzer wohl mit einem iPad Air der ersten Generation besser beraten, heißt es.

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Engadget: Die Nummer zwei unter den US-Techblogs, aber dann wohl doch deutlich ausgewogener in der Bewertung, kommt trotzdem zu einem durchaus vergleichbaren Ergebnis. Gerade die Qualität und das Design des Geräts können nicht vollends übezeugen.

Positiv:

  • Android Lollipop 5.0 läuft wie ein Traum
  • Material Design wirkt warm und heißt den Nutzer willkommen
  • Tegra K1 hat reichlich Power, auch wenn im Benchmark teilweise seltsame Werte herauskommen

Negativ:

  • Display liefert solide Ergebnisse, aber reißt nicht vom Hocker
  • BoomSound-Lautsprecher nicht so gut wie beim HTC One M8
  • Speicher nicht erweiterbar

Fazit: Das Nexus 9 beeindruckt vor allem durch die erstmalige Verwendung von Android 5.0 “Lollipop”. Das Design kann hingegen nicht unbedingt überzeugen und die Lautsprecher auf der Front lassen noch einige Wünsche offen. Der starke Nvidia Tegra K1 macht schwer Eindruck und wer auf häufige Software-Updates steht, sollte ohnehin zugreifen, heißt es. HTC und Google hätten allerdings merkliche Kompromisse beim Display, den Lautsprechern und dem Design gemacht, so dass das Gerät in manchen Punkten beeindruckt, in anderen aber nur Durchschnitt ist. Wer das Gerät interessant finde, solle es vor allem wegen Android 5.0 “Lollipop” kaufen.

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AndroidPolice: Man fühlt sich zunächst stark an das Design des Nexus 5 erinnert, denn im Grunde sei das Gerät zumindest optisch ein aufgeblasenes Nexus 5. Insgesamt fällt das Testergebnis aber auch hier etwas durchwachsen aus, denn so richtige Begeisterung kommt nicht auf.

Positiv:

  • 4:3-Format gefällt sehr gut, Display mit guten Farben, hoher Helligkeit, solider Farbstabilität und geringer Blickwinkelabhängigkeit – kaum echte Schwächen
  • Das nexus 9 ist in den meisten Fällen extrem schnell, in Single-Thread-Benchmarks sogar vor dem iPad Air 2
  • Front-Lautsprecher – keine Erklärung nötig
  • Software-Support dauerhaft gesichert

Negativ:

  • Akkulaufzeit bleibt weit hinter den versprochenen 9,5 Stunden beim WLAN-Surfen zurück – die Hälfte ist drin (allerdings nicht ganz aktuelle Android-Version installiert, kürzliches Update verlängert Laufzeit deutlich)
  • Performance schwankt überraschenderweise, meist extrem schnell, doch manchmal dauert das Laden länger, wohlnoch keine volle Optimierung
  • Qualitätsanmutung entspricht dem Preisschild von knapp 400 Dollar nicht, relativ schwer für die Größe, Plastikrückseite verformt sich unter Druck und knarzt, zieht Fingerabdrücke massenhaft an
  • Design kann nicht überzeugen, keine besonderen Merkmale, durchschnittlicher Look, Pressebilder wirken besser als die Realität
  • Hoher Preis – 400 Dollar (480 für doppelten Speicher) sind bei einem solchen Gerät nur schlecht zu verkraften – vor allem angesichts des iPad Air der ersten Generation

Fazit: Das HTC Nexus 9 ist kein schlechtes Tablet, nur eben lange nicht so gut, wie die meisten potenziellen Käufer gehofft haben dürften. Hübsch sei das Gerät nicht, für Besitzer des Nexus 7 aber eine deutliche Verbesserung. Der Preis sei aber einfach (noch) zu hoch. Die Erwartungen aus der Partnerschaft zwischen HTC und Google seien seinerseits wohl einfach zu hoch gewesen, so der Review-Autor.

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PhoneArena: Bei den Kollegen aus Europa mit US-Ableger kommt das Nexus 9 insgesamt deutlich besser weg, als bei den meisten anderen frühen Testern – was möglicherweise daran liegt, dass sie ihr Gerät mit der jüngst ausgelieferten Build LRX21L getestet haben. Gerade in den Akku-Tests wusste das Nexus 9 nämlich hier zu beeindrucken, denn es lief deutlich länger als die Apple-Konkurrenz und musste sich nur dem Sony Xperia Z3 Tablet Compact geschlagen geben – 9,5 Stunden? Kein Problem.

Positiv:

  • Absolut wettbewerbsfähiger Preis
  • Material-Design von Android 5.0 “Lollipop” kam gut an, ebenso wie seine gute Features
  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Präzise Farbwiedergabe des Displays (wer die Display-Tests der PhoneArena-Leute kennt, dass man sich nahezu wissenschaftlich mit diesem Thema beschäftigt – wenn ich also jemandem etwas über das Display glauben darf, dann ihnen
  • Helligkeit besser als bei der Konkurrenz

Negativ:

  • Hohl wirkende Konstruktion
  • Schlechte Kamera-Performance bei fehlendem Umgebungslicht

Fazit: Mit 9,3 von 10 Punkten wohl das beste Resultat in den von mir ausgewählten Testsberichten (ohne vorher danach zu schauen). Das Nexus 9 beeindruckt angeblich mit seiner zurückhaltenden Art, auch weil die Specs und das Design nicht übertrieben wirken. Das Gesamtpaket könne hingegen überzeugen und lädt den Nutzer zur Verwendung ein, heißt es. Insgesamt sei das Gerät “fast perfekt” und mit 399 Dollar günstiger als die meisten Konkurrenten in seiner Klasse. In Sachen Leistung, technischer Ausstattung und Software-Erlebnis sei das Gerät keineswegs eine Enttäuschung.

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Liliputing: Nicht nur die großen der Branche wurden in den USA offenbar mit Testmustern versorgt, sondern auch unser geschätzter Kollege Brad von Liliputing, der sein Blog weitestgehend im Alleingang schmeißt. Für ihn ist das Nexus 9 ein guter Einstieg für HTC in den Tablet-Markt – wieder. Das Gerät ist schnell, hat ein großartiges Display – wenn man auf 9-Zoll-Bildschirme steht – ordentliche Lautsprecher und lange Akkulaufzeit. Positiv sei neben Android 5.0 auch, dass das Gerät einen entsperrbaren Bootloader hat, also Frickler zum Spielen einlädt.

Positiv:

  • Es ist ein Nexus-Gerät, das nicht nur von Google, sondern auch von der breiten Gemeinschaft der Android-Entwickler und -Hacker bearbeitet werden dürfte
  • Der Tegra K1 liefert beste Performance und ist der erste 64-Bitter in einem Tablet, was hoffentlich künftig entsprechende Folgen durch spezielle Software mit sich bringt
  • Display für Medien-Konsum bestens geeignet
  • Offener Bootloader = offen für Mods

Negativ:

  • Kein MicroSD-Kartenslot
  • Mittelmäßige Kameras
  • Nicht so günstig wie andere vergleichbare Modelle

Tja, was sagt ihr? Ich persönlich zweifle gerade mächtig daran, ob die Anschaffung meines selbst bezahlten Testgeräts nicht doch lieber später erfolgen sollte, zumal das Interesse an Android-Tablets in letzter Zeit gefühlt etwas abgeflaut ist. Andererseits will ich HTC auch eine Chance geben, Android 5.0 kennenlernen und eben das “reine” Android-Erlebnis haben.

mittwald

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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

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