In eigener Sache

Inside: BASIC thinking (Teil II) – So nutzen wir den Social-Media-Koordinator Buffer

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geschrieben von Tobias Gillen

Wir beschäftigen uns als Online-Magazin jeden Tag mit dem Internet, mit Social Media, mit Tools, Software, Programmen und digitalen Vorgängen. Zeit, euch mal einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren und mit der Serie „Inside: BASIC thinking“ all die kleinen digitalen Helferlein vorzustellen, die uns tagtäglich die Arbeit erleichtern. Nach Slack geht es nun um Social-Media-Koordinator Buffer. // von Tobias Gillen

Social Media kostet Zeit. Es ist eben nicht nur mal ein Tweet oder ein Post, nicht mal kurz ein Retweet, ein Like, ein Share. Nein – Social Media ist aufwändig, kostet immer wieder ein paar Sekunden, die zusammengenommen dann auf Kosten anderer Dinge gehen. Zumal Twitter, Facebook und Co. voll sind von allerlei Ablenkungen, die dann wieder den Zeitrahmen sprengen. Kurz um: Im Tagesgeschäft braucht man ein paar kleine Helferlein, die bei dieser Arbeit unterstützen.

Ausprobiert habe ich vieles, aber nichts konnte mich am Ende so sehr überzeugen wie Buffer, das ich seither als Koordinator für meine und unsere Social-Media-Aktivitäten bezeichne. Ende 2010 gegründet hat Buffer inzwischen immerhin über zwei Millionen Nutzer gewinnen können und erleichtert insbesondere für solche Nutzer, die mehrere Accounts handlen müssen, die Arbeit enorm.

Buffer: Ein Tool für alle Social-Media-Dienste

Die Idee hinter Buffer: Schaffe ein Tool, das viele Social-Media-Dienste verbindet und das Teilen plattformübergreifend mit einem Klick ermöglicht. So kann man bei Buffer aktuell Twitter, Facebook (Profile, Seiten, Gruppen), Google+ (nur Seiten), LinkedIn (Profile, Seiten) und Pinterest hinzufügen. In der kostenlosen Variante kann man pro Netzwerk nur einen Account hinzufügen, wir nutzen bei BASIC thinking den kostenpflichtigen Awesome-Plan, also die 102 US-Dollar pro Jahr teure Premiumversion.

Buffer Pläne Awesome Business Plans

Damit ist es möglich, bis zu 10 Accounts hinzuzufügen. Das macht Sinn, wenn man – wie ich – zum Beispiel auch seine eigenen beruflichen Accounts hinzufügen möchte oder wenn man als Unternehmen mehrere Accounts hat (zum Beispiel verschiedene Twitter-Accounts für verschiedene Ressorts). Buffer gibt es im Browser, als iOS- und Android-App, als Add-on und als Mac-App. Man kann also quasi von überall aus seine Links teilen.

Zunächst ist Buffer etwas befremdlich

Dafür gibt es bei Buffer ein Eingabefeld, bei dem man dann je nach Belieben die Netzwerke auswählt, an die dieser Post rausgeschickt werden soll. Aufpassen muss man hier etwa bei Posts für Twitter, da Facebook und Co. etwa @-Erwähnungen nicht kennen und die Posts entsprechend missraten aussehen. Ich löse das, indem ich für die Twitter-Accounts eigene Posts einsetze. Dauert zwar eine halbe Minute länger, sieht aber besser aus.

Buffer

Ich muss zugeben: Zunächst ist Buffer etwas befremdlich. Man muss sich erst einmal reinfuchsen und verstehen, was dieses Tool wirklich für einen tut. Denn es ist nicht nur, dass es die Ablenkung der sozialen Netzwerke nimmt und dafür alle Netzwerke an einem Ort bündelt. Buffer kann noch viel mehr. Zum Beispiel Statistiken für jeden einzelnen Post liefern oder – eigentlich das Hauptfeature – Posts in einer Warteschlange planen.

Zeitplan und Warteschlange: Bei Buffer ein Segen

Dafür legt man einen Zeitplan fest. In der kostenlosen Variante kann man nur einen Zeitplan für alle Wochentage festlegen, im Awesome-Plan kann man für jeden Tag unterschiedliche Zeiten wählen oder – wie wir zum Beispiel – nach Wochentagen und Wochenende unterscheiden. Ich lege also fest, dass unser Twitter-Account immer um 5:12 Uhr, um 9:32 Uhr, um 11:03 Uhr, um 13:05 Uhr und so weiter posten soll. Unser Facebook-Account soll nur gegen 8 Uhr, 13 Uhr und 17 Uhr aktiv sein, bei Google+ soll etwas mehr los sein.

Anschließend kann ich meine Posts in die Warteschlange legen. Buffer arbeitet sie dann der Reihe nach ab. Drängt etwas, kann ich es natürlich auch direkt teilen oder in der Warteschlange vorrücken lassen, wahlweise auch auf eine feste Zeit planen. Zusammen mit den übersichtlichen Statistiken kann man so entsprechend seiner Leserschaft ganz individuell für jeden Tag die besten Zeiten festlegen. Warum zum Beispiel sollte ich am Sonntag um 5 Uhr posten?

Buffer Zeitplan

Die Abonnenten trotz Buffer nicht vergessen

Was ganz klar fehlt, ist eine Integration von Google+-Profilen. Zudem empfinde ich die Auswahl der Social-Media-Dienste zu gering. Für uns reicht es, klar. Aber es wäre schön, wenn man auch noch andere Dienste wie Instagram bedienen könnte. Auch Pinterest ist erst vor ein paar Wochen hinzugekommen. Das geht leider zu langsam für einen Dienst, der sonst so vieles so richtig macht.

Nach gut drei Monaten, in denen ich Buffer jetzt für die Social-Media-Aktivitäten von BASIC thinking auf Facebook, Twitter, Google+ und neuerdings auch auf Pinterest nutze, wird eins ganz klar: Die Zeitpläne und Warteschlangen sind ein Segen. Denn man erreicht immer wieder neue Nutzer, wenn man einen Post mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten absetzt. Hier bedarf es aber – meiner Meinung nach – eines Nutzers, der all das Koordiniert. Im Awesome-Plan kann man zwar auch mit mehreren Personen einen Account führen, aber das würde etwa für unseren Nutzen zu heillosem Chaos führen.

Buffer ist ein effizienter Mittelweg

Wichtig ist aber bei all der Vereinfachung und Komprimierung der Social-Media-Arbeit eines: Man darf die Abonnenten, Follower, Leser und Fans natürlich nicht vergessen. Buffer lädt förmlich dazu ein, nur noch schnell seine Warteschlange zu füllen und dann wieder andere Dinge zu machen. So funktionieren soziale Netzwerke aber nicht. Man braucht ein offenes Ohr für die Anhängerschaft – und das bietet Buffer nicht. Es gibt hier einfach keinen Rückkanal.

Entsprechend sollte man eben am Ende doch ab und an vorbeischauen und seine Community pflegen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich absolut kein Fan von stumpfem RSS-Feed-Auslesen über die Netzwerke bin. Wer das machen möchte, findet zum Beispiel bei If This Than That (IFTTT) seine Lösung. Das erspart zwar Zeit, ist aber auch unpersönlich – und das merken die Abonnenten schnell. Buffer ist da der perfekte Mittelweg aus Effizienz und trotzdem persönlicher Pflege der Accounts.

Das Posten unserer Artikel und Inhalte übernimmt Buffer also und sorgt so für enorme Zeitersparnis. Die wiederum kann ich dann in die Interaktionen mit und Reaktionen auf diese Inhalte umwandeln. Entsprechend bezahle ich die 102 US-Dollar pro Jahr auch gerne, denn das ist es am Ende wert.


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

12 Kommentare

  • Danke für den Tipp!
    Mit solchen Dingen habe ich mich noch nicht beschäftigt, da ich aber in der Öffentlichkeitsarbeit eines Vereins tätig bin, wo wir einen Facebook- und Twitter-Account pflegen, sieht das (in der kostenlosen Variante) doch ganz angenehm aus.

    Aktuell haben wir den (vernachlässigten, da kaum echte Follower) Twitter-Account mit Facebook verbunden, aber das sieht – vor allem bei geposteten Bildern – leider unschön aus, da ja nur auf Facebook verlinkt wird.

    Wie geht Buffer mit Bildern um?
    Werden diese korrekt gepostet, d.h. bei Facebook und Twitter entsprechend der manuellen Nutzung dort hochgeladen?

    • Hi Fred,

      du kannst Bilder explizit auswählen, dann werden diese verwendet. Machst du das nicht, generieren Twitter und Facebook die Vorschaubilder. Funktioniert bislang einwandfrei, da brauchst du keine Sorge zu haben.

      Grüße
      Tobias

      • Hi Tobias,

        da habe ich mich wohl unverständlich ausgedrückt. 🙂
        Ich meinte jetzt keine Bilder von verlinkten Webseiten, sondern wenn jetzt eigene Fotos hochgeladen werden sollen.
        Diese sollten bei Twitter dann als Fotos unter twitter.com/username/media auftauchen und bei Facebook im Album Chronik-Fotos.

        Wie geht Buffer mit soetwas um?

        Grüße,
        Fred

        • Hi Fred, wie gesagt, du kannst Bilder selbst auswählen, hochladen, betiteln und dann posten. Die Bilder werden dann ganz normal auf den Netzwerken ausgespielt. Wir hatten damit bislang keine Probleme, das sind meine Erfahrungen. 🙂

  • Vielen Dank für dein Einblick Tobias.
    Buffer steht, neben Hootsuite, schon länger auf der Liste der Tools, die ich mir anschauen möchte.

    Wie siehst du denn das Problem, das ich zB in Facebook alle beiträge der BufferApp sperren kann? Das birgt doch eine extreme Gefahr. Auch gibt es die Gerüchte, das Facebook Beiträge, die über Dritt-Tools kommen, weniger gut in ihrem Algorithmus berücksichtigt und damit Sichtbarkeit verloren geht.

    Beides Punkte, die mich auch noch zum Nachdenken bewegen.

    Ich freue mich auf die kommenden spannenden Einblicke.

    Grüße, Frank

    • Hi Frank, also mit der Sichtbarkeit habe ich keine Probleme feststellen können bisher. Im Gegenteil: Durch die Planung zu Zeiten, an denen viele unserer Leser online sind, steigt die Sichtbarkeit eher noch. 🙂

  • Irgendwie ist die Echtzeit komplett an mir vorbeigegangen. Mein Twitter-Account nutze ich mehr als RSS-Feed und lese die Artikel irgendwann.

    Bei BT bin ich ja sogar noch ein paar Jahrzehnte zurückgegangen und stütze mich nur noch auf den Newsletter.

    Klar der Artikel ist jetzt schon ein paar Tage alt, aber macht es den deswegen uninteressanter? Zusätzlich habe ich noch ein paar Kommentare zum durchlesen.

    So mal schauen was es noch die Woche gab…

    P.s. Die Inside-Rubrik ist klasse!

    🙂

  • […] Sind die Texte veröffentlicht, will die Community natürlich auch bespaßt werden. Oder zumindest: Man sollte als Blogger aufpassen, was unter den Texten passiert. Hier werden Fehler erkannt, wir werden kritisiert, gelobt und bekommen Fragen gestellt. Es gibt immer wieder neue Anregungen und Ansätze aus dem Dialog mit den Lesern, den wir nun auch via WhatsApp pflegen. Was auffällt: Seit wir per WhatsApp mit den Lesern kommunizieren, ist der direkte Kontakt um ein Vielfaches gestiegen und wir profitieren sehr von diesem Austausch. Im Gegenzug – hoffe ich – profitieren die Leser natürlich auch von unserem In- und Output. Das alles kostet Zeit und ist kaum zu schaffen als Einzelunternehmer. Entsprechend mussten wir hier die Prozesse optimieren, nutzen beispielsweise zum Ausspielen der Inhalte Buffer. […]

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