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LG V10: Hands on und erste Eindrücke zum neuen Premium-Smartphone

Doch, das kann was – war mein erster Gedanke, als ich mich mit dem LG V10 befasst habe. Starke technische Daten, Super-Idee mit dem zweiten Screen, tolles Design, dazu ein dicker auswechselbarer Akku und ein Slot für eine Speicherkarte – Smartphone-Herz, was willst Du mehr. LG möchte eine neue Premium-Reihe neben seinen eigentlichen Flaggschiffen etablieren und wenn die nächsten Smartphones das halten, was die Vorhut in Form des V10 schon verspricht, dann bin ich geneigt, den Koreanern dafür gute Chancen einzuräumen.

Nachdem wir euch heute schon die offizielle Vorstellung des Smartphones verkünden konnten, können wir euch nun auch unser Hands on-Video liefern, indem ihr auch die persönlichen Eindrücke von Nicole mit an die Hand bekommt und meiner Meinung nach bestätigt das nur, was sich schon auf dem Papier – oder besser gesagt in der Pressemitteilung – schon mehr als ordentlich las. Wir wiederholen nochmal kurz die wichtigsten Punkte:

Spezifikationen des LG V10

  • Prozessor: Hexa-Core (1.8 GHz Dual + 1.44 GHz Quad) Qualcomm Snapdragon 808
  • Betriebssystem: Android 5.1.1 Lollipop
  • Haupt-Display: 5,7-Zoll (ca. 14,5 cm) QHD IPS Display (2560 x 1440, 513ppi)
  • Zweit-Display: 2,1-Zoll (ca. 5,3 cm) IPS Display (160 x 1040, 513ppi)
  • Speicher: 3 GB LPDDR3 RAM
  • 64 GB eMMC ROM; microSD (bis zu 2 TB)
  • Kamera: Rückseite 16 MP mit F 1,8 Blende und OIS 2.0, Front 5 MP Doppellinse (80o Standardwinkel, 120o Weitwinkel)
  • Batterie: 3.000 mAh (austauschbar)
  • Abmessungen: 159,6 x 79,3 x 8,6 mm
  • Gewicht: 192 g
  • Netzwerk: LTE 300 Mbps, HSDPA+42 Mbps, HSUPA 5,76 Mbps
  • Verbindungstechnologien: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac; Bluetooth 4.1; NFC; USB 2.0
  • Farben: Space Black, Luxe White, Modern Beige, Ocean Blue, Opal Blue

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Design, Verarbeitung und Hardware des LG V10

Hochwertiger Edelstahl mit einem Überzug aus Silikon: Das fasst sich nicht nur sehr gut an und sorgt für einen ordentlichen Halt durch die sich gummiert anfühlende Oberfläche, das sieht auch richtig spitze aus. Dabei ist LG seiner Designsprache treu geblieben – wer eines der neueren LG-Smartphones sein eigen nannte, wird sich sehr schnell zurechtfinden, auch dank der Rear Keys, die im Gegensatz zum Nexus 5X hier wieder am Start sind. „Robust“ ist dabei nicht nur eine Worthülse, die man gegenüber dem potenziellen Smartphone-Käufer abfeuert, vielmehr hat man sich von unabhängiger Seite bestätigen lassen, dass das Zusammenspiel von Edelstahl und Silikon dafür sorgt, dass das V10 auch schon mal einen Sturz übersteht und auch nicht anfällig ist für Kratzer. Die unabhängige Test- und Zertifizierungsorganisation MET Laboratories hat das V10 wiederholt in verschiedenen Winkeln aus einer Höhe von 1,22 Metern fallen und verpasst als Folge dem Gerät den Stempel „MIL-STD-810G Transit Drop Compliant“

Nach dem Motto „Irgendwas ist ja immer“ könnte man ja jetzt bei den verarbeiteten Bauteilen anführen, dass es ein Snapdragon 808 ist und kein 810 und dass LG uns „nur“ 3 GB RAM bietet und nicht 4 GB, aber sei es drum: Es gibt keinen Punkt, an dem sich LG hier wirklich eine Blöße gibt und gekoppelt mit den anderen starken Komponenten wie dem – wie immer bei LG – überzeugenden Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und dem 3.000 mAh Akku kann man zu keinem anderen Schluss kommen als zu dem, dass uns hier wirklich ein neues Flaggschiff-Device unter die Nase gerieben wird. Letzterer kann übrigens ausgewechselt und dank Quick Charge 2.0 binnen 40 Minuten zur Hälfte aufgeladen werden.

Vermeintliche Kritikpunkte wie einen fest verbauten Akku oder ein fehlender Slot für eine Speicherkarte wurden umschifft und so bietet uns LG nicht nur von Haus aus schon ordentliche 64 GB Speicherplatz an, sondern lässt ihn uns auch noch um 2 TB per microSD-Karte aufstocken – also falls jemand so eine Karte auftreibt 😉

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Das bzw. die Displays

Eigentlich müssten wir über das Display nicht besonders sprechen: 5,7 Zoll, QHD-Auflösung, knackige Farben – all das kennen wir, all das bietet uns LG eben auch dieses Mal wieder und hält die Messlatte weit oben. Dazu kommt aber, dass man uns noch ein zweites Panel präsentiert, direkt oberhalb des eigentlichen Screens. Dabei handelt es sich um ein 160 x 1040 Pixel-Display mit einer Bildschirmdiagonale von 2,1 Zoll, welches entweder ergänzend oder alternativ zum eigentlichen Display zum Einsatz kommt.

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Ist das Haupt-Display aktiv – beispielsweise, wenn ihr Filme auf dem Smartphone schaut, könnt ihr dort eingehende Anrufe wahrnehmen auf dem kleinen Streifen, im normalen Einsatz findet ihr dort eure Shortcuts wieder, so dass die stets flott erreichbar sind. Noch interessanter finde ich aber persönlich, dass dieses kleine IPS-Display dann aktiv ist, wenn der große Screen dunkel bleibt: Sprich: Akkulaufzeit, Uhrzeit und ähnliche Geschichten könnt ihr dort im Blick behalten, zudem auch dort den Musik-Player steuern und zwar alles, ohne dass das eigentliche Display empfindlich am Akku lutscht. Super-Idee, LG!

Die Kameras des LG V10 – Viel hilft viel!

Wie schon bei nahezu allen anderen Facetten des V10 spielt LG auch bei der Kamera auf der Rückseite einen ganz souveränen, abgeklärten Ball und liefert einfach das ab, was man von einem Spitzen-Gerät erwarten darf. Dank F 1,8 Blende fängt der 16 MP-Sensor viel Licht ein und sorgt auch unter widrigen Bedingungen für tolle Ergebnisse, OIS 2.0 ist ebenfalls mit von der Partie. Das, was auf dem G4 schon bestens für Fotos funktionierte, will man nun auch bei den Videos erreichen und hat die Feature-Liste entsprechend aufgebohrt – in der Pressemitteilung liest sich das wie folgt:

  • Steady Record nutzt elektronische Bildstabilisation (Electronic Image Stabilization: EIS), die für Videoaufnahmen optimiert wurde, um Wackler zu neutralisieren. So können Nutzer selbst in Bewegung scharfe Videos aufnehmen.
  • Snap Video Mode: Mit dieser Funktion können Nutzer viele kurze Videos zu einem längeren zusammenfügen.
  • Automatischer Schnitt: Verschwommene Bilder und statische Szenen, werden automatisch entfernt, um einen kurzen Highlight Clip zu erzeugen.
  • Quick Video Editor: Nutzer können mit dieser Funktion einfach die Bildfrequenz anpassen und Effekte wie Farben und Musik zufügen.
  • Quick Share: Wenn eine Videoaufnahme fertiggestellt ist, erscheint ein Pop Up im Display, das verschiedene Möglichkeiten bietet, das Video in populären sozialen Netzwerken zu teilen.
  • Audio Monitor: Mit dieser Funktion können Nutzer die Empfindlichkeit der drei Mikrofone während der Aufnahme sehr genau anpassen und Audio Inputs aus einer bestimmten Richtung direkt kontrollieren.
  • Filter gegen Windgeräusche: Die Funktion eliminiert Windgeräusche bei Außenaufnahmen.

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Natürlich lassen wir uns nicht von dem blenden, was so eine Presse-Info hergibt und werden uns im Test noch ausführlich damit auseinandersetzen, aber man kennt ja seine Pappenheimer – und im Fall LG bedeutet das, dass wir innovative Lösungen auch im Kamera-Bereich gewohnt sind und uns gut vorstellen können, dass die Koreaner auch hier nochmal einen qualitativen Sprung hinlegen, um die Video-Freunde zu begeistern.

Bei diesem Punkt merken wir auch, dass das Anliegen des Unternehmens mit dem V10 tatsächlich ist, ein Smartphones für den gezielten Einsatz und auch das Verbreiten von Medien zu schaffen. Dazu gehört mittlerweile aber eben nicht nur eine gute Kamera auf der Rückseite, sondern ein ebenso ansprechendes Pendant vorne.

Auch hier weiß LG wieder zu überraschen und bietet uns vorne nicht nur einen 5 MP-Shooter – sondern derer zwei! Mit der Doppellinse – einmal Standard und einmal 120 Grad Weitwinkel habt ihr immer die perfekte Selfie-Cam am Start, egal ob nur euer Gesicht auf dem Foto erscheinen soll oder gleich das eurer ganzen Gruppe. Durch das Zusammenspiel der beiden Linsen wird gewährleistet, dass wirklich denkbar viel eingefangen wird – im Gegensatz zum Beispiel zu Samsung, die bei ihrem Flaggschiff eine Art Workaround anbieten, der euch durch das Schwenken der Cam ein ähnliches Resultat liefern soll.

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Erstes Zwischenfazit

Wir sind schwer gespannt darauf, wie sich dass V10 bewähren wird, wenn wir uns im ausführlichen Test damit auseinandersetzen dürfen. Was wir bislang aber schon sehen können: LG scheint an so ziemlich alles gedacht zu haben, bringt ein robustes Gehäuse, welches auch mal einen Sturz übersteht, liefert uns ein technisch starkes Innenleben, dazu innovative Ideen wie die doppelte Selfie-Cam und den Second Screen und das alles verpackt in ansprechendem Design.

Eine Einschränkung gibt es dennoch: Wir kennen den Preis noch nicht und diesbezüglich sind wir natürlich gespannt, ob uns die Koreaner dieses Smartphone auch zu einem einigermaßen vertretbaren Kurs anbieten. „Uns“ ist dabei allerdings die falsche Formulierung, weil es das LG V10 leider – zumindest nach aktuellem Stand – nicht in Deutschland zu kaufen geben wird. Davon abgesehen gibt es tatsächlich nichts zu bemängeln nach unserem ersten Eindruck – sobald wir unsere Test-Einheit erhalten, geht es dann ins Detail.

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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

16 Kommentare

  • Das erste Gerät seit sicher zwei Jahren das in mir den „Das hätte ich gerne“ Reflex auslöst. Und dann gibt es das nicht für DE. Seit meinem G2 will ich eigentlich kein anderes Gerät als ein LG mehr haben. Zu gut sind die Rear Keys und das Knock On. Da wäre das V10 wirklich wunderbar gewesen. Gerade da mein G2 seit Lollipop nicht mehr wirklich zufriedenstellend läuft.

    • Mein G2 irgendwie auch nicht 🙁

      Immer super flüssig gelaufen und alle Anwendungen perfekt und schnell geöffnet, aber seit dem Update immer wieder unerklärliche Denkpausen, und Programme brauchen länger zum Öffnen..sehr ärgerlich.

  • Es muss doch einen Weg geben, um es nach Deutschland zu importieren? Gibt es nicht einen Import Anbieter..? Verdammt, muss ich nach Südkorea fliegen und es Vor Ort kaufen? 😀

    • … vor allem, weil Dir die hw-buttons die Uhrzeit ansagen, oder den Inbox-Status … Hm? Oder vermisst Du eine Braille-Zeile 😉

      Multitasking: ha, schau mal in die Prozessliste, was da abläuft an Prozessen und Diensten …

      • aja – ich vergaß … uhrzeit und so kann man natürlich nur über ein zusatz-display realisieren. sorry, ich bin ja so ein dummchen! geht eindeutig nicht über den eigentlichen bildschirm – zumindest, wenn man verzweifelt ein herausstellungsmerkmal zu anderen herstellern sucht und einem nix einfällt.
        alter … die verkaufen dir nen teil des displays mit unpassend schlechterer auflösung als neuigkeit und du feierst, dass man auf dem display-teil warscheinlich nur mehr machen kann, was der hersteller will?

        btw – ne brailzeile wär für sehbehinderte sicher ne super idee. die müssen sich nämlich derzeit entweder mit ohrstöpsel rumärgern oder damit leben, das jeder nebenan ihre passwörter usw. mithört.

        und zum multitasking: *g* wenns dir um die anzahl geht, schau mal in den taskmanager von windoof … und das hat passend zum multitasking wenigstens fenster, um auch wirklich was davon zu haben … da reichen auch 2 kerne völlig aus.

  • IMHO einmal alles richtig gemacht, incl. SoC-Wahl, die Zicken des 810er sind der Performancezuwachs zum 810er nicht Wert.

    • Vor allem welcher Performancezuwachs? In den ersten 2 Minuten vielleicht, danach throttelt der 810er doch sowieso. Und für weniger Hardwarehungrige Anwendungen braucht man auch nicht die Leistung die er theoretisch hat.

  • Hm, bei 5,7″ das Zusatzdisplay oben? Ich nutze schon bei 5,2″ Nova mit Gesten, damit ich mein Notification Center nicht vom oberen Bildschirmrand ziehen muss, weil ich das unangenehm finde. Ich fände das zweite Display unten viel sinnvoller. Das mit einer intelligenten Software die unbeabsichtigte Gesten erkennt und unterdrückt und es wäre mMn richtig durchdacht.

  • Mal abgesehen von dem nicht wirklich praxistauglichen zweiten Display würde ich ein Galaxy Note 4 vorziehen. Das bietet ähnliche Werte bei kleinerem Preis.

  • Ihr nennt Euch Mobile Geeks und wisst nicht einmal, dass das LG V10 4GB Arbeitsspeicher habt. Lest mal die offiziellen Spezifikationen oder einfach mal auf der Verpackung lasen! Schon ein bisschen peinlich.

    • @fabricefoi:disqus Wenn Du Dich nicht so sehr darauf konzentriert hättest, Dich über uns lustig zu machen, hättest Du vielleicht herausgefunden, dass Anfang Oktober – als dieser Artikel und das Hands-On Video entstanden – international offiziell noch 3GB RAM angegeben wurden. Einfach mal googlen, findste bestimmt zig Artikel.

      Schon ein bisschen peinlich.

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